Bush – der nächste Hitler
Der Ex-Minister, Poet und Ex-Priester Ernesto Cardenal betätigte sich Ende Mai auch als politischer Analytiker.

Der suspendierte Priester erklärte, daß US-Präsident George W. Bush „der neue Hitler“ sei. Das berichtete die mexikanische Tageszeitung ‘La Crónica de hoy’.
„So wie Hitler einst der Kriegstreiber war, so ist das jetzt Bush. Es wäre heuchlerisch, das nicht zu sagen“, erklärte der Poet in einer Presserunde in Costa Rica, wo er an einem Internationalen Poesiefestival teilnahm.
Unter seinen Anklagen gegen Präsident Bush, unterstrich der Schriftsteller, daß dieser „sich über aller nationale und internationale Gesetze gestellt hat“. Er forderte von den europäischen Regierungen und der internationalen Gemeinschaft, von den Vereinigten Staaten einen wahrhaften Respekt der Menschenrechte zu verlangen.
„Der größte Staatsterrorismus der Welt geht von den Vereinigten Staaten aus, die
in ihrer Geschichte 216 Staaten überfallen
haben“ – unter ihnen auch Nicaragua, das Heimatland von Ernesto Cardenal.
Cardenal wies auch auf die verschiedenen Kirchen in den USA hin und bezeichnete sie als „Komplizen und aufgrund ihres Schweigens als mitverantwortlich für die Militäraktionen der US-Regierung.“
Nach Ansicht des Schriftstellers kann der Terrorismus nur mit einer größeren ökonomischen Gerechtigkeit bekämpft werden: „Die einzige Waffe gegen den Krieg ist der Humanismus.“
Zu Lateinamerika erklärte Cardenal, daß es besser wäre, die Initative Venezuelas zu befolgen und vor der Unterzeichnung einer Handelsvereinbarungen mit den USA zuerst einen freien Handel in der Region einzurichten.
Am Tag der Rede erhielt Cardenal ein Doktorat honoris causa der staatlichen ‘Universidad Nacional de Costa Rica’ für seinen „unermüdlichen Kampf für den Frieden und die Gerechtigkeit in der Welt und für sein Leben im Dienste einer Stärkung der höchsten Werte der zentralamerikanischen und lateinamerikanischen Völker insgesamt“, wie der Rektor der Universität, Olman Segura, betonte.
„Kontemplativ und gleichzeitig kämpferisch war das Leben von Ernesto Cardenal ständig dem Kämpf für die Gleichheit geweiht“, unterstrich der Universitätsrat.
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Montag, 19. Juni 2006 13:58
aphrodite †: @ wickerl:
Ich dachte immer, das Heil käme ausschließlich von Gott. Habe ich mich da getäuscht?
Samstag, 17. Juni 2006 08:32
wickerl: Ernesto Cardenal
Busch der nächste Hitler, damit hat sogar Cardenal Ernesto mit dem ich sonst nie einer Meinung war Recht. Die Welt scheint übrigens gänzlich zu vergessen dass sie nicht durch irgendein sonstiges (einzigartiges) Leiden sondern nur durch das von Jesus Christus erlöst wurde, und nur diesem ausschließlich Heilscharakter zukommt. Diesbezüglich mache ich mir auch bei Papst Benedikt Sorgen.
Mittwoch, 14. Juni 2006 11:17
Dr. Otterbeck: Methusalix
Das aggiornamento des guten Papstes Johannes richtig zu verstehen, das ist tatsächlich das große Problem
der nachkonziliaren Krise. Und ich gebe Ihnen zu, dass eine auf schlichte Autorität gestützte Kirchlichkeit
keine Chance mehr hat. Der große Mut des Papstes Johannes, und das ist unumkehrbar, besteht darin, auf
den freien Willen zu setzen, auf den guten Willen. Und einer Verwechslung der Religion mit „Rechtspolitik“
für alle Zukunft die Legitimation zu entziehen.
