09:58:08 | Dienstag, 16. Mai 2006
In der türkischen Sprache werden Christen gemeinhin mit einem Wort bezeichnet, das auch „schlechter Mensch“ bedeuten kann.
(kreuz.net) Vor einem Strafgericht im nordtürkischen Trabzon begann gestern der Prozeß um den
Mord an
dem katholischen Priester Andrea Santoro. Der Geistliche wurde im vergangenen Februar in seiner Kirche
erschossen.
Ein Hintergrund der Tat ist die in der Türkei weit verbreitete Angst vor christlichen Missionaren,
die das Land angeblich unterwandern wollten.
Das erklärte der ‘Deutschlandfunk’ in einem Bericht vom
gestrigen Montag.
Offiziell versteht sich die Türkei als säkulärer Staat. Doch die Christenangst reicht
bis in die Regierung hinein.
Schon eine Informationsbroschüre über die Kirche oder das Christentum
ist in der Türkei kontrovers.
In der Kirche in Trabzon hätte christliche Literatur in türkischer Sprache
ausgelegen, entsetzte sich zum Beispiel die türkische Presse nach dem Mord an Hw. Santoro.
Das Gesetz
verbietet die Mission in der Türkei nicht.
Dennoch wird der Fund von türkischsprachigen Katechismen
in der Kirche des ermordeten Geistlichen als mildernder Umstand betrachtet.
Christen werden auf Türkisch
„Gavur“ genannt. Im Wörterbuch der Gesellschaft für Türkische Sprache wird das Wort so erklärt: „jemand
ohne Religion oder Glauben, ein Christ oder ein schlechter Mensch.“
Bei der amtlichen Predigt des staatlichen
Religionsamtes, die in fast allen 70.000 Moscheen der Türkei verlesen wurde, hörte man erstaunliche
Worte:
„Werte Brüder! Jene Kräfte, die die Verbreitung des Islam als einzigen Glauben Gottes nicht
hinnehmen wollen, haben in der Geschichte nichts unversucht gelassen, um ihn aufzuhalten.
Sie haben so
genannte heilige Armeen aufgestellt, um den Islam und die Moslems aus der Geschichte auszulöschen, aber
sie haben es nicht geschafft.
Wie damals, so sehen diese Mächte auch heute noch den Islam als größtes
Hindernis für ihre eigenen Interessen. Diese Mächte gehen nach wie vor planmäßig und organisiert vor,
um unser Volk von seinem Glauben abzubringen.“In das gleiche Horn blies auch der Religionsminister Mehmet
Aydin im vergangenen Jahr bei der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage:
„Wir sehen in den Aktivitäten
der Missionare den Versuch, unsere Gesellschaft in verschiedene Glaubensgemeinschaften aufzusplittern,
um ihre religiöse, nationale und kulturelle Einheit aufzubrechen.
Wir betrachten die Missionarstätigkeit
nicht als harmlose Glaubensverkündung oder Gebrauch der Religionsfreiheit, sondern als in höchstem Maße
gelenkte Einflußnahme mit historischem Hintergrund und politischen Zielen.“Die Missionare würden –
so der Religionsminister – nicht nur als christliche Pfarrer und Priester auftreten, sondern sich auch
als Ärzte, Krankenschwestern, Menschenrechtler oder Lehrer tarnen.
Dann nannte der Minister Zahlen.
Bisher seien 368 moslemische Türken von Missionaren zum Christentum bekehrt worden.
Die Türkei zählt
70 Millionen Einwohner.
Kaum ein Monat vergeht, ohne daß irgendeine türkische Universität oder Behörde
ein Symposium zur Missionarsgefahr veranstaltet.
Einer der prominentesten Missionarsforscher ist der
Publizist Ali Riza Bayzan, der in Kürze sein drittes Buch zur christlichen Gefahr vorlegen will.
„Die
globale Taufe“ lautete der Titel seines ersten Werkes, in dem es unter anderem um die katholische Hilfsorganisation
Caritas geht.
Der Publizist fand heraus, daß sich die Caritas in ihren englischsprachigen Veröffentlichungen
als religiöse Organisation vorstelle, die Gottes Geboten gehorche. Dagegen präsentiere sie sich in ihren
türkischen Veröffentlichungen als humanitäre Organisation, die nicht nach Sprache, Religion oder Rasse
diskriminiere.
Publizist Bayzan will die Caritas persönlich bei verdächtigen Aktivitäten ertappt haben.
So hätten deren Mitarbeiter bei Hilfsaktionen nach dem furchtbaren Erdbeben von 1999 in der Nordwesttürkei
versucht, die Menschen mit Hilfsleistungen und mit Druck dazu zu bringen, zum Christentum zu konvertieren.
Bayzan geht davon aus, daß die Missionare Bestandteil der US-Eroberungspolitik im Nahen Osten sind:
„Die Missionare sind Bestandteil der internationalen Politik ihrer Herkunftsländer.“
Daß Christen fast
tausend Jahre in Anatolien gelebt haben, bevor die Türken dort einwanderten, ist dabei ein Detail.
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GerdEric 03:43:07 | Sonntag, 21. Mai 2006
#25
Amy_Jolly † 16:24:06 | Samstag, 20. Mai 2006
#24
GerdEric 16:18:58 | Samstag, 20. Mai 2006
#23
Parzifal 00:01:46 | Samstag, 20. Mai 2006
#21
Parzifal2 † 12:53:10 | Freitag, 19. Mai 2006
#20
Parzifal 12:52:27 | Freitag, 19. Mai 2006
#18
Parzifal 15:56:45 | Donnerstag, 18. Mai 2006
#16
Parzifal 13:32:26 | Donnerstag, 18. Mai 2006
#14
Parzifal2 † 19:06:49 | Dienstag, 16. Mai 2006
#13
Peccator 16:49:09 | Dienstag, 16. Mai 2006
#12
Parzifal2 † 14:47:57 | Dienstag, 16. Mai 2006
#11
Belisar 13:58:39 | Dienstag, 16. Mai 2006
#10
rudolfsohn 12:15:41 | Dienstag, 16. Mai 2006
#9
Adamah 12:04:11 | Dienstag, 16. Mai 2006
#8
stat crux 11:49:50 | Dienstag, 16. Mai 2006
#7
rudolfsohn 11:40:40 | Dienstag, 16. Mai 2006
#5
Onan † 11:04:56 | Dienstag, 16. Mai 2006
#4
Peccator 11:03:36 | Dienstag, 16. Mai 2006
#3
Ansgar 10:38:58 | Dienstag, 16. Mai 2006
#2
Benedikt78 10:08:56 | Dienstag, 16. Mai 2006
#1
GerdEric 10:02:55 | Dienstag, 16. Mai 2006