Die Glaubenskongregation soll dem Gründer der blühenden Ordensgemeinschaft der Legionäre Christi, Pater Marcial Maciel Degollado, verboten haben, seinen priesterlichen Dienst öffentlich auszuüben.
(kreuz.net, Vatikan) Die Restriktionen gegen Pater Maciel (86) betreffen sowohl öffentliche Messen als
auch Vorträge und Interviews in Zeitung und Rundfunk.
Das berichtete der Vatikanist der US-Wochenzeitung
‘National Catholic Reporter’, John Allen, heute Donnerstag in einer Eilmeldung.
Allen bezog sich auf
ungenannte vatikanische Quellen. Angeblich will der Vatikan in Kürze eine Stellungnahme abgeben.
Man
sei zum Schluß gekommen, daß der langjährig gehegte Verdacht der Unzucht mit Untergebenen gut begründet
sei – weiß Allen: „Die Einschränkungen wurden von Papst Benedikt XVI. bestätigt.“
Pater Maciel wird
von ehemaligen Mitgliedern der von ihm gegründeten Ordensgemeinschaft beschuldigt, sie sexuell mißbraucht
zu haben. Einige der Ankläger sind katholische Priester. Die Anschuldigungen reichen zum Teil bis in
die fünfziger Jahre zurück. Auch von Drogenmißbrauch war die Rede.
Die letzten Anklagen wurden erst
im Jahr 2004 vorgebracht und brachten den seit den späten 90er Jahren stockenden Fall ins Rollen. Die
Glaubenskongregation soll die Untersuchungen gegen Pater Maciel Ende 2005 abgeschlossen haben.
Anfang
diesen Jahres wurden die Kardinäle, die Mitglieder der Glaubenskongregation sind, mit der Durchsicht
der Akten betraut. Die gesammelten Dokumente umfassen die Anschuldigungen von 20 Anklägern.
Die Entscheidung,
das öffentliche Wirken Pater Maciels einzuschränken, soll bereits in der Fastenzeit gefallen sein.
Ein an der Glaubenskongregation beschäftigter Kardinal erklärte gegenüber Allen, daß das Anklagematerial
seiner Meinung nach wenig Zweifel an der Stichhaltigkeit der Vorwürfe lasse.
Allerdings stellte der
Kardinal die Zurechnungsfähigkeit von Pater Maciel in Frage: „Es ist weniger klar, wieweit Pater Maciel
verstand, was er getan hat.“
Allens Quellen betonen ausdrücklich, daß das Vorgehen gegen Pater Maciel
keinesfalls als Anklageschrift gegen die Legionäre Christi oder die Laienbewegung ‘Regnum Christi’ gelesen
werden dürfe.
Ein Sprecher der Legionäre erklärte auf Anfrage: „Wir haben nichts zu sagen. Wir wissen
nichts.“
Im April 2002 dementierte Pater Maciel die Vorwürfe: „Vor Gott und mit vollkommener Reinheit
des Gewissens kann ich kategorisch erklären, daß die Anschuldigungen gegen mich falsch sind.“
Die Legionäre
Christi betreiben eine eigene Homepage, um die Anklagepunkte zu entkräften.
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27 Lesermeinungen
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Wiener >> …warum auch Nichtkatholiken beim Opus Dei Mitglied werden können? > das ist mir neu – stimmt
das so? Nein, nicht ganz. Nichtkatholiken können beim Opus Dei Mitarbeiter werden und die Bildungsarbeit
in irgendeiner Weise unterstützen. Mitglied werden können aber nur Katholiken.
Cyprian: Konservative Die Behauptung der Verteidigung ohne hinreichende Faktenkenntnis durch Konservative
ist eine üble und infame Unterstellung, der Gipfel der Ignoranz und Wirklichkeitsfremdheit. Unbefangen,
vorurteilslos und sachorientiert an die Dinge heranzugehen ist doch gerade ein Hauptmerkmal konservativen
Handelns! Reden und Handeln ohne ausreichende Faktenkenntnis ist vielmehr gängige Praxis von Progressiven
und Reaktionären gleichermaßen, weil sie ideologischer Durchseuchung leichtest zugänglich sind. Und
es sind gerade die Ideologen, die keine Wahrheiten mitteilen, sondern nur Wirkung erzielen wollen. Höchste
Wirklichkeit haben z. B. für die 68er ausschließlich die eigenen Wünsche!
