Requiem
Trauer um Professor Heribert Mühlen
Der Verstorbene wurde in den 70er Jahren vor allem wegen seines Einsatzes in der Charismatischen Erneuerung im ganzen deutschen Sprachraum bekannt.
(kreuz.net, Paderborn) Am Abend des Hochfestes Christi Himmelfahrt verstarb der Paderborner Dogmatiker, Hw. Heribert Mühlen. Das berichtete die Webseite der Erzdiözese Paderborn.

Hw. Mühlen war von 1962 bis 1997 Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Theologischen Fakultät in Paderborn.

Die Stadt befindet sich im Nordosten von Nordrhein-Westfalen.

Der Verstorbene wurde am 27. April 1927 in Mönchengladbach geboren und empfing nach Studien in Bonn und Freiburg im Breisgau am 5. März 1955 in Aachen die Priesterweihe.

Nach weiteren Studien in Rom, Innsbruck, Münster und München übertrug der Erzbischof von Paderborn, Mons. Lorenz Jaeger, ihm zum 1. Juni 1962 die Stelle eines Wissenschaftlichen Assistenten des Paderborner Ordinarius Prof. Dr. Johannes Brinktrine und berief ihn zum 1. April 1964 als dessen Nachfolger.

Als Professor der Dogmatik und Dogmengeschichte lehrte der Verstorbene bis zu seiner Emeritierung am 30. September 1997 an der Paderborner Hochschule.

Seinen wissenschaftlichen Ruf begründeten bereits in den sechziger Jahren seine Publikationen über den Heiligen Geist und die Kirche.

1964 berief ihn Papst Paul VI. zum Konzilstheologen. Die geistliche Aufbruchsstimmung, die er dort spürte, prägte Hw. Mühlen nachhaltig.

Eher verborgen, aber nicht minder befruchtend, wirkte der seiner Theologie zugrunde liegende Ansatz einer „Wir-Philosophie“.

Diese betont das Recht des Einzelnen und seiner Freiheit. Sie denkt diese Freiheit aber stets als durch die Mitwelt vermittelt und sieht das Ich nur im – in Freiheit bejahten – Wir zum Ziel eines personalen Lebens kommen.

Den Bundesgedanken setzte Professor Mühlen auch in die Gemeindepraxis um: Wo ein Christ sich Gott anvertraut und aus dem Bund mit ihm lebt, entwickelt sich in ihm eine Dynamik, die spirituell formt und zum Engagement in Kirche und Gesellschaft drängt.

In unzähligen Glaubensseminaren und Gottesdiensten hat Hw. Mühlen Menschen zu einer Aufnahme des Bundes mit Gott hingeführt.

Unermüdlich reiste er durch die deutschen und europäischen Lande, um den Gläubigen als Katalysator für die leibhaftig erfahrene erneuerte Gemeinschaft mit Gott zu dienen.

Es war Hw. Mühlens großes Anliegen, daß die Theologie nicht im akademischen Lehrgebäude eingesperrt blieb, sondern in der Pastoral eine dynamische Kraft entwickelte.

Die Mitte der Theologie ist nach Hw. Mühlen „eine bundesgemäße Verpersönlichung der Beziehung zu Gott“. Diese geschieht in Freiheit. Denn nicht moralische Appelle stehen im Mittelpunkt kirchlichen Handelns, sondern Auftrag der Kirche ist – nach Professor Mühlen –, die Sehnsucht der Menschen nach Gott wachzuhalten.

Aus Professor Mühlens Anregungen erwuchsen die Reform- und Segnungsgottesdienste. Sie wurden 1994 zuerst im Paderborner Dom gefeiert und 1995 und 2000 wiederholt.

Später gab es solche Gottesdienste auch in den Diözesen Osnabrück, Münster und Salzburg. Sie gehörten auch auf Katholiken- und Kirchentagen zum festen Bestandteil des pastoralen Programms.

In seinem Werk „Kirche wächst von innen“ hat Hw. Mühlen seinen theologisch-pastoralen Weg reflektiert. Die Kirche könne nicht mehr auf gesellschaftliche religiöse Sozialisationsprozesse bauen, sondern müsse die Einzelnen persönlich ansprechen und zum Bund mit Gott hinführen.

Das Requiem für Professor Mühlen wurde heute um 10.00 Uhr in der Pfarrkirche St. Maria zu Höhe in Paderborn gefeiert.

Die Beisetzung fand um 11.30 Uhr auf dem Ostfriedhof statt.
      
