Kürzlich bat mich Hw. James Walsh vom diözesanen Berufungsteam, für eine Gruppe junger Männer, die daran denken, Priester zu werden, meine Gedanken niederzuschreiben, warum jemand in der heutigen Kirche Priester werden sollte. Von Mons. Howard J. Hubbard, Bischof von Albany.
(kreuz.net) Ich möchte euch die zehn Gründe mitteilen, die ich zusammengetragen habe:
1. Bucky G.,
ein Strassenbandit, Zuhälter und Drogenhändler, erschoß am Weihnachtstag 1972 einen Rivalen. Buckys
Familie rief mich im Haus meiner Mutter an, die gerade mit Krebs im Sterben lag. Man brauchte mich, um
eine Kaution für Bucky zusammenzubringen.
Die Bitte hätte nicht ungelegener kommen können. Ich wußte,
daß dies das letzte Weihnachtsfest mit meiner Mutter sein würde, und ich hätte es gerne mit ihr verbracht.
Mit Sicherheit wollte ich sie am Heiligen Abend nicht alleine und krank zurücklassen.
Als ich meiner
Mutter das Dilemma erklärte, schaute sie mir in die Augen und sagte: „Du bist ein Priester. Dieser Mann
bittet dich um Hilfe. So wie sich Jesus am ersten Weihnacht entäußert hat, um mit uns eins zu werden,
ist es jetzt an dir, dich zu entäußern, ohne auf die Familie und persönliche Bedürfnisse zu schauen.“
Ich werde diese Antwort nie vergessen, ihre einfaches, aber tiefes mütterliche Wissen um das Wesen des
Priestertums und um die Ursache, warum wir Priester uns selber entäußern müssen, um die Welt an Gottes
bedingungslose Liebe zu erinnern.
2. Susan B. (14) wurde von einem Mann unter Mithilfe ihrer eigenen
Mutter sexuell mißbraucht.
Ich begegnete ihr, als ich Kaplan in unserem katholischen Haus für unverheiratete
Mütter in Albany war. Es war mir vergönnt, mit ihr während der Zeit ihrer Schwangerschaft, der Gerichtsverhandlung,
der Verurteilung ihres Vergewaltigers und ihrer Mutter und ihres Kampfes mit den Folgen der Mißbräuche –
Depression und Geisteskrankheit – beizustehen.
Jetzt geht es Susan sehr gut. Sie hilft anderen, mit den
Umständen ihres Lebens fertigzuwerden und schreibt eine Aufzeichnung über ihren Weg zur Heilung.
3.
Herr X. war ein wichtiger Politiker mit einem chaotischen persönlichen Leben. Er lebte in einem ungesunden
Verhältnis zu einer geschiedenen Frau, was seine bedeutsame Karriere zu ruinieren drohte.
Er war auf
der Suche nach Ratschlägen, Gebeten und Unterstützung und bemühte sich gleichzeitig, sein persönliches
Durcheinander mit Integrität und Würde zu entwirren.
Zum Glück war mir die Gelegenheit gegeben, mit
ihm durch diese dunkle Nacht der Seele zu gehen.
4. Mary und Bob waren Studenten und Leiter des Newman
Club im ‘Albany Business College’. Als Neupriester bemühte ich mich in den 1960er Jahren um diese Gruppe.
Ich hatte in diesem Bereich keine große Erfahrung. Aber wir planten Einkehrtage, veranstalteten soziale
Aktivitäten und Vorträge zu spirituellen Themen.
Ich wurde ein guter Freund von Mary und Bob. Die zwei
verliebten sich. Einige Jahre später hielt ich ihre Hochzeit. Dann taufte ich der Reihe nach ihre Kinder.
Beide sind jetzt vierzig Jahre verheiratet und schicken mir regelmässig Neuigkeiten über ihre Familie
und ihr Leben.
5. Karen, eine abgefallene Katholikin, arbeitete als Krankenschwester in der Intensivstation
des Krankenhauses von Albany. Das Leiden, das sie täglich erlebte, setzte ihr sehr zu.
Wie konnte ein
liebender und fürsorgender Gott solches erlauben: Menschen, die an Herzattacken, Krebs, Autounfällen
sterben. Wie kann Gott dem untröstlichen Leid einer Familie zuschauen, die um einen geliebten Menschen
trauern?
Von diesen Dingen übermannt, verlor Karen ihren Glauben und wurde eine zynische Skeptikerin.
Im Jahr 1978 hielt ich TV-Einkehrtage unter dem Titel „Immer Sein Volk“. Dabei hatte ich die Gelegenheit,
über einige zentrale Themen des christlichen Lebens nachzudenken, auch über das Problem des Leidens
und über das Geheimnis des Kreuzes. Ich lud Zuseher, die sich vom kirchlichen Leben entfernt hatten ein,
zurückzukehren und einen neuen Anfang zu setzen.
Karen folgte diesem Ratschlag und entdeckte eine erneuerte
Liebe für Christus und die Kirche. Sie begann zu verstehen, daß Krankheit und Tod erlösend und lebensspendend
sein können.
