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Samstag, 20. Mai 2006 08:49
kreuzmeldungen
Der Papst kritisiert + Vollkommene Entmutigung + Propagierung einer Sünde + Schwarzgeld im Vatikan? + Der Film versucht, selber Kloster zu werden
Der Papst kritisiert

Indien. Bei einer Audienz für den neuen indischen Botschafter beim Heiligen Stuhl kritisierte Papst Benedikt XVI. die indische Regierung wegen beunruhigender Zeichen religiöser Intoleranz im Land. Der Heilige Vater bezog sich auf Anti-Konversionsgesetze, die in mehreren Bundesstaaten geplant sind. Diese seien verfassungswidrig und würden den Idealen der indischen Gründerväter widersprechen: „Die Zukunft der großen indischen Demokratie beruht auf dem Respekt vor der Religionsfreiheit seiner Bürger.“

Vollkommene Entmutigung

Das US-Magazin ‘Time’ bezeichnete die vatikanische Erklärung zur Person des Gründers der Legionäre Christi als „vollkommene Entmutigung“. „Es ist, als ob man den Franziskanern sagen würde, sie dürften nicht über den Heiligen Franziskus sprechen oder den Missionarinnen der Nächstenliebe, daß Mutter Teresa eine Mörderin war.“

Propagierung einer Sünde

Rußland. Der Bürgermeister von Moskau, Juri Luzhkov, bleibt in seiner Entscheidung standhaft, eine für Mai geplante Homo-Parade in der russischen Hauptstadt zu untersagen. Dafür erntete er Anfang der Woche heftige Kritik vom Europarat. Dieser ist der Meinung, daß die Untersagung einer Homo-Parade gegen Menschenrechte und fundamentale Freiheiten verstoße. Der Jüdische Kongreß Rußlands begrüßt die Entscheidung des Bürgermeisters: „Eine derartige Parade ist keine Demonstration sondern die Propagierung einer Sünde.“

Schwarzgeld im Vatikan?

Vatikan. Die italienische Fußballmannschaft Juventus Turin steht vor schweren Manipulationsvorwürfen. Es ist von bestochenen Schiedsrichtern, fingierten Spielen und von Gefälligkeiten für Minister die Rede. Auch der Vatikan bleibt von den Ermittlungen nicht verschont. Dutzende Millionen Euro aus mysteriösen Transfergeschäften sollen laut italienischen Zeitungsberichten auf Geheimkonten in der Vatikanbank deponiert worden sein.

Der Film versucht, selber Kloster zu werden

„Eine stumme Meditation. Zum Film gehören nur wenige Worte. Und dann sind es liturgische Texte, die den meisten Menschen fremd sind. Kino ist ein schwarzer, leerer und stiller Raum. In diesen leeren Raum kann ich als Regisseur einen Rhythmus, Bilder oder Töne hineinsetzen und damit den Zuschauer auch physisch auf eine Reise mitnehmen. Dieser Film schafft sich seinen Raum in der Seele des Zuschauers, um ihm ein Gefühl für seine eigene Gegenwart zu vermitteln. Es geht nicht um Information und Erklärung. Ganz im Gegenteil: Der Film versucht, selber Kloster zu werden. Das ist viel wertvoller.“

Phillip Gröning, der Regisseur von ‘Die große Stille’ Mitte November vor der katholischen Zeitung ‘Tagespost’. Die Österreich-Premiere des Streifens findet am 9. Juni im Wiener Gartenbaukino statt. Aus Anlaß der ‘Langen Nacht der Kirchen’ der Erzdiözese Wien, die am selben Tag durchgeführt wird, kann der Kinofilm um 17.00 Uhr und um 21.30 Uhr auch im Refektorium des Wiener Franziskanerklosters gesehen werden.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 17 Lesermeinungen:
Sonntag, 21. Mai 2006 02:16
Benedikt: @ Deusexmachina
Damit ist der Vergleich dann also geplatzt

In dem Vergleich ging es darum, ob man sich „woanders“ einmischen darf. Darauf bezieht sich Ihre – teils unverständlich formulierte – Gegenrede in keinem Punkt.

Man erklärt sich schlankweg und ungefragt für zuständig für Leute, die sich das geflissentlich verbitten.

Es gibt
a) keine Zuständigkeitserklärung für irgendetwas
b) zwingt kein Mensch einen Nicht-Gläubigen, dem Beachtung zu schenken. Dass es dennoch geschieht ist allein deren Problem. Dass diese Leute darauf angewiesen sind, dass alle Menschen dieser Welt ihrer Meinung sein müsse ist genauso deren Problem. Der vielbschworene „gay pride“ kann unter diesen Voraussetzungen nur als Phantom bezeichnet werden.

Ich kann mich nicht entsinnen, Katholiken je in die Ausübung ihres Glaubens gepfuscht zu haben

Sie geben doch hier ganz genauso zum Besten, was Sie vom kath. Glauben halten. Ihnen geht jedes Minimum an Selbstreflektion ab.

WO war doch gleich das Geschrei groß, als man auch nur einen gemeinsamen GOTTESDIENST mit Muslims feierte?

