Blasphemie
Gotteslästerung hausgemacht
Ende April organisierte eine österreichische Pfarrei ein Theaterstück, das die christliche Religion der Lächerlichkeit preisgibt. Zunächst war die Pfarrkirche als Aufführungsort vorgesehen.
(kreuz.net, Knittelfeld) Am 21. und 22. April kam es in der Pfarrei Knittelfeld zur Aufführung des gotteslästerlichen Theaterstücks ‘Krach im Hause Gott’.

Das berichtete das monatlich erscheinende Faltblatt der katholischen Laienverbände ‘Vereinigung der Initiativkreise’ und ‘Pro Sancta Ecclesia’.

Das Stück stammt vom umstrittenen österreichischen Mundartdramatiker Felix Mitterer (59).

Knittelfeld befindet sich rund 50 Kilometer nordöstlich von Graz.

Das zweifelhafte Theaterstück verhöhnt die Dreifaltigkeit, das Leiden Christi und die Gottesmutter.

Im Stück hält die Trinität, welche durch drei Personen verkörpert wird, Gericht über die sündige Menschheit. Die erzürnte Gottheit will die mißratene Schöpfung von der Erde tilgen.

Während der Verhandlungen tritt der Teufel als Anwalt der Menschen auf. Er sieht die Schuld der Menschen in der ökologischen und moralischen Misere der Lehren und Gebote der Bibel begründet. Gott Vater kapituliert vor den Argumenten Satans.

Sodann übernimmt Gott Sohn die Verantwortung für das Versagen der Menschheit. Er will den Vater überzeugen, nicht die Menschen, sondern ihn zu vernichten.

Die Muttergottes macht anschließend mit einer gehörigen Portion Fäkalsprache die Verdrängung des Matriarchats im Himmel und auf Erden für das Leiden auf der Welt verantwortlich.

Zuletzt vertagt Gott die Gerichtsverhandlung. Dem fügt Satan hinzu, daß sich die Menschen vielleicht selber vernichten und Gott keine Lösung mehr finden müsse.

Der Stadtpfarrer und Dechant von Knittelfeld plante zunächst, die von seiner Gemeinde organisierte Aufführung des Schmudelstücks in der Pfarrkirche zu veranstalten.

Dagegen protestierten die beiden katholischen Laienorganisationen ‘Vereinigung der Initiativkreise’ und ‘Pro Sancta Ecclesia’. Sie wandten sich an den Bischof von Graz, Mons. Egon Kapellari, und an die römische Glaubenskongregation.

Bischof Kapellari distanzierte sich wegen der Proteste in einem Schreiben von der Veranstaltung.

Daraufhin wurde in Knittelfeld beschlossen, das Stück nicht in der Stadtpfarrkirche, sondern im Saal des katholischen Arbeiterwohnheims ‘Kolpinghaus’ aufzuführen.

Die blasphemische Inszenierung wollte oder konnte der Bischof offenbar nicht verhindern.

Die gotteslästerliche Aufführung Ende April wurde vom Pfarrer von Knittelfeld eröffnet. Im Saal des ‘Kolpinghauses’ wird gelegentlich auch die Messe gelesen.
      
4 Lesermeinungen
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#4   Dr. Otterbeck   17:27:56 | Freitag, 26. Mai 2006
Korrektur
„eigentlich NICHT gemeint“ muss es unter ‘donum vitae’ heißen; O.
:-$
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#3   deusexmachina   17:25:35 | Freitag, 26. Mai 2006
@wiener
Den grundsätzlchen Ansatz des Stückes halte ich schon für interessant. Ein dreeinigkeitsinternes Streitgespräch mag zwar – wohl im dramatischen Interesse – überspitzt erscheinen, aber es entbehrt nicht der Grundlage: Ganz offenkundig MUSS es ja Unterschiede zwischen den drei Aspekten geben, sonst wären sie ja nicht drei, sondern (nur) eins.
Die Bibel selbst zeigt uns ja durchaus ebenfalls sehr verschiedene Gesichter / Aspekte Gottes – wenn doch wir Menschen nach seinem Bilde geschaffen sind und von uns selbst das „mit uns hadern“ nur allzugut kennen (und zuweilen als „zwei Seelen, ach, in unserer Brust“ apostrophieren), warum sollte dergleichen Empfindung dem Schöpfer, der sich selbst Modell stand, fremd sein? Insbesondere dann, wenn er – anders als der Mensch – diskrete Manifestationen kennt?
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#2   wiener   14:25:32 | Freitag, 26. Mai 2006
stellvertretung?
ich kenne das stück nicht. jedoch hat mich folgender absatz im artikel aufhorchen lassen:
Sodann übernimmt Gott Sohn die Verantwortung für das Versagen der Menschheit. Er will den Vater überzeugen, nicht die Menschen, sondern ihn zu vernichten.
dies scheint mir – wenn auch nicht in theologischer, sondern in dramatischer sprache – ein hinweis auf den stellvertretenden kreuzestod jesu zu sein, der durchaus legitim und theologisch zutreffend ist.
vgl. dazu den phil-hymnus – da ist das ganz ähnlich formuliert.
was selbstverständlich theologisch unhaltbar ist, ist das ausspielen der göttlichen personen gegeneinander, so als ob jesus christus den zorn gottes des vaters besänftigen und ihn von der zerstörung der welt abhalten müsste. aber ähnlich theologisch fragwürdiges wird uns in so manchen privatoffenbarungen serviert.
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#1   aphrodite †   12:43:14 | Freitag, 26. Mai 2006
Knittelfeld ;-)))
Ich zitiere den wehrhaften Christen Dr. Jörg Haider: Knittelfeld war ein Betriebsunfall. ;-))
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