@Wiener Werter Wiener, leider zeigt Deine Frage einen deutlichen Mißstand, der bei vielen konservativen
Katholiken vorliegt: man verteidigt nämlich etwas bzw. jemanden ohne über eine hinreichende Faktenkenntnis
zu verfügen. Daß beim Opus Dei auch Nichtkatholiken Mitglied werden dürfen, ist kein Geheimwissen,
sondern etwas, was jeder wissen kann, der sich mit dem Opus Dei beschäftigt. Wenn ich mich richtig erinnere,
führt Dominique Le Tourneau das in ihrem Buch (Christiana-Verlag) auch aus. Wenn Du mir nicht glaubst,
empfehle ich Dir, Bücher des „Werkes“ zu lesen oder dort selbst, evtl. per Mail, nachzufragen. Man wird
Dir sicher eine wahrheitsgemäße Antwort geben. Interessant ist auch, daß man sich intern beim Opus
Dei so elitär gibt und sich nicht zu den „neuen geistlichen Gemeinschaften“ zählt, aber nach außen
hin schon. Vielen Verantwortlichen des „Werkes“ ist durchaus bewußt, welchen schlechten Ruf die neukatholischen
Gemeinschaften bei frommen Katholiken haben, die „mitdenken“. Gottes Segen wünscht Cyprian
@Schüttel Dass er Lourdes und Fatima mit einer angeblichen Erscheinung, die nicht anerkannt ist, in einem
Atemzuge nennt, reizt mich schon wieder zum Kopfschütteln. Wenn mich „verholzte Enge“ auszeichnete, hätte
er und ich eine fundamentale Gemeinsamkeit, da seine Beiträge in puncto St. Blödsinn hinsichtlich seiner
selbst solche Enge deutlich dokumentieren, auf deren Grundlage wir uns gewiss blendend verstehen müssten.
Das ist aber offenbar nicht gerade der Fall und berechtigt zum Umkehrschluss.
@ cyprian kurze (und ehrliche) frage: Was glaubst Du, warum auch Nichtkatholiken beim Opus Dei Mitglied
werden können? das ist mir neu – stimmt das so? würde mich über eine antwort freuen!
tridentinus das ist ja fein und wunderbar,dass sie hans urs v balthasar,einen mann,der so klug war,dass
ich mit 10 prozent schon zufrieden wäre,posthum so in die schranken weisen; ein wirklich epochaler beitrag.
Turk – P. Maciel Eine Lösung auf dem Verwaltungswege mit entsprechenden Sanktionen riecht immer mehr
oder weniger stark nach Willkürjustiz. Ein absolut sicheres Verfahren zur Wahrheitsfindung gibt es zwar
nicht. Doch am zuverlässigsten ist immer noch ein ordentliches Gerichtsverfahren, in dem Ankläger und
Beschuldigter Auge in Auge gegenüber stehen. Warum ein rechtzeitiges ordentliches Gerichtsverfahren unterlassen
wurde, ist leider nicht bekannt. Heute ist es wohl wegen des altersbedingten Gesundheitszustandes von
P. Maciel zu spät.
@hlux – konvergente Entwicklung Die Legionäre Christi, das Regnum Christi, das Opus Dei und die Charismatiker
haben folgendes gemeinsam: sie gehören zu den neukatholischen Gemeinschaften und Bewegungen, die gerade
an der Transformationen der religiös-praktizierenden Katholiken arbeiten. Ihr Ziel ist die konvergente
Entwicklung der Religionen, wie etwa bei beim Opus Mariae (vulgo: Fokolare-Bewegung) wohl am deutlichsten
zum Ausdruck kommt. Was glaubst Du, warum auch Nichtkatholiken beim Opus Dei Mitglied werden können?
