Kinderabtreibung
Salzburg: Die Sozialisten agieren – die anderen parlieren
Die österreichischen Lebensschützer der „Jugend für das Leben“ protestieren mit einem Comic gegen den Abtreibungswillen der sozialistischen Regierungspräsidentin in Salzburg. Die ÖVP distanziert sich von den Lebensschützern. Auch der hochlustigste Erzbischof von Salzburg kann über die Karikatur seiner sozialistischen Regierungspräsidentin nicht lachen.
(kreuz.net, Salzburg) Am 14. Dezember belieferte die österreichische Lebensrechtsbewegung „Jugend für das Leben“ 70.000 Haushalte des Landes Salzburg mit einer Karikatur der gegenwärtigen sozialistischen Regierungspräsidentin Gabriele Burgstaller. Das Comic zeigt, wie die Genossin die Heilige Familie statt in eine Herberge brutal in ihre Abtreibungsanstalt verweist. Der Protest der Lebensschützer steht im Zusammenhang mit der Absicht von Frau Burgstaller, die Salzburger Landesklinik zu zwingen, Kinderabtreibungen durchzuführen.

Am Hochfest von Maria Empfängnis hatte der Salzburger Erzbischof, Alois Kothgasser, bei seiner Predigt gemeint, daß Landesspitäler nicht zu einem Ort des Tötens werden sollten.

Der Erzbischof richtete seine Worte gegen die Pläne der sozialistischen Abtreibungspolitikerin Burgstaller. Schwangere Frauen bräuchten Orte der Heilung nicht des Tötens. Man tue mehr für Umwelt- und Tierschutz als für den Schutz des menschlichen Lebens.

Der Erzbischof ist freilich nicht davon überzeugt, daß diesen Worten auch Taten folgen sollten.

Nachdem die Lebensrechtler zur Tat geschritten sind, wünscht sich der Erzbischof in einer Stellungnahme im österreichischen Rundfunkt von den Lebensrechtlern „Mäßigung“. Die Art, wie die Gruppe vorgegangen ist, sei nicht „unsere christliche Art, mit manchen schwerwiegenden Fragen umzugehen.“

Das entspreche auch nicht dem Respekt, den „wir Christen immer allen Personen entgegenbringen müssen.“

Er werde die „Jugend für das Leben“ darauf aufmerksam machen, „daß solche Art der Kommunikation der Sache selber nicht dient, sondern nur der Polarisierung hilft, und die hilft niemandem“, sagte der Erzbischof vor dem österreichischen Rundfunk.

Im Interview äußerte sich der Erzbischof nicht darüber, welche alternative Wege er zu beschreiten gedenkt, um die Kinderabtreibung an der Salzburger Landesklinik zu verhindern und die Pläne der sozialistischen Regierungspräsidentin zu vereiteln.

Auch die Regierungspräsidentin und Abtreibungspolitikerin Burgstaller rief zu „Mäßigung“ auf. Sie habe immer betont, daß sie Schwangerschaftsabbrüche nur als „allerletze Möglichkeit“ sehe. Mit Beratungsangeboten und Unterstützung wolle sie dazu beitragen, daß es nicht so weit kommt.

Im Interview äußerte sich Frau Burgstaller nicht über die konkrete Vorgangsweise ihrer Regierung, um die Abtreibung in Salzburg durch Beratungsangebote und Unterstützung zu verhindern.

Einen Messerstich in den Rücken der „Jugend für das Leben“ versetzte die ÖVP-Familienlandesrätin Doraja Eberle.

Am 2. Dezember hatte Frau Eberle noch dementiert, daß die Salzburger ÖVP in der Frage um die Abtreibung in der Landesklinik nachgegeben habe: „Meine klare Linie zu Schwangerschaftsabbrüchen hat nicht an Zielstrebigkeit verloren, im Gegenteil, nur sind die Medien nicht daran interessiert, dies zu veröffentlichen.“

Dieses Mal haben die Medien veröffentlicht.

