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Samstag, 10. Juni 2006 10:59
Heil den deutschen Meinungswächtern
Die Deutschen sind ein wahrhaftes Tätervolk von kollektivschuldigen Mitläufern und Mördersöhnen. Das klingt nach selbstreflexivem deutschen Rassismus. Von Hubert Hecker.
Benedikt XVI. besuchte Ende Mai das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau
Benedikt XVI. besuchte Ende Mai das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau
(kreuz.net) Papst Benedikt XVI. hat bei seinem Polen-Besuch in Birkenau eine denkwürdige Rede gehalten, in der er die vielfältigen Verbrechen des Nationalsozialismus verurteilte.

Zugleich leuchtet er die moralischen und ideologischen Hintergründe sowie die theologischen Tiefendimensionen dieses Menschheitsverbrechen aus.

Anschließend wurde die Papstrede – wie zu erwarten – von verschiedenen Medien wegen einer Stelle inkriminiert, wo der Papst davon sprach, daß er als Kind des deutschen Volkes hier stehe – „als Sohn des Volkes, über das eine Schar von Verbrechern mit lügnerischen Versprechungen, mit der Verheißung der Größe, des Wiedererstehens der Ehre der Nation und ihrer Bedeutung, mit der Verheißung des Wohlergehens und auch mit Terror und Einschüchterung Macht gewonnnen hatte, so daß unser Volk zum Instrument ihrer Wut des Zerstörens und des Herrschens gebraucht und mißbraucht werden konnte.“

Jeder Oberstufenschüler kann diesen Satz Wort für Wort bestätigen – angefangen mit den Wahlkämpfen der ‘Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei’ 1932 bis hin zu Zwangsmitgliedschaften in Hitlerjugend und Waffen-SS.

Doch verschiedene Zeitungen bezeichneten diese Passage als „neblig“, „haarig“ oder „unscharf“. Andere ließen die Katze aus dem Sack und bemängelten, der Papst habe über die „Schuld“ „geschwiegen“, dem deutschen Volk eine Art Absolution von der „kollektiven Verantwortung“ gegeben.

Hintergrund dieser Formulierungen ist die Forderung aus bestimmten Kreisen, das deutsche Volk als ganzes für die Verbrechen des Nationalsozialismus schuldig zu sprechen – die berüchtigte Kollektivschuldthese.

In seiner Rede zum 8. Mai 1985 sagte der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker: „Schuld oder Unschuld eines ganzen Volkes gibt es nicht. Schuld ist, wie Unschuld, nicht kollektiv, sondern persönlich.“

Und weiter: „Auf dem Weg ins Unheil wurde Hitler die treibende Kraft. Er erzeugte und er nutzte Massenwahn.“

Schon ein Jahr später, nach dem sogenannten „Historikerstreit“, bekamen jene Kräfte in Deutschland
Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker:
„Schuld oder Unschuld eines ganzen Volkes gibt es nicht. Schuld ist, wie Unschuld, nicht kollektiv, sondern persönlich.“
Oberwasser, die einer Kollektivschuld für das deutsche Volk das Wort redeten.

Den Abschluß dieser Kampagne mit endgültigen Sprachregelungen der herrschenden politischen Klasse bildete die Auseinandersetzung um den Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann.

Der damalige CDU-Politiker hatte in seiner Rede zum Tag der deutschen Einheit 2003 folgende Argumentation aufgeführt:

An der bolschewistischen Oktoberrevolution sowie den Terrorsystemen von Lenin und Stalin waren überrepräsentativ viele jüdischstämmige Menschen beteiligt.

Nach der in Deutschland herrschenden historisch-politischen Logik könnten die Juden ein Tätervolk genannt werden, was aber absurd ist.

Ebenso unsinnig sei es, die Deutschen wegen der Beteiligung vieler an den nationalsozialistischen Verbrechen als Tätervolk zu verurteilen.

Die Medien schwankten zunächst zwischen dem Urteil „Antisemit“ oder „Konjunktiv-Antisemit“ (‘Frankfurter Allgemeine Zeitung’), bis sich die Meinungswächter schließlich auf die Sprachregelung einigten: „eine als antisemitisch empfundene Rede“.

Diese Redewendung, die jedes Urteil in das Empfinden des Journalisten zurückverlegt, läßt für die Zukunft Schlimmes befürchten.

Der eigentliche Stoß der Medien aber richtete sich gegen Hohmanns Aussage und Redeabsicht: Die Deutschen sind kein Tätervolk.

Das links-liberale Magazin ‘Der Spiegel’ giftete dagegen, die Deutschen seien sogar „das wahre Tätervolk“.

