Bedrückende Spaltungsmentalität
Der Präsident der Päpstlichen Kommission ‘Ecclesia Dei’ schrieb dem Erzbischof von Bombay kürzlich einen Brief. Inhalt: die Rückkehr von drei Seminaristen ins diözesane Priesterseminar. Sie waren im Jahr 2002 zur Piusbruderschaft abgewandert.

Kardinal Castrillon ist der Präsident der Päpstlichen Kommission ‘Ecclesia Dei’.
In seinem Schreiben beantwortete der Kurienkardinal einen nie veröffentlichten Brief des Erzbischofs von Bombay, Ivan Kardinal Dias. Darin teilte Kardinal Dias nach Rom mit, daß drei von vier Seminaristen wieder zur Erzdiözese zurückkehrten, die im Jahr 2002 nach mehreren Jahren Theologiestudium in der Erzdiözese zur Piusbruderschaft in Australien abgewandert waren.
Kardinal Castrillon freut sich in seinem Antwortschreiben, daß die Seminaristen auf die Gnade geantwortet hätten, in die Fülle des katholischen Glaubens und Lebens in Indien zurückzukehren.
„Das Zeugnis dieser Seminaristen gibt Anlaß zu großer Sorge über die Spaltungsmentalität, die sie im australischen Seminar der Piusbruderschaft umgab.“
Gleichzeitig freut sich der Kurienkardinal, daß die Seminaristen von Kardinal Dias im Schoß der Kirche väterlich willkommengeheißen wurden.
Kardinal Castrillon versichert sein Gebet, daß die Seminaristen aufgrund ihrer Erfahrung bei der Piusbruderschaft die volle Einheit mit dem Nachfolger Petri desto mehr schätzen würden.
Er hofft, daß es möglich sein werde, ihre Berufungen zu bewahren. Ihr Zeugnis könnte ein schlagkräftiges, apologetisches Argument für die katholische Einheit sein.
Die vier Seminaristen hatten das erzdiözesane Seminar von Bombay – das dem Heiligen Papst Pius X. geweiht ist – im Jahr 2002 wegen der dort unterrichteten Irrlehren verlassen.
Die Piusbruderschaft in Asien veröffentlichte im Jahr 2004 Zeugnisse der Priesteramtskandidaten über dieses Priesterseminar.
Darin berichteten die nun zurückgekehrten Seminaristen, daß im Bombayer Priesterseminar das Rosenkranzgebet als Gebet für Dumme hingestellt wurde und folglich schnell erlahmt sei.
Die Heilige Schrift habe man als Phantasieprodukt verkauft, das eine tiefgehende Botschaft enthalte.
Die Existenz der Hölle sei – mit Verweis auf die Barmherzigkeit Gottes – geleugnet worden.
Das von Christus geschenkte Heil blieb nach den Worten der Seminartheologen auf das irdische Leben beschränkt: Tod und Auferstehung Christi würden sich im alltäglichen Leben der Gläubigen – in ihren Freuden und Sorgen – realisieren.
Die Ewigkeit sei dagegen als mittelalterliche Vertröstung hingestellt worden.
Der gegenwärtige Weihbischof von Bombay, Mons. Agnelo Gracias (66), – den man in seinen Professorentagen oft beim Rosenkranzbeten in Soutane gesehen habe – soll eine bloß spirituelle Jungfräulichkeit der Gottesmutter gelehrt haben.
Die körperliche Unversehrtheit der Heiligen Jungfrau habe der Weihbischof als unwesentlich in Frage gestellt. Außerdem sei von ihm die Möglichkeit von Geschwistern Christi offengelassen worden.
Im Priesterseminar sei auch der Synkretismus der Religionen durch entsprechende heidnische, jüdische oder protestantische Referenten gefördert worden.
Ein Priester und Verfechter der Inkulturation habe die Messe regelmäßig am Boden sitzend zelebriert und die Meßtexte willkürlich verändert.
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Donnerstag, 1. Juni 2006 12:08
stat crux: Bitte den Kontext beachten,
Dr. Heger, die „Republik“ ist die französische. Congar wollte den Noch-Gegnern der Republik eine Heimat
inmitten der Kirche belassen, gerade weil es ihm, nicht um Politik geht.
