15:55:43 | Dienstag, 23. Mai 2006
Die österreichische Jugendzeitschrift ‘You!’ wollte kürzlich wissen, wie gefährlich das Opus Dei wirklich ist.
(kreuz.net) In seiner letzten Ausgabe ging die Jugendzeitschrift ‘You!’ der Frage nach, inwiefern die
vom Hetzfilm ‘Sakrileg – The Da Vinci Code’ über das Opus Dei verbreiteten Verschwörungstheorien mit
der Wirklichkeit übereinstimmen.
‘You!’ ist ein
katholisches Pop-Magazin, das in Österreich erscheint
und für den ganzen deutschen Sprachraum bestimmt ist.
‘You!’ sprach mit der Journalistin Susanne Kummer
(36), die selber ein unverheiratetes Mitglied des Opus Dei ist.
Die Zeitschrift stellte dabei fest, daß
„wir es [im Opus Dei] mit lebensfrohen, natürlichen, einfach ganz normalen Menschen und Jugendlichen
zu tun hatten, die noch dazu ihren christlichen Glauben sehr ernst zu nehmen scheinen.“
Der antikatholische
Film ‘Sakrileg’

© Sony Pictures

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Pictures

© Sony Pictures

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© Sony Pictures
Auf die Frage nach dem Grund
ihrer Mitgliedschaft beim Opus Dei erwähnt Susanne Kummer das Wort „Berufung“:
„Ich hab irgendwann gespürt,
daß Gott diesen Weg für mich vorgesehen hat. Dann kommt der Moment, wo man Gott Ja oder Nein sagt. Ich
wollte ihm Ja sagen.“
Sein Leben als normaler Christ in der Welt Gott ganz zu schenken und anderen Menschen
zu helfen, in ihrem Alltag Jesus zu entdecken, mache sie sehr froh.
Im normalen Leben ist Frau Kummer
Journalistin und leitet in Wien das
Studentinnenheim und Kulturzentrum Währing, ein Zentrum des Opus
Dei:
„Für Jugendliche, die mit der katholischen Kirche vielleicht gar nichts am Hut haben oder nicht
einmal getauft, aber offen und interessiert am Glauben sind, organisieren wir sogenannte Denkpausen über
Themen wie Freiheit, Charakterbildung, Gewissen, Freundschaft usw.“
Ferner gebe es auch Kurse über das
ABC des katholischen Glaubens, Besinnungstage, Sozialprojekte, Wanderwochenenden.
„Den Glauben lernt
man ja nicht nur aus Büchern, sondern vor allem auch über Begegnung mit Menschen, die selber versuchen,
christlich zu leben.“
Sie sei gerade dabei, sich durch das umstrittene Buch von Dan Brown zu kämpfen:
„Ich halte diesen Thriller für einen raffiniert gebastelten Verkaufsschlager, der mit der religiösen
Neugier der Leute spielt.“
Der Autor gebe sich pseudowissenschaftlich und verdrehe dabei gezielt historische
Fakten aus dem Leben Jesu und der Kirchengeschichte.
Diese Taktik kennt die Journalistin Frau Kummer
aus ihrer Branche gut:
„Willst du gelesen werden, erfinde deine Geschichte so gut, daß jeder meint,
am Ende könnte sie doch wahr sein.“
Dan Brown stelle die Mitglieder des Opus Dei als ziemlich düstere
Mönche dar – wendet das ‘You!’-Magazin ein.
„Als ob ich einer von diesen düsteren Mönchen wäre, der
jetzt vor dir sitzt!“ – entgegnet Frau Kummer.
Erstens gebe es im Opus Dei keine Mönche, weil die Mitglieder
nicht Weihe-, sondern Weltchristen seien.
„Und zweitens bedient Dan Brown mit dieser Darstellung eines
der vielen Klischees: daß die Katholische Kirche machthungrig ist und ihre Untertanen finstere Typen.
Offenbar passen fröhliche Christen nicht in sein Schema hinein.“
Der Roman „Sakrileg“ erzähle Schauermärchen.
Im Opus Dei habe sie gelernt, daß christliches Leben bedeutet, auf Seele und Leib zu achten:
„Wenn es
dem Leib gut geht, tanzt die Seele, pflegte unser Gründer, der heilige Josefmaria, mit einem italienischen
Sprichwort zu sagen.“
Den Mitgliedern des Opus Dei empfahl er deshalb: Sport, Ausflüge, ausreichend
Urlaub, gesunde Ernährung, Sorge um die Kleidung und vieles mehr.
Natürlich gebe es kein christliches
Leben ohne Opfer: „Es gibt keinen Heiligen, der sich nicht in der Askese des Leibes geübt hat. Denk nur
an Franz von Assisi, an Theresia von Lisieux oder auch Mutter Teresa.“
Wie die Askese geübt werde, sei
eine sehr persönliche Angelegenheit zwischen dem Christen und Gott.
„Im Opus Dei ist das auch so, wobei
der Opfergeist vor allem im Bereich des Gewöhnlichen geübt wird: da ein Lächeln trotz Kopfweh, dort
die Zeit des Lernens und der Arbeit intensiv nutzen, pünktlich aufstehen, für jemand da sein, der es
braucht, obwohl ich gerade etwas anderes zu tun habe und vieles mehr.“
Das Opus Dei erfülle einen spezifischen
Auftrag der Kirche, nämlich die Botschaft, daß alle Getauften zur Heiligkeit berufen sind, unter den
Menschen zu verbreiten.
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