Frau Eberle meinte von den Salzburger Lebensschützern, daß diese „zwischen Fanatismus und Hilfe für Frauen in Not nicht mehr unterscheiden, obwohl ich davon ausgehe, daß sie vielleicht Gutes meinen, aber damit den Frauen, um die es mir geht, massivst schaden.“

Die Landrätin äußerte sich nicht zur Frage, welchen konkreten Schaden die Aktion der Lebenschützer den Frauen zufügt und welche Taten die ÖVP zu setzen gedenkt, um die drohende Kinderabtreibung an der Salzburger Landesklinik aufzuhalten.

Die Sozialisten regieren in Salzburg in einer Koalition mit den Christdemokraten (ÖVP).

Am 2. Dezember hatte Frau Eberle die Regierungspräsidentin und Abtreibungspolitikerin Burgstaller noch angegriffen. Diese gebe den Eindruck, als ob die ÖVP vor dem Ansinnen der Sozialisten, die Abtreibung in der Salzburger Landesklinik durchzuboxen, resigniert habe:

„Eine erschreckende Fehlinformation, denn das Gegenteil ist der Fall.“

In Salzburg handeln allerdings nicht nur Sozialisten und Kinderabtreiber. Neben der „Jugend für das Leben“ haben auch verschiedene andere Gruppen von Lebensrechtlern mobil gemacht, um die ungeborenen Kinder zu verteidigen.

Bei der Aktion „Schuhe für Gabi“ wird die Bevölkerung aufgefordert, ihrem Widerwillen gegen die lebens- und kinderfeindliche Politik der Landeshauptfrau durch das postalische Zuschicken von alten Schuhen Ausdruck zu verleihen.

In den nächsten Tagen werden außerdem zehntausende Flugblätter verteilt, auf denen Zurufe an die Abtreibungspolitikerin stehen, etwa „Liebe Gabi, ein Krankenhaus ist kein Schlachthaus“ oder „Gabi, ungeborene Mädchen haben ein Recht auf Leben“.

Für den 20. Dezember ist in Salzburg eine große Lichterkette gegen Abtreibung geplant.
      