Andere Zeitungen sprachen vom „Volk der Täter – und der Opfer“. Und natürlich hieb der damalige und inzwischen verstorbene Vorsitzende des ‘Zentralrates der Juden in Deutschland’, Paul Spiegel, in die Tätervolk-Kerbe.

Bemerkenswert ist die Begründung der CDU für den Parteiausschluß ihres Mitglieds.

Hohmann habe sich des „anstößigen Klischees bedient“ – Juden in der bolschewistischen Revolution –, „um die Schuld, welche die nationalsozialistischen Verbrecher mit ihren Helfershelfern einschließlich der Millionen der ‘Mitläufer’ auf das deutsche Volk geladen haben, zu verharmlosen“ – so die ‘Frankfurter Allgemeine’ am 21. Juli 2004.

Damit sind nun alle Warnschilder
Warnschilder der politischen Korrektheit:
„Verharmlosung“ des Holocausts, Tätervolk – „Millionen der Mitläufer“ – und damit „Schuld“ des „deutschen Volkes“.
der politischen Korrektheit aufgerichtet, an die sich in Zukunft jeder Deutsche zu halten hat: „Verharmlosung“ des Holocausts, Tätervolk – „Millionen der Mitläufer“ – und damit „Schuld“ des „deutschen Volkes“.

Der deutsche Papst Benedikt XVI. hat sich bei seiner Auschwitz-Rede nicht an diese Sprachregelungen gehalten.

Das vergessen ihm die Medien und die Meinungswächter der deutschen Gesellschaft so schnell nicht.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 274 Lesermeinungen:
Donnerstag, 22. Juni 2006 20:21
Parzifal: @ Malachias
Aus wahrhaft katholischer, d.h. nicht jüdisch-freimaurerisch verfremdeter Sicht kommt einzig und allein der katholische Glaube als ideologische Grundlage des Staates in Frage. So gesehen ist auch die parlamentarische Demokratie abzulehnen mit der einzigen Ausnahme, dass eine kath. Partei wie das damalige Zentrum die absolute Mehrheit darin hat…

Da bringen Sie aber wirklich gewaltig viel durcheinander.

Einerseits ist Deutschland das höchste für Sie, auf der anderen Seite sind Sie bereit einen Bürgerkrieg oder sogar ein Auseinanderbrechen zu riskieren. Denn die Hälfte der Bevölkerung ist nun mal protestantisch.

Der zweite unlogische Punkt ist, dass der Nationalstaat an sich schon eine „unkatholische“ Entwicklung ist.
Wirklich katholisch waren Vielvölkerstaaten wie das Heilige Römische Reich Dt. Nation oder die Habsburger Monarchie Östereich-Ungarn. Der deutsche Nationalstaat an sich (bzw. die entwicklung hin zum Nationalstaat) widerspricht schon klassischen katholischen Auffassungen.

Abgesehen davon: was glauben Sie warum gerade Luther als Deutscher schlechthin angesehen wird?

Sie hängen in Wahrheit einer okkulten Sekte an die eine Art Nationalreligion stiften will.
Donnerstag, 22. Juni 2006 12:35
Benedikt: @ Malachias
Die parlamentarische Demokratie versucht aber nicht wie der Nationalsozialismus, anstelle des Christentums einen Ersatzkult zu schaffen, dieses mit Gewalt zu ersetzen und eine Rasse als Götzen emporzuheben.

Das ist nur die eine Seite der Medaille! Die andere ist der von mir angesprochene Zerstörungswille,

Jo klar: auf der einen Seite Spendierhosen, auf der anderen Zerstörungswille, wie passt das zusammen?

der – insbesondere bei Rossevelt und Stalin – schon sehr früh festzustellen ist

Daher vermutlich auch die Neutralität und die Nichtangriffspakte.

und der dann auch auf Churchill übergegriffen hat, andernfalls wäre er auf eines der zahlreichen Friedensangebote Hitlers eingegangen…

Churchill wusste von Chamberlain, was Hitlers Angebote wert waren – nichts. Irgendwann hatte Hitler das Spiel eben überreizt. Hitler wurde alles zugestanden: Österreich, das Sudetenland, sogar ganz Polen, denn trotz Kriegserklärung taten die Briten nichts während des Polenfeldzuges. Erst als Hitler auch noch Frankreich eroberte und das Unternehmen Seelöwe vorbereitete begann wirklich der Krieg mit England, der somit allein auf Hitler zurückgeht.

