Neue Wege beschritt man während des diesjährigen Marienmonats in einer Kapelle in Deutschland.
(kreuz.net) Im Marienmonat Mai gab es in der Sieben- Schmerzen-Kapelle Vorträge zum Thema Marienverehrung.
Das berichtete die ‘Westdeutsche Allgemeine Zeitung’ am Dienstag.
Die Kapelle befindet sich in Westerholt
und gehört zum Bistum Münster. Der Ort Westerholt befindet sich in der Nähe von Gelsenkirchen, das
zum Bistum Essen gehört.
Die im Laufe des Monats veranstalteten Vorträge wurden von verschiedenen Persönlichkeiten
gehalten, unter anderem von einer Klosterfrau oder einem Seminaristen.
Der letzte Vortrag stand unter
dem Titel „Marienverehrung aus protestantischer Sicht“.
Redner war der evangelische Pfarrer Klaus Renfordt
aus Braunfels. Der Marienvortrag eines Protestanten stellte ein Novum dar.
Der evangelische Pfarrer warf
die Frage auf, ob eine Marienverehrung auch aus protestantischer Sicht denkbar sei.
Dabei fand der Protestant
eine „gemeinsame Basis“, unterließ es aber auch nicht, auf die größten Differenzen mit der katholischen
Kirche hinzuweisen.
„Der Hauptgrund für die Kontroverse beider Konfessionen liegt darin, daß wir Protestanten
in der Bibel keinen Anhaltspunkt für die Göttlichkeit Marias erkennen können“, soll Pfarrer Renfordt
gesagt haben – sofern man den Angaben der ‘Westdeutschen Allgemeinen’ Glauben schenken will.
Eine gemeinsame
Basis fand der evangelische Pfarrer dagegen in der „historischen Person Maria“ und in einer „Betonung
der Weiblichkeit in Religion und bei Gott“.
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21 Lesermeinungen
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@ DDL Ja, Skepsis ist durchaus angebracht. Nur: es ist keinesfalls das erste Mal, dass derartige Formulierungen
bzw Behauptungen von protestantischer Seite zu hören sind. Ein inneres „für-durchaus-wahrscheinlich-halten“
kann ich daher nicht wirklich unterdrücken.
@Benedikt – Etwas mehr Skepsis gegenüber den Medien Zum einen wissen wir ja nun, dass kreuz.net über
„leichte Unschärfen“, um es einmal freundlich zu sagen, nicht erhaben ist, wenn es gegen die „Bösen“
geht, und das sind nun einmal auch alle Ökumenenfreunde und Protestanten sowieso. Zum anderen ist es
weitaus wahrscheinlicher, dass der Lapsus nicht dem professionellen Theologen, sondern der WAZ unterlaufen
ist – ich bezweifle, dass man da sonderlich wählerisch in der Ausdrucksweise ist, ob nun „heilig“ oder
„göttlich“, das ist so manchem Schreiberling wohl ganz ausnehmend wurscht. Es dürfte beredt genug sein,
dass selbst das sonst nicht gerade als vorsichtig bekannte kreuz.net hier ungewöhnlich bedacht formuliert:
„sofern man den Angaben der ‘Westdeutschen Allgemeinen’ Glauben schenken will.“ – da ist ein „solange
das so und so IST“ wenig angemessen, meinen Sie nicht?
Ökumene Es ist ganz einfach: Solange einige Protestanten so einen Unsinn auf Vorträgen erzählen und
dies womöglich in ihren Gemeinden weiterkolportieren, kann eine Ökumene schon deshalb nicht funktionieren,
weil der einen Seite die Unterschiede zwischen den Konfessionen nicht bekannt sind, bzw. sie Unterschiede
sieht, die gar nicht existieren. Es fehlen somit schon die Grundvoraussetzungen, um einen Dialog auch
nur zu beginnen.
@Sirilo Ihr Zitat kann problemlos – und wahrscheinlicher – als ganz normales Frohlocken „im Gedanken an
Gott und das in Christus Geschehene“ aufgefasst werden; ein Sonderstatus Mariens ist daraus nur abzuleiten,
wenn man es partout WILL – der Text an sich gibt das nicht her. Seien Sie versichert, damit haben sich
bereits Heerscharen von Theologen „ernstlich auseinandergesetzt“ – mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen.