Dieses Fazit wurde allerdings insb. durch Pius XI. und Pius XII. bereits vorbereitet, so dass ein so eklatanter Bruch, den die Rechte unter Adoption einer „linken“ These wahrnimmt, nur aufgrund selbstgefälschter Statistiken verifizierbar ist. Die Tragödie besteht darin, dass das Konzil es nicht legitimiert, Kirche statt mit rechter Politik mit linker Politik zu identifizieren. Es müsste darum gehen, das ganze politisierende (naturalistische) Hickhack zu überwinden, um zu den wirklich wichtigen Fragen zu kommen.
Dieses Fazit wurde allerdings insb. durch Pius XI. und Pius XII. bereits vorbereitet, so dass ein so eklatanter Bruch, den die Rechte unter Adoption einer „linken“ These wahrnimmt, nur aufgrund selbstgefälschter Statistiken verifizierbar ist. Die Tragödie besteht darin, dass das Konzil es nicht legitimiert, Kirche statt mit rechter Politik mit linker Politik zu identifizieren. Es müsste darum gehen, das ganze politisierende (naturalistische) Hickhack zu überwinden, um zu den wirklich wichtigen Fragen zu kommen.
Dienstag, 13. Juni 2006 21:20
semiotico: @aphrodite
Liebste Aphrodite, ich muss doch etwas weiter nachfragen…
Gott hat keine Kirche gestiftet = logisch, weil er a) das Wort „Kirche“ (in egal welcher Sprache) nie zu irgendjemandem explizit gesagt hat (schon gar nicht „bau eine Kirche auf“ oder sowas), b) auch Jesus davon nicht wirklich spricht – und wenn, dann nur auf eine lukanische Redaktion hin.
Bei der Frage nach einer „Kirche heute“ kann man aber nicht ganz einfach und polemisch auf der vielleicht historischen Tatsache herumhacken, dass weder Gott, noch Jesus, noch ein Heiliger Geist (falls existent) je eine Kirche gegründet haben, sondern viel eher auf eine gewisse Tradition bauen (die natürlich nicht immer oder fast nie glorreich war). Wenn ich mir aber heute überlege, was Kirche bedeutet, dann steht (zumindest für mich) nicht das dogmatische Lehrgebäude, sondern die communitas im Mittelpunkt. Im Sinne einer konstruktiven Auseinandersetzung müssen wir annehmen, dass es eine Kirche nun einmal gibt. Unser Ziel darf nicht sein, sie wegen ihrer Entstehung zu diffamieren oder zu zerstören, sondern aus dem Bestehenden das Beste zu machen. Oder? Sonst verbrauchen wir doch nur Energie an etwas eigentlich doch gar nicht Existentem…
Gott hat keine Kirche gestiftet = logisch, weil er a) das Wort „Kirche“ (in egal welcher Sprache) nie zu irgendjemandem explizit gesagt hat (schon gar nicht „bau eine Kirche auf“ oder sowas), b) auch Jesus davon nicht wirklich spricht – und wenn, dann nur auf eine lukanische Redaktion hin.
Bei der Frage nach einer „Kirche heute“ kann man aber nicht ganz einfach und polemisch auf der vielleicht historischen Tatsache herumhacken, dass weder Gott, noch Jesus, noch ein Heiliger Geist (falls existent) je eine Kirche gegründet haben, sondern viel eher auf eine gewisse Tradition bauen (die natürlich nicht immer oder fast nie glorreich war). Wenn ich mir aber heute überlege, was Kirche bedeutet, dann steht (zumindest für mich) nicht das dogmatische Lehrgebäude, sondern die communitas im Mittelpunkt. Im Sinne einer konstruktiven Auseinandersetzung müssen wir annehmen, dass es eine Kirche nun einmal gibt. Unser Ziel darf nicht sein, sie wegen ihrer Entstehung zu diffamieren oder zu zerstören, sondern aus dem Bestehenden das Beste zu machen. Oder? Sonst verbrauchen wir doch nur Energie an etwas eigentlich doch gar nicht Existentem…
Dienstag, 13. Juni 2006 15:50
aphrodite †: gott hat…
keine Kirche gestiftet (schon gar nicht die sog. „römisch-katholische“) und Jesus auch nicht. Ich darf daran erinnern: Jesus verkündete die basileia tou theou, NICHT IRGENEINE KIRCHE; er rechnete vielmehr mit einem Anbruch der Basileia zu seinen Lebzeiten. Irgendwie ist’s dann nicht so gekommen, und da Menschen in unsicheren Zeiten das Bedürfnis nach festen Strukturen und Institutionen haben (man nennt sie heute im Extremfall FundamentalistInnen), ist das Christentum als Religion in die Welt getreten. Ob das dem Geist Jesu entsprochen hat, wage ich ernsthaft zu bezweifeln.
