St. Pölten
Der Papst schreibt Bischof Krenn
In der Festschrift zum 70. Geburtstag des abgesetzten Bischofs von St. Pölten wurde ein persönlicher Brief von Papst Benedikt XVI. an den inzwischen schwerkranken Prälaten veröffentlicht.
(kreuz.net, St. Pölten) Das päpstliche Schreiben an Bischof Kurt Krenn trägt das Datum des 18. Juni 2005 – kurz vor dem 69. Geburtstag des Jubilars und ein gutes halbes Jahr nach seinem erzwungenen Rücktritt.

Der Text ist in der Festschrift abgedruckt, die zum 70. Geburtstag des ehemaligen Bischofs von St. Pölten am 28. Juni erscheinen wird.

„Es geschieht nicht alle Tage, daß ein Privatbrief eines regierenden Papstes veröffentlicht wird und mit dessen ausdrücklicher Zustimmung auch veröffentlicht werden darf“ – freuen sich die Herausgeber der Festschrift.

Es handle sich um ein Trostschreiben, das der Heilige Vater an den leidgeprüften Bischof richtete:

„Lieber Mitbruder! Wie ich höre, leidest Du an Leib und Seele. So liegt es mir am Herzen, Dir ein Zeichen meiner Nähe zukommen zu lassen.“

Seit langem bete er jeden Tag für Bischof Krenn, schreibt der Papst in seinem Brief. In Zukunft werde er seine betende Nähe noch verstärken:

„Ich will den Herrn bitten, daß er Deine Gesundheit wieder aufrichtet und daß er Dich den Trost seiner Nähe fühlen läßt.“

Der Papst verspricht, dafür zu beten, daß Bischof Krenn inne werde, wie der Herr ihm gerade in den Leiden des Leibes und der Seele nahe ist.

Denn schließlich habe Christus nicht durch seine Worte und Taten, sondern durch seine Leiden erlöst:

„In der Nähe des Ölbergs hat er alles Böse dieser Welt, den ganzen Abgrund der Sünde und Not des Menschen vor sich gesehen, dies alles in seiner Seele durchlitten und so überwunden.“

Der Papst versichert dem kranken Bischof, daß er tief von der Liebe Christi umfangen sei und im Annehmen seiner Leiden ergänzen könne, was an den Leiden Christi noch fehle, wenn ihn der Herr mit auf den Ölberg nehme:

„Ich bete sehr darum, daß Dir in allen Mühsalen diese wunderbare Gewißheit aufgeht und Du – wie St. Paulus – mitten im Schmerz Dich freuen kannst ob der besonderen Art der Nähe des Herrn.“

Abschließend sendet der Heilige Vater seinen Apostolischen Segen und verbleibt „in alter Verbundenheit“.
      
14 Lesermeinungen
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#16   wickerl   08:39:56 | Samstag, 17. Juni 2006
Seltsam
Wenn jemand so einen Brief schreibt, der sonst selbst nicht helfen kann, und dabei als Kleriker auf das Leiden Christi hinweist, dann ist das eine freundliche Geste, wenn aber ein Amtsträger in der Fülle seiner Kompetenzen in solchen Floskeln Zuflucht nimmt dann wird das dem Ernst der Lage nicht gerecht. Denn wenn er – offenbar zu Unrecht, weil sonst gäbe das Schreiben ja keinen Sinn- leidet dann muss man so lange man die Möglichkeit hat, auch um Abhilfe bemüht sein. Und das ist ja offenbar nicht vorgesehen. Im übrigen finde ich eine Lösung in der der Visitator selbst Nachfolger des Visitierten wird äußerst korrupt.
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#15   DDL + †   12:52:27 | Freitag, 9. Juni 2006
@Karl-Peter
quod licet Iovi non licet kreuz.net
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#14   Hódmezövásárhelykutasipuszta   12:43:25 | Freitag, 9. Juni 2006
@Schnabeltierkönig
Gott segne den Papst
Stimmt, kann nicht schaden. Hätten sie noch was für den Heiligen Geist und den Papst, wär glaub ich auch nötig!
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#13   Jack   22:23:32 | Donnerstag, 8. Juni 2006
Rezension
Rezension von Stephan Baier zur Festschrift für Bischof Kurt Krenn zum 70. Geburtstag
stjosef.at/…of.k.krenn/index.htm?nav/lebenslauf…
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#11   Jack   16:39:16 | Mittwoch, 7. Juni 2006
Quelle … ?
Unabhängig vom Inhalt des Briefes bleibt die Frage, woher kreuz.net diesen noch vor Erscheinen des Buches kennt. Der Verfasser des Artikels sollte seine Quelle angeben. Aber
der Mut zur Offenlegung mit wem man es hier zu tun hat, fehlt ja bei kreuz.net prinzipiell.
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#10   aphrodite †   12:46:17 | Mittwoch, 7. Juni 2006
hoppla…
wo ist denn das vortreffliche gedichtvon centesimus annus hin? hat das irgendeinem erzfundi nicht gefallen, sodass es der gnadenlosen zensur zum opfer fiel?
o.O
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#8   Rodolfo Panetta   10:25:50 | Mittwoch, 7. Juni 2006
Aufrichtige Hirten
Das ist eine sehr noble Geste von Papst Benedikt XVI., die der leidgeprüfte Bischof Kurt Krenn verdient hat. Es ist auch gut, daß jeder dies durch die Veröffentlichung sehen kann.
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#7   Gotthard   00:11:11 | Mittwoch, 7. Juni 2006
höhere Ehre
daß das Schreiben des Heiligen Vaters Benedikt XVI. ohne Autorisierung der Herausgeber auf kreuz.net erscheint!
Wer wird sich denn über solche Kleinigkeiten aufregen, wenn es zur höhere Ehre von kreuz.net geschieht?
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#6   Schnabeltierkönig   19:24:54 | Dienstag, 6. Juni 2006
Gott segne
den Papst!
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#5   Catholicus   14:13:35 | Dienstag, 6. Juni 2006
Überrascht
Als Mitherausgeber der Festschrift für Altbischof Krenn stelle ich fest, daß das Schreiben des Heiligen Vaters Benedikt XVI. ohne Autorisierung der Herausgeber auf kreuz.net erscheint! – Dr. Josef Spindelböck.
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#4   ottaviani   13:43:51 | Dienstag, 6. Juni 2006
im buchandel
ging es letzte woche noch nicht ich hab direkt beim verlag bestellt:
www.stocker-verlag.com/
am besten anrufen die dame ist sehr nett man wird für das buch vorgemerkt es erscheint ende Juni
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#3   Benedikt   13:40:21 | Dienstag, 6. Juni 2006
Die unendliche Geschichte…
…Schüttel und Turk, übernehmen Sie! :-!
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#2   rudolfsohn   13:34:25 | Dienstag, 6. Juni 2006
Ein wunderbarer Mensch, unser Hl. Vater
Gott segne Papst Benedikt XVI! Möge er uns recht lange erhalten bleiben.
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#1   Pünktchen   13:18:23 | Dienstag, 6. Juni 2006
Dorothea
Natürlich in jeder Buchhandlung!
Der Wahrheit verpflichtet. Festschrift für em. Diözesanbischof Prof. Dr. Kurt Krenn zum 70. Geburtstag, Graz 2006 (Ares Verlag). ISBN 3-902475-24-2 und ISBN 978-3-902475-24-4, Preis: EUR 39,90.
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Es wurden 2 Lesermeinungen von der Redaktion entfernt
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