Die NS Ideolgie trotz ihres neuheidnisch-esoterischen Charakters auch stark idealistisch geprägt

Idealismus allein ist völlig wertlos.
Donnerstag, 22. Juni 2006 12:25
Malachias †: @Benedikt
…somit häretischen und kirchenfeindlichen Ideologie
Aus katholischer Sicht korrekt!
Aus wahrhaft katholischer, d.h. nicht jüdisch-freimaurerisch verfremdeter Sicht kommt einzig und allein der katholische Glaube als ideologische Grundlage des Staates in Frage. So gesehen ist auch die parlamentarische Demokratie abzulehnen mit der einzigen Ausnahme, dass eine kath. Partei wie das damalige Zentrum die absolute Mehrheit darin hat…

Dem Hitler haben die Westmächte doch alles spendiert, was sie den Demokraten zuvor verweigert haben. Hier liegt übrigens die Verantwortung dieser Mächte.
Das ist nur die eine Seite der Medaille! Die andere ist der von mir angesprochene Zerstörungswille, der – insbesondere bei Rossevelt und Stalin – schon sehr früh festzustellen ist und der dann auch auf Churchill übergegriffen hat, andernfalls wäre er auf eines der zahlreichen Friedensangebote Hitlers eingegangen…

Oben haben Sie den Säkularismus auch für das Nazi Reich festgestellt.
Die Nazi-Ideologie war – im Gegensatz zu den materialistischen Tendenzen seit der Renaissance (Marranen, Calvinismus, Marxismus, Liberalismus usw.) trotz ihres neuheidnisch-esoterischen Charakters auch stark idealistisch geprägt.

Einwanderungen hat es dagegen schon zur Zeit der industriellen Revolution gegeben.
Auch hier gibt es einen Zeitpunkt, da eine natürliche Grenze erreicht ist…
Donnerstag, 22. Juni 2006 10:03
Benedikt: @ Malachias
Mit „göttlichem Ziel“ hat Artois doch sicher „natürliche Grenze“ gemeint. Ist ja fast das Gleiche, oder…?

Eine willkürlich gesetzte Zeichenbegrenzung ist auch keine „natürliche Grenze“.

es wäre sicher interessant, die einmal genauer zu analysieren!

Versailler Vertrag, Monarchismus des Beamtentums, Blindheit gegenüber der bereits 1922 festgestellten Gefahr von Rechts, Parteiengeschacher, Weltwirtschaftskrise) kurz gesagt).

sich vom Christlich-Jüdischen bewusst absetzenden nationalen Ideologie.

…somit häretischen und kirchenfeindlichen Ideologie.

Übermacht und Zerstörungswille bei den Feindmächten

Is klar. Dem Hitler haben die Westmächte doch alles spendiert, was sie den Demokraten zuvor verweigert haben. Hier liegt übrigens die Verantwortung dieser Mächte.

Stichworte Pluralismus, Säkularismus, Multikulti

Oben haben Sie den Säkularismus auch für das Nazi Reich festgestellt. Einwanderungen hat es dagegen schon zur Zeit der industriellen Revolution gegeben. Kein Unterschied zum Gastarbeitersystem feststellbar.
Mittwoch, 21. Juni 2006 21:02
Malachias †: Von der Redaktion entfernt
Mittwoch, 21. Juni 2006 19:52
deusexmachina: @Malachias
Zerstörungswille bei den Feindmächten

Leben Sie auf einer Parallelwelt? Anders kann ich mir Ihre Einlassungen beim besten Willen nicht erklären. Zur Erinnerung: Der von Ihnen sog. „Zerstörungwille“ war bis zum Angriff auf Polen ganz einfach nicht vorhanden, ganz im Gegenteil, man drückte sich bei Herrn Hitler ja die Klinke in die Hand und war äußerst beflissen, im letztlich alles zu geben, was er haben wollte – Stichwort: „Appeasement“.

Ohne den unersättlichen Größenwahn des GröFaZ würden Sie heute vermutlich im größten Flächenstaat Europas leben – ob das wünschenswert wäre, steht auf einem anderen Blatt.

„unter mehr aufgezwungener als freiwillig gewollter Zulassung fremder religiöser und kultureller Traditionen – Stichworte Pluralismus, Säkularismus, Multikulti“

Aha. Und konkret wer hätte uns da konkret wie irgendetwas „aufgezwungen“? Ach, lassen Sie mich raten: Das ist alles eine linkslinke Verschwörung unter finanzjüdischer Ägide, nicht wahr? Freimaurer, nicht zu vergessen!

Aber wie erklären Sie dann, dass ich, selbst tendenziell eher konservativ und religiös vollkommen neutral, weder Jude noch Freimaurer, diesen Pluralismus – ganz ohne Zwang – in Ordnung finde und gutheiße? Ah – ferngesteuert, nicht? Gehirnwäsche, jaja.

Oh Mann, Malachias…
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