Dienstag, 13. Juni 2006 11:38
methusalix †: @DDL …extra ecclesiam…
Insofern erscheint mir dieses „mutwillig preisgeben“ sehr suspekt – …
Mir ist bei diesen Sachen immer viel zu schnell die Rede von Mutwilligkeit oder gar Bosheit.
Ich halte diese „Hilfskonstruktionen für Halbgläubige“, wie ich sie mal nennen möchte, für eine Drohkulisse, die von römisch-katholischen Kirchenbeamten haufgebaut wurde, um unsichere Kantonisten zur Herde zurückzutreiben.
Die beste Methode, die Schäfchen zusammenzuhalten, ist, nach herkömmlicher Ansicht in fundamentalistischen Kreisen vor allem die, Angst zu machen vor dem ewigen Höllenfeuer.
Eine weit verbreitete Methode, die in der verkommenen und verlogenen Adenauerrepublik sogar noch im Strafgesetzbuch fixiert war, auch wenn es um die intimsten Details des persönlichen Lebens ging. Denken Sie an den §§ 175 oder an den berüchtigten „Kuppeleiparagraphen“.
Das versuchte Aggiornamento von Johannes XXIII wäre die grosse Chance gewesen, von der Knüppelmethode wegzukommen und die Menschen durch Vorbild und Überzeugungsarbeit in der Kirche zu halten. Aus Angst haben die Konservativen den alten Weg gewählt und sind dabei den Kampf zu verlieren. Vielleicht ist das mit ein Grund dafür, dass hier so viel verbale Schlägertypen im Forum rumlaufen. Wer Angst hat, schlägt blind um sich.
PS: Mein Hochachtung für Ihren Mut mit offenem Visier zu kämpfen und meinen Dank für Ihre sehr schön gemachte Webseite. Wir werden uns dort öfter treffen.
Mir ist bei diesen Sachen immer viel zu schnell die Rede von Mutwilligkeit oder gar Bosheit.
Ich halte diese „Hilfskonstruktionen für Halbgläubige“, wie ich sie mal nennen möchte, für eine Drohkulisse, die von römisch-katholischen Kirchenbeamten haufgebaut wurde, um unsichere Kantonisten zur Herde zurückzutreiben.
Die beste Methode, die Schäfchen zusammenzuhalten, ist, nach herkömmlicher Ansicht in fundamentalistischen Kreisen vor allem die, Angst zu machen vor dem ewigen Höllenfeuer.
Eine weit verbreitete Methode, die in der verkommenen und verlogenen Adenauerrepublik sogar noch im Strafgesetzbuch fixiert war, auch wenn es um die intimsten Details des persönlichen Lebens ging. Denken Sie an den §§ 175 oder an den berüchtigten „Kuppeleiparagraphen“.
Das versuchte Aggiornamento von Johannes XXIII wäre die grosse Chance gewesen, von der Knüppelmethode wegzukommen und die Menschen durch Vorbild und Überzeugungsarbeit in der Kirche zu halten. Aus Angst haben die Konservativen den alten Weg gewählt und sind dabei den Kampf zu verlieren. Vielleicht ist das mit ein Grund dafür, dass hier so viel verbale Schlägertypen im Forum rumlaufen. Wer Angst hat, schlägt blind um sich.
PS: Mein Hochachtung für Ihren Mut mit offenem Visier zu kämpfen und meinen Dank für Ihre sehr schön gemachte Webseite. Wir werden uns dort öfter treffen.
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