11:08:06 | Dienstag, 16. Mai 2006
Es ist an der Zeit, daß die katholische Welt eine „Liga gegen Verleumdung“ gründet. Nur so können die vielfältigen medialen Diffamierungen gegen die Kirche zurückgewiesen werden. Von Hubert Hecker.
(kreuz.net) Im Protestantismus, in dessen Tradition der US-Autor Dan Brown mit seinem Buch „Sakrileg“
steht, kursieren bis heute Vor- und Fehlurteile gegen die Kirche.
Eines dieser Vorurteile besagt, daß
einem Katholiken durch Werke der Buße die Sünden vergeben würden und er sich die Absolution durch Bußübungen
selber erwirken könnte.
Im Roman von Dan Brown sagt der Killer Silas zu sich selber, nachdem er einen
vierfachen Mord begangen hat: „Du mußt deine Seele von den Sünden des heutigen Tages reinigen“ (S. 23).
Brown läßt ihn dann allerlei Bußübungen wie Selbstgeißelung und Bußgürteltragen durchführen,
mit denen er seine Sünden abzutragen vermeint.
Die Kirche hat dagegen schon immer gelehrt, daß Sünden
allein von Gott vergeben werden, wenn der Mensch sie in aufrichtiger Reue bekennt.
„Heute hatte Silas
für einen geheiligten Zweck gesündigt… Silas war die Vergebung gewiß“.
Auch diese Unterstellung
ist ein altes Vorurteil, das besonders den Jesuiten untergeschoben wurde: daß der Zweck die Mittel heilige.
In diesem Fall hieße das, daß der große Nutzen für die Kirche einen vierfachen Mord rechtfertigen
würde.
Obwohl noch kein Mensch solche Sätze und Lehren in einem katholischen Katechismus gefunden hat,
wird die Kirche seit 400 Jahren immer wieder mit solchen Thesen verleumdet.
Der Jesuitenorden war über
vier Jahrhunderte die meistgehaßte katholische Organisation. Seit die Jesuiten ihre missionarische Kraft
verloren haben, ist die katholische Personalprälatur Opus Dei zum Haßobjekt der kirchenfeindlichen Medien
avanciert.
So auch bei Dan Brown: „In den Medien sprach man inzwischen vom Opus Dei als der ‘Mafia Gottes’
und von einem ‘Christuskult’“ – wie schauderhaft!
Papst Johannes Paul II. hatte sich 1982 persönlich
dafür verbürgt, daß das Opus Dei zum Kernbereich der Kirche gehören sollte und das „Werk Gottes“ deshalb
zu einer Personalprälatur erhoben.
Außerdem hat er den Heiligsprechungsprozeß des Opus-Dei-Gründers
Josemaria Escrivá de Balaguer gefördert, der 2002 mit der offiziellen Heiligsprechung abgeschlossen
wurde.
Dieser außerordentlich glaubensfrommen und papsttreuen katholischen Organisation hängt Dan Brown
vier geplante und kaltblütige Morde an, ein übler Rufmord.
Zweifellos leben auch in frommen Orden nicht
nur heilige und fromme Mitglieder, was Brown mit mehreren Medienmeldungen aufzeigt.
Aber die Morde in
seinem Roman kommen nicht von irgendwo, sondern wurden von oberster Stelle – vom bischöflichen Leiter
der Gemeinschaft – angeordnet.
Man stelle sich vor…
…Dan Brown hätte seine Code- und Schnitzeljagd
in einem jüdischen Milieu angesiedelt und dabei einer jüdisch-religiösen Kaderorganisation einen vierfachen
Mord unterstellt, wodurch die Ziele der Vereinigung erreicht werden sollten.
Das ist eine unglaublich
dreiste und ruchlose Unterstellung, eine Verleumdung an einer katholischen Kernorganisation und damit
an der Kirche selber.
Aber ganz wohl fühlt sich Brown offenbar doch nicht, wenn er dem frommen „Orden“
soviel Kaltblütigkeit und Böswilligkeit in die Schuhe schiebt. Darum liefert er die ungeheuerliche Behauptung
nach: „Gegen die Feinde Gottes waren immer schon Greueltaten verübt worden.“ (Seite 23).
Man erwartet
jetzt den Hinweis auf die Kreuzzüge, das angeblich größte Verbrechen der Kirche!? Fehlanzeige. Im Brown-Roman
gibt es kein böses Wort gegen die Kreuzzüge – ob das am aktuellen politischen Kontext in den USA liegt?
Im Brown-Roman haben „die Guten“ während der Kreuzzüge mitgewirkt, die Sions-Bruderschaft und die Tempelritter
zu gründen, die damals im Tempelberg gegraben und angeblich vier Truhen mit den verlorenen Evangelien-
und Gralsdokumenten gefunden und gerettet haben sollen.
Das ist für den Roman eine Schlüsselszene und
deshalb hat Dan Brown für die Kreuzzüge nur gute Worte übrig.
Brown findet die gesuchten „Greueltaten“
in der großen europäischen Hexenverfolgung, die er als Bekehrungskreuzzug gegen die Anhänger der alten
heidnischen Weiblichkeitsreligion natürlich der Kirche in die Schuhe schiebt.
An den Ausführungen Browns
zur neuzeitlichen Hexenverfolgung ist kein einziger Satz historisch richtig und in der Beurteilung wahr.
Im Bereich des europäischen Christentums hat das Buch nur einen Gegenaufruf eines italienischen Kardinals
bewirkt. Der Kirchenfürst forderte die Gläubigen auf, das kirchenfeindliche Buch nicht zu lesen.
Dieser
Hinweis wiederum hat der Kirche in den säkularen Medien nichts als Hohn und Häme eingebracht.
Man stelle
sich dagegen vor, Dan Brown hätte seine Code- und Schnitzeljagd in einem jüdischen Milieu angesiedelt
und dabei einer jüdisch-religiösen Kaderorganisation einen vierfachen Mord unterstellt, wodurch die
Ziele der Vereinigung erreicht werden sollten.
Es hätte in der westlichen Welt sicherlich einen Aufschrei
gegeben und die jüdische ‘Anti-Diffamations-Liga’ hätte Empörungskampagnen gegen Autor und Buch in
Gang setzen, da mit dem Roman antijüdische Vorurteile und Verleumdungen verbreitet oder verstärkt würden.
Es ist an der Zeit, daß auch in der katholischen Welt eine solche „Liga gegen Vorurteile und Verleumdung“
gegründet wird, damit die vielfältigen Diffamierungen der Kirche in den Medien und durch die Medien
zurückgewiesen werden.
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