Ernennungen
Das Warten auf den neuen Erzbischof von Neapel
Bei der Ernennung des neuen Oberhirten der süditalienischen Metropole muß der Vatikan verschiedene Faktoren berücksichtigen.
(kreuz.net) Schon länger glaubt die italienische Presse, daß Benedikt XVI. den Präfekten der Missions- kongregation, Crescenzio Kardinal Sepe (63), zum neuen Erzbischof von Neapel ernennen wird.

Wegen seiner Machtfülle über viele Diözesen der Dritten Welt wird der Präfekt der Missionskongregation in Rom auch „roter Papst“ genannt.

Der Abstieg von Kardinal Sepe nach Neapel könnte einem neuen Missionspräfekten aus Asien oder Lateinamerika den Weg an die Römische Kurie bahnen.

Schon seit längerem wird im Vatikan gemunkelt, daß Kardinal Sepe dem Papst wegen seiner oberflächlichen theologischen Positionen nicht besonders genehm ist.

Im Jahr 2000 amtete der damalige Erzbischof Sepe als Sekretär des Zentralkommitees für das Große Jubiläum des Jahres 2000. Dabei organisierte er Feierlichkeiten, die nicht nur für Kirchenleute manchmal etwas zu sehr rauschten.

Dennoch war Papst Johannes Paul II. begeistert – der damalige Präfekt der Glaubenskongregation vielleicht etwas weniger.

Zusätzlich zum angekündigten Programm wurde damals sogar ein „Jubiläum für Modeschöpfer“ veranstaltet. Hinter dem umstrittenen Event stand der Journalist Alberto Michelini und ein Priester – beide aus dem Dunstkreis des Opus Dei.

Nach dem Heiligen Jahr hätte sich Erzbischof Sepe gewünscht, zum Präsidenten eines aufgestockten Päpstlichen Rates für die Massenmedien ernannt zu werden. Dieses Ansinnen wußten die Jesuiten zu verhindern.

In Neapel würde Kardinal Sepe zwei Aufgaben gegenüberstehen: der Glaubensverkündigung in einer stark heruntergekommenen Stadt und der Verwaltung des großen Immobilienbesitzes der Diözese.

Der Kardinal wäre mit seinem Organisationstalent durchaus in der Lage, diese Aufgaben zu lösen.

Er müßte sich dazu allerdings mit glaubwürdigen Finanzberatern umgeben und vor allem Familienkontakte hinter sich lassen, die den gegenwärtigen Erzbischof von Neapel, Michele Kardinal Giordano, so viel Ärger eingetragen haben.

Als möglicher Gegenkandidat für das Amt des Erzbischofs von Neapel gilt der bekannte Dogmatiker und Bischof von Chieti-Vasto, Mons. Bruno Forte.

Ihm ist Kardinal Sepe jedoch eine Nasenlänge voraus.

Denn der Kardinal und sein Umfeld haben sich nie mit jenen Teilen der neapolitanischen Christdemokraten kompromittiert, die heute völlig inakzeptabel sind.

Das kann man von einigen Mitgliedern der Familie von Bischof Forte nicht sagen. Diese haben sich offenbar zu sehr in die christdemokratische Höhle vorgewagt.

In Süditalien ist die Familie immer noch ein gewichtiger Faktor, der auch bei der Wahl eines Bischofs berücksichtigt werden muß.

Es ist anzunehmen, daß der Vatikan sich bemühen wird, in Neapel Schwierigkeiten zu vermeiden, wie sie sich aus dem familiären Umfeld des gegenwärtigen Erzbischofs von Neapel ergeben haben.
      
5 Lesermeinungen
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#5   Petrus Radii   18:09:01 | Freitag, 19. Mai 2006
@ Bernardin
habe mich geirrt! Meinte, daß der Homo-Kardinal Bernardin schon längst gestorben sei! Allerdings ist Ihre Kritik unsachlich. Ich glaube, daß Sie die Begründung meiner Aussage beides bei Sandro Magister auf seine Webseite, „Chiesa“, und sogar vielleicht in älteren Artikeln in Kreuz.net, als auch in vielen anderen Artikeln im Internetz, lesen können.
Also, bitte, nicht so halb-holperig!
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#4   Bernardin †   21:21:14 | Donnerstag, 18. Mai 2006
ja petrus radii…
… weiss bescheid, er hat mit besagtem Bischof schon…und er hat ihm alles anvertraut! ^-^
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#3   Daniela †   21:08:31 | Donnerstag, 18. Mai 2006
@Gotthard
Zur Ergänzung möchte ich noch die Frage hinzufügen, woher kreuz.net weiß, dass der Papst als oberste kirchliche Autorität, die von niemandem gerichtet werden kann, den Einfluss einer bestimmten süditalienischen Familie berücksichtigen „muss“.
Vermutlich wieder mal eine der vielen Fragen, auf die die anonymen Schreiberlinge von kreuz.net nicht antworten werden…
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#2   Petrus Radii   20:19:14 | Donnerstag, 18. Mai 2006
Weder-noch
Allerdings ist der Bischof Forte für seine unkatholische Theologie ziemlich bekannt.
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#1   Gotthard   16:46:46 | Donnerstag, 18. Mai 2006
Bischofswahl
Welches Gremium wählt denn den neuen Erzbischof, vor dem sich die Kandidaten vorstellen und einen Wahlkampf führen?
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