Übrigens sagt man nur im Umfeld der Piusbruderschaft Charismatismus, wer sich ernsthafte mit dieser Weltanschauung
befaßt, weiß, daß es richtigerweise Charismatik heißt. Cyprian
Gut für die Glaubwürdigkeit der Kirche Die Entscheidung und Veröffentlichung seitens des Heiligen Stuhles
www.kreuz.net/article.3228.html sind verantwortungsvoll und dienen der Glaubwürdigkeit der Kirche. Es
ist zu hoffen, daß auch in Zukunft dieser Weg in allen Skandalfällen weitergegangen wird. Alle Diözesanbischöfe
mögen sich daher bei der präzisen Untersuchung qualifizierter Vorwürfe an das Beispiel des Heiligen
Stuhles halten.
Konsequent Die Dinge standen ja schon länger im Raum, die Konsequenzen, die Rom zieht, überraschen daher
nicht. Es ist gut, daß hier nichts unter den Teppich gekehrt wird, ebenso gut ist es, daß LC und RC
nicht unter das Verdikt fallen sollen. Am angebrachtesten scheint mir das Gebet zu sein, daß die guten
Katholiken, die in LC und RC beheimatet sind, keinen Schaden an ihrem Glauben nehmen und gut weiterwirken
können.
@Tridentinus Deine verholzte Enge ist nicht gerade eine Empfehlung. Was erzählst Du da für Kuriositäten.
Es geht bei Adrienne von Speyr vor allem um charismatische und theologisch geprüfte Schriftauslegung –
etwaige Wunder muss niemand glauben. Es muss ja auch nicht die Erscheinung von Lourdes, Fatima oder Medjugorje
geglaubt werden. Aber das Gericht Gottes ist unerbittlich und beginnt im eigenen Haus!
Mag dieser Fall… …und dieser Missbrauch, wenn endgültig bewiesen, schwer sündig und kriminell sein,
das heisst nicht, dass man einfach gegen die Legion Christi an sich hetzen darf. Man soll nicht ständig
Essig hervorspucken. Die Legionäre Christi wurden bereits 1941 vom gleichen Hw. Marcial in Mexico gegründet
und vom Hl. Stuhl approbiert. Charismatismus gibt es da nicht. Probleme sind nur auch die des Opus Dei,
wenn auch bei den Legionären in wenigerem Masse: 1) sanfte Zwang, 2) Elitegruppengefühl, 3) Nachdruck
auf Produktion und Aufgang zur Macht in der Kirche. Dennoch muss auch ich, als römisch-katholischer „Anhänger“
Erzbischof Marcel Lefebvres und der Priesterbruderschaft St. Pius X., benachdrucken, wie viele gutgesinnte,
traditionsverbundene, Katholische Laien und Seminaristen es bei den Legionnären Christi gibt. Trotz allem.
Nur ist Schade, dass man seit 1969 völlig die neue Liturgie angenommen hat, sowie die Nouvelle Théologie
von Rahner, Congar, Chenu, von der gerade die Gründer der LC wissen, dass diese verurteilt wurde von
Pius XII. (und mehrfach). Hoffentlich siegt die Gerechtigkeit. Für die LC, P. Marcial, und unsere gesamte
hl. römische Kirche.
@Schüttel Sollte das letzte, von Ihnen gewählte und eigens betonte Beispiel theologisch fundierten Charismatismus
nur zum Kopfschütteln oder zum herzhaften Lachen reizen. Dieses ist nämlich bestenfalls ein Beweis,
daß auch gebildete Männer sich blenden lassen. Oder fahren auch Sie ohne Benzin, einzig in der Kraft
des heiligen Geistes, Auto bzw. lassen sich in kalten Winternächten Holz vom hl. Ignatius persönlich
bringen? Auch theologisch kann man von Hans Urs v. Balthasar teils sehr begründet abweichen. Wer aber
solchen Schwachsinn tatsächlich glaubt und auch noch für authentische Charismen hält, erweist sich
hierin eher als Hanswurst v. Balthasar.
