Polen
Die Polen haben seine Wahl geahnt
Papst Benedikt XVI. ist heute Vormittag am Flughafen von Warschau vom polnischen Staatspräsidenten, einer militärischen Ehrengarde und rund tausend Menschen mit lateinischen Taizegesängen empfangen worden.
(kreuz.net, Warschau) Der Heilige Vater unterstrich in seiner Ansprache am Warschauer Flughafen, daß er „so sehr gewünscht“ habe, das Heimatland seines geliebten Vorgängers Johannes Pauls II. zu besuchen:

„Ich bin gekommen, um den Spuren seines Lebens zu folgen, von seiner Kindheit bis zu seiner Abreise zum denkwürdigen Konklave von 1978.“

Benedikt XVI. sprach zunächst unter tosendem Beifall auf Polnisch und setzte dann seine Rede auf Italienisch fort.

Am Sonntag wird Benedikt XVI. das nationalsozialistische Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau besuchen.

Dort will der Papst die Überlebenden der nationalsozialistischen Diktatur treffen:

„Zusammen werden wir darum beten, daß die Wunden der Vergangenheit heilen, dank der Heilung, die Gott in seiner Güte uns verschrieben hat, indem er uns aufrief, einander zu vergeben.“

Zur Frage, wie er sich fühle, als Deutscher das Konzentrationslager zu besuchen, antwortete der Papst, daß er vor allem als Katholik da sei. Das sei der wichtigste Punkt.

Vor dem Mittagessen traf der Papst in der Kathedrale von Warschau rund tausend Priester.

Der Primas von Polen und Erzbischof von Warschau, Josef Kardinal Glemp (76), schenkte dem Heiligen Vater eine alte Bibelausgabe.

Der Papst betete einige Minuten am Grab des heiligmäßigen, früheren Primas von Polen, Stefan Kardinal Wyszynski († 1981).

In einer Ansprache erinnerte Benedikt XVI. auch an den bedeutenden Kirchenfürsten, „den ihr Primas des Jahrtausends genannt habt, und der inmitten harter und dauernder Prüfungen der Kirche treu gedient hat“.

Die Priester im neuen Jahrtausend ermunterte der Papst, an die Kraft ihres Amtes zu glauben: „Im Sakrament habt ihr alles empfangen, was ihr seid.“

„Wenn ihr als Priester ‘Ich’ sagt, dann tut ihr es im Namen Christi, der sich eurer Hände und Lippen und eurer Gaben bedient. Die Größe des priesterlichen Dienstes kann Angst machen. Aber er hat wirklich uns erwählt, wir sollten seinem Blick vertrauen.“

„Lassen wir uns nicht hetzen: die Zeit, die wir Christus im stillen Gebet widmen, ist keine verlorene Zeit. Lassen wir uns nicht entmutigen: Christus schweigt, aber er handelt zugleich.“

Die Gläubigen würden von den Priestern nur eines erwarten: Spezialisten zu sein, welche die Menschen zur Begegnung mit Gott führen. Der Priester müsse sich nicht in Wirtschaft, Architektur oder Politik auskennen, sondern nur im spirituellen Leben – so der Papst:

„Christus benötigt reife, männliche, echte und väterliche Priester. Darum brauchen die Priester Ehrlichkeit zu sich selbst, einen geistlichen Führer und Vertrauen in die göttliche Barmherzigkeit.“

Der langjährige Privatsekretär von Johannes Paul II. und Erzbischof von Krakau, Stanislaw Kardinal Dziwisz (67), erklärte im Vorfeld der Papstreise vor der deutschen Tageszeitung ‘Die Welt’, daß Benedikt XVI. von seinem Vorgänger wegen seiner Unabhängigkeit im Denken außerordentlich geschätzt worden sei:

„Johannes Paul II. hat jede wichtige Angelegenheit mit Kardinal Ratzinger besprochen.“

Die Polen schätzten Benedikt XVI. für seine Offenheit, seine schlichte menschliche Güte, auch dafür, daß er die schwierige polnische Sprache so schnell lerne.