Sie kehrte zur Kirche zurück und wurde ein aktives Mitglied ihrer Pfarrei. An jedem Buß-
und Bettag schreibt sie mir, um mich an die Freude zu erinnern, die sie erlebte, als sie zur Herde Christi
zurückkehrte.
6. Mary Ann war fast ein Jahrzehnt im Kloster. Aber sie war unglücklich. Sie liebte ihre
Arbeit als Sozialarbeiterin und das Leben in der Ordensgemeinschaft. Aber in ihrem Leben fehlte etwas.
Sie sehnte sich nach einer Familie. Doch beim Gedanken an einen Austritt erfaßten sie Schuldgefühle.
War sie dabei, dem lieben Gott den Rücken zuzuwenden? War sie egoistisch? Was würden ihre Freunde und
ihre Familie denken, wenn sie den Orden verließe?
Durch geistliche Leitung und Ratschläge konnte ich
ihr helfen, diese Dinge auf die Reihe zu bringen und die Entscheidung zu fällen, daß Ordensleben zu
verlassen – nicht mit Schuldgefühlen oder Bedauern, sondern mit innerem Frieden und Ruhe.
Mary Ann ist
jetzt eine stolze Mutter von vier Kindern und in ihrer Pfarrei sehr aktiv. Sie lebt dankbar für die Vergangenheit
und glücklich über das, was ist.
7. Ellens Sohn Kevin war ein Seminarist. Er hatte das ‘College of
Saint Rose’ in Albany absolviert und war ein begabter Musiker und Schauspieler.
Ich besuchte Ellen an
einem Samstagabend nach einem dringenden Telefonanruf, um ihr die schlimmste Nachricht mitzuteilen, die
ich je weiterzugeben hatte: Kevin war bei einer Nachmittagsfreizeit während der jährlichen Einkehrtage
für Seminaristen ertrunken.
Das war eine Tragödie von monumentalen Ausmaßen und das erste und einzige
Mal, daß ich eine Mutter über den Tod ihres Kindes informieren mußte.
Die Antwort von Ellen war erstaunlich:
keine Wut, kein Zorn, keine Bitterkeit, sondern Trauer, gepaart mit einem großen Vertrauen in die göttliche
Vorsehung. Sie vertraute, daß alle Dinge im Plan Gottes zum Guten gereichen und daß ihr Sohn – der so
viele Möglichkeiten besaß, dort war, wo Gott ihn haben wollte, nur früher als erwartet.
8. Tom war
ein Student in einem örtlichen College. Er war zum ersten Mal von zuhause weg, geriet an die falschen
Freunde und versank in der Drogenszene. Nach Abbruch seiner Ausbildung, wollte er bei der Armee einsteigen.
Dort wurde er aber wegen Drogenbesitz wieder entlassen.
Als er bei mir um Hilfe bat, war er ohne Haus
und Hoffnung. Er war gerade nach einer Überdosis aus dem Spital entlassen worden. Der Sozialarbeiter
der Klinik hatte ihm meinen Namen gegeben, weil ich mit einem Drogen-Therapieprogramm in Albany zusammenarbeitete.
Zuerst beschuldigte Tom andere für seine Probleme: gleichgültige Lehrer, untreue Freunde, arrogante
Offiziere und so weiter. Obwohl er zögerlich und widerspenstig war, überzeugte ich ihn, bei unserem
Therapieprogramm mitzumachen. Dadurch war Tom in der Lage, seine Sucht und ihre Gründe zu verstehen und
die Verantwortung für sein Verhalten zu übernehmen.
Nach der Behandlung erhielt er das Angebot, im
Drogenprogramm als Mitarbeiter tätig zu werden. Er nahm auch seine Ausbildung wieder auf und absolvierte
Abendkurse, um eine kaufmännische Ausbildung abzuschließen. Jetzt ist Tom ein erfolgreicher Unternehmer
in der Hi-Tech Branche. Er besitzt eine wunderbare Frau und Familie. Das wichtigste: Er ist drogenfrei,
aber dennoch hoch oben im Leben.
9. Paul war ein Lehrer mit homosexuellen Neigungen. Seine Familie wußte
nichts davon, bis Paul an Aids erkrankte und alles bekannt wurde.
Zuerst wurde er von den Mitgliedern
seiner Familie abgelehnt. Er mußte von der Sozialhilfe leben. Ich konnte ein Treffen zwischen ihm und
seiner Familie organisieren. Dabei entdeckten seine engsten Verwandten in Paul einen angenehmen und fürsorgenden
Menschen. Sie begriffen auch, daß sein Leiden ein Leiden war und keine göttliche Strafe für sein unmoralisches
Verhalten.
Paul starb im Kreis seiner Familie. Diese baute nach seinem Tod ein Sozialprogramm auf, um
anderen Menschen, die an HIV und AIDS leiden, zu helfen.
10. Rocco ist ein Häftling in der Great Meadows
Strafanstalt in Comstock. Ich lernte ihn kennen, als ich in dieser Anstalt firmte.