@sulpicius ja, es gibt theologisch fundierten Charismatismus natürlich bei den grossen Mystikern und
Heiligen der Kirche: Hildegard von Bingen, Katherina von Siena, Teresa von Avila, Johannes vom Kreuz,
Ludwig Maria Grignion von Monfort, Alfons von Liguori, Therese von Lisieux, Elisabeth von Dijon, Adrienne
von Speyr (hier besonders ausgeprägt durch die theologische Begleitung durch Hans Urs von Balthasar).
@Schüttel Ich wüsste nicht, dass die Legionäre Christi, Regnum Christi oder das Opus Dei irgendetwas
mit der Charismatischen Erneuerung zu tun hätten. Die Prägung ist doch eine komplett andere. Wo sehen
Sie denn da die Zusammenhänge?
Der Charismatismus ohne theologische Basis führt sich ad absurdum. Siehe nun Legionäre Christi, was
immer daran stimmen mag. Gerade diese Herrschaften organisieren Kurse über Exorzismen. Auch Opus Dei
ist ziemlich am Ende. Siehe FAZ vom 18.Mai (Christian Geyer, Ex-Mitglied).
Spekulationen Ein Sprecher der Legionäre erklärte auf Anfrage: „Wir haben nichts zu sagen. Wir wissen
nichts.“ Warum kann sich dieses Forum nicht mal daran halten, nichts zu schreiben, wenn nichts klar ist.
Diese dauernden Spekulationen um noch ungelegte Eier … es ist widerlich.
Unsinn Ich denke, dass diese Beschuldigungen einfach falsch sind. Beweisen kann ich es nicht, aber ich
bin fest davon überzeugt. „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“, sagt doch Jesus. Und die Früchte
der Legionäre Christi sind wirklich reich. Matthias
@Bernadin Reden Sie doch keinen Stuß! Wenn die Dinge tatsächlich vorgefallen sind und es sieht danach
aus, dann gehört der Mann weg vom Fenster. Besser gestern als heute! Da gibt es nichts zu deuteln.
#6 Bernardin † 21:13:23 | Donnerstag, 18. Mai 2006
DANIELA: unverbesserliche optimistin! Nein, da kommt nichts! Es hat ihnen doch tatsächlich die Sprache
verschlagen, die Hetzer vom Dienst sind sprach-los! DEO GRATIAS! Oder ob sie vielleicht noch überlegen,
ob Bischof Algermissen, Kardinal Lehmann, Bischof Kamphaus die ganze Misere zu verantworten haben?
#4 Bernardin † 20:56:17 | Donnerstag, 18. Mai 2006
SPRACHLOS? Böswillige und alleswissende Schnellschreiber kennen keine Zeit. Sie freuen sich über jede
Sekunde, in der sie ihr Gift verspritzen können! Was hätten sie in 10 Minuten schon alles geschrieben,
wenn es um HOMOSEXUALITAET gehen würde oder um Liturgiereform!!!! Hopphopp, ich bin gespannt was da kommt…
Was soll man denn dazu sagen? Ist doch sehr verdienstvoll von Kreuz.net, daß hier der Besen geschwungen
wird. Ist doch ganz was anderes, als die ewige Gesundbeterei. Allerdings scheint mir noch nicht alles
gesagt zu sein. Handelt es sich bei der Unzucht mit Untergebenen um tantrische Rosenkreuzerrituale? Erfordert
die sensible Wirksamkeit solcher Rituale, welche nach Ansicht von Malachi Martin die Kirche durch Frankenchurch
besetzen, daß deswegen bei den öffentlichen Auftritten von Johannes Paul keine Exorzisten zugegen sein
durften, wie Don Gabriele Amorth sich beklagte? Könnten Exorzismen jenes dunkle Gestirn, welches sich
sich vor die Kirche schiebt (La Salette: l’Eglise sera eclipsée), diese Verdunklung beseitigen?