Im Interview erklärte Kardinal Dziwisz auch, daß die Polen die Wahl des deutschen Purpurträgers geahnt hätten:

„Er kannte die römische Kurie. Er kannte sich aus in der Welt. Er war ein enger Mitarbeiter seines Vorgängers. Wessen bedarf es noch mehr?“
      
18 Lesermeinungen
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#18   Benedikt   17:09:18 | Samstag, 27. Mai 2006
@ Stimme aus Wien
Politik und Wirtschaft zu machen ist die Sache der Laien, die auf diesem Gebiet eine Kompetenz haben. Eine Weihe verleiht auf diesen Gebieten keine Kompetenzen.
…sie schließt sie aber auch nicht aus. Bitte geben Sie dem Forum an dieser Stelle Auskunft über die wirtschaftspolitische Qualifikation von Michael Glos, seines Zeichens Bundeswirtschaftsminister. Interessant wäre auch ähnliche Auskünfte über: Hans Eichel, Sigmar Gabriel, Jürgen Tritin, Joschka Fischer, Franz Müntefering, Wolfgang Tiefensee, Reinhard Klimmt usw. usf. Aber die Forderung nach einer friedlichen Lösung des Irak-Problems 2003 und nach einer gerechteren Welt ist dem Papst verboten und ausschließlich habilitierten Fachleuten überlassen. Klar.
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#17   Gotthard   16:22:49 | Samstag, 27. Mai 2006
Radio Marya
Der Papst hat sich entschieden gegen die Parteinahme durch Priester zugunsten der rechtsgerichteten polnischen Regierung durch Radio Marya gewandt!
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#16   Benedikt   16:17:10 | Samstag, 27. Mai 2006
deusexmachina
Ah, Sie sind ein Vertreter der sog. Kabinette der Fachleute. Protestieren Sie auch immer gegen die Meinungsäußerungen von Politikern, Journalisten usw. Wenn Sie am Tisch sitzen und sich unterhalten, schweigen Sie dann vornehm, sobald das Gespräch nichts mehr mit Ihrem Fachgebiet zu tun hat? Sie haben – nach eigener Aussage – einige Zeit mit Nazis in deren Foren diskutiert. Gehe ich recht in der Annahme, dass Sie zuvor ein Geschichts- und Politikwissenschaftsstudium abgeschlossen haben? Wenn nicht, finden Sie es nicht ein wenig vermessen, sich dazu zu äußern? Könnten Sie mir – wo wir gerade dabei sind – eine Kopie Ihres Theologie-Diploms und Ihres Abschlusses in Kirchengeschichte zuschicken. Ausweislich der Tatsache, dass Sie sich hierzu äußern, müssen Sie darin einen Abschluss gemacht haben. Oder etwa nicht?
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#15   Jörg Guttenberger, Köln   00:53:06 | Samstag, 27. Mai 2006
Fachkenntnisse der Priester
Die Priester müssen unbedingt Spezialisten in Theologie und Seelsorge sein. Ein Spezialistentum in anderen Fakultäten ist nicht erforderlich. Peinlich ist allerdings, wenn Priester ausgezeichnete Fachleute in Politikwissenschaft usw. sind, aber von Theologie und Seelsorge keine Ahnung haben. So sind die Worte des Papstes gemeint.
Daß ein Priester, wie jeder Mensch, der ernst genommen werden will, neben seinem berufsbedingten Fachwissen eine gute Allgemeinbildung hat, ist ebenso selbstverständlich.
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#14   Antonius   15:51:00 | Freitag, 26. Mai 2006
Stimme aus Wien
Danke fuer die Erklaerung! Sie zaehlen zu den wenigen Teilnehmern bei kreuz.net, die an einem sachlichen Gespraech Interesse haben. Sehr erfrischend. Hat mich sehr gefreut! Gruesse!
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#13   Stimme aus Wien   15:02:47 | Freitag, 26. Mai 2006
Antonius
