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Donnerstag, 8. Juni 2006 15:51
Zwei Messen über Videoschaltung
Die vielen Rubriken mußten genau beachtet werden. Doch Band, Laienassistent und Zelebranten reagierten hervorragend auf die A3-Zettel, die ihnen vom verantwortlichen Techniker hingehalten wurden: „Stopp“, „Länger“, „Kurz“, „Refrain“, „Wiederholen“, „Langsam“, „Schnell“, „Weiter“, „Los“.
Diskomesse in Wien
Diskomesse in Wien
(kreuz.net, Wien) Am 21. Mai fand in zwei Kirchen der Erzdiözese Wien eine Rockmesse statt.

Die beiden Gotteshäuser – die Mödlinger Pfarrkirche St. Othmar und die Pfarrkirche von Kirchberg am Wagram – liegen ungefähr hundert Kilometer auseinander und wurden miteinander durch eine Videoschaltung verbunden.

In Mödling ließ man für die Showmesse die Maiandacht entfallen. Die Diskomessen standen unter dem Motto „geMEINsam glauben“.

Jugendmesse mit ausgeklügelter RubrizistikJugendmesse mit ausgeklügelter RubrizistikKlicken Sie auf das Bild, um die Photomeile mit 8 Bildern zu starten.

Am Tag nach der Messe erinnert sich der zuständige Techniker auf dem Werbe-Wegblog der Diskomessen an den „ganzen Wahnsinn“.

Die Synchronisation von zwei Gottesdiensten über hundert Kilometer Entfernung sei ein Zitterpartie sondergleichen gewesen.

Aber sowohl Band als auch Laienassistent und Zelebranten hätten hervorragend auf die A3-Zettel reagiert, die der Techniker ihnen wiederholt vor die Nase hielt: „STOPP“, „LÄNGER“, „KURZ“, „REFRAIN“, „WIEDERHOLEN“, „LANGSAM“, „SCHNELL“, „WEITER“, „LOS“.

„Jetzt können wir ja auch verraten, daß noch bei der Generalprobe kein einziger Liveeinstieg funktioniert hat – das heißt bis zum Glaubensbekenntnis haben wir nicht gewußt, ob die Sache funktionieren würde.“

Im Zentrum der Messe – so die begeisterte Berichterstattung auf der Webseite der Erzdiözese Wien – stand die Geschichte zweier Jugendliche, die wegen schulischem Mißerfolg, Druck der Eltern und fehlender Perspektive von zu Hause ausreißen wollten.

In diesem Kontext benützten die Veranstalter der Diskomesse das Evangelium von den Emmausjüngern.

Diese hätten ebenfalls nicht mehr weitergewußt, dann aber den auferstandenen Christus getroffen. Er habe zugehört und ihnen einen Ausweg aus ihrer Situation gezeigt.

Der für die Wiener Diskomessen verantwortliche Jugendseelsorger Gregor Jansen
Der für die Wiener Diskomessen verantwortliche Jugendseelsorger Gregor Jansen
In jeder der beiden Gotteshäuser spielte eine Rockgruppe. Sehr aufwendige Lichtshows hüllten die barocken Deckenfresken mit gotischem Kreuzrippengewölbe in bunte Farben.

Während der Messe konsekrierte der Priester in Kirchberg am Wagram Hostien, während in Mödling stark stark bröselnde Brotstücke verwendet wurden.

Der Koordinator der Rockmessen zeigte sich laut der Nachrichtenagentur der österreichischen Bischofskonferenz ‘kathpress’ zufrieden:

„Jedes Monat haben wir mit cooler Musik, einer verständlichen Sprache, kreativen Elementen und einer klaren, positiven Message jeweils mehr als 1.000 Jugendliche in einer Kirche versammelt.“

Die knallvollen Kirchen zeigten, daß das Konzept aufgehe.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 22 Lesermeinungen:
Montag, 12. Juni 2006 16:57
sind ein Phänomen der rechtsrechten Rattenfängerei, wo mit der Liturgie Schindluder getrieben wird, um die Leute von vernünftigem Glauben abzubringen und sie für solche rechtskonservative Bewegungen zu gewinnen wie diese hier. deshalb verstehe ich die aufregung von kreuz.net nicht.
Samstag, 10. Juni 2006 09:44
gretipleti: Die falschen Propheten…
erkennt man daran, dasss ihnen alle nachlaufen wie dem Rattenfänger von Hameln! Das kann einem nur einfallen, wenn man solche Sätze liest:

