13:46:17 | Donnerstag, 25. Mai 2006
Am Deutschen Katholikentag tritt ein suspendierter Priester – der gerne gegen eine angebliche Bischofsherrschaft wettert – auch gegen den erklärten Willen des Ortsbischofs auf.
(kreuz.net, Saarbrücken) Am kommenden Samstag wird der suspendierte Priester Gotthold Hasenhüttl (72)
im saarländischen Staatstheater an einer Podiumsdiskussion auftreten. Die Veranstaltung findet offiziell
nicht im Rahmen des Deutschen Katholikentages statt.
Die Diskussion steht unter dem Titel „Wo kämen
wir hin…? Nicht nur beim Abendmahl: Der Skandal der Trennung“. Es geht um die Spendung der Heiligen
Kommunion an Nichtkatholiken.
Der in Saarbrücken lebende pensionierte Theologieprofessor und suspendierte
Priester Gotthold Hasenhüttl (72) war vom Bischof von Trier, Mons. Reinhard Marx (52), ausdrücklich
vom
diesjährigen Katholikentag ausgeladen worden.
Die Organisatoren der Veranstaltung, bei der Professor
Hasenhüttl am nächsten Samstag auftreten soll, sind die Zwei-Wochenzeitschrift ‘Publik-Forum’, das ‘Ökumenisches
Netzwerk Initiative Kirche von unten’ und die ‘KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche’.
Es handelt sich
um Initiativen, die dem Geist der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts verpflichtet sind.
Der praktisch
nur auf sexuelle Themen fixierte Zusammenschluß ‘Wir sind Kirche’ tritt auf dem Katholikentag als offizieller
Organisator zahlreicher Veranstaltungen auf.
Der suspendierte Priester Hasenhüttl äußerte sich am
gestrigen Mittwoch abend bei einer Pressekonferenz am Rande des Katholikentags.
Der streitbare Theologe
kritisierte dabei „undemokratische Strukturen“ in der Katholischen Kirche und meinte, daß es in der Kirche
keine Gerechtigkeit mehr gebe.
Er sprach von einer „absoluten Willkür einer Bischofsherrschaft“. Jeder
Bischof könne in seiner Diözese wie ein absoluter Monarch oder Diktator agieren.
Der Professor wiederholte
auch seine Slogans vom gewählten Bischofsamt und der Begrenzung der bischöflichen Amtszeit: „Mit Basisbeteiligung
sähe die deutsche Bischofslandschaft sehr viel anders aus“ – so der Theologe.
In der Katholischen Kirche
seien die Mauern gegenüber anderen Konfessionen sichtbar geworden. Gemeinsame Gottesdienste, die bisher
möglich waren, würden von den Bischöfen plötzlich verboten.
Er selber habe mit dem gemeinsamen Abendmahl
mit Protestanten keine Provokation beabsichtigt: „Es sollte ein Zeichen der Versöhnung sein.“
Der sehr
liberale Präsident des ‘Zentralkomitees der deutschen Katholiken’, Hans Joachim Meyer, sagte am Mittwoch
vor Journalisten, daß die Großveranstaltung in Saarbrücken „die Vielfalt und Kontroversen“ katholischen
Lebens widerspiegle.
Doch gebe es Grenzen, die Professor Hasenhüttl durch seine Messe am Rande des Ökumenischen
Kirchentages in Berlin und anschließende Interviews mehrfach überschritten habe.
Im Gespräch mit der
Mittwochsausgabe des Magazins ‘Heute’ im ‘Zweiten Deutschen Fernsehen’, präsentierte sich Hasenhüttl
als „Staatsfeind Nummer eins“ des Bischofs von Trier.
Bei der Messe, die im Jahr 2003 zu seiner Suspendierung
geführt hat, habe es sich um den seit seiner Primiz im tridentinischen Ritus bedeutendsten, wichtigsten
und schönsten Gottesdienst überhaupt gehandelt – „wenn auch mein letzter“.
Damit er das Priestertum
wieder ausüben dürfe, müsse jemand wie Michael Gorbatschow Papst werden: „Trotzdem habe ich keine Sekunde
bereut, damals in Berlin alle Gottesdienstbesucher zur Kommunion eingeladen zu haben.“
Professor Hasenhüttl
wiederholte eine Liste von Forderungen nach Frauenordination, kirchlicher Demokratie und Rehabilitierung
von Martin Luther. Er glaubt auch, daß sich die Kirche bereits „zum Guten“ verändert habe.
Dennoch
werde es in Saarbrücken nicht mehr als „einige Impulse“ geben. Insgesamt gebe es auf dem Katholikentag
viel zu wenig „kritische Veranstaltungen“.
Den für das Jahr 2010 geplanten zweiten Ökumenischen Kirchentag
in München erachtet Professor Hasenhüttl als nutzlos.
Solange sich auf dem Gebiet der „offenen Kommunion“
nichts geändert habe, seien derartige Veranstaltungen „nichts als Augenwischerei“ und „eine leere Geste“.
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Finthen 13:27:03 | Dienstag, 30. Mai 2006
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Benedikt 16:02:21 | Samstag, 27. Mai 2006
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gonniwell 14:59:13 | Samstag, 27. Mai 2006
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Gotthard 23:53:40 | Freitag, 26. Mai 2006
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gonniwell 23:15:38 | Freitag, 26. Mai 2006
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Artois † 12:18:48 | Freitag, 26. Mai 2006
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stat crux 10:38:09 | Freitag, 26. Mai 2006
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Belisar 23:17:04 | Donnerstag, 25. Mai 2006
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Bonjour 22:11:32 | Donnerstag, 25. Mai 2006
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Josefus 20:35:36 | Donnerstag, 25. Mai 2006
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Benedikt 18:07:14 | Donnerstag, 25. Mai 2006
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Gotthard 17:49:08 | Donnerstag, 25. Mai 2006
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Aurelius 14:10:03 | Donnerstag, 25. Mai 2006
#1
Gotthard 13:57:20 | Donnerstag, 25. Mai 2006