Es könnte sien, ich habe mich unklar ausgedrückt.
Mir ist allerdings noch nicht ganz klar, was Sie mit „Gottesbegegnung“ meinen. Denn ich sehe in einem Wirtschaftssystem zunaechst einmal keinen direkten Ort einer Gottesbegegnung, da es eben „nur“ ein System ist.
Dem stimme ich zu. War auch nicht meine Intention.
Ich meine: man muss auf die Fragen der Wirtschaft und Politik Antworten geben auf Grund einer Gottesbeziehung – die, wie der Hl. Vater es meint, von Priestern zu sichern sei.
D.h.: die Priester müssen keine konkrete Antworten auf die Fragen der Wirtschaft, Politik, …, geben,- das könne sie auch nicht, da ihnen die entsprechende Kompetenz dazu fehlt. Diese Antworten können nur die geben, die zwar keine Priester sind, die aber die Kompetenz dazu haben und in der, von den Priestern gesicherten, Gottesbeziehung stehen.
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#12   Antonius   14:41:32 | Freitag, 26. Mai 2006
Stimme aus Wien
Sie haben Recht, ein Priester muss aus der Perspektive des Evangeliums die entsprechenden Fragen an die Oekonomie und Politik richten und soll nicht ihr integraler Bestandteil sein. Mir ist allerdings noch nicht ganz klar, was Sie mit „Gottesbegegnung“ meinen. Denn ich sehe in einem Wirtschaftssystem zunaechst einmal keinen direkten Ort einer Gottesbegegnung, da es eben „nur“ ein System ist. Mir geht es darum, dass dieses System Menschen zugrunde richten kann, weil es eben subjektlos funktioniert. Diese Art von Unfreiheit und Abhaengigkeit, z.T. in bitterstem Elend gelebt, widerspricht aber dem Willen Gottes, der das Heil aller Menschen moechte. Insofern wuerde ich Ihnen vorsichtig widersprechen, wenn Sie die Haltung der Priester zu politischen oder wirtschaftlichen Fragen nur als „Meinung“ bezeichnen. Ich denke, dass manche Wirtschaftsentscheidung vom Evangelium her besehen evident menschenunwuerdig sein koennen. Die Sorge um das „Heil der Seelen“ liegt aber nicht nur im privaten, sondern auch politischen (d.h. oeffentlichen) Bereich, und der kann Gottesbegegnungen oder -erfahrungen verhindern. Hier sehe ich einen Handlungsauftrag, nicht parteipolitisch, aber dennoch aktiv wirklichkeitsveraendernd. Vielleicht liegen wir gar nicht so auseinander…
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#11   Stimme aus Wien   14:09:07 | Freitag, 26. Mai 2006
Antonius
Nun, in Muenster existiert an der kath.-theol. Fakultaet im Institut fuer christl. Sozialwissenschaften ein Diplomstudiengang mit genau dieser Verquickung von Theologie und Oekonomie.
Danke für die Info – damit haben Sie bei mir eine Wissenslücke geschlossen. Leider existiert dieses Institut nur in Münster.
Zurück zu meinem Anliegen:
Es ist ein Problem der Kirche, dass die Geistlichkeit auf Grund der Weihe Kompetenz in jedem ‘Bereich des privaten- und öffentlichen Leben in Anspruch nimmt. Ich gebe zu, das Studium der Theologie ist sehr breit und gibt Möglichkeiten auf fast allen Gebieten der Geisteswissenschaften eine kompetente Stellung zu beziehen – Wirtschaft gehört aber nicht zu diesen Wissenschaften.
Ausschlaggebend ist, auf die Fragen der Politik und der Wirtschaft auf dem Hintergrund einer Gottesbegegnung eine Antwort zu geben.
Solche Antworten können Leute mit einer entsprechenden Ausbildung leichter geben, auf dem Hintergrund einer Gottesbegegnung, als jemand, der zwar Priester ist, aber auf diesem Gebiet ein Laie ist.
