Kein päpstliches Cremetörtchen + Erstmals eine Frau + Kuhhandel + Angeblich heterosexistisch + Gegen
ein christliches Europa
Kein päpstliches Cremetörtchen
Polen. Wenn Papst Benedikt XVI. am kommenden Samstag Wadowice – den
Geburtsort von Johnannes Paul II. – besucht, dann wird er auf Cremetörtchen und Tüteneis verzichten
müssen. Die Gesundheitsbehörden teilten mit, daß sich aufgrund der Hitze Keime bilden könnten, die
den süßen Genuß zum Gesundheitsrisiko machen würden. Als Johannes Paul II. 1999 in Wadowice war, erzählte
er, daß er häufig und gerne Cremetörtchen aus der örtlichen Konditorei gegessen hatte. Seitdem heißt
die Süßspeise in Polen ‘päpstliches Cremetörchen’.
Erstmals eine Frau
Österreich. Elisabeth Kandler-Mayr
übernimmt im September als erste Frau die erzbischöfliche Ordinariatskanzlei des Erzbistums Salzburg.
Die Dame folgt Hw. Hansjörg Hofer nach, welcher der neue Generalvikar der Erzdiözese wird. Das gab das
Bistum am Dienstag bekannt. Frau Kandler-Mayr ist derzeit Richterin am Diözesangericht: „Was ich weiß,
hat der Heilige Vater gerade vor kurzem wieder einmal darauf hingewiesen, daß solche Positionen in Zukunft
verstärkt mit Frauen besetzt werden sollen.“ Das werde sicher mit ein Grund gewesen sein, daß sie in
diese neue Funktion komme.
Kuhhandel
Deutschland. Bei den Verhandlungen der CDU mit der SPD über ein
Verbot der Spätabtreibungen wären die Genossen bereit gewesen, einen Handel einzugehen. Wie die protestantische
Nachrichtenagentur ‘idea’ berichtet, äußerte sich die hessische Landtagsabgeordnete Margarete Ziegler-Raschdorf
von der CDU zu diesem Thema beim 2. Fuldaer Lebensrechtskongreß der ‘Aktion Lebensrecht für Alle’. Die
Genossen hätten die Unionsfraktion nur dann in ihrem Anliegen unterstützt, wenn diese einen grundsätzlichen
staatlichen Schutz für Homo-Konkubinate unterstützt hätten.
Angeblich heterosexistisch
Großbritannien.
Die schottische Regierung kündigte am Sonntag an, die im Lehrplan enthaltenen Richtlinien für Sexualkunde
an den Schulen um einschlägige Homo-Propaganda zu erweitern. Gegenwärtig sei der Unterricht „heterosexistisch“.
In Zukunft sollen Lehrer über angeblich sicheren Homo-Sex, Homo-Ansprechpartner und einschlägige Beratungsdienste
informieren. Die schottischen Bischöfe kritisierten den Homo-Vorstoß der Regierung als „erschreckend,
empörend und absolut unnötig“.
Gegen ein christliches Europa
Luxemburg. Der Premierminister von Luxemburg,
Jean-Claude Juncker, ist „gegen ein Europa der Christen“. Dennoch beteuerte er in einem Interview mit
dem Deutschlandfunk, sich selber als Christ zu bezeichnen. Der Premierminister hätte es für einen „verheerenden
Fehler gehalten, wenn wir mit der Türkei keine Beitrittsverhandlungen begonnen hätten“. Er lege auch
Wert darauf, daß diese Verhandlungen „ergebnisoffen“ geführt würden. Gleichzeitig glaubt Juncker, daß
die Türkei nicht geeignet ist, Vollmitglied der EU zu werden.
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Die EU-Lenker Der Luxemburger Jean-Claude Juncker, der einerseits das Großherzogtum mit seinen 439.000
Einwohnern regiert, wird andererseits immer dann als Makler gerufen, wenn es in der EU kriselt. Juncker
ist ein alter Hase, eine Ein-Mann-Institution, „vom Denken her ein Kommissar“, wie Kenner des Luxemburgers
ihn bezeichnen. Leute wie Juncker sorgen dafür, daß die EU an ihren immensen inneren Widersprüchen
nicht oder noch nicht zerbricht, daß das Machtgeflecht hält, daß es immer irgendwie weitergeht. Wie
das System funktioniert, hat Juncker einmal selbst verraten: „Wir beschließen etwas, stellen das dann
in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine
Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt
für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“ (Der Spiegel, Nr. 52/1999)