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Montag, 22. Mai 2006 13:15
„Ein jämmerlicher Amtsmißbrauch“
Ein bekannter ehemaliger Priester der Piusbruderschaft ist kürzlich in einen öffentlichen Konflikt mit seinem neuen Diözesanbischof getreten.
Rechts: Pater Paul Aulagnier
Rechts: Pater Paul Aulagnier
(kreuz.net) Ein langjähriger Distriktobere der Piusbruderschaft in Frankreich, Hw. Paul Aulagnier, hat seinem kirchlichen Oberen – dem Erzbischof von Clermont Ferrand – den Fehdehandschuh hingeworfen.

Nach seiner Priesterweihe im Oktober 1971 durch Erzbischof Marcel Lefebvre – die Piusbruderschaft war noch kirchlich anerkannt – wirkte der Pater jahrelang als rechte Hand des Erzbischofs und war 18 Jahre lang Oberer der Bruderschaft in Frankreich.

Doch im Jahr 2002 unterstützte er die Vereinbarung des Bischofs der altrituellen Diözese von Campos in Brasilien, Mons. Licínio Rangel († 2002), mit dem Vatikan.

Bischof Hippolyte Simon von Clermont Ferrand
Bischof Hippolyte Simon von Clermont Ferrand
Deshalb wurde Hw. Aulagnier im Oktober 2003 aus der Piusbruderschaft ausgeschlossen.

Mit Unterstützung des Präsidenten der Kommission ‘Ecclesia Dei’ – Dario Kardinal Castrillon Hoyos – kehrte er in sein Heimatbistum Clermont Ferrand zurück.

Rom hätte es gerne gesehen, daß dem Pater dort eine Personalpfarrei anvertraut worden wäre, doch die Pläne scheiterten am örtlichen Erzbischof, Mons. Hippolyte Simon.

Immerhin erhielt Hw. Aulagnier vom Erzbischof das Zelebret – die Zelebrationserlaubnis – für die Alte Messe.

Doch am Dienstag wandte sich der Priester auf seiner Homepage mit einer scharfen Stellungnahme gegen Erzbischof Simon.

Der Grund: das eingeschränkte Regime, dem er bei der Zelebration der Alten Messe unterworfen ist.

Der Erzbischof von Clermont Ferrand habe von Anfang an gefordert – so Hw. Aulagnier –, daß er die Alte Messe in der Pfarrkirche seiner Wohngemeinde nur im engsten Familienkreis oder im Beisein weniger Freunde zelebriere.

Ihm sei auch freigestellt worden, die Messe alleine im nahegelegenen altrituellen Benediktinerkloster Randol zu lesen.

„Optimistisch kümmerte ich mich nicht besonders um diese Bestimmung und dachte mir, daß sich die Dinge mit der Zeit einrenken würden“ – erklärt Hw. Aulagnier in seiner Stellungnahme.

Doch der Erzbischof beharrte weiterhin darauf, daß Hw. Aulagnier nur das Recht zu einer „privaten“ Zelebration der Messe besitze.

Der Geistliche blieb zuversichtlich: „Ich glaubte weiterhin, daß sich die Dinge in dieser liturgischen Angelegenheit schließlich einrenken würden, umso mehr als Benedikt XVI. vom Konklave gewählt wurde.“

Auf seinem Zelebret – das ein offizielles Dokument „ad usum publicum“ sei – stehe schließlich nirgends, daß er die Messe nur privat zelebrieren dürfe.

Die Dinge schienen sich positiv zu entwickeln. Denn am 22. Februar 2005 wurde das Zelebret für ein weiteres Jahr erneuert. Dieses Mal wurde es nur noch vom Kanzler des Erzbistums unterzeichnet.

Hw. Aulagnier verstand das als ein Zeichen der Normalisierung.

Als das Verfalldatum dieses Zelebret am 22. Februar 2006 heranrückte, bat Hw. Aulagnier die Kurie erneut um eine Verlängerung. Doch lange geschah nichts.

„Weil das, was ich auf ‘Item’ – meiner Homepage – schreibe, dem Erzbischof nicht immer gefällt, blieb ich schweigsam.“

Erst sehr verspätet – am 3. Mai – erhielt Hw. Aulagnier einen Brief aus der Kanzlei der Erzdiözese Clermont Ferrand. Dort war zu lesen:

„Das Bistum Clermont freut sich, ihnen auf Antrag von Mons. Simon beiliegend ein Zelebret der Diözese von Clermont zukommen zu lassen, um ihr abgelaufenes Zelebret zu erneuern.“

Das neue Zelebret war dieses Mal vom Kanzler und vom Erzbischof unterschrieben.