Aber Sie wollen mich missverstehen. Politische Partizipation und partlamentarische Regierungsform gibt es mittlerweile auch in Monarchien. Hätte Frankreich eine Art „Juan Carlos“ an der Spitze, wäre damit das ideologische Problem der SSPX noch lange nicht vom Tisch. Man begnügt sich dort damit, die Lehrverurteilung von 1831 bis 1864 als „Leitfaden“ füer ein entgegengesetztes Weltbild zu verstehen. Die Klugheit des Lehramtes bestand bis Lamentabili einschließlich aber darin, eben nur „Sätze“ zu verurteilen, ohne das Gegenteil zu fordern. „Ich verwerfe: Heger“ heißt nicht „Ich lehre Anti-Heger“. Aber das kann man wohl nur verstehen, wenn man die Lehre vom Lehramt aus einer sakramentalen (überpolitischen) Sicht kapiert hat. Oder anders gesagt: „Übernatur“ ist kein Axiom eines antirepublikanischen Programms, sondern Übernatur.
Aber Sie wollen mich missverstehen. Politische Partizipation und partlamentarische Regierungsform gibt es mittlerweile auch in Monarchien. Hätte Frankreich eine Art „Juan Carlos“ an der Spitze, wäre damit das ideologische Problem der SSPX noch lange nicht vom Tisch. Man begnügt sich dort damit, die Lehrverurteilung von 1831 bis 1864 als „Leitfaden“ füer ein entgegengesetztes Weltbild zu verstehen. Die Klugheit des Lehramtes bestand bis Lamentabili einschließlich aber darin, eben nur „Sätze“ zu verurteilen, ohne das Gegenteil zu fordern. „Ich verwerfe: Heger“ heißt nicht „Ich lehre Anti-Heger“. Aber das kann man wohl nur verstehen, wenn man die Lehre vom Lehramt aus einer sakramentalen (überpolitischen) Sicht kapiert hat. Oder anders gesagt: „Übernatur“ ist kein Axiom eines antirepublikanischen Programms, sondern Übernatur.
Dienstag, 30. Mai 2006 23:36
Agiafortuni: Angst vor dem schlechten Gewissen
Am meisten Angst haben die V 2 Ideologen vor ihrem eigenen schlechten Gewissen. Deshalb verunmöglichte Paul VI die Feier der alten Messe die ihn hätte daran erinnern können, dass mit V 2 und dem von ihm gepriesenen Kult des Menschen vielleicht doch nicht alles zum Besten sein könnte. Doch hatte er sich schwer verrechnet, denn schnell wurde ihm das fürchten beigebracht.
Dienstag, 30. Mai 2006 18:28
Dr. Christoph Heger: Noch mehr Nebel
Congar räumte sogar ein, dass (damals, 1977) es keine Gewissenspflicht für Katholiken gibt, die Republik
zu unterstützen.
Verehrtester, Sie haben doch zuvor behauptet, Congar habe – im Unterschied zu den bösen Tradis – die politische Ebene von der des katholischen Dogmas getrennt. Und jetzt diese Aussage über bestehende und nicht bestehende Gewissenspflicht zur Unterstützung der Republik – mit dem vielleicht gemeinten Unterton, daß man mittlerweile dazu verpflichtet sei.
Ich weiß gar nicht, woher diese Idee kommt, daß man „zur Unterstützung der Republik“ verpflichtet sein könne. Mir war bisher nur bekannt, daß man zur Rechtstreue verpflichtet ist.
MfG
Christoph Heger
Verehrtester, Sie haben doch zuvor behauptet, Congar habe – im Unterschied zu den bösen Tradis – die politische Ebene von der des katholischen Dogmas getrennt. Und jetzt diese Aussage über bestehende und nicht bestehende Gewissenspflicht zur Unterstützung der Republik – mit dem vielleicht gemeinten Unterton, daß man mittlerweile dazu verpflichtet sei.
Ich weiß gar nicht, woher diese Idee kommt, daß man „zur Unterstützung der Republik“ verpflichtet sein könne. Mir war bisher nur bekannt, daß man zur Rechtstreue verpflichtet ist.
MfG
Christoph Heger
Dienstag, 30. Mai 2006 15:16
stat crux: Nebel zerstreut
Congar hat aber immerhin, anders als die Integralisten, die liturgische Frage von der politischen Ebene
abgeschichtet. Ich kenne keinen Text aus Reihen der SSPX, indem nicht irgendwo ein „rechtsextremer“ Seitenhieb
im Namen des wahren Glaubens eingefügt wird.
Congar räumte sogar ein, dass (damals, 1977) es keine Gewissenspflicht für Katholiken gibt, die Republik zu unterstützen. Er bemühte sich, den „Altlasten“ von Vichy etc. noch Raum zu schaffen. Aber wer sich weigert, die Ebene des kirchlichen Dogmas und die Weiterentwicklung der kath. Soziallehre überhaupt getrennt zu behandeln, der ist nunmal „Integralist“ und macht das Dogma vom Zeitgeist (resp. Anti-Zeitgeist) abhängig. Hierfür durfte die „Alte Messe“ nicht als Waffe missbraucht werden.
