09:43:23 | Freitag, 17. Dezember 2004
Die österreichischen Lebensschützer der „Jugend für das Leben“ protestieren mit einem Comic gegen den Abtreibungswillen der sozialistischen Regierungspräsidentin in Salzburg. Die ÖVP distanziert sich von den Lebensschützern. Auch
der hochlustigste Erzbischof von Salzburg kann über die Karikatur seiner sozialistischen Regierungspräsidentin nicht lachen.
(kreuz.net, Salzburg) Am 14. Dezember belieferte die österreichische Lebensrechtsbewegung „Jugend für
das Leben“ 70.000 Haushalte des Landes Salzburg mit einer
Karikatur der gegenwärtigen sozialistischen
Regierungspräsidentin Gabriele Burgstaller. Das Comic zeigt, wie die Genossin die Heilige Familie statt
in eine Herberge brutal in ihre Abtreibungsanstalt verweist. Der Protest der Lebensschützer steht im
Zusammenhang mit der Absicht von Frau Burgstaller, die Salzburger Landesklinik zu zwingen, Kinderabtreibungen
durchzuführen.
Am Hochfest von Maria Empfängnis hatte der Salzburger Erzbischof, Alois Kothgasser,
bei seiner Predigt gemeint, daß Landesspitäler nicht zu einem Ort des Tötens werden sollten.
Der Erzbischof
richtete seine Worte gegen die Pläne der sozialistischen Abtreibungspolitikerin Burgstaller. Schwangere
Frauen bräuchten Orte der Heilung nicht des Tötens. Man tue mehr für Umwelt- und Tierschutz als für
den Schutz des menschlichen Lebens.
Der Erzbischof ist freilich nicht davon überzeugt, daß diesen Worten
auch Taten folgen sollten.
Nachdem die Lebensrechtler zur Tat geschritten sind, wünscht sich der Erzbischof
in einer Stellungnahme im österreichischen Rundfunkt von den Lebensrechtlern „Mäßigung“. Die Art, wie
die Gruppe vorgegangen ist, sei nicht „unsere christliche Art, mit manchen schwerwiegenden Fragen umzugehen.“
Das entspreche auch nicht dem Respekt, den „wir Christen immer allen Personen entgegenbringen müssen.“
Er werde die „Jugend für das Leben“ darauf aufmerksam machen, „daß solche Art der Kommunikation der
Sache selber nicht dient, sondern nur der Polarisierung hilft, und die hilft niemandem“, sagte der Erzbischof
vor dem österreichischen Rundfunk.
Im Interview äußerte sich der Erzbischof nicht darüber, welche
alternative Wege er zu beschreiten gedenkt, um die Kinderabtreibung an der Salzburger Landesklinik zu
verhindern und die Pläne der sozialistischen Regierungspräsidentin zu vereiteln.
Auch die Regierungspräsidentin
und Abtreibungspolitikerin Burgstaller rief zu „Mäßigung“ auf. Sie habe immer betont, daß sie Schwangerschaftsabbrüche
nur als „allerletze Möglichkeit“ sehe. Mit Beratungsangeboten und Unterstützung wolle sie dazu beitragen,
daß es nicht so weit kommt.
Im Interview äußerte sich Frau Burgstaller nicht über die konkrete Vorgangsweise
ihrer Regierung, um die Abtreibung in Salzburg durch Beratungsangebote und Unterstützung zu verhindern.
Einen Messerstich in den Rücken der „Jugend für das Leben“ versetzte die ÖVP-Familienlandesrätin
Doraja Eberle.
Am 2. Dezember hatte Frau Eberle noch dementiert, daß die Salzburger ÖVP in der Frage
um die Abtreibung in der Landesklinik nachgegeben habe: „Meine klare Linie zu Schwangerschaftsabbrüchen
hat nicht an Zielstrebigkeit verloren, im Gegenteil, nur sind die Medien nicht daran interessiert, dies
zu veröffentlichen.“
Dieses Mal haben die Medien veröffentlicht.
Frau Eberle meinte von den Salzburger
Lebensschützern, daß diese „zwischen Fanatismus und Hilfe für Frauen in Not nicht mehr unterscheiden,
obwohl ich davon ausgehe, daß sie vielleicht Gutes meinen, aber damit den Frauen, um die es mir geht,
massivst schaden.“
Die Landrätin äußerte sich nicht zur Frage, welchen konkreten Schaden die Aktion
der Lebenschützer den Frauen zufügt und welche Taten die ÖVP zu setzen gedenkt, um die drohende Kinderabtreibung
an der Salzburger Landesklinik aufzuhalten.
Die Sozialisten regieren in Salzburg in einer Koalition mit
den Christdemokraten (ÖVP).
Am 2. Dezember hatte Frau Eberle die Regierungspräsidentin und Abtreibungspolitikerin
Burgstaller noch angegriffen. Diese gebe den Eindruck, als ob die ÖVP vor dem Ansinnen der Sozialisten,
die Abtreibung in der Salzburger Landesklinik durchzuboxen, resigniert habe:
„Eine erschreckende Fehlinformation,
denn das Gegenteil ist der Fall.“
In Salzburg handeln allerdings nicht nur Sozialisten und Kinderabtreiber.
Neben der „Jugend für das Leben“ haben auch verschiedene andere Gruppen von Lebensrechtlern mobil gemacht,
um die ungeborenen Kinder zu verteidigen.
Bei der Aktion
„Schuhe für Gabi“ wird die Bevölkerung aufgefordert,
ihrem Widerwillen gegen die lebens- und kinderfeindliche Politik der Landeshauptfrau durch das postalische
Zuschicken von alten Schuhen Ausdruck zu verleihen.
In den nächsten Tagen werden außerdem zehntausende
Flugblätter verteilt, auf denen Zurufe an die Abtreibungspolitikerin stehen, etwa „Liebe Gabi, ein Krankenhaus
ist kein Schlachthaus“ oder „Gabi, ungeborene Mädchen haben ein Recht auf Leben“.
Für den 20. Dezember
ist in Salzburg eine große Lichterkette gegen Abtreibung geplant.
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