Kinderverhütung
Es war nicht bös gemeint
Im April brach der emeritierte Erzbischof von Mailand – in Ausnahmefällen – eine Lanze für den Latex-Geschlechtsakt. Nun beklagt er Mißverständnisse und die Dummheit von Lesern und Journalisten.
(kreuz.net, Vatikan) Am 28. Mai veröffentlichte die italienische Wochenzeitschrift ‘Famiglia Cristiana’ eine gemeinsame Stellungnahme des emeritierten Erzbischofs von Mailand, Carlo Maria Kardinal Martini (79), und des italienischen Bioethikers Ignazio Marino.

Darin rechtfertigten die zwei die Inhalte eines Gesprächs, das sie miteinander führten und das Ende April im linken italienischen Wochenmagazin ‘Espresso’ veröffentlicht wurde.

Im Gespräch ging es um moraltheologische Probleme.

Dabei verstrickte sich Kardinal Martini bei Themen wie Kondomen, Kinderabtreibung, Nutzung von Kleinstkinderleichen und Hilflosentötung in mehrere Widersprüche zur kirchlichen Lehre.

Doch in ihrem jüngsten Beitrag versuchen der Kardinal und der Bioethiker, die Konformität der im April dargelegten Meinungen mit der Lehre der Kirche darzulegen.

Sie schlagen vor, ihren April-Dialog noch einmal zu lesen, um dessen „Duktus“ richtig zu verstehen.

In der Öffentlichkeit seien die Positionen radikalisiert und verkürzt breitgetreten worden.

Die damaligen Überlegungen seien vom Bewußtsein geleitet gewesen, daß der „wissenschaftliche Fortschritt die Stellung des Menschen vor dem Leben, der Krankheit und dem Tod revolutioniert“ habe.

Der Dialog sei an Menschen guten Willens gerichtet gewesen, die über ihre Zweifel und Sicherheiten bezüglich des Lebens nachdenken möchten.

Man habe auf „intelligente Leser und Journalisten“ gehofft, die sich mit dem Inhalt redlich auseinandersetzten und die Absichten der Autoren berücksichtigen würden.

Kardinal und Bioethiker fühlen sich mißverstanden. Man unterstelle ihnen, für eine gänzliche Liberalisierung von Kondomen bei Aids-Infektionen oder der Kinderadoption durch Alleinstehende zu sein. Dem sei nicht so.

Sie hätten vielmehr in einer ethischen Grauzone über das „geringere Übel“ nachgedacht und erklärt, daß sowohl Kondome als auch die Kinderadoption durch Unverheiratete unter bestimmten Bedingungen – und angesichts der Möglichkeit eines größeren Übels – in den Bereich der Notwendigkeit fallen könnten.

Diese Aussage dürfe jedoch nicht falsch interpretiert werden: „Die Fortsetzung des menschlichen physischen Lebens ist nicht an sich das erste und absolute Prinzip.“

Darüber stehe das Prinzip der menschlichen Würde.
      
7 Lesermeinungen
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#8   Dr. Otterbeck   10:19:30 | Dienstag, 13. Juni 2006
P. Prosinger
hätte Karl X. vor der Julirevolution 1830 bewahren können. Aber der Erkenntnisfortschritt hinsichtlich der Differenz zwischen Dogma und Gesellschaftslehre war leider vor der näheren Entwicklung zweiterer noch nicht so weit, dass ein P. Prosinger schon bereit war.
Und kommen Sie mir jetzt nicht mit Prosinger=Lamennais, Murx!
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#7   Maurice Corvisier   07:49:29 | Dienstag, 13. Juni 2006
Tröstlich
Mag der Dämon auch mit seiner großen Intelligenz – schließlich ist er ein gefallener Engel –
hier jegliche Sperre überwinden,
Lügen, Halbwahrheiten und trügerische Glücksversprechen (soviel Griechisch können wir auch) verbreiten,
geschickt versteckt Zweifel und Verwirrung säen:
es macht nichts! Irgendwann erschallt der Donnerruf: QUIS UT DEUS? Ich höre ihn schon, in der Ferne …
Bis dahin: mane nobiscum, Domine!
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#6   v2   22:23:21 | Montag, 12. Juni 2006
@petrus radii
kardinal martini als ketzer zu bezeichnen, zeigt offen ihre grundhaltung…ein christ, geschweige denn ein katholik, können sie nicht sein
„gott ist die liebe“ und nicht die hetze, ausgrenzung und verurteilung …wie war das mit dem balken im eigenen auge?… aber sie sind sicher auch ein anhänger dieser schismatischen sekte unseres kleinen französischen unfehlbaren?
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#5   Petrus Radii   21:37:03 | Montag, 12. Juni 2006
Blah! Blah! Blah!
Na! Das G’schwätzl des Kardinals und des „Wissenschaftlers“ ist nichts Neues. So ist’s immer bei den Ketzern und Freimauerern! Die Armen! Pfui!
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#3   Karl Murx   17:37:04 | Montag, 12. Juni 2006
Und über allem thront die menschliche Würde
Tja, das ist der Haken bei DH:
Man will also denen, die man freundlicherweise aus Bonifazens Bulle „Unam Sanctam“ entlassen hatte, dann doch vorschreiben, was ihrer Würde entsprichen soll. Alle diese Leute rufen P. Prosinger ein herzliches Dankeschön zu und bitten darum sich später wieder vernehmen zu lassen. Das bißchen Würde außerhalb der Gnade hängt also ab, von ein bißchen mehr, oder weniger Latex.
Der säkularisierte Mensch ist so gottlos, daß er sich am Ende noch nicht einmal für die Aussicht interessiert, sein eigener Gott zu werden und seine Würde besteht darin würdelos zu sein, denn das ist ein Erweis seiner Freiheit. „Sein Ruhm liegt in der Schande.“ Entschuldigung, Herr Otterbeck, Herr Ratzinger, Dignitatis Humanae ist ganz einfach „out“. Schon der lateinische Name muß abstoßen. „Echt geil!“ könnte doch der Name für ein alternatives Dokument sein, oder? Mein Vorschlag, gehen Sie in die Kölner Swingerclubs und predigen Sie denen Menschenwürde! :)3
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#2   DDL3 †   16:21:59 | Montag, 12. Juni 2006
Gehofft hatte man
…auf „intelligente Leser und Journalisten“.
Bekommen hat man kreuz.net www.kreuz.net/article.3075.html.
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#1   Athanasius   16:11:22 | Montag, 12. Juni 2006
These…
…Antithese, Synthese.
Aber es ist nicht Römisch-katholisch!
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