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Sünder in der Kirche + Untätigkeit? + Ökumenische Müdigkeit + Entsetzlicher Embryo + Hetze gegen die Kirche
Sünder in der Kirche

Polen. Papst Benedikt XVI. traf gestern in der Kathedrale von Warschau mit Priestern und Ordensleuten zusammen. Dabei sprach der Heilige Vater von den „Sündern in der Kirche“: „Wir glauben, daß die Kirche heilig ist, aber es gibt Sünder unter ihren Mitgliedern.“ Die Gläubigen dürften sich nicht nur mit denen identifizieren, die ohne Sünde sind. Benedikt XVI. warnte auch davor, über frühere Generationen zu richten, die in anderen Zeiten und unter anderen Umständen lebten. Er erwähnte in diesem Zusammenhang den Vorwurf an die Kirche, angeblich während der nationalsozialistischen Diktatur geschwiegen zu haben.

Untätigkeit?

Vatikan. Laut dem Vatikanisten der italienischen Tageszeitung ‘Il Messagero’, Orazio Petrosillo, sehe Papst Benedikt XVI. die wahre Reform der Kurie nicht in einem „Walzer von Ernennungen und im Aufbau von Dikasterien, sondern in der langsamen Reinigung des Glaubens – mit der Gefahr, diese vermittle den Eindruck der Untätigkeit“. Orazio Petrosillo prophezeite vor zwei Wochen die Ernennung von Kurienkardinal Sepe zum Erzbischof von Neapel.

Ökumenische Müdigkeit

Deutschland. Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, klagt, daß es im Moment in der Ökumene „mehr Müdigkeit als entschiedenen Willen“ gebe. In einem Interview mit der „Saarbrücker Zeitung“ vom vergangenen Samstag fragt sich der Bischof von Mainz, ob „die Leidenschaft für die Einheit der Kirche wirklich noch so groß ist, daß Hindernisse überwunden werden können“. Gleichzeitig erklärte er, es gebe zu einer wirklichen Ökumene keine Alternative.

Entsetzlicher Embryo

Österreich. Am vergangenen Donnerstag überreichte Sissi Potzinger – eine ÖVP-Gemeinderätin der südösterreichischen Stadt Graz – im Rahmen einer Diskussion über die Tabuzone vor Kinderschlachthöfen der sozialistischen Stadträtin Tatjana Kaltenbeck-Michl ein Plastikembryo. Die Genossin, die dafür kämpft, die Kinderabtreibung unter Polizeischutz zu stellen, zeigte sich über diese Geste „entsetzt“: So werde „für radikale Abtreibungsgegner“ Partei ergriffen, „die Frauen auf unzumutbare Weise belästigen“.

Hetze gegen die Kirche

Deutschland. Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Erwin Josef Ender, beklagte den zunehmenden Spott über die Kirche. Laut einem Bericht der ‘Katholischen Nachrichtenagentur’ kritisierte der Nuntius am vergangenen Sonntag im Bonner Münster vor allem den „kalten Wind der Medien“: Christliche Wahrheiten und kirchliche Positionen würden lächerlich gemacht. Aus der Geschichte der Kirche werde fast nur Negatives berichtet, so Erzbischof Ender.
      