Ich habe ihn nie gefragt,
warum er im Gefängnis sitzt. Er ist in den 29 Jahren, seit ich in unserer Diözese Bischof bin, dort
gewesen. Ich nehme an, daß er sich wegen eines größeren Vergehens wie Mord im Strafvollzug befindet.
Im Jahr 2003 – auf dem Höhepunkt der US-weiten Skandale um klerikale Mißbräuche – firmte ich im Gefängnis.
Nach der Messe fragte mich Rocco, ob er mit mir sprechen könnte.
Er sagte zu mir: „Herr Bischof, ich
habe Sie heute während der Messe beobachtet. Sie kamen mir sehr unter Druck und leidend vor. Ich weiß,
es mag etwas komisch sein, wenn einer wie ich einem Bischof Ratschläge gibt, aber der Geist drängt mich,
ihnen diese Botschaft zu übermitteln.“
Dann sagte er mit Tränen in den Augen: „Herr Bischof, vertrauen
sie dem Meister. Vertrauen sie dem Meister!“
Diese sehr einfache Botschaft war genau das, was ich in
diesem sehr dunklen Augenblick meines Lebens hören mußte. Sie wurde durch das offensichtliche Leiden
und den Schmerz dessen, der die Botschaft überbrachte, noch eindrücklicher gemacht.
Ich habe euch diese
zehn Geschichten als Beispiele erzählt, um euch zu zeigen, mit welchen Diensten ein Priester die Ehre
hat, konfrontiert zu werden.
Die meisten Menschen wissen um den priesterlichen Dienst in einer Pfarrei:
die Messe, die Sakramente. Aber es gibt daneben viele weitere Dienste: Arbeit in Schulen, mit unverheirateten
Müttern, mit Geisteskranken, Süchtigen, Gefangenen, mit den Kranken und Alten.
Solche Leute – und noch
viele andere, die ich hier nicht erwähnen konnte – verlangen danach, die Gute Nachricht Jesu Christi
zu hören und einem geweihten Repräsentanten der Kirche zu begegnen, der ihnen Heilung, Frieden und Versöhnung
bringt.
Außerdem finden die Priester im Leben jener, denen sie dienen, eine unschätzbare Quelle der
Inspiration, des heroischen Glaubens und der geistlichen Nahrung.
Gesucht: Priester.
Warum brauchen
wir heute Priester? Nehmen sie die zehn Erlebnisse, die ich gerade erzählt habe, und multiplizieren sie
diese mit Tausend.
Ja, die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter.
Ich bitte alle in unserer
Diözese dafür zu flehen, daß der Ruf Gottes zum geweihten Priestertum in unseren Tagen nicht ungehört
verhallt.
Der theologisch sehr liberale Mons. Howard J. Hubbard (67) ist seit 1977 Bischof der Diözese
Albany im Osten von New York.
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@ DDL Also, da wo ich herkomme (5€ ins Phrasenschwein ) ist das wort „unnormal“ negativ besetzt. Warum
es unnormal sein soll erklären Sie allerdings nicht. Ich habe mit keiner Silbe behauptet, Sex sei das
„alleinig Weltbewegende“ – das erfinden Sie. Sie schreiben: „Es ist schlichtweg absurd, gerade JENEN Personen
die „Morallehre“ anzuvertrauen, die ihr profundes Desinteresse an dem, was sonst die Welt bewegt, geäußert
und auf Dauer zugesagt haben.“ Dies kann unter diesen Vorzeichen nur auf den Zölibat bezogen sein. Das
Desinteresse in Ihrem Satz ist somit die sexuelle Beziehung; meine Schlussfolgerung durchaus logisch.
nur sehe ich auch nicht die geringste Rechtfertigung dafür, warum man ausgerechnet DENEN, die ein – vielen
anderen WICHTIGES – Thema als „weniger wichtig“ abgehakt haben, irgendein Lehramt für dieses Thema überlassen
sollte Ich sehe nichts, was dagegen spräche. Man macht ja auch keinen erklärten Veganer zum Chefkoch
eines Steakhouses. Ein Veganer hätte daran gar kein Interesse. Falls doch, so spräche auch nichts dagegen.
Die relative Geringschätzung von Sexualität …können Sie bereits diagnostizieren, wenn jemanden auch
nur irgendetwas wichtiger als Sexualität ist. Also etwa 99% der Menschheit.
