Noch in Polen war er zu sehen: der grauhaarige Sicherheitsbeamte, der hinter dem Papamobil herhirschte. Er ist bereits über achtzig. Vom Vatikanisten Ulrich Nersinger.
(kreuz.net, Vatikan) Der Heilige Vater, Papst Benedikt XVI., hat Dr. Domenico Giani zum neuen Generalinspektor
des Gendarmeriekorps des Vatikanstaates ernannt.
Gleichzeitig wurde der neue Polizeichef mit dem Amt
des Direktors für die Sicherheitsdienste und den Zivilschutz betraut.
Dr. Giani wurde am 16. August
1962 in Arezzo – 60 Kilometer südlich von Florenz – geboren. Er ist verheiratet und Vater von zwei Söhnen.
Der promovierte Pädagoge war vor seinem Eintritt in die vatikanische Gendarmerie Offizier der italienischen
Finanzwache gewesen und hatte später an verantwortlicher Stelle beim Ministerrat der Republik Italien
Sicherheitsaufgaben übernommen.
Giani folgt dem über achtzigjährigen Camillo Cibin nach, der seit
1947 in päpstlichen Diensten stand.
Cibin gilt im Vatikan als ein Phänomen – nicht nur wegen seiner
unglaublich langen Dienstzeit, sondern vor allem wegen der ungewöhnlichen Professionalität und Agilität,
mit denen er seinen Verpflichtungen nachkam.
Bis in die letzten Tage hinein – am Ende noch in Polen –
sah man ihn trotz seines hohen Alters neben dem Wagen des Papstes einhergehen beziehungsweise einherlaufen.
Der ehemalige päpstliche Polizeichef war die Diskretion „in persona“. Ihm war kein Interview zu entlocken.
Das ‘Gendarmeriekorps des Staates der Vatikanstadt’ ist aus der alten Päpstlichen Gendarmerie entstanden.
Sie wurde im Jahr 1970 von Papst Paul VI. in eine zivile Polizeieinheit – die ‘Vigilanza’ – umgewandelt.
1999 erhielt sie von Johannes Paul II. ihren alten Namen zurück.
Die zwischen 130-150 Mann starke Gendarmerie
übt im Kirchenstaat die Funktionen einer Staats-, Justiz-, und Verkehrspolizei aus.
Bei öffentlichen
Auftritten und Reisen des Heiligen Vaters stellt sie zusammen mit der Schweizergarde den Personenschutz
des Papstes.
Am Silvestertag 2005 empfing der Heilige Vater – selber Sohn eines Gendarmen – das Korps
in Audienz und dankte den vatikanischen Polizisten für das, „was ihr zusammen mit der Schweizergarde
jeden Tag voll Hochherzigkeit und Treue tut, um dem Papst und seinen Mitarbeitern zu dienen, um Frieden
und Ordnung in der Vatikanstadt zu gewährleisten und die Pilger zu empfangen, die die Gräber der Apostel
besuchen oder dem Nachfolger Petri begegnen wollen.
Weiter danke ich für eure Bemühungen, eventuelle
Probleme zu lösen, die sich bei jeder Gelegenheit ergeben, insbesondere bei den Liturgiefeiern, den Audienzen
im Vatikan und den Apostolischen Besuchen des Papstes in Rom und in aller Welt.
Ihr leistet eine schwierige
und höchst notwendige Arbeit, die Hingabe, Umsicht und große Hilfsbereitschaft erfordert“.
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1 Lesermeinung
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Ein leuchtendes Vorbild Dr. Domenico Giani ist ein netter Typ. Sehr sympathisch. Meine Frau und ich schauen
zu Hause fast ausschliesslich italienisches TV, und da gab es schon öfters mal ein Portrait über ihn.
Ein Musterbeispiel für Loyalität dem Hl. Vater und der Kirche gegenüber. Gott segne ihn und möge ihn
uns allen noch lange erhalten.