10 Lesermeinungen
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#10   Markus-Antonius †   09:49:42 | Montag, 29. Mai 2006
Der Pfingstmontag
ist zwar ein gesetzlicher, aber dennoch kein kirchlicher Feiertag, auf den die sog. „Sonntagspflicht“ zutreffen würde, ebensowenig die restlichen Tage der Pfingstoktav. In anderen Ländern gibt es keinen arbeitsfreien Pfingstmontag. Deshalb wäre dieser Tag ein hervorragender Termin zur Feier ökumenischer Gottesdienst (natürlich nur für Protestanten und Haeretiker, so wie ich einer bin).
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#9   Benedikt   23:33:26 | Samstag, 27. Mai 2006
@ Gotthard
Der Pfingstmontag hat keinerlei Auszeichnung eines echten Feiertages
Der Pfingstmontag ist gesetzlicher Feiertag und der zweite Tag der Pfingstoktav. Die Katholiken sind daher zum Messbesuch aufgerufen. Ihre ökumenische Betstunde können Sie doch am Samstag machen (geschieht so in unserer Nachbargemeinde).
Was Gemeinden vor Ort tun können, wird hier getan.
Solange Sie die Unterschiede nicht geklärt haben, die faktisch nun mal bestehen, sind das alles bloß Scheinveranstaltungen, bei denen das Trennende bloß für den Schein ausgeblendet wird. Das ist eben keine Einheit, denn die Unterschiede bestehen weiter und verschwinden auch nicht dadurch, dass man sie „vergisst“.
Wenn ich es recht erinnere wird der Aschermittwoch, die Osternacht und der Pfingstmontag ökumenisch begangen – in der jeweils angemessenen Form.
Was können Sie eigentlich zur heiligmachenden Gnade sagen, die von der Hl. Messe ausgeht?
Es fragt heute niemand mehr nach Katholiken sondern nur noch nach Christen.
Lassen Sie sich doch nicht einlullen. Welchen Schritt haben denn die Protestanten auf Ihre katholische Gemeinde gemacht? Sie verzichten auf die Messe udn vermutlich noch auf eine weitere Reihe an kath. Spezifika, nur damit sich auch die Protestanten wohlfühlen können. Die verzichten dagegen auf nichts. Die Rückkehrökumene ist zu einer Anpassungsökumene geworden, Anpassung an den Protestantismus.
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#8   Gotthard   23:11:57 | Samstag, 27. Mai 2006
@benedikt
Ich bin ein Vertreter und „Leber“ der konkreten Ökumene vor Ort.
Der Pfingstmontag hat keinerlei Auszeichnung eines echten Feiertages … er bietet sich tatsächlich als „ökumenischer Feiertag“ geradezu an…
Was Gemeinden vor Ort tun können, wird hier getan. Wenn ich es recht erinnere wird der Aschermittwoch, die Osternacht und der Pfingstmontag ökumenisch begangen – in der jeweils angemessenen Form.
Es fragt heute niemand mehr nach Katholiken sondern nur noch nach Christen.
(Hiermit oute ich mich gerne als Häretiker)
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#7   Benedikt   16:10:35 | Samstag, 27. Mai 2006
Ökumene
In einem Interview mit der „Saarbrücker Zeitung“ vom vergangenen Samstag fragt sich der Bischof von Mainz, ob „die Leidenschaft für die Einheit der Kirche wirklich noch so groß ist, daß Hindernisse überwunden werden können“. Gleichzeitig erklärte er, es gebe zu einer wirklichen Ökumene keine Alternative.
Mit Verlaub Eminenz, stellen Sie diese Frage doch mal den Ihnen bekannten protestantischen Verantwortungsträgern. Was haben die denn effektiv in den letzten Jahren für die Ökumene getan, abgesehen davon, dass sie allesamt eine Protestantisierung der kath. Kirche gepredigt haben? Bezüglich der Überwindung der Hindernisse bin ich mehr als skeptisch. Die Unterschiede sind sehr groß und eigentlich gar nicht vereinbar.
@ Gotthard
Aber wo bleiben die Initiativen für eine gestärkte – auch spirituelle – Ökumene?
Warum wird der Pfingstmontag oder der Ostermontag nicht zu einem „Festtag der Ökumene“ ausgerufen
Ah, Sie sind ein Vertreter der Scheinökumene. Für die Zeitung ein hübsches Bild mit den protestantischen Christen beim Beten, während die Inhalte völlig ausgeblendet werden. Hauptsache, die Fassade stimmt. Sie sind mir ein schöner Ökumeniker.
und warum drängen die Bischöfe die Gemeinden nicht zu ökumenischen Gottesdiensten an diesem Festtag?