@Benedikt Sie verkennen, dass ich „unnormal“ nicht mit Negativkonnotation sehe. Insofern geht Ihr Vergleich
mit dem dämlichen HS-ist-krank-Geschwätz voll daneben und ist durchaus beleidigend. Zölibat IST – völlig
wertfrei – „unnormal“ (HS ist das übrigens – genauso wertfrei – auch, nur im Gegensatz zum Zölibat nicht
frei gewählt). Die Problematik dabei ist, dass den „Unnormalen“ die Definitionshoheit über die Belange
der „Normalen“ gegeben wird. DAS ist das Absurde. Ich habe mit keiner Silbe behauptet, Sex sei das „alleinig
Weltbewegende“ – das erfinden Sie. Fakt ist, dass Sex vielen Menschen WICHTIG ist. Wer freiwillig und
auf Lebenszeit auf diesen Aspekt verzichtet, unterscheidet sich deutlich vom Rest der Menschheit. Das
kann er tun, das steht ihm frei – nur sehe ich auch nicht die geringste Rechtfertigung dafür, warum man
ausgerechnet DENEN, die ein – vielen anderen WICHTIGES – Thema als „weniger wichtig“ abgehakt haben, irgendein
Lehramt für dieses Thema überlassen sollte. Man macht ja auch keinen erklärten Veganer zum Chefkoch
eines Steakhouses. Sie können hier rhetorische Haken schlagen, wie Sie wollen: Die relative Geringschätzung
von Sexualität MANIFESTIERT sich in der lebenslangen Absage an diese. Bitte verzichten Sie auch auf weitere
Strohmänner á la „geschlechtslos“. Das habe ich nie gesagt. Und „Desinteresse“ ist relativ. Sie können
wählen: Entweder IST dem zölibatären Kleriker Sexualität weniger wichtig als dem Rest der Welt ODER
er lügt sich und der Welt einen vor.
@ DDL Ich sagte, dass die Menschen, die den Zölibat auf sich nehmen, offenkundig „unnormal“ sind, da
ein normaler Mensch diesen Bereich eben NICHT ausklammert. Interessanter Satz. Nun warte ich auf etwas,
was Ihre Aussagen belegt. Von meiner Warte ist das lediglich Ihre persönliche Meinung, die sich vom Homosexualität-ist-Krankheit
Gerede in nichts unterscheidet. Es ist schlichtweg absurd, gerade JENEN Personen die „Morallehre“ anzuvertrauen,
die ihr profundes Desinteresse an dem, was sonst die Welt bewegt, geäußert und auf Dauer zugesagt haben.
Ja es muss schon schwer für Sie sein, dass es heutzutage tatsächlich noch Leute gibt die meinen, der
Sex sei nicht das alleinig weltbewegende. Die Vergötzung des Sex ist weit fortgeschritten. Erweitern
Sie Ihren Horizont. Übrigens: Ein Priester wird sicher bestreiten, geschlechtslos oder „desinteressiert“
zu sein. Er hat lediglich beschlossen, selbst keine solche Beziehung zu führen. Ein solcher Beschluss
reicht bei Ihnen offenbar bereits aus, den Betreffenden als sozial ungeeignet abzuqualifizieren, was mit
Verlaub Ihrer sonstigen Liberalität Hohn spricht. Der Arzt bekommt irgendwelche Krankheiten Jo, irgendwelche.
Wenn ein Irrenarzt lauter Neurosen etc bekommt, dann wird es höchste Zeit, ihn als Arzt abzulösen. diesem
Cartoon. Absolut hinkender Vergleich. Fragen Sie bei jedem Problem gleich einen ausgebildeten Partnerschaftstherapeuten
oder was?
respekt vor dem bischof! hervorragend: 10 gründe für das priestertum – und er nennt 10 menschen, denen
er in seinem pastoralen wirken begegnet ist. bei aller notwendigen (und sehr sympathischen) bescheidenheit
des bischofs: in den geschilderten „fällen“ dürfte er wohl wirklich „in persona christi“ gehandelt haben,
d.h. dass durch sein handeln etwas von der liebe christi durchgeschienen ist. danke für diesen artikel –
über den ich erst nach einigen tagen „gestolpert“ bin.
@Benedikt Um – verspätet – noch einmal auf den Zölibat zurückzukommen: Sie scheinen mir da ein paar
Standardantworten abzuschießen, die auf das von mir Gesagte gar nicht zutreffen. Ich sagte, dass die
Menschen, die den Zölibat auf sich nehmen, offenkundig „unnormal“ sind, da ein normaler Mensch diesen
Bereich eben NICHT ausklammert. Es ist schlichtweg absurd, gerade JENEN Personen die „Morallehre“ anzuvertrauen,
die ihr profundes Desinteresse an dem, was sonst die Welt bewegt, geäußert und auf Dauer zugesagt haben.
Der Spruch mit dem Arzt, der auch nicht alle Krankheiten gehabt haben muss, ist alt, aber falsch. Der
Arzt bekommt irgendwelche Krankheiten und ist so menschlich wie seine Patienten, teilt ihre Sorgen und
weiß um die Probleme von Krankheit aus eigener Erfahrung, das ist der relevante Aspekt. Natürlich ist
nicht jeder, der etwas nicht am eigenen Leib erlebt hat, unfähig, etwas Kompetentes dazu zu sagen – er
ist es nur WAHRSCHEINLICH. Die hinter dem Zölibat stehende bzw. die von Ihnen hier vorgetragene Logik
erfasst „I drew this“ exzellent in diesem Cartoon idrewthis.org/2006/rootcanal.gif.