Congar räumte sogar ein, dass (damals, 1977) es keine Gewissenspflicht für Katholiken gibt, die Republik zu unterstützen. Er bemühte sich, den „Altlasten“ von Vichy etc. noch Raum zu schaffen. Aber wer sich weigert, die Ebene des kirchlichen Dogmas und die Weiterentwicklung der kath. Soziallehre überhaupt getrennt zu behandeln, der ist nunmal „Integralist“ und macht das Dogma vom Zeitgeist (resp. Anti-Zeitgeist) abhängig. Hierfür durfte die „Alte Messe“ nicht als Waffe missbraucht werden.
Dienstag, 30. Mai 2006 09:53
Dr. Christoph Heger: Yves Congars Nebel
Dr. Otterbeck zitiert Yves Congar in „Der Fall Lefebvre“ (1977), S. 47, dass die so gen. Messe Pius V.
nicht „abgeschafft“ sei, sondern erlaubt für ältere Priester und die private Messfeier.
Das ist ja nett von H.H. Congar! Unsere Bischöfe haben uns aber jahrzehntelang erklärt, daß die alte Messe abgeschafft und verboten sei. Sie waren nicht einmal so „pastoral-brüderlich“ bewegt, sich bei Paul VI. für eine Duldung einzusetzen. Ja, als Johannes Paul II. 1984 seinen mageren Indult erließ, mußte er sich von ihnen, vor allem den Franzosen unter ihnen, Frechheiten sagen lassen.
Aber auch Congars Darstellung ist nicht ganz richtig. Jene älteren Priester mußten sich der diskriminierenden Prozedur unterwerfen, sich den Ritus, auf den sie geweiht waren, eigens „genehmigen“ zu lassen.
Weiter entbehrt Congars verniedlichende Stellungnahme nicht der Ironie. Während sonst die Modernisten die „Privatmessen“ immer für einen rituellen Sündenfall erklärten und Paul VI. die stille hl. Messe für seinen Ritus abschaffte (ein Akt der Vergewaltigung der Gläubigen, die so nie dem ewigen Gequassel ausweichen können), wurde hier die Teilnahme von Gläubigen – auch von „älteren“ Gläubigen – sogar verboten.
Frage an die Kirchenrechtler: Kann einem unbescholtenen Gläubigen eigentlich die Teilnahme an einer hl. Messe verboten werden? Hat diese nicht immer einen öffentlichen Charakter.
Congar hat also tatsächlich nur etwas Nebel verstreut.
MfG
Christoph Heger
Das ist ja nett von H.H. Congar! Unsere Bischöfe haben uns aber jahrzehntelang erklärt, daß die alte Messe abgeschafft und verboten sei. Sie waren nicht einmal so „pastoral-brüderlich“ bewegt, sich bei Paul VI. für eine Duldung einzusetzen. Ja, als Johannes Paul II. 1984 seinen mageren Indult erließ, mußte er sich von ihnen, vor allem den Franzosen unter ihnen, Frechheiten sagen lassen.
Aber auch Congars Darstellung ist nicht ganz richtig. Jene älteren Priester mußten sich der diskriminierenden Prozedur unterwerfen, sich den Ritus, auf den sie geweiht waren, eigens „genehmigen“ zu lassen.
Weiter entbehrt Congars verniedlichende Stellungnahme nicht der Ironie. Während sonst die Modernisten die „Privatmessen“ immer für einen rituellen Sündenfall erklärten und Paul VI. die stille hl. Messe für seinen Ritus abschaffte (ein Akt der Vergewaltigung der Gläubigen, die so nie dem ewigen Gequassel ausweichen können), wurde hier die Teilnahme von Gläubigen – auch von „älteren“ Gläubigen – sogar verboten.
Frage an die Kirchenrechtler: Kann einem unbescholtenen Gläubigen eigentlich die Teilnahme an einer hl. Messe verboten werden? Hat diese nicht immer einen öffentlichen Charakter.
Congar hat also tatsächlich nur etwas Nebel verstreut.
MfG
Christoph Heger
Dienstag, 30. Mai 2006 09:19
Agiafortuni: Dr. Otterbeck: Yves Congar
Unter Pius XII wurden gegen Congar Massnahmen ergriffen, die durchaus in Ordnung sind, denn bei der Lektüre seiner Ekklesiologie stehen einem die Haare zu Berge selbst wenn ihm eine aussgewöhnliche Intelligenz nicht abzusprechen ist
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