09:44:50 | Freitag, 2. Juni 2006
Die Laienräte benützen eine alte Taktik: Lob für Bischöfe, die sich ihren Vorstellungen anpassen, und Schelte für jene, die sich an klare Vorgaben aus Rom halten. Von Reinhard Dörner.
(kreuz.net) Wie ‘Die Tagespost’ in ihrer Ausgabe vom 27. Mai 2006 berichtet, hat der frühere Vorsitzende
des ‘Zentralkomitee der deutschen Katholiken’, Hans Maier, im Streit um die
„Laienrechte im Bistum Regensburg“
demokratische Strukturen in der Kirche angemahnt.
So verlangt er die „Anerkennung geltenden Rechts“ und
„Rücksicht“ und bezeichnet die Vorgangsweise des Bischofs von Regensburg, Mons. Gerhard Ludwig Müller,
als „im weltlichen Recht gänzlich unakzeptabel“.
Der ehemalige Präsident des des ‘Zentralkomitees der
deutschen Katholiken’ Hans Maier war seinerzeit als Mitglied der ‘Würzburger Synode’ (1971-1975) in die
Entscheidungen dieser von manchen als „Räubersynode“ bezeichneten Kirchenversammlung eingebunden.
Nun
meint er, für diese Synode, die für ihre wesentlichen Beschlüsse keine römische Anerkennung erhalten
hat, „teilkirchliches Gesetzesrecht“ – das er „Gewohnheitsrecht“ nennt – reklamieren zu können.
Offensichtlich
will er mit seiner Kritik am Bischof von Regensburg, Mons. Gerhard Ludwig Müller, und an der Neuordnung
der Laienräte in der Diözese Regensburg der „normativen Kraft des Faktischen“ zum Durchbruch verhelfen.
Der gegenwärtige Vorsitzende des ‘Zentralkomitees’ Hans Joachim Meyer sekundiert: „[Bischof] Müller
(verstehe) nicht ‘den großen Wert eigenständiger und durch Wahlen legitimierter Laienvertretungen für
die Existenz der Kirche in einer freiheitlichen Gesellschaft’ .“
Lehramtstreue Mitglieder der Kirche
weisen schon seit Jahrzehnten auf den Trend der aus dem Ruder gelaufenen Laienräte hin. Die Grundlage
ihrer Stellungnahmen ist schon lange nicht mehr die göttliche Offenbarung, sondern die Anbiederung an
den Zeitgeist.
Probates Mittel der Kritik der Laienräte ist das Lob für Bischöfe, die sich ihren Vorstellungen
anpassen, und Schelte für solche – die sich wie Bischof Müller von Regensburg – an klare Vorgaben aus
Rom halten.
Diese Taktik ist leicht zu durchschauen: „Divide et impera!“ – Teile und herrsche.
Dazu
wird gerne noch die Regensburger Kirchenrechtlerin Sabine Demel bemüht: „Recht ist weiß Gott nicht alles.
Aber alles, was nicht rechtens ist, taugt nicht.“
Was „rechtens“ ist, weiß Frau Demel.
Für kirchentreue
Vereinigungen ist unfaßbar, daß die Bischöfe zu keiner solidarischen Haltung mit ihrem Mitbruder aus
Regensburg finden.
Diese Tatsache wird durch die „dankbare“ Feststellung des ‘Zentralkomitees der deutschen
Katholiken’ bestätigt, „daß sich kein deutscher Bischof Müllers Vorgehen angeschlossen habe“.
Auf
dem Hintergrund dieser Vorgänge fordert der ‘Zusammenschluß papsttreuer Vereinigung’, die Kirchensteuerfrage
energisch anzupacken.
Es ist unerträglich, daß Laiengremien, die gegen die Interessen der Kirche agitieren,
in der Kirche mit Kirchensteuermitteln unterhalten werden.
Der ‘Zusammenschluß papsttreuer Vereinigungen’
ist Bischof Müller dankbar, daß wenigstens er den Mut hat, dem ‘Zentralkomitee der deutschen Katholiken’
den diözesanen Anteil der Kirchensteuermittel zu streichen.
Reinhard Dörner ist Vorsitzender des Zusammenschluß
papsttreuer Vereinigungen e.V.
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