@Benedikt 1) „Ich glaube, dass es nur einen Weg zu Gott gibt, alle anderen sind zu verwerfen, zu vernichten
und zu verfolgen. Es gibt nur die eine Kirche, es gibt nur die eine Wahrheit.“ Reicht das? Man kann es
natürlich noch fortsetzen. Dieselben Glaubensaussagen benutzen übrigens die islamischen Fundamentalisten
als Begründung ihrer Kriege. Und da hackt jeder auf dem Islam und seinen geistig-religiösen Führern
herum. 2) Reichen ihnen 400 Jahre Entstehung, Konkretisierung und Festigung nicht aus? Der Papstprimat
hat sich aus den Erfahrungen der Reformation, der Gegenreformation, der Aufklärung und des Absolutismus
entwickelt. Letztlich war er im späten 19.Jahrhundert vor allem dazu da, gegen immer mächtiger werdende
Könige (Ö-U, D, I, etc.) und Staatsführer gewappnet zu sein, um eben nicht wieder zu Hampelmännern
zu werden. Gleichzeitig hat die Unfehlbarkeit natürlich noch viele weitere Facetten, etwa auch eine Macht
gegenübr sich immer mehr entwickelnden Sekten usw. usf. Natürlich gab es die Idee einer Unfehlbarkeit
schon länger, aber sie ist keine Grundidee des Papsttums und schon gar keine der Kirche.
@ semiotico Frage: Ist der Aufruf zu einem Kreuzzug, auch wenn er noch so religiös begründet wird eine
Glaubensaussage, die man standardmäßig formulieren könnte: „Ich glaube…“? Ich denke, es ist eher
die Essenz aus einem bestimmten Glauben heraus. Folglich kommt ein Rückschluss auf den Unfehlbarkeitsprimat
nicht in Frage. Ich sage nicht, dass bei Dogmatisierungen was neues erhoben wird, es wird nur festgesetzt.
Was aber nur funktioniert, wenn man schon vorher von der Existenz des Festgesetzten ausgeht und dies auch
rückwirkend anwendet.
@Benedikt 1) Ich weiß, dass eine Unfehlbarkeit die Glaubensaussagen betrifft und nicht so weltliche wie
die einer Mathematikaufgabe. ABER: Die Aufrufe zu den Glaubenskriegen und Hexenverfolgungen des Mittelalters
waren Glaubensaussagen und durch päpstliche Dekrete ausformuliert. Das war kein „wir ziehen mal in den
Krieg“, sondern eine Aussage des Glaubens: Dieser Krieg ist für Gott. Selbes gilt für Hexen- und Ketzerverfolungen:
Hier ging es um die Aussage des angeblich reinen Glaubens. Die Verfolgungen selbst sind zwar nicht die
Glaubensaussage (die war, dass gewisse Menschen unrecht haben, und dafür bestraft gehören), aber die
direkte und sehr wohl vom Papst ausgehende Folge. 2) Gregor VII. ist wohl das schlechteste Beispiel, das
sie bringen konnten. Vielleicht war er noch ziemlich unabhängig von den Kaisern, aber er hat sich zumindest
die Normannen zur Hilfe gerufen, die kurz mal ganz Rom geplündert haben. Dann hat er reumütig mit ihnen
mitziehen müssen, weil man ihn dafür in Rom nicht mehr wollte… Ein Hampelmann der anderen Art. Aber
wie gesagt, solche Entscheidungen fallen ja auch nicht in die Unfehlbarkeit. 3) Ich sage nicht, dass bei
Dogmatisierungen was neues erhoben wird, es wird nur festgesetzt. Eben als Reaktion auf die Aufklärung,
die gut 400 Jahre zuvor begonnen hat. Genug Zeit „davor“?
@ semiotico In weiterer Folge tritt er aber keineswegs unfehlbar auf (oder war es etwa kein Fehler, Kreuzzüge
auszurufen, Hexen zu verbrennen und sog. „Ketzer“ zu jagen?) Eine Diskussion über die Unfehlbarkeit wird
erst sinnvoll, wenn man weiß, was das überhaupt bedeutet und vor allem, auf welche Gebiete es sich erstreckt.
Tipp: Wenn der Papst sich bei einer Matheaufgabe verrechnet, so lässt das nicht an seiner Unfehlbarkeit
zweifeln. Nächster Tipp: Die in einem Dogma getroffene Aussage ist keine Neunormierung einer Glaubensauffassung.
Wenn 1950 die Aufnahme Mariens in den Himmel als Dogma verkündet wurde, so muss dies natürlich auch
schon VOR dieser Dogmatisierung gegegolten haben. Man hat sich hier ja nicht einfach mal was Neues einfallen
lassen. ausserdem wird er im Mittelalter zum Hampelmann der Kaiser und Könige Diese Aussage ist reichlich
undifferenziert. Innozenz III. oder Gregor VII. würden sicher weder von Kirchenhistorikern noch von den
damaligen Regenten als Hampelmänner bezeichnet werden.
Unfehlbarkeit Dass der Papst vor dem 1. Vaticanum unfehlbar war, wird ihnen JEDER Kirchenhistoriker abstreiten.
