Kunst
Zwei Bischöfe und ein Ehrendoktorat
Seine Arbeit setze neue Akzente für Theologen, glaubt ein ehemaliger Professor für Bildende Künste, der durch Übermalungen von Bildern bekannt wurde. Akzente setzt jetzt auch die katholische Privatuniversität Linz: mit einem Ehrendoktorat für ihn.
(kreuz.net, Linz) Der österreichische Übermaler Arnulf Rainer erhält am morgigen Donnerstag von der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz das Ehrendoktorat der Theologie.

Rainer ist in religiösen Kreisen unter anderem mit einer Reihe abstrakter Kreuzesbilder und mit seinen Bibelillustrationen bekannt geworden.

Der Name Arnulf Rainer wird aber vor allem mit Übermalungen von menschlichen Körperteilen und Porträts in Zusammenhang gebracht:

Ehrendoktorat für umstrittenen Übermaler Arnulf Rainer
Christusbild Der Österreicher Arnulf Rainer beabsichtigt mit seinen Übermalungen die Wiederherstellung des reinen Bildzustandes.Christus unter Sträuchern, 1983/84 In seinen späten Jahren interpretiert er sein künstlerisches Schaffen als Symbiose zwischen dem alten und neuen Zustand.Rote Tränen Im Jahr 1951 begann Arnulf Rainer mit den für ihn bezeichnenden Übermalungen eigener und fremder Werke. In dieser Zeit experimentierte er mit Drogen und betrieb Studien in psychiatrischen Kliniken.

„Der Künstler nähert sich seit den 1950er Jahren in den Übermalungen dem Bild an, verändert es, legt durch Übermalung Unbekanntes frei. Er will dem Bild sein Geheimnis zurückgeben, ein anderes, neues Bild – verwoben mit seinem Ursprung – entsteht, regt an genauer hinzusehen, durch das Verdecken wird gleichzeitig enthüllt, was das Auge bisher nicht wahrgenommen, gesehen hat“, wußte die Linzer Kirchenzeitung fachmännisch über die Produktionen des 76jährigen zu berichten.

Er sei ein Maler, der Theologen anrege, meint Rainer selber von sich im Gespräch mit der Kirchenzeitung der Diözese Linz:

„Theologen finden meine Arbeiten anregend, weil sie neue Akzente setzen und zu neuen Interpretationen einladen.“

Die Zusammenarbeit Rainers mit der Kirche geht auf das Jahr 1955 zurück. Damals eröffnete der Wiener Domprediger Mons. Otto Mauer die Galerie St. Stephan zur Förderung der zeitgenössischen Kunst mit einer Rainer-Ausstellung.

Im Jahr 2004 erhielt der Maler von der theologischen Fakultät in Münster ein Ehrendoktorat.

Bei der morgigen Ehrung in Linz werden gleich zwei Bischöfe anwesend sein:

Der Diözesanbischof von Graz-Seckau, Mons. Egon Kapellari, hält den Festvortrag zum Thema „Zeitgenössische Kunst als Herausforderung der Kirche“.

Der Linzer Diözesanbischof und Magnus Cancellarius der Katholisch-Theololgischen Privatuniversität Linz, Mons. Ludwig Schwarz, wird die Schlußansprache halten.
      