An beiden von Ihnen genannten Tagen sollten die Katholiken lieber die Hl. Messe besuchen. Das sollte an Feiertagen Usus sein.
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#6   Dr. Otterbeck   18:14:20 | Freitag, 26. Mai 2006
„Man hat die Häretiker,
die Protestanten, ‘Brüder’ genannt, ‘getrennte Brüder’. Hier ist sie: die ‘fraternité’. Das Gleiche gilt für den Ökumenismus; das ist die Brüderlichkeit mit den Kommunisten.“
cf. Lefebvre, Un évêque parle, Paris 1974.
Merken Sie nicht, Sulpice, wie sehr das aus der frz. Innenpolitik der 1968er Jahre stammt? Aber Sie schaffen es sicherlich, uns zu erklären, warum auch Präsident Putin ein Calvinist ist?? Oder Kommunist?
„Politique d’abord!“
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#5   Sulpicius   18:06:08 | Freitag, 26. Mai 2006
@Gotthard
Festtag der Ökumene
Wer soll denn da hinkommen außer Ihnen?
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#4   Gotthard   17:43:24 | Freitag, 26. Mai 2006
Festtag der Ökumene
fragt sich der Bischof von Mainz, ob „die Leidenschaft für die Einheit der Kirche wirklich noch so groß ist, daß Hindernisse überwunden werden können“
Aber wo bleiben die Initiativen für eine gestärkte – auch spirituelle – Ökumene?
Warum wird der Pfingstmontag oder der Ostermontag nicht zu einem „Festtag der Ökumene“ ausgerufen – und warum drängen die Bischöfe die Gemeinden nicht zu ökumenischen Gottesdiensten an diesem Festtag?
Hier am Ort ist schon seit Jahren am Pfingsmontag ein ökumenischer Gottesdienst – die beiden Pfarrer wechseln sich in der Predigt ab.
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#3   Frl.Ilse   17:26:47 | Freitag, 26. Mai 2006
QHetze
Na, die Klage ist ja wohl reichlich übertrieben. Seit dem Tod von Papst Johannes Paul II. und der Wahl Ratzingers zum Papst ist noch nie so viel über die Kirche, ganz besonders die katholische, in Fernsehen und anderen Medien gewesen. Das darunter etwas mit Hetze war, ist mir, als eifriger Zeitungsleserin, nicht erinnerlich (und seit Rudolf Augstein tot ist, ist auch der Ton des „Spiegel“ ein ganz anderer geworden). Wenn mit Hetze natürlich die eine oder andere Kritik oder gar ein dümmlicher Comic namens „Popetown“ gemeint sind, der die Aufmerksamkeit der Medien nur durch das Gejammer der Kirche erst erhalten hat, dann kann ich die mimosenhafte Weltsicht der Kirche nur beklagen. Jeder Politiker, jeder Schauspieler, jeder Sportler und der Bundestrainer der Fußball-Nationalmannschaft müssen (und können!) täglich mehr Spott ertragen als die Kirche. Wie heißt es so schön: Das muss eine demokratische Gesellschaft abkönnen. Und sie tut es, Tag für Tag.
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#2   stat crux   11:00:20 | Freitag, 26. Mai 2006
Das Problem der Ökumene,
neben anderen, ist doch, dass die Apparate selbst dann nicht fusionieren, wenn die doktrinären Gegensätze eingeebnet sind. Luther wird nicht „zurückkehren“ und Petrus nicht vor dem Lutherdenkmal auf die Knie gehen. Die „Müdigkeit“ hinsichtlich des Palavers war abzusehen. Neuer Schwung wird nur in gemeinsamem Gebet und in gemeinsamem Zeugnis gefunden, nicht in Sozialpapieren. Jede Wette.
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#1   Dr. Otterbeck   08:13:09 | Freitag, 26. Mai 2006
„Walzer von Ernennungen“
Mancher kreuz.nett-Schreiber hat ja bereits Enttäuschung signalisiert, dass der große „Ruck“ im Vatikan unter BXVI bislang ausblieb. Ein weiteres Indiz für eine faschistoid-politische Sicht von Kirche: Man erwartet den großen Reichsmarschall, der die „Modernisten“ bestraft und die Integralen zur Ehre der Altäre erhebt. Das ist die antispirituelle Sicht, an der diese Omnipotenzphantasien immer wieder scheitern werden. Der Papst benötigt volle Primatialgewalt, um bei einem Club von 1,1 Mrd. Mitgliedern überhaupt millimeterweise Fortschritte erzwingen zu können. Paul VI. hatte die Grenzen pp. Autorität voll ausgeschöpft und doch nannten ihn beide Flügeladjutanten (der frz. Integralist und der dt. Liberalist) „Hamlet“. Es geht nur so, wie Benedikt sagt: Bete und arbeite.
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