Bis ins hohe Mittelalter war die Macht des Papstes keine große, erst mit der vom Puszta-Mann erwähnten
Trennung von der Ostkirche wird der Bischof von Rom mächtiger. In weiterer Folge tritt er aber keineswegs
unfehlbar auf (oder war es etwa kein Fehler, Kreuzzüge auszurufen, Hexen zu verbrennen und sog. „Ketzer“
zu jagen?), ausserdem wird er im Mittelalter zum Hampelmann der Kaiser und Könige, die fast nach Belieben
absetzen und einsetzen, bis es mehrere gleichzeitig gibt, die dann erst wieder ersetzt werden. Die Idee
einer Unfehlbarkeit kam erst in der Neuzeit auf, als gegen die Kirche alles mögliche vorgebracht wurde,
und man sich schützen musste. Im Prinzip brach mit der Aufklärung ein Kartenhaus zusammen, für dessen
Wiederaufbau man vorträglich alles mit Superkleber zusammenkleben wollte: Indem man sagte, der Papst
habe immer recht. Dogmatisch wurde das ganze vor 135 Jahren beim 1.Vaticanum. Soviel zur Geschichte der
Unfehlbarkeit…
@ Gotthard >>Sehen Sie, und deshalb ist der Zölibat gut. Solch einen Unfug habe ich lange nicht gehört.
Der Zölibat als „positives“ Auswahlkriterium? … Die Erfahrung spricht dagegen … und auch jede Erklärung
unserer Kirche. Haben Sie erstmal Priester, die bloß einen sicheren Job wollten. Dann werden auch Sie
anders reden. @ methusalix: Das „Warum“ habe ich in meinem ganzen Beitrag erläutert @ DDL Ich will hier
nicht den Spruch mit dem Blinden und der Farbe bemühen Ihre Vergleiche sind falsch. Zunächst: Über
das Familienleben kann ein Priester Auskunft geben, er kommt ja selber aus einer. Desweiteren: Ist der
Priester in der selben Lage wie der Familienvater, dann werden seine Erklärungen nicht zwangsläufig
zielführend sein. So kann er eine andere Perspektive eröffnen. Es ist als nicht unbedingt ein Nachteil,
selber keine Familie zu haben. Und: Auch ein Arzt wird kaum alle Krankheiten, die er therapiert selber
gehabt haben. Trotzdem muss er kein schlechter Arzt sein. @ Ungar: „Unfehlbar“ ist der Papst erst 135
Jahre. – Was war eigentlich vorher? Auch unfehlbar. – Was heißt „Unfehlbarkeit“ überhaupt? Irrtumslosigkeit,
hier bei einer abschließenden(!) Definition in Glaubens- und Sittenfragen
@ Vita: Hoppla, da haben wir wohl eine kleine Kleinigkeit übersehen: Eine römisch-katholische Kirche
gab’s frühestens seit dem 11. Jh. – nach der Trennung von den Orthodoxen nämlich. Und so weit her kann’s
mit der „allgemeinen Anerkennung des Papstes“ da nicht gewesen sein. Und an der Zeitangabe „ab dem 3.
Jh.“ würde ich mich nicht festhalten wollen – es sei nur an die Synode von Nikaia (Anfang 4. Jh.) erinnert,
wo klar die oströmische Kirche das Sagen hatte. Erst mit dem Untergang des Weströmischen Reiches und
dem Einsetzen der Völkerwanderung gewann das Amt des römischen Bischofs an Relevanz.
Tröstlich! Mag der Dämon auch mit seiner großen Intelligenz – schließlich ist er ein gefallener Engel –
hier jegliche Sperre überwinden, Lügen, Halbwahrheiten und trügerische Glücksversprechen (soviel Griechisch
können wir auch) verbreiten, geschickt versteckt Zweifel und Verwirrung säen: es macht nichts! Irgendwann
erschallt der Donnerruf: QUIS UT DEUS? Ich höre ihn schon, in der Ferne … Bis dahin: mane nobiscum,
Domine!
@ DDL und H… Ich bin kein Lemming ! Ich bin sogar zu kritischem Denken fähig ! Leider machen sich die
meisten Menschen nicht die Mühe sich mit den Verlautbarungen des Heiligen Stuhls kritisch auseinanderzusetzen.
Kritisch heißt in diesem Fall wirklich kritisch. Dazu gehört die Original-Dokumente zu lesen und sich
mit der Theologie/ den Argumenten beider Seiten FAIR zu befassen. Leider ist dies den wenigsten möglich.
Auf der einen Seite stehen die Bigotten und auf der anderen Seite die ewigen Plärrer. Es gibt auch ein
dazwischen !Die katholische Tradition hat sich seit 2 Jahrtausenden entwickelt. Die Autorität des Papstes
wurde spätestens seit dem 3 Jahrhundert nicht bezweifelt.