15 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#15   Maledica   16:25:29 | Freitag, 19. Mai 2006
@Markus-Antonius
Sie unterstellen anderen mangelndes Kunstverständnis und wissen noch nicht einmal wie Ihr Kunstgott richtig ausgeschrieben haben.
Wieder einmal so einer Ihrer unzähligen Beiträge, mit welchem Sie sich selbst disqualifizieren!!!
Redaktion benachrichtigen
#14   Markus-Antonius †   08:46:45 | Freitag, 19. Mai 2006
@sympat
Danke für die Korrektur, natürlich haben Sie recht. Aber wir wissen ja, wer gemeint war. :-$
Redaktion benachrichtigen
#13   Sympat   14:50:33 | Donnerstag, 18. Mai 2006
Markus-Antonius: Beuys
Der Gute hieß Joseph Beuys (1921 – 1986), nicht Josef Boeys. ;-)
Redaktion benachrichtigen
#12   Markus-Antonius †   11:15:25 | Donnerstag, 18. Mai 2006
@Maledica
Nur zur Info, die Fettecke war von Josef Boeys, aber egal. Bei euch hört das Kunstverständnis doch bei der gotischen Tafelmalerei auf (die ich im übrigen auch sehr schätze).
Ich bestreite ja nicht, dass im Namen der Kunst viel Müll produziert wird, allerdings kann und will ich mich nicht an der hier üblichen allgemeine Verurteilung all dessen was euren Horizont übersteigt, beteiligen.
Bevor ich mich zu einem „Kunstwerk“ äußere, schaue ich es mir wenigstens an. Aber natürlich habt ihr hochmögenden Kritiker alle bereits eine Ausstellung des in Rede stehenden Künstler besucht und könnt euch darum auch eine dezidierte Meinung bilden. Ach, da ist mir die Meinung einer Kuh zum Sonntag doch noch lieber, weil objekiver.
Redaktion benachrichtigen
#11   Maledica   10:56:09 | Donnerstag, 18. Mai 2006
@Markus-Antonius
Museen in denen Fettecken vor sich hingammeln und andere Widerwärtigkeiten- da gehe ich bestimmt nicht hinein!
Aber Sie unterstellen jedem traditionell eingestellten Menschen mit einem gesunden Kunsgeschmack von vorneherein, jemals ein Museum gesehen zu haben!
Wer Schei** produziert, der braucht sich nicht über Kritik zu wundern.
Man kann nur hoffen, daß in solche Museen möglichst wenige Menschen gehen, doch leider werden diese staatlich Subventioniert. Und der Staat unterstützt seit 68 nun viel Müll. In Österreich bekommen solche Perverslinge wie Nietsch auch noch Preise!
In Mainz wundert sich das Staatstheater, daß keiner kommt. Anstatt den Intendanten zu feuern wird demonstriert.
Den Freischütz ohne Bühnenbild nur mit Lichteffekten und Selbstverwirklichungsschwachsinn wo die Darsteller Augen auf den Augen haben will nun wirklich keiner sehen- wenigstens kann man da die Musik nicht kaputt machen.
Nur komisch daß bei klassischen Inszenierungen die Häuser voll sind, doch die Pseudokünstler wollen sich weiter selbstverwirklichen und ihren Mist den Menschen aufzwingen.
Das ist wahrlich entartete Kunst!
Redaktion benachrichtigen
#10   Markus-Antonius †   08:16:39 | Donnerstag, 18. Mai 2006
Na und?
Was besagt das jetzt?
Hier reden Leute von Kunstkritik die wahrscheinlich in ihrem Leben noch kein Museum von innen gesehen haben. :-( (Tradis eben).
Redaktion benachrichtigen
#9   Sulpicius   16:53:37 | Mittwoch, 17. Mai 2006
@Markus-Antonius
Der Begriff der „Entartung“ stammt übrigens von dem Juden und Zionisten Max Nordau (1849-1923).
Redaktion benachrichtigen
#8   stat crux   16:12:20 | Mittwoch, 17. Mai 2006
Mit Ehrendoktoraten
erweist sich regelmäßig der Verleiher „Ehre“ und die Beliehenen sammeln dann gleich mehrere. Ich weiß nicht, wer sich in Linz damit ehren wollte (und gegen wen).
Redaktion benachrichtigen
#7   stat crux   16:07:47 | Mittwoch, 17. Mai 2006
Das ist ja gerade das Verdächtige
am Integralismus: Es gibt nicht nur 1 Katechismus, auch 1 Politik, 1 Kunst, 1 Architektur: Alles „Übernatur“. Also entwertet der Integralismus die Übernatur ebenso wie es der Modernismus tat.
Gewänder, Zeremonien, Choräle: Alles göttlichen Rechts?
Redaktion benachrichtigen
#6   Benedikt   16:02:54 | Mittwoch, 17. Mai 2006
@ Markus
Jo, und deshalb ist heute jegliche Art der Kunstkritik verboten, nicht wahr? Lesen Sie mal Kunstkritiken aus dem 19. Jh., da gibts sogar Anekdotensammlungen. Da geht es wesentlich deftiger zu. Wer mit Kunsst bloß provozieren will, der darf sich halt über Reaktionen nicht wundern.
Redaktion benachrichtigen
#5   Markus-Antonius †   15:56:45 | Mittwoch, 17. Mai 2006
Vor noch nicht allzulanger Zeit
sprach man von „entarteter Kunst“. Mich würde es nicht wundern solche Ausdrucksweisen hier wiederzufinden, neben all den vielen pöbelhaften Stammtischparolen.
Redaktion benachrichtigen
#4   Brandenburgis   15:37:57 | Mittwoch, 17. Mai 2006
Übermaler
Abartiger und widerlicher Dreck!
Redaktion benachrichtigen
#3   Sulpicius   15:32:54 | Mittwoch, 17. Mai 2006
Eine kranke Theologie gebiert…
… eine kranke Kunst.
Redaktion benachrichtigen
#2   Markus-Antonius †   15:25:50 | Mittwoch, 17. Mai 2006
Nein wirklich?
Na, das glaube ich Ihnen aber auf’s Wort. Passt doch auch irgendwie viel besser zu Ihnen.
Redaktion benachrichtigen
#1   Sulpicius   15:10:44 | Mittwoch, 17. Mai 2006
Da gab es doch mal eine begabte…
… Affin, die malte. Deren Bilder fand ich gelungener.
Redaktion benachrichtigen
Weiterlesen:
KulturKatholisch-konservative Kassenschlager KulturWas ist der einzige Unterschied zwischen Pornografie und moderner Kunst? KulturSchweizer Provinzkünstlerin von der Kirche verkannt KulturKatholische Kunst? KulturDem Teufel und all seinen Werken KulturBischöfliche Briefmarken KulturRückwärtsgewandte Moderne KulturSchon einmal auf Lateinisch gefrühstückt? KulturSplitternackte Wahrheit KulturZiemlich kahl – aber geht mit der Zeit KulturDer Dom zu Speyer ist für das Christkind gerüstet KulturVolle Schatzhäuser trotz leerer Kassen?
RSS Feed  •  News Ticker  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net