Diese notwendige „Gottesbegegnung“ sicher zu stellen ist eindeutig die Aufgabe des Priesters.
Aber, das war’s. Verbindliche Antworten auf die konkrete Fragen der Wirstschaft un der Politik können sie nicht geben – höchstens Meinungen.
Um solche Antworten zu bekommen müssen sie für den Gottesbezug der Wirtschafts- und Politikwissenschaftler sorgen.
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#10   Antonius   13:30:28 | Freitag, 26. Mai 2006
Kommentar zur Stimme aus Wien
Stimme aus Wien, Ich gebe Ihnen vollkommen recht, wenn Sie die Wirtschaft und die Politik den Laien ueberlassen wollen. Priester haben sich – vor allem aus der Parteipolitik – herauszuhalten. Das war aber nicht das, was ich meinte. Fuer mich ist es unabdinglich, dass Priester sich in politischen und wirtschaftlichen Fragen (Marktmechanismen) usw. gut auskennen, denn sie bestimmen ganz wesentlich unser taegliches Leben (und dies immer staerker), ob lokal oder global. Durch sie entstehen oftmals Strukturen, die Menschen unfrei und abhaengig machen und so etwas muss ein Priester durchschauen koennen. Sie sagen, dass es keine theologische Fakultaet gibt, die gleichzeitig Oekonomie lehrt. Nun, in Muenster existiert an der kath.-theol. Fakultaet im Institut fuer christl. Sozialwissenschaften ein Diplomstudiengang mit genau dieser Verquickung von Theologie und Oekonomie. Priester und Laien erhalten so Einblick in die oekonomischen Mechanismen, nicht um ihnen das Wort zu reden, sondern um konstruktiv an einer gerechten Marktwirtschaft mitzuarbeiten. Wir sollten das Feld nicht den Spezialisten ueberlassen, die Theologie muss den Dialog mit ihnen suchen und Priester sind schliesslich auch (!) Theologen. Und in diesem Fall ist die Priesterweihe kein Kriterium
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#9   Stimme aus Wien   12:42:56 | Freitag, 26. Mai 2006
Antonius
Papst Benedikt XVI. hat sicher nicht gemeint, dass wir Katholiken uns wieder in die Isolation (Ghettoisierung als reine Gebetsgemeinschaft) zureckziehen sollen, von wo aus wir keinen Einfluss auf das Weltgeschehen nehmen koennen.
Nein, das hat er ganz bestimmt nicht gemeint – denn Katholiken sind nicht alle Priester. Priester sind halt ein kleiner Teil der Kath. Kirche und im Dienst der Mehrzahl der Katholiken. Ihre besondere Begabung: Spezialisten zu sein, welche die Menschen zur Begegnung mit Gott führen und nicht sich in Wirtschaft, Architektur oder Politik auszukennen, – ich kenne nämlich keine kath. theol. Fakultät mit Lehrgang für Wirtschafts- und Politikwissenschaften.
Dieses Manko hebt weder eine Priester- noch eine Bischofsweihe auf.
Politik und Wirtschaft zu machen ist die Sache der Laien, die auf diesem Gebiet eine Kompetenz haben. Eine Weihe verleiht auf diesen Gebieten keine Kompetenzen.
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#8   Antonius   11:42:58 | Freitag, 26. Mai 2006
Sind Wirtschaft und Politik egal?
Die Gläubigen würden von den Priestern nur eines erwarten: Spezialisten zu sein, welche die Menschen zur Begegnung mit Gott führen. Der Priester müsse sich nicht in Wirtschaft, Architektur oder Politik auskennen, sondern nur im spirituellen Leben.
Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass unser Heiliger Vater so gesprochen hat, hier liegt wohl eher ein Missverstaendnis vor. Natuerlich liegt der Hauptakzent der priesterlichen Taetigkeit auf der Seelsorge und darin, Menschen auf ihrem Weg mit Gott zu begleiten. Aber die Realitaet, in der wir leben, wird eben fortschreitend komplexer und unuebersichtlicher – eben weilsie so stark von Wirtschaft und Politik bestimmt wird. Insofern musssich ein Priester darin hervorragend auskennen. Schliesslich gibt es nicht nur die individuelle Suende, sondern auch Strukturen der Suende, und die sind eben politischer und wirtschaftlicher Natur. Ein Priester muss diese potentiellen Unterdrueckungsmechanismen erkennen, um als ein von allen Parteiungen ernstgenommener Gespraechspartner gegen sie vorgehen zu koennen. Insofern hat Spiritualitaet auch eine politische Dimension, denn wir sind als Bewohner dieser Welt mitverantwortlich fuer ihre Erhaltung. Papst Benedikt XVI. hat sicher nicht gemeint, dass wir Katholiken uns wieder in die Isolation (Ghettoisierung als reine Gebetsgemeinschaft) zureckziehen sollen, von wo aus wir keinen Einfluss auf das Weltgeschehen nehmen koennen.
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#7   deusexmachina   01:33:48 | Freitag, 26. Mai 2006
@Holti
Wissen Sie, dem ersten Teil Ihres Beitrags stimme ich ja sogar zu: Nein, natürlich muss sich ein Architekt nicht in Theologie auskennen, um Architekt sein zu können. Allerdings kann er dann natürlich auch wenig Akzeptanz irgendwelcher theologischen Außerungen erwarten, nicht? Sie brauchen sich nicht in Webprogrammierung auszukennen, um, was weiß ich, Bahnbeamter zu sein, aber wenn Sie es nicht tun und dennoch irgendeinen Unsinn darüber absondern, werden Sie halt von den Fachleuten nicht ernst genommen – zu Recht, wohlgemerkt.
Aber um „nur“ Architekt zu sein, braucht man keine Theologie. Oder umgekehrt. Ganz klar. Solange man sich darauf beschränkt.
Soweit sind wir völlig einer Meinung.
Sie meinen, ich würde provozieren wollen? Mitnichten. Ich würde es ja sogar sehr begrüßen, wenn diese Worte seiner Heiligkeit zum Handlungsmaßstab seiner Kleriker würden. Das allerdings steht nicht zu erwarten, da ja der Papst selbst keinerlei Ansatz in dieser Richtung zeigt.
Ich wüsste nicht, wo ich mit Kanonen geschossen hätte. kreuz.net befand diese Äußerung Benedikt XVI. für zitierwürdig, eventuelle Klagen darüber wollen Sie also bitte an deren Redaktion richten. Ich habe lediglich aufgezeigt, was diese Worte in realitas bedeuten würden und warum ich daran zweifle, dass man sie ernst nehmen darf, da dies de facto einer Selbstkastration der Kirche gleichkäme (die ich zweifelsohne begrüßenswert fände, die ich aber nicht ernstlich als – von seiten der Kirche aus – gewollt annehme).
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#6   Holti   00:19:55 | Freitag, 26. Mai 2006
Logik
MUSS sich ein Architekt in Theologie auskennen um Architekt sein zu können? Nein.
MUSS sich ein Politiker in Architektur auskennen um Politiker sein zu können? Nein.
Um diese Berufe ausüben zu können ist das Wissen der anderen nicht notwendig. Es ist auch nicht normativ. Genauso verhält es sich bei Priestern. Der Priester Aufgaben sind Gebet und Seelsorge mit allem was dazu gehört. Und dazu ist Wirtschaft und Politik nicht nötig. Nichtsdestotrotz ist es sicherlich wünschenswert wenn sich Priester in Politik und Wirtschaft auskennen.
Was soll der Satzteil „dann ist also damit zu rechnen, dass sich in Zukunft Priester aller Hierarchiestufen nicht mehr zu den Gebieten äußern, von denen sie – wunschgemäß – keine Ahnung haben, ja?“? Was bezwecken Sie damit? Sie provozieren damit nur. Wollen Sie damit den Heiligen Vater angreifen? Oder wollen Sie sich einfach über ihn lustig machen?
