Was sich in der Theologie so tut
Am 16. Dezember wurden Dissertanten von der Universität Erfurt (Thüringen) vom „Interdisziplinären Forum Religion“ für ihre Beitrage zu „Religion und Ethik“ geehrt. Die Ergebnisse der geehrten Doktorarbeiten lassen aufhorchen.

Den mit 3.000 Euro dotierten ersten Preis, erhielt der Historiker Christian Rak für seine Studie über die Erfahrung von Krieg, Nation und Konfession im deutsch-französischen Krieg 1870/71.
Dissertationen von Britta Frede-Wenger und Judith Könemann wurden mit dem zweiten bzw. dritten Preis zu je 1.500 Euro bedacht.
Der Preis, der durch die Commerzbank-Stiftung finanziert wurde, soll künftig jährlich für hervorragende Promotionen vergeben werden, die sich mit dem Beitrag von Religionen zur ethischen Urteilsbildung befassen.
Sowohl das Verhältnis zwischen Religionen und den Lebensformen des Einzelnen in der Gesellschaft wie auch die Rückwirkung ethischer Orientierungen auf das Zusammenleben von Religionen sollen in diesen Studien berücksichtigt werden.
Die Untersuchungen fragen religionsbezogen nach aktuellen Konflikten, wichtigen historischen Ereignissen und Prozessen sowie grundlegenden Texten und Traditionen verschiedener Religionsgemeinschaften.
Die Dissertationen aus dem gesamten deutschen Sprachgebiet können aus der Religionswissenschaft, den unterschiedlichen Theologien oder anderen, mit Fragen der Religion befaßten geistes- und kulturwissenschaftlichen Disziplinen stammen.
Die Stifter sehen darin die Möglichkeit, Nachwuchswissenschaftler mit ausgewiesener Qualifikation zu fördern und die Profilierung der Universität Erfurt zu unterstützen. Commerzbank und Commerzbank-Stiftung engagieren sich in Thüringen in vielfältiger Weise für die Wissenschaftsförderung und sehen den Erfurter Promotionspreis als einen weiteren Beitrag hierzu.
„Das ‘Interdisziplinäre Forum Religion’ sieht den Promotionspreis als eine große Unterstützung bei seinem Versuch, religionsbezogene Forschung an der Universität Erfurt interdisziplinär und im Rahmen einer zentralen Universitätseinrichtung zu etablieren. Daß der Preis nach dem Willen der Stiftung auch in den kommenden Jahren vergeben werden solle, sei ein wichtiger Beitrag für eine kontinuierliche wissenschaftliche Arbeit des Interdisziplinären Forum Religion“, so der Sprecher des IFR, Prof. Dr. Christoph Bultmann, der die Preise in einem Festakt im Coelicum der Katholisch-Theologischen Fakultät überreichte.
Preisträger Christian Rak, dessen Studie den Titel „Wir mit Gott! Die Erfahrung von Krieg, Nation und Konfession: Deutsche Feldgeistliche im deutsch-französischen Krieg 1870/71“ trägt, fragt in seiner Untersuchung nach der erfahrungsgeschichtlichen Bedeutung nationaler und konfessioneller Orientierung in der Kriegssituation.
Er hat sich dafür mit Äußerungen evangelischer und katholischer Feldgeistlicher im deutsch-französischen Krieg von 1870/71 beschäftigt. Die Arbeit wurde durch das Historische Seminar der Eberhard Karls-Universität Tübingen als Dissertation angenommen.
Mit dem zweiten Preis wurde Britta Frede-Wenger für eine Arbeit über „Religiöse Rede im Angesicht von Auschwitz. Theologie und Philosophie im jüdischen post-Holocaust Denken von Emil L. Fackenheim – mit einem Ausblick für die christliche Theologie“ ausgezeichnet.
Es handelt sich ebenfalls um eine Dissertation an der Universität Tübingen, die an der Katholisch-Theologischen Fakultät eingereicht wurde. Die Wissenschaftlerin setzt sich mit dem in Deutschland wenig bekannten jüdischen Philosophen und Theologen auseinander, der als profiliertester Vertreter der nordamerikanischen ‘Holocaust Theology’ gilt.
Unter der Überschrift „Die Hoffnung retten – Neues denken“ sieht sie den Glauben von Juden und Christen vor der Herausforderung, Hitler keinen posthumen Sieg zukommen zu lassen. Sie postuliert die Sinnhaftigkeit des Glaubens auch „nach Auschwitz“.
Den dritten Preis erhielt Judith Könemann für ihre Dissertation, die an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster angenommen worden war.