Die unten gemachte Beobachtung des überreich geschmückten Marienaltars gegenüber spärlichen Restschmuckes
habe ich in Bayern schon mehrfach gemacht (in Polen oder Südamerika ist es vermutlich noch krasser);
da fragt man sich schon manchmal… zumal, seien wir doch ‘mal ehrlich, der einfache Gläubige nicht groß
unterscheidet zwischen „göttlich“ und „verehrungswürdig“, wenn’s um Maria geht. Seien wir uns doch bitte
darüber im Klaren, dass der „Feld-, Wald und Wiesengläubige“ weniger theologisches Rüstzeug hat als
der durchschnittliche kreuz.net-Leser. In der Essenz ist Maria heute die Nachfolge alter, heidnischer
Muttergöttinnen, was ich persönlich gar nicht schlimm finde. Sie aber vermutlich ;O)
D-D-L Was stimmt mit meinem Beitrag nicht? Warum gehen Sie nicht darauf ein? Was ist den los mit Ihnen?
Sind Sie dumm? Können Sie nicht argumentieren? Schwachkopf!
#16 Freinsberg 11:36:35 | Donnerstag, 1. Juni 2006
Maria verehren Natürlich soll man Maria nicht missachten oder ignorieren. Doch auch jemand, der keine
besondere Marienfrömmigkeit pflegt, kann gut katholisch sein.
Magnifikat Wenn Protestanten ihr Prinzip „Sola scriptura“ richtig anwenden würden (mit Betonung auf „Scriptura“),
dann müßten sie sich ernsthaft z.B. mit den Worten auseinandersetzen, welche die Evangelien im Magnifikat
von Maria überliefert haben: „Hochpreiset meine Seele den Herrn, und mein Geist jubelt in Gott, meinem
Retter (…) Siehe, von nun an werden mich seligpreisen alle Generationen, denn Großes hat an mir getan,
der da mächtig ist (…)“ Wenn diese Worte grundlose Anmaßung wären, dann hätten die Evangelisten
sie nicht überliefert. So aber sind sie gültig und wegweisend. Die katholische Marienverehrung ist also
nichts anderes als dieses „Seligpreisen“ der Frau, die den Gottmenschen zur Welt bringen und aufziehen
durfte. Im übrigen wäre es für jemand, der in Jesus den Heiland sieht, schon einfach ein Gebot der
Höflichkeit, auch seine Mutter zu ehren. Jesus verehren und gleichzeitig seine Mutter geringachten oder
ignorieren – wie sollte das zusammengehen?
#13 Freinsberg 09:40:39 | Donnerstag, 1. Juni 2006
Marienverehrung – nie zuviel? Ich meine, es genügt für Katholik/inn/en, anzuerkennen, dass die Verehrung
Mariens berechtigt ist. Ob jemand besondere Marienfrömmigkeit pflegt oder nicht, bleibt ihm/ihr überlassen.
Verpflichtet ist man zur Marien-Verehrung wohl nicht. Das einzig obligate Gebet ist das zu Gott (Vater) –
wie es uns die Liturgie in den Orationen und im Eucharistiegebet zeigt.
#12 rudolfsohn 09:32:26 | Donnerstag, 1. Juni 2006
Marienverehrung und Marienanbetung sind zwei verschiedene Dinge. Anbetung gebührt nur Gott. Wenn Maria
angebetet wird, ist das klarerweise biblisch unhaltbar. Wer aber – hier: evangelische Kreise – Maria die
ihr gebührende Verehrung verweigert, begibt sich auf ein Terrain, dass für einen Christen noch problematischer
ist. Im Zweifelsfall also besser ein bisschen „zuviel“ Maria, als zuwenig oder garkeine.
#11 Freinsberg 09:21:02 | Donnerstag, 1. Juni 2006
Maialtar In mehreren Kirchen Bayerns und Schwabens sah ich überreich geschmückte Marienstatuen und sogenannte
Maialtäre (sogenannt, weil ein Altar der Eucharistie-Feier dient und nicht der Verehrung eines Heiligen).
Dem Blumenmeer gegenüber nahm sich der bescheiden geschmückte Altar, der doch das (ideelle) Zentrum
der Kirche ist, mickrig aus. Da stimmen doch die Proportionen nicht!