@Benedikt Den Grundgedanken, das Priesteramt mit einer Art Preis zu versehen, halte ich gar nicht für
falsch. Das garantiert zwar nichts, abner es bildet doch einen gewissen Filter. Problematisch dabei ist
allerdings, dass sich ein sehr wesentlicher Teil fast jedes Menschenlebens um Liebe (und zwar weltliche
Liebe), Sex, Partnerschaft, Ehe und Kinder dreht – und gerade dieser wesentliche Teil der ist, der einem
Menschen, der den Zölibat akzeptiert, offenkundig nicht so wichtig sein kann wie einem Normalmenschen;
nichtsdestotrotz soll der Priester hier Seelsorge betreiben. Ich will hier nicht den Spruch mit dem Blinden
und der Farbe bemühen, aber dass hier Unstimmigkeiten vorprogrammiert sind, liegt doch auf der Hand!
Priester sind (wertneutral gemeint) „unnormal“ genau in der Hinsicht, dass sie auf diese wesentlichen
Aspekte verzichten. @vita Das war natürlich bewusst überspitzt – und dennoch, solche Sprüche wie „Der
Papst hat so entschieden. Also ist es auch gut so.“ lassen einen unwillkürlich an Lemminge denken. Demgegenüber
war mein „ex-cathedra-Kommentar“ sogar noch eine Einschränkung…
Das Problem ist nur: „Unfehlbar“ ist der Papst erst 135 Jahre. – Was war eigentlich vorher? – Was heißt
„Unfehlbarkeit“ überhaupt? – War es unfehlbar, dass das römische Lehramt bis Anfang der 1960er Jahre
(Pacem in terris) die Menschenrechte ablehnte? Die Liste ließe sich unendlich verlängern…
Sorry, aber so ein Quatsch ! Ex cathedra bezieht sich auf die Glaubenslehre und hat nichts mit „von der
Brücke springen“ zu tun. Gehorsam in Glaubensfragen hat nichts mit der Doofheit zu tun, die sie mir offensichtlich
unterstellen. Sollte ein Papst so einen Mist von sich geben, werde ich sicherlich nicht von der Brücke
springen. Ein Papst ist nur in Glaubensfragen „unfehlbar“. Außerdem heißt Gehorsam nicht, sein Denken
komplett ausschalten. Kein Papst hat je solche Anweisungen gegeben. Sie widerspricht, nebenbei, auch der
christlichen Lehre und der katholischen Tradition. Wir sind keine SEKTE !
Was für ein Denken! Der Papst hat so entschieden. Also ist es auch gut so. Und wenn er morgen sagt: „Gott
hat mir heute Nacht im Traum offenbart, dass jeder katholische Christ und jede katholische Christin, der/die
in den letzten 20 Jahren gesündigt hat, als Sühne von der nächsten Brücke springen soll.“ Tun Sie’s
dann?
Priester sind auch nur Menschen Auch Priester sind nur Menschen ! Viele junge Männer haben einfach nicht
mehr gelernt auf etwas zu verzichten. Folglich erscheint der Verzicht auf Frau und Kind/ Karriere etc.
als übergroß. Früher, als jeder Mensch verzichten musste war es sicher leichter. Das heißt aber nicht,
dass der Zölibat abgeschafft werden darf ! Der Papst hat so entschieden. Also ist es auch gut so. Wenn
man konservative Seminaristen so plagt ist das wirklich ein Armutszeugnis. Leider habe ich das bei einem
befreundeten (eher konservativen) Seminaristen auch erlebt.
@duc und bendikt duc in altum: @methusalix – … Aber einen Konservativen willst Du wahrscheinlich nicht,
oder? Das ist mir vollkommen gleichgültig. Genauso wie es für den Glauben egal ist, wer Papst war, ist
oder werden könnte. Wer seinen Glauben vom Pfarrer, dem Bischof oder dem Papst abhängig macht, hat in
der heiligen römisch-katholischen Kirche keine richtige Heimat. Der soll sich einer Sekte anschliessen,
die ihr Mäntelchen nach dem Wind hängt. Was die tieferen Fragen des Glaubens und des Lebens angeht,
die bespreche ich weder mit dem Pfarrer oder dem Dechant und schon gar nicht mit dem Bischof. Die bespreche
ich mit meinem langjährigen Beichtvater. Und alles was ich mit dem nicht besprechen kann, weil er davon
keine Ahnung hat, bespreche ich mit meiner Frau. Benedikt: … Sehen Sie, und deshalb ist der Zölibat
gut. Für wen? Für die Kirche, oder für den Glauben?
@ Gotthard natürlich ist der Zölibat kein Auswahlkriterium oder auch eine Hürde… Wie ich schon sagte,
es ist ein Verzicht um des Himmelreiches willen und auch eine Hilfe, seinen Dienst ganz der Sache Jesu
Christi zu widmen… Aber, irgendwie hat Benedikt auch recht, OHNE den Zölibat gäbe es wahrscheinlich
noch mehr Priester, die vielleicht doch lieber nur Sozialpädagogen geworden wären… …und sicherlich
wäre es angebracht, die Seminaristen etwas genauer in ihren Beweggründen, ihrer Eignung, ihrer Berufung
zu prüfen…
Unfug Sehen Sie, und deshalb ist der Zölibat gut. Solch einen Unfug habe ich lange nicht gehört. Der
Zölibat als „positives“ Auswahlkriterium? … Die Erfahrung spricht dagegen … und auch jede Erklärung
unserer Kirche.