Der Erzbischof hatte sogar mit eigener Handschrift nach dem lateinischen Satzteil „ad missam celebrandam“ – um die Messe zu zelebrieren – in Großbuchstaben die Anmerkung „privatim“ angebracht.

„Das ist der Grund, warum ich protestiere“, schreibt jetzt Hw. Aulagnier. Er mache seinen Protest öffentlich, nachdem er Rom und Benedikt XVI. informiert habe:

„Der Erzbischof von Clermont hat aufgrund seiner bischöflichen Macht nicht das Recht, mir die »öffentliche« Zelebration der tridentinischen Messe zu verbieten.“

Einen Priester auf eine Privatzelebration auf dreißig Quadratmeter zu beschränken, bedeute, ihn auf ein Nichts zu reduzieren und ihn umbringen zu wollen.

Hw. Aulagnier im Originalton an seinen Erzbischof: „Sie begehen einen »jämmerlichen Amtsmißbrauch«.“
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 48 Lesermeinungen:
Dienstag, 9. September 2008 08:43
Colombe de la paix: Hallo Hexenhamme
Ihr Username ist klasse!
Einen guten Start hier!
Dienstag, 9. September 2008 08:39
Hexenhamme: Praxis Obnoxia
http://www.lulu.com/content/3824674
Ich möchte Praxis Obnoxia in hohem Grade empfehlen, damit alle erhalten und lesen. Es ist sehr gelehrt, gelehrt, kurz, und sehr, aufdeckend hinsichtlich des unzulässigen Ritus Vatican-II der Taufe. Von den Diskussionen habe ich, re-baptize bestimmte Bishops und Priester Protestanten und Novus Ordo wandelt gleich um, um sie zur Kommunion ihrer Kirchen wegen der defekten Praxis zu verbinden, die von den sektiererischen Ministern durchgeführt wird, die sie angeblich tauften. Während anderer Klerus gleichgültig sind oder nicht einen exakten Praxis haben. Ich höre verschiedene Geschichten, die Gleichförmigkeit des Rituals ermangeln. So glaube ich, dass dieses Buch etwas ist, das, Katholische betrachten sollten. Ich traf sogar bestimmten orthodoxen und Uniate katholischen Klerus, der dieses für ein sehr brennendes Thema zwischen altem Kalender/neuem Kalender und neuen Ritual-/alten Ritualüberzeugungen halten. Einige Gruppen re-baptize, einige verwenden nur chrismation, einige sind auch ungewiß. Taufe ist durch eine Notwendigkeit von Mitteln notwendig, und die Gültigkeit der anderen Sakramente beruhen auf seiner gültigen Aufnahme, also ist dieses ein wichtigstes Thema.

Praxis Obnoxia: A Moral-Theological Conclusion On The New Modernist Rite of Baptism.

http://www.lulu.com/content/3824674
Freitag, 26. Mai 2006 10:36
stat crux: Pius X.
hat übrigens dem Widmungsmotto weitestgehend entsprochen, was man von seinen angeblichen „Verehrern“ nicht sagen kann.
Donnerstag, 25. Mai 2006 18:08
Dr. Otterbeck: Lieber Onkel Carlo,
damit Sie sich das im Original ansehen können:
Anton de Waal, Papst Pius X. Ein Lebensbild des heiligen Vaters. Mit einem Rückblick auf die letzten Tage Leos XIII., München 1904, S. III: „Omnia vestra in charitate facite“ (Eigenhändige päpstliche Widmung). Ich kenne meinen Sarto. Müsste per Fernleihe zu bekommen sein, wenn Sie mir Ihre Postanschrift zumailen, kriegen Sie von mir eine Fotkopie. Der Hl. Papst schrieb „charitate“,
Ehrenwort!

Ihr
„stat crux“
Mittwoch, 24. Mai 2006 16:45
Benedikt: @ Karl Murx
Sind Sie auch Benedikt?

Definitiv nicht
Mittwoch, 24. Mai 2006 16:25
Agiafortuni: stat crux
als Pseudonym Dr. Otterbecks darf man Ihnen die Fähigkeit zumuten, zwischen dem dem lateinischen Caritas und dem und dem französischen charité zu unterscheiden.
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