9 Lesermeinungen
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#9   Dolfus   19:00:16 | Samstag, 18. Dezember 2004
@kreuzfidel
Lieber Freund, verzagen Sie nicht, es gibt sicher ein Kurs, wo man das lernen kann. Selbsterkenntnis soll ja der erste Schritt zur Besserung sein.
Daß die Bischöfe in Wespennestern sitzen, ist mir bekannt. Bezüglich des Primas teile ich Ihren Enthusiasmus nicht, obwohl er sicher auch Schritte in die richtige Richtung macht, aber das reicht nicht.
Ansonsten sehe ich keinen Sinn in dieser Debatte. Wenn er’s gut macht, kriegt auch von der richtigen Seite die Anerkennung, wenn nicht, dann nicht. Ich kenne diese Wespennester, werde mich dadurch aber nicht zum Stillschweigen verpflichten lassen, auch nicht mit vorgeschobenen Argumenten wie „Ritterlichkeit“, „Zynismus ist teuflisch“ etc.
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#8   Kreuzfidel   18:33:21 | Samstag, 18. Dezember 2004
Dolfus
Also ein Kreuzritter, dem aber die Ritterlichkeit fehlt. Solche Ritter hat man Raubritter genannt. Der „Glaube“ unser EB hätte nichts für die Ungeborenen übrig ist eine schreckliche Heresie. Er hat persönlich mehrmals interveniert und sehr deutliche Worte gesagt. Auch in seinen Taten ist er stark gewesen. Darüber wird aber nichts berichtet, warum auch, mann will ja nicht, das die Kirche gut dasteht. Wenn nun so ein blindwütiger Kreuzritter seinen Harnisch etwas ablegen würde, hätter er die Möglichkeit „altera pars“ zu betrachten. Die Bibel für Deinen Zynismus zu bemühen ist erschreckend. Denn wenn man sich hüten soll, gelobt zu werden ist das immer noch keine Berechtigung zu schimpfen. Du hast ja keine Ahnung, in was für einen Wespennest er sitzt. Jeder Bischof sitzt in so einen. Selbst Bischof Krenn, der einigermaßen „aufgeäumt“ hat über seine eigenen (vertrauens-) Leute gefallen.
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#7   Dolfus   18:04:07 | Samstag, 18. Dezember 2004
@kreuzfidel
Ich stimme Ihnen überhaupt nicht zu, denn mundtot machen lassen wir uns nicht.
Primas Alois darf gerne beschönigen, doch das Pastoralconcil hat, wenn ich mich recht entsinne, den Laien eine wichtige Rolle zugebilligt. Ein Führerstaat ist die Kirche nicht, und auch der gütige Erzbischof Alois darf sich kritisieren lassen, wenn er die Sache Christi und des Papstes verrät.
Im Gegenteil, ich glaube, daß ihm die Liebe zu den Ungeborenen fehlt und er dem Teufel auf den Leim geht. Das denke ich und sage ich, ob das lieblos ist, ist mir in diesem Fall recht egal, den die ungeborenen Ermordeten und die künftigen ermordeten Nachkommen stehen mir höher als die Eitelkeit Seiner Lustigkeit des Primas von Deutschland.
Daß einer, der seine Meinung sagt, auch Angriffsfläche bietet, selbst attackiert zu werden, das weiß ich und nehme es gerne in Kauf. Wischi-Waschi-Schwätzer à la Graf Schönborn – ich weiß, ein bisserl lieblos, ich werde nachher darüber nachsinnen und ob der verletzten Eitelkeiten der Kirchenfürsten sühneweinen – werden gelobt, das ist o.k. „Wehe euch, wenn euch die Menschen loben, denn so haben es die Väter schon mit den falschen Propheten gemacht.“
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#6   Kreuzfidel   12:35:09 | Samstag, 18. Dezember 2004
Keine Ahnung
Lieber Dolfus, Dein zynischer Kommentar entbehrt wiederum jeder Liebe! Selbst wenn unseren EB ein Fehler unterlaufen wäre, rechtfertigt das nicht, mit der Waffe des Teufels – den Zynismus – zurückzuschlagen.
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#5   Dolfus   08:27:56 | Samstag, 18. Dezember 2004
A bisserl Spaß muß sein, dann kommt das Glück von ganz allein
Also ich hab die Photos mit den polkatanzenden und klatschenden Klinik-Clowns mit Primas Alois wirklich lustig gefunden.
Das wird doch auch in seinem Sinne sein, daß uns Seine Excellenz zum Lachen bringen will, denn hätte er sonst Rotnasen-Clowns eingeladen?
Ich danke Ihnen ausdrücklich, mein Primas, für diese kostbaren Lacher, die Sie sicherlich nicht nur in mir, sondern auch in anderen enttäuschten Gläubigen auslösten. Nochmals danke, ein Ehrenplatz in der Salzburger Bischofschronik ist Ihnen sicher!