@ DDL Immerhin ist Priester ein zukunftssicherer Beruf mit Arbeitsplatzgarantie (wo hat man das denn sonst?),
da wundert man sich eigentlich, warum in diesen harschen Zeiten nicht viel, viel mehr ihn ergreifen –
es sei denn, irgendetwas schreckt sie ab. Sehen Sie, und deshalb ist der Zölibat gut. Wir brauchen keine
Priester, die diesen Beruf nur ergreifen, weil sie dort einen sicheren Arbeitsplatz haben. Die eigentlich
Sozialpädagoge werden wollten, nun aber Priester machen, weil man da in D besser bezahlt wird und einen
„Job“ sicher hat. Und weil man das bißchen Kirche und Liturgie nebenher ja auch noch irgendwie schafft.
Solche Leute kann man im Priesteramt nicht brauchen. Die Hürden sind daher schon deshlab sinnvoll, weil
sie dafür sorgen, dass im Regelfall nur überzeugte Priester werden.
@ methusalix und alle anderen @ methusalix Nein ich bin kein Priester, weil weiblich… … @ alle Was
viele nicht verstehen, ist, dass das Priesteramt kein BERUF ist, sondern eine BERUFUNG, vielleicht gibt
es deshalb so wenig „gute“ Priester, weil eben viele auch dieses Verständnis des Priesterseins haben,
quasi ein Beamter der Kirche zu sein… Vielleicht ist es deshalb, dass so viele Priester ihr Amt aufgeben,
weil eben, anders als bei einem Beruf, das Priestertum eben diese Berufung Gottes ist, und NIEMAND, ohne
sich auf Gott zu stützen, ohne zu wissen, das Gott ihm dieses Amt gegeben hat, zum Priestertum fähig
ist… Es ist wirklich eine Torheit in den Augen der Welt, auf Ehe und Familie zu verzichten, einsam zu
sein um der Sache Christi willen…
Schwemme Schliesslich gibt es genug Priester, die gerne in deutschen Diözesen arbeiten würden aber nicht
inkardiniert werden WO sollen die denn bitte schön sein?
@methusalix – Wer jammert denn hier? Ich jedenfalls nicht. Ich sehe es auch nicht als meine Aufgabe an,
Eurer Pfarrei einen neuen Pfarrer zu besorgen. Schliesslich gibt es genug Priester, die gerne in deutschen
Diözesen arbeiten würden aber nicht inkardiniert werden, weil sie zu konservativsind. Vielleicht sprichst
Du mal mit Deinem Bischof. Aber einen Konservativen willst Du wahrscheinlich nicht, oder?
1 Grund, nicht Priester zu werden kann ich schon mal nennen: es ist da Klima in unserer deutsch-katholischen
Kirche. * Maulkörbe für konsevative Studenten * Mobbing für papsttreue Katholiken * Generalverdacht,
als Priester müsse man schwul, pädophil oder zumindest psychisch deformiert sein. * Prietserkollegen,
die Ihren LIFT (Liturgiefreien Tag) vehementer verteidigen als ihre Jungfräulichkeit. * usw. usw. Beispiel
gefällig? Einer Gruppe von angehenden Theologistudenten, die über Ostern in einer ganz normalen deutschen
Gemeinde zu Gast waren und am Ostersonntag nach dem Hochamt gerne die Übertragung aus Rom sehen wollten
o^/ sagte der Kaplan der Gemeinde: So einen Mist wollt Ihr Euch doch wohl nicht ansehen. Klar, dies ist
nur ein Beispiel; solcher habe ich dutzende erlebt.
Also der letzte Pfarrer hier ist gegangen, weil er, 34jährig, Wirtschaftswissenschaften studieren wollte.
Ach ja, ich vergass, heiraten wollte er auch. Und noch etwas: das ist über ein Jahr her. Dreimal dürfen
Sie raten, ob wir einen neuen Pfarrer haben. Die haben wohl auch alle Intersse an einem Studium der BWL.
@breze Naja, fragen Sie sich doch selbst – ich denke doch nicht, dass Sie Priester sind? Und wenn nicht,
dann haben Sie wohl Ihre Gründe dafür, so, wie die anderen gut 99.99% der Weltbevölkerung, denen das
irgendwie nicht als besonders erstrebenswert erscheint. Immerhin ist Priester ein zukunftssicherer Beruf
mit Arbeitsplatzgarantie (wo hat man das denn sonst?), da wundert man sich eigentlich, warum in diesen
harschen Zeiten nicht viel, viel mehr ihn ergreifen – es sei denn, irgendetwas schreckt sie ab.
Es muss wohl mehr als zehn Gründe geben, nicht römisch-katholischer Priester zu werden! Vielleicht hundert,
oder tausend, oder doch nur einen, dafür absolut schwerwiegenden?