11 Lesermeinungen
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#11   virOblationis   14:47:05 | Freitag, 2. Juni 2006
Papstname
Die Namen bedeutender Päpste kenne ich auswendig. Aber ich kann mir nicht jeden merken.
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#10   expedit   10:16:43 | Freitag, 2. Juni 2006
@Graf von Galen: Irrlicht Charismatik
Grundsätzlich wende ich mich gegen eine pauschale Verurteilung!
Das gilt insbesondere für die Charismatische Erneuerung genau so wie für die Piusbruderschaft!
Überall, wo Menschen sind, wird „gemenschelt“!
An der praktizierten Nächstenliebe kann man sie erkennen! Sofern man die Gottesliebe hat!
Nicht an der fast schon krankhaft anmutenden Kritiksucht, Verurteilung -vor allem der pauschalen Verurteilung!
Es ist nicht unsere Aufgabe als Menschen andere zu verurteilen! Das ist alleine Aufgabe von Gott!
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#9   CampoSanto   10:05:46 | Freitag, 2. Juni 2006
VirOblationis = Mister Alzheimer ?
VirOblationis schrieb: Entschuldigungen für die Vergehen anderer auszusprechen, dies hat seit dem Pontifikat eines Papstes, dessen Name mir gerade entfallen ist, schon eine gewisse Tradition.
Eindeutig ein Anzeichen beginnender Demenz !!
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#8   Sirilo   08:34:11 | Freitag, 2. Juni 2006
@ruhrgebietler
Welche himmlische Macht hat Ihnen eigentlich geoffenbart, daß „wegen des Irrwegs der charismatischen Erneuerung so viele Seelen in den Anbgrund der Hölle gestürzt“ worden sind?
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#7   virOblationis   08:22:29 | Freitag, 2. Juni 2006
auch eine Tradition
expedit schrieb:
„Er bekam Tränen in die Augen und entschuldigte sich als Priester bei mir für seinen Mitbruder!“
Entschuldigungen für die Vergehen anderer auszusprechen, dies hat seit dem Pontifikat eines Papstes, dessen Name mir gerade entfallen ist, schon eine gewisse Tradition.
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#6   r.ruhrgebietler   07:38:05 | Freitag, 2. Juni 2006
sehr schweres Fegefeuer
beten wir also für dieses Irrlicht, welches – mit viel Glück – ein schweres Fegefeuer erleiden muß wg. des Irrweges der ‘charismatischen Erneuerung’. Dadurch sind so viele Seelen in den Abgrund der Hölle gestürzt worden. Aber vielleicht hat Jesus Christus ein großes Erbarmen mit Hr. Mühlen.
Das ewige Licht leuchte ihm. Möge er ruhen in Frieden!
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#5   Graf von Galen   23:14:00 | Donnerstag, 1. Juni 2006
Irrlicht Charismatik
Die Charismatik ist neben der falschen Mystik ein Irrlicht, welches leider vielen, ansonsten guten Katholiken die Einsicht versperrt, daß die VII- Kirche zur Tradition zurückkehren muß.
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#4   Gotthard   22:39:12 | Donnerstag, 1. Juni 2006
Doktorvater
Mühlen war Doktorvater von Drewermann
Eine hochinteressante historische Erkenntnis … allerdings ohne jeden Aussagewert.
Prof Ratzinger an der LMU in München war Zweit-Korrektor der Dissertation von Leonardo Boff ofm…
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#3   Pius X.   22:27:41 | Donnerstag, 1. Juni 2006
Morgen wird Einheit sein
In seinem Buch „Das 3. Vatikan. Konzil oder morgen wird Einheit sein“ bezeichnete er die Kath. Kirche als Torso- eine von der Kirche verurteilte Irrlehre-und verglich den Kreuzestod Christi mit einem Verkehrsunfall an einer Kreuzung, den Orthodoxe, Protestanten und Katholiken aus je einer versch. Richtung gesehen hätten. Außerdem müßten die Katholiken bei ihren Dogmen Abstriche machen. Die Charismaten hätten als Überkonfession seiner Meinung nach mit ihrem heißen direkten Draht zu Gott ohne Umweg über das Lehramt der Kirche dann die Einigungsfunktion in der Kirche für die versch. Kofessionen. Mühlen war Doktorvater von Drewermann.
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#2   Schüttel   22:13:17 | Donnerstag, 1. Juni 2006
Manche kreuz.netter werden
Prof. Mühlen für einen „Modernisten“ halten, aber er war ein Theologe und Seelsorger von Format und von Herz. Von ihm wird man auch in Zukunft lernen können.
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#1   expedit   19:42:11 | Donnerstag, 1. Juni 2006
Der Herr möge ihm den ewigen Frieden geben!
Vor vielen, vielen Jahren besuchte ich einmal eine Einführungsveranstaltung der Charismatischen Gemeindeerneuerung.
Dort gab es auch die Möglichkeit der sogenannten Befreiungsgebete.
Dabei erzählte ich eine Begebenheit aus dem Religionsunterricht in der 3. oder 4. Klasse der Volksschule in einer süddeutschen Stadt, die ich einst besucht hatte.
Nach meiner Erinnerung wurde ich damals von einem Kaplan zu Unrecht bestraft, weil ich angeblich den Unterricht gestört hatte.
Die Strafe bestand in mehreren Stockhieben auf die Lederhose.
Der zuhörende Priester war Heribert Mühlen!
Er bekam Tränen in die Augen und entschuldigte sich als Priester bei mir für seinen Mitbruder!
Das werde ich nie vergessen!
Ich wünsche ihm aus ganzem Herzen den ewigen Frieden!
Vergelt’s Gott, lieber Heribert!
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