Deutschland
Der kirchliche Ungehorsam soll jetzt „Gewohnheitsrecht“ genannt werden
Die Laienräte benützen eine alte Taktik: Lob für Bischöfe, die sich ihren Vorstellungen anpassen, und Schelte für jene, die sich an klare Vorgaben aus Rom halten. Von Reinhard Dörner.
(kreuz.net) Wie ‘Die Tagespost’ in ihrer Ausgabe vom 27. Mai 2006 berichtet, hat der frühere Vorsitzende des ‘Zentralkomitee der deutschen Katholiken’, Hans Maier, im Streit um die „Laienrechte im Bistum Regensburg“ demokratische Strukturen in der Kirche angemahnt.

So verlangt er die „Anerkennung geltenden Rechts“ und „Rücksicht“ und bezeichnet die Vorgangsweise des Bischofs von Regensburg, Mons. Gerhard Ludwig Müller, als „im weltlichen Recht gänzlich unakzeptabel“.

Der ehemalige Präsident des des ‘Zentralkomitees der deutschen Katholiken’ Hans Maier war seinerzeit als Mitglied der ‘Würzburger Synode’ (1971-1975) in die Entscheidungen dieser von manchen als „Räubersynode“ bezeichneten Kirchenversammlung eingebunden.

Nun meint er, für diese Synode, die für ihre wesentlichen Beschlüsse keine römische Anerkennung erhalten hat, „teilkirchliches Gesetzesrecht“ – das er „Gewohnheitsrecht“ nennt – reklamieren zu können.

Offensichtlich will er mit seiner Kritik am Bischof von Regensburg, Mons. Gerhard Ludwig Müller, und an der Neuordnung der Laienräte in der Diözese Regensburg der „normativen Kraft des Faktischen“ zum Durchbruch verhelfen.

Der gegenwärtige Vorsitzende des ‘Zentralkomitees’ Hans Joachim Meyer sekundiert: „[Bischof] Müller (verstehe) nicht ‘den großen Wert eigenständiger und durch Wahlen legitimierter Laienvertretungen für die Existenz der Kirche in einer freiheitlichen Gesellschaft’ .“

Lehramtstreue Mitglieder der Kirche weisen schon seit Jahrzehnten auf den Trend der aus dem Ruder gelaufenen Laienräte hin. Die Grundlage ihrer Stellungnahmen ist schon lange nicht mehr die göttliche Offenbarung, sondern die Anbiederung an den Zeitgeist.

Probates Mittel der Kritik der Laienräte ist das Lob für Bischöfe, die sich ihren Vorstellungen anpassen, und Schelte für solche – die sich wie Bischof Müller von Regensburg – an klare Vorgaben aus Rom halten.

Diese Taktik ist leicht zu durchschauen: „Divide et impera!“ – Teile und herrsche.

Dazu wird gerne noch die Regensburger Kirchenrechtlerin Sabine Demel bemüht: „Recht ist weiß Gott nicht alles. Aber alles, was nicht rechtens ist, taugt nicht.“

Was „rechtens“ ist, weiß Frau Demel.

Für kirchentreue Vereinigungen ist unfaßbar, daß die Bischöfe zu keiner solidarischen Haltung mit ihrem Mitbruder aus Regensburg finden.

Diese Tatsache wird durch die „dankbare“ Feststellung des ‘Zentralkomitees der deutschen Katholiken’ bestätigt, „daß sich kein deutscher Bischof Müllers Vorgehen angeschlossen habe“.

Auf dem Hintergrund dieser Vorgänge fordert der ‘Zusammenschluß papsttreuer Vereinigung’, die Kirchensteuerfrage energisch anzupacken.

Es ist unerträglich, daß Laiengremien, die gegen die Interessen der Kirche agitieren, in der Kirche mit Kirchensteuermitteln unterhalten werden.

Der ‘Zusammenschluß papsttreuer Vereinigungen’ ist Bischof Müller dankbar, daß wenigstens er den Mut hat, dem ‘Zentralkomitee der deutschen Katholiken’ den diözesanen Anteil der Kirchensteuermittel zu streichen.

Reinhard Dörner ist Vorsitzender des Zusammenschluß papsttreuer Vereinigungen e.V.
      