Marienverehrung ist doch Heidenkult – so sagte eine Bochumer Pfarrer Werter „Schnabeltierkönig“, wer
bringt uns Katholiken denn was bei? In Bochum sagte ein sehr „hochgebildeter Pfarrer“ (er ist mit der
Beseitigung eines Gotteshauses – dem hl. Michael geweiht, stark eingespannt und voll ausgelastet) – das
Marienverehrung und Maiandachten HEIDENKULT seien. Seine fundierte Ausbildung hat dieser allseits sehr
„geschätzte“ Pfarrer im Bistum Essen erhalten. Seine Kenntnisse versucht er den sich im Dämmerschlaf
befindlichen Kirchenbesuchern einzuverleiben. Das klappt allerdings nur bedingt. Seit seinem Amtsantritt
ist die Kirchenbesucherzahl mehr als 2/3 zurückgegangen – das ist allerdings erfreulich für das Bistum.
Wieder eine Kirche die man „verscherbeln“ kann. Kostenersparnis!!! Vielleicht erhält besagter Pfarrer
aufgrund seiner Verdienste demnächst den Titel „Prälat“! Der Maialtar wurde aber trotz seinem Protest
sehr festlich vom Küster geschmückt – die Maiandachten fanden ohne den hochgebildeten Pfarrer statt.
Bischof Dr. Felix Genn ist der Chef dieses Pfarrers.
Göttlichkeit Marias Manche Formen der traditionellen Frömmigkeit lassen bei Nichteingeweihten den Eindruck
entstehen, die Katholiken betrachteten Maria als göttlich. Auch das Attribut „Mittlerin aller Gnaden“
ist gefährlich; es verdunkelt 1 Tim 2,5: „Einer ist Gott, Einer auch Mittler zwischen Gott und den Menschen:
der Mensch Christus Jesus.“
Evangelische Mißverständnisse… … und katholische Mißverständnisse… Das die evangelische Kirche
seit dem 16. Jahrhundert eine komplett andere Auffassung zum Thema Maria hat, ist ja nichts neues. Leider
haben aber auch manche Katholiken durch Aberglauben und falschen Kult die protestantische Ablehnung mitverschuldet.
Für mich persönlich ist Maria nicht göttlich. Sie ist die Gottesmutter, die Unbefleckte, die MUTTER
für uns Menschen. Sie aus tiefstem Herzen zu verehren ist aus meiner Sicht unerlässlich, wenn man Gott
so verehrt, wei es IHM gebührt.
Lieber Gotthard ich weiss nicht wer Sie sind oder wer hinter Ihrem Namen steckt, aber manchmal würde
es mich schon sehr interessieren. Zu Ihrem Beitrag: St. Mary ist nicht die Mittlerin aller Gnaden …
und welchen Anteil am Kreuzesopfer hat sie gehabt? Athanasius hat geschrieben, dass sie die Mittlerin
aller Gnaden durch ihren Anteil am Kreuzesopfer ist. Wenn man glaubt, das Christus Gottes Sohn ist (worüber
man sich natürlich streiten kann), weiterhin glaubt, dass es seine Bestimmung war, durch seinen Kreuzestod
die Menschheit zu erlösen, DANN ist doch wohl Marias Anteil am Kreuzesopfer eindeutig: Sie hat Christus
geboren und als Mutter aufgezogen. Und deshalb ist sie natürlich auch die Mittlerin aller Gnaden: Eine
Mittlerin VERMITTELT zwischen zwei Parteien. Das heisst ja nicht, dass sie die Gnaden gewährt. Aber ohne
Maria kein Christus, ohne Christus kein Kreuzesopfer, oder? Alles natürlich nur unter dem Vorbehalt,
dass man glaubt, was die Kirche lehrt.
@Schnabeltierkönig Ich muss mich ‘mal bei Ihnen bedanken: Sie haben schon für so manchen vergnüglichen
Moment gesorgt – Freunde von mir wollen immer nicht glauben, dass es Gestalten wie Sie (heute noch) gibt,
aber dank Ihrer hiesigen Glossen kann ich denen dann immer einfach die URL zumailen. Als der liebe Gott
die Selbstgerechtigkeit und die Anmaßung verteilt hat, haben Sie wohl mit der Schöpfkelle heimlich nachgefasst,
wie? Vermutlich, während der Rest um „Hirn“ und „Anstand“ Schlange stand… Im übrigen bezweifle ich
sehr stark, dass tatsächlich „Göttlichkeit“ gesagt, geschweige denn gemeint war. Der relevante Unterschied
zwischen Katholizismus und Protestantismus in diesem Aspekt besteht darin, dass der Protestantismus nichts
von leiblichen Aufnahme Marias weiß, was wiederum recht schlagen unter Verweis auf „sola scriptura“ gerechtfertigt
wird (und mit der Bibel werden Sie die Geschichte nicht belegen können). Diese Himmelfahrt ist nun einmal
nichts als katholische Tradition und – laut Wikipedia – erst ein halbes Jahrtausend nach Kirchengründung
aufgekommen. Die Protestanten teilen eben ganz einfach diese Katholenmythen nicht.
