„Die Kirche kann den Geist der Wahrheit nicht verschweigen“
Rund eine halbe Million Gläubige versammelten sich heute Vormittag in Warschau trotz strömendem Regen zu einer bewegenden Papstmesse unter freiem Himmel. Der Gottesdienst war auch kirchenmusikalisch eine Glanzleistung.
(kreuz.net, Warschau) Für die Messe auf dem Pilsudski-Platz im Zentrum von Warschau wurde eine vier Meter
hohe Plattform mit einem 25 Meter hohen Kreuz errichtet.
Die polnischen Behörden hatten im Vorfeld mit
bis zu einer Million Menschen gerechnet. Trotz der strömenden Regenfälle warteten viele Gläubige die
ganze Nacht im Freien auf den Papst.
Benedikt XVI. erinnerte in seiner Predigt an den ersten Polenbesuch
seines Vorgängers im Jahr 1979. Damals hörte das Land den legendären Aufruf des Papstes, in dem Johannes
Paul II. zum Widerstand gegen die herrschenden Kommunisten aufrief: „Dein Geist steige herab und erneuere
das Antlitz der Erde. Dieser Erde!“
Der Heilige Vater gedachte auch der feierlichen Trauerzeremonie für
den heiligmäßigen Primas von Polen, Stefan Kardinal Stefan Wyszynski († 28. Mai 1981), die vor fast
genau 25 Jahren auf demselben Platz stattgefunden hatte.
„Die Apostel haben das Wort Christi im Laufe
der Kirchengeschichte gepredigt und sich bemüht, es ihren Nachfolgern unverändert weiterzugeben.“
Viele
Prediger des Evangeliums hätten aus Treue zur Wahrheit des Wortes Christi das eigene Leben hingegeben.
So sei die Tradition der Kirche aus Sorge um die Wahrheit entstanden.
Wie in den vergangenen Jahrhunderten
gebe es auch heute Personen und Kreise, die diese jahrhundertealte Tradition vernachlässigen, das Wort
Christi verfälschen und unbequeme Wahrheiten des Evangeliums beiseiteschieben möchten.
Man erkläre
alles für relativ und lasse selbst die Wahrheiten des Glaubens von der historischen Situation und der
Bewertung durch den Menschen abhängen: „Doch die Kirche kann den Geist der Wahrheit nicht verschweigen.“
Christus zu lieben, bedeute, sich ihm auch in der Stunde der Prüfung anzuvertrauen – ihm selbst auf
dem Kreuzweg treu zu folgen.
Die Liebe zu Christus verwirkliche sich durch die innere Vereinigung, die
auf den Sakramenten gründet und durch Gebet, Lobpreis, Dank und Reue bestärkt werde. Das beinhalte die
Bereitschaft, auf alles zu verzichten, was die Ablehnung seiner Liebe darstellt.
An der Messe nahm auch
der Polnische Staatspräsident, Lech Kaczynski, teil. Er war auch der erste, der für den Empfang der
Heiligen Kommunion vor den Papst hintrat.
Heute nachmittag wird Benedikt XVI. zur Schwarzen Madonna in
den weltbekannten südpolnischen Wallfahrtsort Tschenstochau fliegen.
Am abend reist er hundert Kilometer
weiter nach Krakau, in die ehemalige Bischofsstadt seines Vorgängers.
Die viertägige Papstreise endet
am Sonntag mit einem Besuch im nationalsozialistischen Vernichtungslager Auschwitz.
Email-Adressen der Empfänger
Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.