jeweils mehr als 1.000 Jugendliche in einer Kirche versammelt.“
Die knallvollen Kirchen zeigten, daß das Konzept aufgehe.
Diese Art von „Kirche“ ist ein Sonderweg, der die Gefühle der Gläubigen verletzt und sich arrogant eine Privatkirche erschafft. Wenn Jugendliche so etwas beigebracht bekommen, ist es ihnen nicht anzulasten, wenn sie kein Gespür mehr bekommen für die Realität im Leben, für die wirkliche spirituelle Erfahrung einer schlichten Eucharistiefeier. Natürlich kann man auch einmal neuere Lieder singen, aber hier wird ein Aufwand betrieben, der seinesgleichen sucht. Wenn man heute Jugendliche nur mit solchem Getue in die Kirchen lockt darf schon die Frage gestellt werden, ob die Kraft der Eucharistie zu wenig ist, weil mit äußeren Showeinlagen die Äußerlichkeit gefördert werden muß! Das Zentrum gerät aus dem Blick und was heraus kommt ist bloßer Unfug. Noch eine Frage sei gestattet:
Wer bezahlt denn eigentlich diese ganzen Selbstdarstellungsquacksalver mit ihrem Party-Equipment?
Doch wieder die braven Kirchgänger und Steuerzahler, denen bald der Geduldsfaden reißt. Es wird Zeit, dass die Piusbruderschaft wieder in den Schoß der Kirche zurückkehrt. Dann werden wir ja sehen, welche Kirche Bestand hat!
Freitag, 9. Juni 2006 11:51
aphrodite †: @Gotthard
anorexia cerebralis
Hast Du ein Phantom gesehen und ihm geantwortet?

Scheint so, ja. Naja, mein Meta-biblisches Alter …
Im Ernst: Ich denke, der Beitrag ist zensuriert worden. In der Mitgliederliste steht a.c. auch mit einem Kreuz hinter dem Namen – heißt das, dass er gestorben ist? Hoffentlich nicht, sonst würde er sich sicher als Märtyrer versuchen!
Kurzum, ich glaube man hat ihm das angetan:
Ist ja auch einerseits verständlich (andererseits wenn ich denke, was sich so manche etabliertere User leisten dürfen, naja). Aber gut, einer weniger, der alle, die mitdenken als linkslinke irgendwas bezeichnet (werd das jetzt nicht wiedergeben, sonst werd ich auch noch und das würd mir gar nicht gut stehen …
Freitag, 9. Juni 2006 10:39
athanasius1957: 2 Punkte zum Artikel
1. Interessant ist nur, daß sich alle im Rampenlicht und in der Kamera Stehenden an die vielen Rubriken der Regisseure gehalten haben. Genau jenen Rubrizismus hielten bzw. halten aber viele der V2-Gemeinden den Tradis vor.
Dass die Rubriken des geltenden MR 1969 kaum bis gar nicht befolgt werden, ist hinlänglich bekannt. Ob sich aber die Ersteren mit der gleichen Akribie an die vielen Rubriken des Missale Romanum 1962 bzw. das Ante-V2-Caeremoniale halten würden, mag bezweifelt werden.

2.Aber wovon ich absolut gar nichts halte ist dieses ewige Loshacken auf Priester, die ihre Messen bewusst feiern und als Brot Brot nehmen und keinen Pappendeckel!
Jesus hat auch Brot genommen und der Auftrag war, dass uns das Brot Leib Christi sei und nicht der Pappendeckel und auch nicht die Brösel des Brotes!

Soweit ich mich erinnere, mußte und muß für das jüdische Paschamahl ungesäuertes Brot genommen werden. Somit ist dieser mediale „Rülpser“ hinfällig.
Freitag, 9. Juni 2006 08:45
wiener: noch immer …
zwar wurden die wahrheitswidrigen behauptungen im artikel inzwischen korrigiert, aber das vier jahre alte bild von gregor jansen, das in keinerlei zusammenhang mit den jugendgottesdiensten in kirchberg und mödling steht, steht noch immer online. man fragt sich, warum.
unnötig zu erwähnen, dass die behauptung, g. jansen sei der „verantwortliche“ dieser jugendgottesdienste, nicht stimmt.
Freitag, 9. Juni 2006 00:13
Benedikt: @ Ungar (?)
Jesus hat auch Brot genommen und der Auftrag war, dass uns das Brot Leib Christi sei und nicht der Pappendeckel und auch nicht die Brösel des Brotes!

So. Ab welcher Bröselgröße hört denn die eucharistische Präsenz des Herrn auf und aus welchem Grund?
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