Ha-ha-ha. Das glaubt der werte Herr Ratzinger ja wohl selber nicht… zumal er selbst nicht danach handelt.
Was also soll das schiere Lippenbekenntnis?
Auch hier scheinen Sie provozieren zu wollen
Es kann gut sein, wie schon angesprochen, dass dies eine Anspielung auf das Verhalten des Pfarrers von Radio Maria sein soll.
Nach Ihrem letzten Absatz kann man wohl feststellen, dass der Ausspruch „mit Kanonen auf Spatzen schießen“
ganz gut auf Sie zutrifft, deusexmachina.
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#5   Dr. Christoph Heger   23:43:07 | Donnerstag, 25. Mai 2006
„Heiligmäßig“?
Der Papst betete einige Minuten am Grab des heiligmäßigen, früheren Primas von Polen, Stefan Kardinal Wyszynski († 1981).
Ich habe ja sicher nichts dagegen, daß der verstorbene Prälat die ewige Seligkeit erlangt. Aber ihn gleich für heiligmäßig zu erklären, geht für meinen Geschmack etwas weit.
Oder um es positiv auszudrücken: Das gibt Hoffnung für alle kleinen Hehler, daß sie nicht nur in den Himmel kommen, sondern a fortiori auch gleich in Massen heilig gesprochen werden können. o^/
MfG
Christoph Heger
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#4   Gotthard   23:20:28 | Donnerstag, 25. Mai 2006
warum nicht?
Warum sollte er mit Menschen jüdischen Glaubens keine Psalmen beten? Warum sollte er mit ihnen nicht so zu JHWH beten wie Jesus selbst auch? Psalmen sind Teil unseres christlichen Gebetsschatzes – für den Papst im Stundengebet tägliche Übung – und DIE Gebets-Brücke zu unseren jüdischen Mitmenschen.
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#3   Graf von Galen   23:08:50 | Donnerstag, 25. Mai 2006
Interreligiöses Gebet ?
Plant der Heilge Vater etwa ein interreligiöses Gebet mit Juden ?
Dann wäre er seiner in dem Buch „Glaube, Wahrheit, Toleranz“ dargelegten Überzeugung untreu geworden.
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#2   Bonjour   23:01:14 | Donnerstag, 25. Mai 2006
@ ddl
M.E. hat es der Papst schlichtweg (noch) nicht gewagt, offen gegen die politisch-hetzerische Agitation „Radio Marjyas“ Stellung zu nehmen. Deshalb wohl diese verklausulierte „Zurechtweisung“.
Auch Verklausulieren will gelernt sein. Zumindest sollte man bedenken, dass auch die Hülle unerwartete Wirkungen entfalten kann.
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#1   deusexmachina   22:47:31 | Donnerstag, 25. Mai 2006
Logische Konsequenz
„Der Priester müsse sich nicht in Wirtschaft, Architektur oder Politik auskennen, sondern nur im spirituellen Leben „
Wenn das so ist und als Lehre des Papstes augegeben wird, dann ist also damit zu rechnen, dass sich in Zukunft Priester aller Hierarchiestufen nicht mehr zu den Gebieten äußern, von denen sie – wunschgemäß – keine Ahnung haben, ja? Also zu Wirtschaft, Architektur oder Politik?
Ha-ha-ha. Das glaubt der werte Herr Ratzinger ja wohl selber nicht… zumal er selbst nicht danach handelt.
Was also soll das schiere Lippenbekenntnis?
Oder soll es (was jetzt freundlicherweise ursprünglich ‘mal nicht unterstellen wollte) etwa doch bedeuten: „Ihr braucht nix zu wissen, aber fröhlich drauflosschnattern könnt und sollt Ihr natürlich dennoch“? Ignorance is bliss? Selig die argumentativ Armen?
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