20 Lesermeinungen
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#20   Benedikt   17:34:30 | Sonntag, 4. Juni 2006
@ Gotthard
FALLS Du Dich an der Wahl des Pfarrgemeinderates Deiner Pfarrgemeinde beteiligt haben solltest, dann hast Du indirekt Anteil an der Zusammensetzung der ZDK gehabt.
Nein. Das ist nicht zwingend und bei meinem PGR etwa nicht der Fall. Außerdem ist das ganze doch sehr durchsichtig. Das ZdK möchte eine demokratische Kirche vor allem deswegen, weil das ZdK selbst dann die Bischofsernennungen massiv beeinflussen könnte. Von einer Kirche, die seit 2000 Jahre auf die Apostelnachfolger gestützt ist hätten wir dann eine Funktionärs- und Apparatschikhierarchie wie bei der FIFA. Das wär wirklich ne ganz dolle Sache :-(.
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#19   Jörg Guttenberger, Köln   13:21:57 | Sonntag, 4. Juni 2006
Christlicher Ungehorsam
Die Tradition kennt durchaus einen christlichen Ungehorsam: so hat z. B. Carl Kardinal Borromäus, Erzbischof von Mailand, auf dem Konzil von Trient mit einem Schisma gedroht, als der Papst die mailändische Ambrosiuslitirgie abschaffen wollte. Auf diese Drohung hin hat der Papst zurückgerudert. Hier ist allerdings das heiigmäßige Leben des Erzbischofs (später trotz solch agressivem Ungehorsam heilig gesprochen) und der nur mäßig heilige Lebenswandel seines päpstlichen Onkels zu berücksichtigen. Denn damalige Päpste hatten mitunter mehr Interesse an der Mehrung der Bevölkerung, als an der des katholischen Glaubens!
Bei Borromäus war die Zielrichtung eindeutig, beim ZdK weiß wohl niemand genau, was diese Leute eigentlich wollen. Auf keinen Fall liefert Borromäus einen Freibrief zur Durchsetzung von freier Beliebigkeit der 68er gegen das kirchliche Lehramt.
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#18   Graf von Galen   21:36:34 | Samstag, 3. Juni 2006
Wider die Sowjets der Priester und Laien
Da die o.g. Gremien die Verkündigung des kath. Glaubens behindern, sind diese dem Heil der Seelen abträglich und gehören abgeschafft. Hier wird nur Kichensteuergeld zu einem bösen Zweck verbrannt.
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#17   Dagmar Kunze   19:14:54 | Samstag, 3. Juni 2006
Der Fall Hans Maier
Allen unvergessen, wie Prof. Maier Papst Johannes Paul II. öffentlich im Fernsehen aufforderte, endlich zurückzutreten, und ihm einen schönen Lebensabend in Polen wünschte.
Es gibt Dinge, die disqualifizieren für immer.
Es ist an uns, Herrn Maier einen schönen Lebensabend
zu wünschen.
Dagmar Kunze
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#16   CampoSanto   08:56:14 | Samstag, 3. Juni 2006
„Demokratische“ Wahlen
DEMOKRATISCH ist nicht erst dann, wenn DIR das Ergebnis gefällt…
Aber Gotthard, was ist das für eine „Argument“. Du verlässt die Sachebene ! Schade.
Übrigens gefällt mir Horst Köhlers Standpunkt und Amtsführung. Es ging um Dein Beispiel der „demokratischen“ Wahl. Und das war nun etwas schlecht gewählt.
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#15   Konrad   08:45:11 | Samstag, 3. Juni 2006
Guten morgen, Gotthard!
Sie wollen also damit sagen, dass alle anderen Episkopoi von Eitelkeit frei seien?
Und ist es eitel, wenn man sich derart unbeliebt macht wie Bischof Müller (und zuvor schon Erzbischof Dyba und Kardinal Ratzinger)?
CETERUM CENSEO: UNVEREINBARKEIT VON MITGLIEDSCHAFT IN „WIR-SIND-KIRCHE“ UND KIRCHLICHEN RÄTEN! ABSOLUTE TRENNUNG VON ZdK UND „DONUM VITAE“-ABTREIBUNGSERMÖGLICHUNG!
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#14   Gotthard   23:43:49 | Freitag, 2. Juni 2006
@CampoSanto
DEMOKRATISCH ist nicht erst dann, wenn DIR das Ergebnis gefällt…
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#13   CampoSanto   22:23:39 | Freitag, 2. Juni 2006
Wahl ZdK, demokratisch wie Bundespräsidentenwahlen
Hast Du Dich an der Bundespräsidentenwahl beteiligen können? NEIN!…Dennoch ist Horst Köhler demokratisch gewählt worden, wenn auch nicht basisdemokratisch direkt.
Stimmt, eine URDEMOKRATISCHE Wahl in der Bundesversammlung !!!!
Viel Taktieren und Hinundhergeschiebe zwischen den Parteien (bzw. Parteifunktionären) und zusätzlich mit von den Ländern benannten (!!!) Vertretern.
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#12   Gotthard   22:21:11 | Freitag, 2. Juni 2006
Regensburg
Der „Regensburger Sonderweg“ dienst nur einem: der Eitelkeit des dortigen Bischofs… und damit steht er in der Bischofskonferenz ziemlich isoliert da.
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#11   Konrad   16:52:11 | Freitag, 2. Juni 2006
