15:28:22 | Montag, 12. Juni 2006
Im April brach der emeritierte Erzbischof von Mailand – in Ausnahmefällen – eine Lanze für den Latex-Geschlechtsakt. Nun beklagt er Mißverständnisse und die Dummheit von Lesern und Journalisten.
(kreuz.net, Vatikan) Am 28. Mai veröffentlichte die italienische Wochenzeitschrift ‘Famiglia Cristiana’
eine gemeinsame Stellungnahme des emeritierten Erzbischofs von Mailand, Carlo Maria Kardinal Martini (79),
und des italienischen Bioethikers Ignazio Marino.
Darin rechtfertigten die zwei die Inhalte eines Gesprächs,
das sie miteinander führten und das Ende April im linken italienischen Wochenmagazin ‘Espresso’
veröffentlicht
wurde.
Im Gespräch ging es um moraltheologische Probleme.
Dabei verstrickte sich Kardinal Martini bei
Themen wie Kondomen, Kinderabtreibung, Nutzung von Kleinstkinderleichen und Hilflosentötung in mehrere
Widersprüche zur kirchlichen Lehre.
Doch in ihrem jüngsten Beitrag versuchen der Kardinal und der Bioethiker,
die Konformität der im April dargelegten Meinungen mit der Lehre der Kirche darzulegen.
Sie schlagen
vor, ihren April-Dialog noch einmal zu lesen, um dessen „Duktus“ richtig zu verstehen.
In der Öffentlichkeit
seien die Positionen radikalisiert und verkürzt breitgetreten worden.
Die damaligen Überlegungen seien
vom Bewußtsein geleitet gewesen, daß der „wissenschaftliche Fortschritt die Stellung des Menschen vor
dem Leben, der Krankheit und dem Tod revolutioniert“ habe.
Der Dialog sei an Menschen guten Willens gerichtet
gewesen, die über ihre Zweifel und Sicherheiten bezüglich des Lebens nachdenken möchten.
Man habe
auf „intelligente Leser und Journalisten“ gehofft, die sich mit dem Inhalt redlich auseinandersetzten
und die Absichten der Autoren berücksichtigen würden.
Kardinal und Bioethiker fühlen sich mißverstanden.
Man unterstelle ihnen, für eine gänzliche Liberalisierung von Kondomen bei Aids-Infektionen oder der
Kinderadoption durch Alleinstehende zu sein. Dem sei nicht so.
Sie hätten vielmehr in einer ethischen
Grauzone über das „geringere Übel“ nachgedacht und erklärt, daß sowohl Kondome als auch die Kinderadoption
durch Unverheiratete unter bestimmten Bedingungen – und angesichts der Möglichkeit eines größeren Übels –
in den Bereich der Notwendigkeit fallen könnten.
Diese Aussage dürfe jedoch nicht falsch interpretiert
werden: „Die Fortsetzung des menschlichen physischen Lebens ist nicht an sich das erste und absolute Prinzip.“
Darüber stehe das Prinzip der menschlichen Würde.
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#8
Dr. Otterbeck 10:19:30 | Dienstag, 13. Juni 2006
#7
Maurice Corvisier 07:49:29 | Dienstag, 13. Juni 2006
#6
v2 22:23:21 | Montag, 12. Juni 2006
#5
Petrus Radii 21:37:03 | Montag, 12. Juni 2006
#3
Karl Murx 17:37:04 | Montag, 12. Juni 2006
#2
DDL3 † 16:21:59 | Montag, 12. Juni 2006
#1
Athanasius 16:11:22 | Montag, 12. Juni 2006