Diözese Linz
Ein Dementi
In Linz demonstrieren der residierende und der resignierte Bischof vor der lokalen Kirchenzeitung ungetrübte Brüderlichkeit und inhaltliche Übereinstimmung.
(kreuz.net, Linz) „Es besteht keine Kluft zwischen Bischof Maximilian Aichern und mir, im Gegenteil, wir haben ein sehr brüderliches Verhältnis!“

Das erklärte der residierende Bischof von Linz, Mons. Ludwig Schwarz, am Mittwoch nach einem Bericht der ‘Kirchenzeitung der Diözese Linz’.

Grund für das Dementi war ein Bericht in den österreichischen Medien, in dem von einem „Kurswechsel“ in der Diözese Linz die Rede gewesen war.

Durch die jüngste Erklärung des Diözesanbischofs sind solche Gerüchte widerlegt.

Während der langen Amtszeit von Bischof Maximilian Aichern (1982-2005) wurde die Diözese Linz stark von kirchenfeindlichen Kräften unterlaufen. Linz gilt heute als eines der liberalsten Bistümer Österreichs.

Zweifel über die Harmonie zwischen den beiden Linzer Bischöfen waren jüngst in der erneut aufgeworfenen Frage der sogenannten Frauenordination aufgekommen.

Im Schreiben ‘Ordinatio Sacerdotalis’ erklärte Papst Johannes Paul II. im Jahre 1994, daß eine Weihe von Frauen der Kirche nicht möglich ist.

Der emeritierte Bischof von Linz, Mons. Maximilian Aichern hatte in einer Aussendung der ‘Katholischen Frauenbewegung Österreichs’ das Diakonat der Frau gefordert.

Kurz darauf erklärte der residierende Bischof von Linz, daß bei den Kriterien für die Priesterweihe die weltkirchlichen Entscheidungen akzeptiert werden sollten.

Aus den nahe beieinanderliegenden Aussagen der beiden Bischöfe hatten Presseorgane theologische Differenzen herausgelesen.

Doch mit der jüngsten Erklärung unterstreichen die zwei Bischöfe, daß sie beide das gleiche wollen.

Bischof Aichern hält an seiner Forderung nach der von Johannes Paul II. abgelehnten Ordination von Diakoninnen fest, hat sie aber – nach Angaben der ‘Linzer Kirchenzeitung’ – „in ein anderes Licht“ gestellt.

Er habe das Anliegen einer Weihe von Frauen zu Diakonen schon während seiner bischöflichen Amtszeit, während der er innerhalb der Bischofskonferenz auch für Frauenangelegenheiten verantwortlich war, vertreten.

Man habe dieses „Anliegen“ in Österreich – so die Rechtfertigung von Bischof Aichern – schon im Jahre 1996 bei einer Wallfahrt aller österreichischen Diözesen in den steirischen Marienwallfahrtsort Mariazell „als Anliegen an die Weltkirche formuliert.“

Doch wie sein Nachfolger sei er der Meinung, daß man „den Weg mit der Weltkirche“ gehen müsse.

Bischof Schwarz betonte seinerseits gegenüber seiner Kirchenzeitung, daß er die „Sorgen der Bevölkerung“, die mit der Frage des Priestermangels zusammenhängen, bei der Bischofskonferenz vorgebracht und sogar als Thema für die Weltbischofssynode in Rom 2009 vorgeschlagen habe.

Man müsse Lösungen für die Not finden.

Das Priesterseminar der Diözese Linz befindet sich seit Jahren in einer Dauerkrise, die sich unter anderem auch in stagnierenden Nachwuchszahlen äußert.
      