Das ZdK könnte theoretisch eine gute Vertretung
des Laienapostolates sein. Aber der „Wir sind Kirche“ und „Donum Vitae“ (eigentlich „Donum Mortis-Schein“) Ungeist ist eingezogen, weshalb in Regensburg bein einem WSK-Wallner dem Bischof nur das Ziehen einer Notbremse übrig blieb. Wenn die deutsche Kirche sich insgesamt von „Wir sind Kirche“ und „Donum Vitae“ trennt, ist das Regensburger „Problem“ nicht mehr vorhanden. Aber haben die Episkopen diesen Mut und diese Konsequenz. Will sie der Jubelkardinal von Mainz überhaupt?
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#10   Gotthard   16:46:06 | Freitag, 2. Juni 2006
Anteil haben
– gegen ein ZdK, das sich als meine „Vertretung“ demokratisch benennt, ohne von mir jemals gewählt worden zu sein.
Hast Du Dich an der Bundespräsidentenwahl beteiligen können? NEIN!…Dennoch ist Horst Köhler demokratisch gewählt worden, wenn auch nicht basisdemokratisch direkt.
FALLS Du Dich an der Wahl des Pfarrgemeinderates Deiner Pfarrgemeinde beteiligt haben solltest, dann hast Du indirekt Anteil an der Zusammensetzung der ZDK gehabt.
Einzelheiten zum ZDK www.zdk.de/aktuelles/
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#9   CampoSanto   14:31:25 | Freitag, 2. Juni 2006
Timpressum und sein hinkender Papstwahl-Vergleich
Timpressum, bitte erst nachdenken, dann schreiben !!!
Der Papst schreit nie, das er das oberste Demokratieprinzip der Kirche wäre und erhebt nie den „Anspruch“ des ZdK.
Übrigens läuft jedes Konklave, trotz Rückzug der Kardinäle in die Sistina, transparenter und nachvollziehbarer ab wie die Wahl des ZdK.
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#8   stat crux   14:02:49 | Freitag, 2. Juni 2006
Das ZK
will „Demokratie“ in der Kirche und verzichtet auf jedwede Definition. Der Hl. Stuhl aber hat nie behauptet, der Papst müsse von Laien mitgewählt werden.
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#7   timpressum †   13:59:00 | Freitag, 2. Juni 2006
@ CampoSanto
Hast Du bei der Papstwahl mitgewirkt? Den hast Du nämlich genauso wenig gewählt, wie das ZdK…
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#6   Agiafortuni   13:13:24 | Freitag, 2. Juni 2006
Gotthard
wie kannst Du Dich überhaupt noch als katholisch bezeichnen nachdem Du selbst jene Angehörigen der Konzilskirche angreifst, die sich bemühen die katholischen Elemente zu bewahren
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#5   CampoSanto   12:59:25 | Freitag, 2. Juni 2006
ZdK und Demokratie – contradictio in se
Als „demokratischer Laie“ in der katholischen Kirche wehre ich mich:
– gegen ein ZdK, das mich angeblich vertritt, ohne dass ich darum gebeten habe,
– gegen ein ZdK, das sich als meine „Vertretung“ demokratisch benennt, ohne von mir jemals gewählt worden zu sein.
Als „demokratischer Laie“ spreche ich dem ZdK mein Misstrauen als höchst undemokratische Vereinigung aus.
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#4   Dr. Otterbeck   12:00:13 | Freitag, 2. Juni 2006
Hiergegen
kämpft „die Tradition“ mit Fug und Recht. Denn die Erhebung der „Demokratie“ zum Dogma ist mit der Tradition unvereinbar (cf. Leo XIII, Graves de communi re).
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#3   zwobbel   10:33:31 | Freitag, 2. Juni 2006
Das Eigentor wird nur durch die Verlogenheit verdeckt
„…hat Hans Maier demokratische Strukturen in der Kirche angemahnt.“
Dieser Knülch verschweigt, daß er selbst niemals demokratisch legitimiert war und bis heute niemand aus dem Zentralkommitee einiger deutscher Katholiken jemals demokratisch legitimiert war/ist. Diese Organisation mit dem latenten Hang zur innerkirchlichen Verfolgung Gläubiger ist ein selbstreferentieller Kungelklub. Niemand weiß wie man da wählen kann und wie man gewählt werden kann. Alles antidemokratisch.
Und ausgerechnet so einer fordert demokratische Strukturen in der Kirche.
:-[ :-!
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#2   Pünktchen   10:20:30 | Freitag, 2. Juni 2006
Gotthard:
„…die eine üble Hetze gegen unsere Kirche darstellen…“
hat der ZdK eine eigene Kirche gegründet?
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#1   Gotthard   10:15:12 | Freitag, 2. Juni 2006
Werbung
Reinhard Dörner ist Vorsitzender des Zusammenschluß papsttreuer Vereinigungen e.V.
plumpe Werbung in eigener Sache … aber nichts Inhaltliches gesagt.
„Lehramtstreue Katholiken“, „papsttreue Katholiken“ und und und … wunderschöne selbstbeweihräuchernde Vokabeln, die eine üble Hetze gegen unsere Kirche darstellen …
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