@athanasius ie ist die perfekte Neue Eva. Und die Mittlerin aller Gnaden durch ihre Mitarbeit am Kreuzesopfer!
Die Kirche und das apostolische Amt bürgen nicht für einen echten katholischen Glauben, wenn ich obiges
Zitat lese… St. Mary ist nicht die Mittlerin aller Gnaden … und welchen Anteil am Kreuzesopfer hat
sie gehabt?
Arme Protestanten! Mit Protestanten darf man nicht zu hart ins Gericht gehen. Sie haben niemanden der
sie richtig lehrt. Das können sie auch nicht haben, denn richtig lehren kann nur das Apostolische Amt
(Paulus beruft sich gegenüber den Gemeinden auf seine Apostolische Vollmacht, diese Vollmacht allein
gibt ihm das Recht, autoritativ gegenüber der Gemeinde zu lehren). Denn es stellte sich die Frage: Wer
hat die richtige, Gottgemäße und Gottgewollte Auslegung der Schriften? Bei Matthäus 4, 1-11 versucht
Satan, Christus von seiner Mission abzubringen. Und er bedient sich bei diesem Vorhaben eines Schriftbeweises
(nämlich Psalm 91). Wir sehen also dass sogar Satan versucht die Schrift in seinem Sinne auszulegen.
Die Aussagen des Apostels beantworten hier auch die Frage nach dem Verhältnis von Schrift und Tradition,
denn genau das ist es, was „Tradition“ meint: Die Apostolische Lehrüberlieferung seit der Zeit der Apostel
bis heute, die uns sagt, wie die heilige Schrift in Wahrheit auszulegen ist. (Bei 2 Thess 2,15. wird die
kirchliche Überlieferung als notweniger Kontext der Schrift genannt). Ebenso heißt es bei 1 Tim 3,15,
dass „die Kirche die Säule und das Fundament der Wahrheit ist“. Lesen Sie genau: Es steht nicht da: „die
SCHRIFT“ ist Säule und Fundament der Wahrheit, sondern: „die Kirche“. Wen wundert es also das Protestanten
nichts rechtes wissen? Mich nicht! Wer aber lieber auf eine charismatische Gebetsgruppenleiterin hört
als auf das Apostolische Amt hat es auch nicht besser verdient.
mich wunderts Der Hauptgrund für die Kontroverse beider Konfessionen liegt darin, daß wir Protestanten
in der Bibel keinen Anhaltspunkt für die Göttlichkeit Marias erkennen können Ihn niemand der anwesenden
Katholiken ihn auf den Blödsinn hingewiesen hat, oder war sei Vortrag so einschläfernd das niemand mehr
zuhörte. LG Fiore
Höh?! Also, von der Göttlichkeit Mariens haben ich noch nie gehört. Immer schön zu wissen, dass bei
manch einem Protestanten die Ablehnung des Katholizismus auf Missverständnisse beruht. Maria ist völliger
Mensch, ohne irgendwelche „Göttlichkeit“. Sie ist die Muttergottes, aber selber nicht göttlich. Sie
ist die perfekte Neue Eva. Und die Mittlerin aller Gnaden durch ihre Mitarbeit am Kreuzesopfer! Ora pro
nobis sancta Dei genitrix, ut digni efficiamur promissionibus Christi.
Sicher hat Frau Bischöfin Käßmann noch ein Exemplar des Katechismus-Kompendiums übrig!? Dies könnte
sie doch ihrem Amtsbruder aus Braunfels zuschicken. (Wir erinnern uns: Aktion „Katechismus für Käßman
www.kreuz.net/article.1840.htmln“ zur Behebung entsprechender Wissenslücken im Bereich der katholischen
Ablaßlehre. Das konfessionskundliche Wissen der ev. Amtsträger erweist sich als sehr ausbaufähig!)