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#4   Kreuzfidel   02:26:01 | Samstag, 18. Dezember 2004
Erzbischof von Salzburg
Liebes Kreuz Team. Eure bissigen Bemerkungen über unseren EB könnt Ihr Euch sparen. Ihr leiste an und für sich gute arbeit, aber Gerecht seid ihr nicht. So klare und deutliche Worte wie Alois Kothgasser – er hat auch Mutter Theresa zitiert – habe ich selten von so einem hohen Würdenträger gehört. Eure Anspielung auf „lustig“ : Bei Eurer Unbarmherzigkeit vergeht mir das Lachen. Besonders lustig, auf Menschen herumzuhacken? Das ist wirklich nicht der noble Stil der Christen. Jedem Priester, besonders einen Bischof, und selbst sei er ein „gefallener“, gebührt Würde und Respekt. In der Schrift steht: Sucht das Gute und nicht das Böse, und der Herr wird mit Euch sein. Liebes Kreuz Team, hört auf unseren EB zu kreuzigen!!!! Danke!
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#3   Dolfus   19:11:09 | Freitag, 17. Dezember 2004
Wenn Wahlen was verändern könnten …
… wären sie schon längst verboten worden, lautet ein Spruch. Man gewinnt tatsächlich den Eindruck, daß es so ist. Sogar die Radikal-Opposition FPÖ an der Regierung stellt sich als ÖVP-Verschnitt heraus. Das nationale Lager ist quasi nicht vertreten. Ebensowenig Katholiken unter der ÖVP-Riege. Gräfin Rauch-Kallat führt eine Zero-Tolerance-Campagne gegen das Rauchen – ähnliche Anliegen hatte ja bereits ein gewisser Führer Großdeutschlands –, aber Einsatz gegen Kinderabtreibung? Nein! Um den öffentlichen Frieden willen in Österreich rührt kein Vernünftiger am Kompromiß der Fristenlösung … dafür bauen wir riesige Denkmäler gegen die Euthanasiepolitik der nationalen Sozialisten, die niemals Faschisten waren, wie Ex-Stalinist Marcel Reich-Ranicki richtig feststellte. „Faschismus“ ist ein Wort des DDR-Jargons, aus durchsichtigen Gründen.
Das Freimaurersystem will keine Veränderung. Wir müßten uns wieder auf unsere katholischen Wurzeln besinnen, und dem katholischen Kaiser wieder seinen Thron zurückgeben, so seltsam das klingen mag. Vorher werden wir den SPÖ-ÖVP-FPÖ-Staatsozialismus nicht los.
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#2   Tom Pullings   14:31:36 | Freitag, 17. Dezember 2004
Keine Stimme für die ÖVP
Die Lösung ist ganz einfach:
Keine Stimme für die ÖVP so lange dort Leute wie Eberle werken. Spätestens 2008 sind die nächsten Landtagswahlen. Man wird die Landesrätin dann an die im Stich gelassenen und verarschten Lebensschützer zu erinnern haben, denn in der Hand der ÖVP liegt es in den Ländern und im Bund schon seit Jahrzehnten, etwas zu ändern.
Es ist eine Lüge, wenn sie sagen sie könnten nicht. Die Wahrheit ist, sie wollen nicht.
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#1   Dolfus   10:16:30 | Freitag, 17. Dezember 2004
A bisserl Spaß muß sein!
Aber, hochverehrter Primas Alois, ein bisserl Spaß und Polemik wird doch auch von der Seite der Kämpfer für das Gute erlaubt sein.
Die Wegbereiter des Bösen, die Sozialisten und ihre Steigbügelhalter von der ÖVP, dürften polemisieren, à la „Ihr wärt uns erspart geblieben, hätten eure Mütter das Abtreibungsrecht gehabt“ oder noch lustiger „Hätte Maria Jesus abgetrieben, wärt Ihr uns erspart geblieben …“ … na, das ist ja echt lustiger politisch korrekter Humor zum Schutze der Rechte der Frau.
Exzellenz ist ein richtiger Apostelnachfolger, nicht nur im sacramentalen Sinn. Denn die sind auch abgehaut – außer Johannes –, als die Staatsmacht dem Meister auf die Pelle rückte.
Übrigens: Das Wort „Brückenbauer“ stammt aus der Zeit des NS-Staates. Es bezeichnete die trendigen Bischöfe, die der „gerechten“ Sache des National-Sozialismus den Dialog nicht verweigerten, im Gegensatz zu den erzkonservativen Rückständlern à la Graf von Galen.
Schön, daß sich König, der ja auch in der Nazi-Zeit sehr loyal da war, und seine Clique in die Tradition der Brückenbauer auch mit dem International-Sozialismus stellten.
Für eine Seligsprechung reicht das kaum, höchstens für diverse Orden von B’nai-brith und ihre Freunde.
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