Ich wüsste auch nicht, was solche Veranstaltungen bringen sollten.
Samstag, 20. Mai 2006 19:34
deusexmachina: Ja, Benedikt…
…wenn Sie nicht einmal ein kleines Wortspiel („betroffen“) einfach ‘mal schlucken können?

Zu Ihrem unpassenden Lukaschenko-Vergleich: Soweit ich das sehe, akzeptieren die Verhafteten sehr gerne genau DIE demokratische Gesinnung, die diese Proteste zum Ausdruck bringt – und Lukaschenko selbst BEHAUPTET, Demokrat zu sein. Damit ist der Vergleich dann also geplatzt, denn ob die HS katholisch sind oder nicht oder sein wollen, interessiert doch hier bestenfalls marginal. Man erklärt sich schlankweg und ungefragt für zuständig für Leute, die sich das geflissentlich verbitten.

Ich kann mich nicht entsinnen, Katholiken je in die Ausübung ihres Glaubens gepfuscht zu haben oder nach entsprechenden Verordnungen zu plärren. Es ist mir *so* egal, was Sie untereinander veranstalten – ich wünschte, den Homophoben hier wären die HS ‘mal genauso egal. Aber exakt das ist eben NICHT der Fall.

Im übrigen fühle ich mich von den Aussagen (MANCHER) Katholiken gegenüber Homosexuellen so betroffen wie von Aussagen des KKK Schwarzen gegenüber – und Sie werden lachen, ich bin mindestens so blass wie Sie.

Und in Sachen Schariah – WO war doch gleich das Geschrei groß, als man auch nur einen gemeinsamen GOTTESDIENST mit Muslims feierte? Hm? Na? Tip: Sie brauchen nur ein paar Seiten nach hinten zu blättern. Mag ja sein, dass SIE persönlich sich daran nicht beteiligen – fragt sich, warum SIE sich dann angegriffen fühlen? Oder ist das reine Gruppendynamik, obwohl ich stets „MANCHE“ Katholiken betone?
Samstag, 20. Mai 2006 19:04
Sulpicius: Deusexmachina…
… ist der klassische Typ des Wesens, das „non serviam“ spricht.
Samstag, 20. Mai 2006 18:42
Benedikt: @ deusexmachina
Ich bin insofern tatsächlich betroffen, weil es mich buchstäblich „betroffen“ macht,

Sie sind betroffen, weil es sie betroffen macht, aha.

Machen Sie UNTEREINANDER, was Sie wollen, aber Sie haben schlicht die Kompetenz nicht, andere Menschen nach IHREN Regeln, denen DIESE nicht unterliegen, abzuurteilen.

Das entlockt mir doch ein Grinsen. Dieses Recht, was Sie uns hier bestreiten wollen nimmt sich die ganze Welt. Warum verurteilt die EU Lukaschenko wegen Verhaftungen? Er hat das Recht dazu, oder? Darf man da jetzt also nichts mehr sagen? Und: Auch Sie beurteilen die Katholiken hier nach Ihren Maßstäben. Also hören Sie mit so einem Unsinn auf. Die Beurteilung des Umfeldes durch den Menschen ist etwas ganz normales. Wenn sich ein nicht-katholischer Homosexueller von den Auffassungen der Kirche zu HS betroffen fühlt, dann lässt das einiges auf sein (fehlendes) Selbstbewusstsein schließen.

Sonst untersuchen wir ‘mal katholische Veranstaltungen nach den Maßstäben der Schariah – gleiches Recht für alle. Hätten Sie aber irgendwie nicht so gerne, gell?

Wieso? Das ist mir einfach egal. Warum sollte ich mich dafür interessieren, dass irgendein Großmufti meint, die Hölle wäre mir sicher? Das juckt mich nicht im geringsten. Wenn Sie sich davon angesprochen fühlen ist das allein Ihr Problem. Es könnte natürlich auch sein, dass es in Ihrem Unterbewusstsein mit Ihrem Agnostizismus nicht weit her ist.
Samstag, 20. Mai 2006 18:08
deusexmachina: @Benedikt
Ich bin insofern tatsächlich betroffen, weil es mich buchstäblich „betroffen“ macht, wenn religiöse Kreise ihre persönlichen Vorstellungen auf jene auszudehnen trachten, die bereits die Basis dieser Vorschriften, nämlich den Gottesglauben „so und nicht anders“ teilen. Das ist, also ob Guatemala in die russische Gesetzgebung hineinwurschteln würde. Machen Sie UNTEREINANDER, was Sie wollen, aber Sie haben schlicht die Kompetenz nicht, andere Menschen nach IHREN Regeln, denen DIESE nicht unterliegen, abzuurteilen. Keine Kompetenz, kein Mandat. Wer gerne katholisch beurteilt werden möchte, kann das jederzeit qua Taufe in die Wege leiten.

Sonst untersuchen wir ‘mal katholische Veranstaltungen nach den Maßstäben der Schariah – gleiches Recht für alle. Hätten Sie aber irgendwie nicht so gerne, gell?
Samstag, 20. Mai 2006 17:53
Benedikt: @ deusexmachina
Und was interessiert Nichtkatholiken, was nach katholischer Auffassung und exklusiv für Katholiken verbindlich angeblich eine „Sünde“ ist?

Das kapiere ich auch nicht. Sagen SIE es mir doch, Sie sind ja offenbar selber betroffen.
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