Das Thema lautet „Ich wünschte, ich wäre gläubig, glaub ich. Zugänge zu Religion und Religiosität in der Lebensführung der späten Moderne. Eine qualitativ-empirische Studie“.
Mit Blick auf Phänomene in Westeuropa, die als Entkirchlichung, Entchristlichungen und Religionsverlust gedeutet werden, fragt die Wissenschaftlerin, ob und wie Menschen in der Spätmoderne religiös relevante Deutungsmuster bei der Bewältigung des Lebens entwickeln.
Mit Hilfe von Falluntersuchungen zeigt sie, daß Religion vor allem als Gegenstand der eigenen Entscheidung verstanden wird.
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Dienstag, 21. Dezember 2004 15:22
Bruno-Maria Schulz: wenn ihr nicht werdet
Zugänge zu Religion und Religiosität in der Lebensführung der späten Moderne?
Ha – lustig – was ist die Moderne?
Jede Moderne hatte ihr Pendant zu allen Zeiten. Das Denken der Zeit des heutigen Tages vor 1.000 Jahren war ebenso hochmodern, wie das 1.000 Jahre früher, oder 1000 Jahre später, also heute modern ist. In weiteren 1.000 Jahren ist Anderes modern, und wir Heutigen hoffnungslos urzeitlich im Denken. Jede These hat nur Bestand, bis zu ihrer Widerlegung.
Ist da nicht unwiderlegbar aufschlussreich, dass Worte vor 2000 Jahren geschrieben, heute noch Bestseller sind und heute ebenso den denkenden Menschen mitreißen wie damals? Heute noch so bestechend „modern“ und zutreffend sind wie damals: Nämlich das Evangelium?
Zugänge zu Religion und Religiosität in der Lebensführung der späten Moderne, haben Kinder. Das Wort Christi; WENN IHR NICHT WERDET WIE DIESE KINDER, HABT IHR KEINEN ZUGANG ZUM HIMMELREICH (und auch nicht zur Erkenntnis Gottes hier auf der Welt) wird hier sehr substanziell greifbar.
Gott sagt nicht: Wenn Ihr nicht Kinder bleibt; er sagt wie Kinder WERDET. Also mit dem Wissen des Erwachsenen, mit wachem, erfahrenem, gebildeten Geist Gottes Wort aufnehmen, mit der Offenheit und Unvoreingenommenheit des Kindes. Wie ein Kind, weil das Kind noch nicht in seiner geistigen Aufnahme durch vorgefasste Meinungen unserer Umgebung eingegrenzt ist; noch nicht in den harten Grenzen der Erfahrung Raum-Zeit-Materie steckt, in die wir eingeschränkt sind, wenn wir freies Denken solcherart einschränken lassen.
Bruno-Maria Schulz
Ha – lustig – was ist die Moderne?
Jede Moderne hatte ihr Pendant zu allen Zeiten. Das Denken der Zeit des heutigen Tages vor 1.000 Jahren war ebenso hochmodern, wie das 1.000 Jahre früher, oder 1000 Jahre später, also heute modern ist. In weiteren 1.000 Jahren ist Anderes modern, und wir Heutigen hoffnungslos urzeitlich im Denken. Jede These hat nur Bestand, bis zu ihrer Widerlegung.
Ist da nicht unwiderlegbar aufschlussreich, dass Worte vor 2000 Jahren geschrieben, heute noch Bestseller sind und heute ebenso den denkenden Menschen mitreißen wie damals? Heute noch so bestechend „modern“ und zutreffend sind wie damals: Nämlich das Evangelium?
Zugänge zu Religion und Religiosität in der Lebensführung der späten Moderne, haben Kinder. Das Wort Christi; WENN IHR NICHT WERDET WIE DIESE KINDER, HABT IHR KEINEN ZUGANG ZUM HIMMELREICH (und auch nicht zur Erkenntnis Gottes hier auf der Welt) wird hier sehr substanziell greifbar.
Gott sagt nicht: Wenn Ihr nicht Kinder bleibt; er sagt wie Kinder WERDET. Also mit dem Wissen des Erwachsenen, mit wachem, erfahrenem, gebildeten Geist Gottes Wort aufnehmen, mit der Offenheit und Unvoreingenommenheit des Kindes. Wie ein Kind, weil das Kind noch nicht in seiner geistigen Aufnahme durch vorgefasste Meinungen unserer Umgebung eingegrenzt ist; noch nicht in den harten Grenzen der Erfahrung Raum-Zeit-Materie steckt, in die wir eingeschränkt sind, wenn wir freies Denken solcherart einschränken lassen.
Bruno-Maria Schulz
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