14 Lesermeinungen
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#14   -rif-   20:07:16 | Samstag, 17. Juni 2006
re zu semiotico: Ablöse
ja ich kenne die Diözese Linz auch recht gut und darf Ihnen recht geben: Maximilians Gesundheit war wirklich – in vielfacher Hinsicht – äußerst angegriffen. Die Diözese leidet heute noch sehr an diesen bischöflichen Unpäßlichkeiten! -rif-
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#13   semiotico   19:45:06 | Samstag, 17. Juni 2006
@Ablöse
Ich kenne die Diözese Linz sehr gut. Und ich kann Ihnen versichern: Aichern ging aus Alters- und gesundheitlichen Gründen. Und aus keinem anderen Grund.
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#12   -rif-   19:37:15 | Samstag, 17. Juni 2006
Das Dementi aus Linz
Wenn der neue Linzer Oberhirte in allem und jedem mit dem Wirken seines Vorgängers einverstanden ist, dann erhebt sich die Frage, wozu denn ein Bischofswechsel in Linz notwendig war. Wenn die Diözese Linz nach dem Dafürhalten vieler aufrichtiger Katholiken, man verzeihe mir- in vielfacher Hinsicht nach Maximilian eher einem „S…haufen“ gleicht, als einer geordneten Teilkirche, dann muß das doch etwas mit der Amtsführung des Altbischofs zu tun haben. Wenn Bischof Ludwig dennoch keinerlei Differenzen zu seinem Vorgänger hätte, bleibt eigentlich nur mehr ein Wunsch: Gute Nacht! -rif-
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#11   Rebecca vds †   17:16:09 | Dienstag, 30. Mai 2006
@athanasius1957
Danke, dass Sie meine Fragen so präzise beantwortet haben.
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#10   athanasius1957   13:54:46 | Dienstag, 30. Mai 2006
wie gesagt jede/r gg jede/n
Es ist müßig hier zu antworten, da ich weiß, daß meine Tochter mich wohl verstanden hat, es aber den Rahmen sprengen würde, auf manche Mentalergüße im gleichen Niveau zu antworten.
Viele Priester und Eltern, denen ich jenes Erlebnis erzählt hatte, waren davon begeistert und haben es auch schon in Kathechesen bzw. Predigten verwendet.
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#9   Sulpicius   19:29:01 | Montag, 29. Mai 2006
Wie heißt es so schön…
Pack schlägt sich, Pack verträgt sich.
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#8   aphrodite †   16:54:27 | Montag, 29. Mai 2006
@Athanasius1957
also wenn ich mir vorstelle, mir hätte wer mit 11 erklärt, ich kann Leben schaffen durch die Empfängnis, ich kann mir nicht vorstellen, dass ich das verstanden hätte – und wenn, dann hätte ich es als Aufruf zur Nymphomanie verstehen müssen. Aber, lieber Athanasius, wenn ihre Pädagogik so gut ist wie ihre Beiträge hier, dann können einem ihre Kinder sowieso nur leidtun!
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#7   Rebecca vds †   16:23:14 | Montag, 29. Mai 2006
@centesimus annus
Ja, bin auch überrascht. Und schon auf weitere Ergüsse kreuz.net-lehramtlicher Weisheit gespannt! ;-)
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#6   centesimus annus   15:13:17 | Montag, 29. Mai 2006
du meine güte…
was man hier so alles lernen kann – ich bin bisher ja davon ausgegangen, dass neues leben (zumindest im bereich der vertebratae) durch vereinigung männlicher und weiblicher zellen entsteht. aber man lernt nie aus… ?:)
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#5   stat crux   13:13:13 | Montag, 29. Mai 2006
Aus dem Bauch heraus,
sagte Ath. 57: „Du bist es schon!“ Mit solchen Märchen wird man dem Ernst der Frage nicht gerecht, die sicherlich definitiv entschieden, aber noch nicht allseits ausgeleuchtet ist.
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#4   Rebecca vds †   11:56:32 | Montag, 29. Mai 2006
Und der Mann?
@athanasius:
Heißt das, der Mann erschafft durch die Zeugung kein Leben und ist deswegen, damit’s in der Schöpfung ein bisschen gerechter zugeht, darauf angewiesen, wenigstens Priester werden zu dürfen? Daraus ergäbe sich dann eine Hierarchie innerhalb der Schöpfung:
Stufe 1: ALLE Frauen und außerdem die Priester.
Stufe 2: Männer, die keine Priester sind.
Korrekt? Das wird Ihre 11-jährige Tochter bestimmt total supi überzeugend finden.
Und wenn das so ist, warum sind dann im kanonischen Recht bestimmte Ämter auf Priester beschränkt, aber Frauen nicht zugänglich, obwohl die doch schon längst Priester sind? Z.B. das Amt des Richters, das des Pfarrers etc. Wenn Frauen schon längst Priester sind, können die dann auch gültig Messen vorstehen?
Eine Menge interessanter Fragen, die Sie sicher in Ihrer überragenden väterlichen (aber nicht priesterlich-lebenschaffenden) Weisheit beantworten können.
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#3   athanasius1957   11:09:48 | Montag, 29. Mai 2006
und wieder einmal frauenordination
Schon im Artikel Nicht vom historischen Jesus eingesetzt www.kreuz.net/…ticle.3146-page.html und jenem Keine Diskussion über Frauenpriesterinnen www.kreuz.net/…ticle.1979-page.html schrieb ich folgendes:
meine Tochter, 11 Jahre, fragte mich vor kurzem: „Warum darf ich nicht Priesterin sein?“
Ich (aus dem Bauch heraus): „Du bist es schon!“
Sie entrüstet: „Papa, red keinen Blödsinn“
Ich: Nein, ich mein’s Ernst.
Sie unsicher: Und wieso?
Ich: Was hast Du als Frau mit dem Weihepriester gemeinsam, was ich als Mann und Familienvater nie erreichen kann?
Sie: Keine Ahnung.
Ich: Ihr beide könnt Leben schaffen, der Priester durch die Wandlung von Brot und Wein zu Fleisch und Blut Christi und Du durch die Empfaengnis.
Nebstbei erinnern wir uns an die alte Sitzordung mit Blick zum Hochaltar in den röm.-kath. Kirchen, Frauen links und Männer rechts. Rechts die Epistelseite, links die Evangeliumseite, Zufall? Kaum, denn durch die Sitzordnung allein ist offensichtlich, daß Frau dem fleischgewordenen Logos näher ist als der Mann.
Das Erschuetternde an diesen Machinationen ist aber, wie schon Robert Spaemann schrieb, dass Derjenige, der ein Tabu bricht, zumindest argumentativen Vorsprung hat.
Die Provokationen mancher Redakteure aber auch von Ortsordinarien bzw. der fehlende Mut letzterer, hier durchzugreifen, scheinen aber durchaus System zu haben.
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#2   Rebecca vds †   10:50:06 | Montag, 29. Mai 2006
Wenn der amtierende Bischof das so sagt
Wenn der amtierende Bischof das so sagt, dann haben wir es ihm erst einmal zu glauben. Nur weil zwei Kirchenfürsten in einer Frage unterschiedliche Tendenzen vertreten haben (noch dazu in einer, die für das Leben der Diözese irrelevant ist, denn Bischof Aichern hat ja keineswegs die Frauenordination eigenmächtig eingeführt, sondern sie nur als Anliegen ausgedrückt), heißt das noch lange nicht, dass es zwischen ihnen kein mitbrüderliches Miteinander geben kann.
Also was will die Meldung sagen? Will sie unterstellen, dass der Bischof lügt? Was ist daran überhaupt die Meldung? Könnte der Redakteur das vielleicht mal erklären?
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#1   ottaviani   10:32:45 | Montag, 29. Mai 2006
man liest
es und ist belustigt
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