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Montag, 15. Mai 2006 18:31
Koranverse neben dem Kreuz
Anfang April gab es in einer Evangelischen Kirche in Bochum eine höchst ungewöhnliche Weihnachtsfeier.
Mittelalterliche Darstellung der Geburt Mohammeds
Mittelalterliche Darstellung der Geburt Mohammeds
(kreuz.net, Bochum) In Deutschland wurde Anfang April eine Premiere veranstaltet. Erstmals feierten Moslems in einer evangelischen Kirche die Geburt des Propheten Mohammed.

Das berichtete die ‘Westdeutsche Allgemeine Zeitung’ am 10. April.

Christuskirche in Bochum
Christuskirche in Bochum
Muselmänner aus sieben Moscheegemeinden des Ruhrgebiets versammelten sich in der evangelischen Christuskirche in der Bochumer Innenstadt, um diesen Festtag gemeinsam mit christlichen Freunden zu begehen.

Als Zeichen des Propheten trugen die Teilnehmer des Gottesdienstes Rosen in ihren Händen.

Die Initative stammte von der SPD-Politikerin Ayla Schmelzer. Während des Karikaturenstreits kam ihr die Idee, Brücken zwischen den Religionen zu bauen:

„Dies ist ein verheißungsvolles Zeichen in einer politisch aufgeladenen Situation“, erklärte sie nach Angaben der ‘Westdeutsche Allgemeine Zeitung’.

Die Resonanz auf den Gottesdienst soll sehr gut gewesen sein. Im Innern der Kirche warf ein Projektor Verse des Korans an die Wand – unmittelbar neben dem Kreuz.

Die Vorbeter aus den sieben Moscheegemeinden zeichneten Stationen aus dem Lebensweg Mohammeds nach.

Der Gastgeber – der evangelische Superintendent Fred Sobiech – freute sich über das ungewöhnliche Fest: „Eigentlich ist das, was es noch nie gegeben hat, ganz selbstverständlich.“

Unter den Gästen befanden sich auch die Eheleute Mevlüde und Durmus Genç.

Bei einem Brandanschlag auf ihr Haus in Solingen am 29. Mai 1993 verloren sie ihre beiden Töchter, zwei Enkelkinder und eine Nichte.

Seitdem setzen sie sich für Versöhnung ein. Für ihr Engagement wurden sie mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 37 Lesermeinungen:
Donnerstag, 18. Mai 2006 12:02
Brandenburgis: @Otterbeck
Ja, ja, schon recht! Wo Sie recht haben, haben Sie recht. Das hab’ ich wirklich nicht gewußt.
Mittwoch, 17. Mai 2006 23:08
Dr. Otterbeck: Wer halluziniert denn hier?
Halluzinationen, Durchlaucht Brandenburg, Halluzinationen!
Mittwoch, 17. Mai 2006 15:11
Brandenburgis: @Otterbeck
Sie hallizunieren schon wieder, wie stets. Ihr sedes ist ganz gewiß vakant.
Mittwoch, 17. Mai 2006 12:06
Dr. Otterbeck: Besonders schön,
Adamah, war die Fachdiskussion zur „Weihe“ unter „Noch ein weiter Weg“: Die SSPX-Aktivisten (463 Priester) bekriegen sich mit den „Sedisvakantisten“ (die verschiedensten Splittergruppen haben zusammen bereits ein halbes Dutzend „Gegenpäpste“ ausgerufen) und Semisedisvakantisten. Eigentlich müssten alle Lefebvrianer den Stuhl Petri für „leer“ erklären. Aber dann würde der Irrsinn ihrer Doktrin offenkundig. Deshalb finden sie einen dialektischen Kunstgriff, um das Papsttum zwar anzuerkennen, dem Amtsinhaber aber nicht gehorchen zu müssen. Wer von der Schieflage profitiert? Die Kirche sicherlich nicht.
Mittwoch, 17. Mai 2006 11:53
Adamah: Christ vs. Christ?
Für mich ist es unerklärlich wie eine Diskussion über die Verwendung einer christlichen Kirche für einen Mulimischen Fest, zur Diskussion über den Katholischen vs. Reformatorischen Streit entwickeln könnte.

Hier sehen wir wieder, dass es für Christen einfacher ist sich selbst zu „bekriegen“ als sich gegen eine Bedrohung von Außen zu wehren.

Non nobis domine…
Mittwoch, 17. Mai 2006 11:39
Brandenburgis: Reformation
Man muß bei den verschiedenen Komplexen der „Reformation“ sehr genau differenzieren. Die „Abspaltung“ und Entstehung von „reformatorischen“ Kirchenwesen hatte ursächlich nur höchst bedingt mit dem „reformatorischen“ Anliegen Luthers zu tun, war sozusagen Koinzidenz. Die kirchenrechtliche Abspaltung bestimmterTerritorien hatt schon 100 Jahre und länger vor 1530 begonnen und die Reformation war lediglich willkommener Anlaß, diese Abspaltung zu vollenden. Luthers Anliegen war nicht „Rückkehr“ zur Urkirche, sondern Anschluß an die katholische Tradition, er war gewissermaßen der erste „Tradi“. Dabei bekämpfte er AKTUELLE Entwicklungen, keinesfalls gefestigte kirchliche Lehre, im Gegenteil, das gesamte frühe Luthertum legte großen Wert darauf, den Traditrionsabriß zu vermeiden, u.a. durch affirmative Anerkennung der Konzilien, zum. I – V, zum anderen durch Festhalten an allem, was gefestigt „katholisch“ war. Bis heute bekennen Lutheraner affirmativ die „katholische“ Kirche, ohne sich notwendigerweise gegen Rom zu stellen. Die Umarmungsversuche „Neu-Roms“ gelten allerdings nicht einer tatsächlichen „Ökumene“, sondern ganz anderen, eher finsteren Zwecken.
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