Soul-Sänger
Erzbischof Milingo plant seinen nächsten Auftritt
Der Kurienerzbischof scheint wieder Appetit auf die Scheinwerfer der Öffentlichkeit zu verspüren. 2001 verehelichte er sich kurzzeitig mit einer Anhängerin der Moonsekte.
(kreuz.net, Bologna) Als ihn Papst Paul VI. im August 1969 zum Erzbischof von Lusaka konsekrierte, war der 39jährige Mons. Emmanuel Milingo der jüngste Bischof Afrikas.

Doch der vielversprechende Anfang brachte nicht die erwarteten Früchte. Im August 1983 wurde Erzbischof Milingo als Mitarbeiter des Migrantenrates nach Rom strafversetzt.

Es soll in seiner Erzdiözese Probleme sexueller und finanzieller Natur gegeben haben. Auch die Tätigkeit des Erzbischofs als Exorzist sorgte für geteilte Gemüter.

In Rom versuchte man den aus den Gleisen geratenen Prälaten mit einem bedeutungslosen kurialen Bürojob kaltzustellen. Das gelang aber nur teilweise.

Schnell machte sich Erzbischof Milingo auch in Europa einen Namen als Exorzist. Fast ständig warteten Leute vor seiner Privatwohnung direkt neben dem Vatikan, um von ihm die Geister ausgetrieben zu bekommen.

Vor allem in frommen, konservativen Kreisen hatte der Erzbischof beträchtlichen Zulauf. Er organisierte auch große sogenannte Befreiungsmessen. Bei diesen ging es – wegen angeblicher dämonischer Ausbrüche bei Meßteilnehmern – manchmal ziemlich wild zu und her.

Dem Vatikan wurde dieses Treiben schließlich zu bunt. Das Staatssekretariat verbot dem Kurienerzbischof seine spektakulären Messen. Italienische Anhänger des Erzbischofs organisierten darauf in der Gegend um den Vatikan eine Plakataktion zugunsten des zurückgepfiffenen Prälaten.

Doch der große Paukenschlag kam im Mai 2001.

Mons. Milingo zündete eine Bombe, als er sich 71jährig plötzlich in Anzug und Krawatte zeigte und den Medien verkündigte, bei der Moon-Sekte gelandet zu sein und dort bei einer Massenhochzeit in New York eine 43jährige Koreanerin geheiratet zu haben.

Der Albtraum dauerte nur wenige Monate.

Bereits im August des gleichen Jahres wurde der Erzbischof und Exorzist des Ehelebens müde und kehrte reumütig in den Schloß der Kirche zurück.

Papst Johannes Paul II. verzieh dem Ausgeflippten seine späte Pubertät.

Danach verbrachte Mons. Milingo ein Jahr des Gebetes, der Buße und der Meditation in einem Zentrum der katholischen Fokolar-Bewegung in Argentinien.

Seit 2004 hat sich Mons. Milingo nicht mehr in den Medien zu Wort gemeldet.

Doch jetzt scheint der Prälat des Öffentlichkeitsentzuges müde geworden zu sein. Er möchte offenbar wieder ins Show-Business zurückkehren.

So berichtete die italienische Presse, daß er gedenkt, an der 19. Ausgabe des ‘Porretta Soul Festivals’ teilzunehmen.

Es handelt sich um eine Konzertveranstaltung in der Nähe von Bologna, die der Soul Musik gewidmet ist. Sie wird vom 20. bis 23. Juli in Porretta Terme, in der Nähe der mittelitalienischen Stadt Bologna veranstaltet.

Erzbischof Milingo will dort angeblich auch auftreten und singen.

Unter dem Titel „Emmanuel Milingo Experience“ will er seine jüngste Wohltätigkeits-CD vorzustellen. Der Erlös soll dem Bau eines Kinderspitals in Sambia zukommen.

Der Erzbischof hat bereits früher eine CD aufgenommen.

Es ist anzunehmen, daß der Vatikan über die neusten Aktivitäten des unberechenbaren Erzbischofs nicht besonders erfreut ist.
      
12 Lesermeinungen
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#13   semiotico   13:59:19 | Donnerstag, 15. Juni 2006
der arme
Abgesehen von seinem etwas eigenartig-lustigen Lebenswandel – was spricht dagegen, dass er eine Wohltätigkeits-CD aufnimmt (immer noch besser als jede Meditations-CD der Piusbruderschaft) und dann zu einem Festival fährt, um für ein Wohltätigkeitsprojekt (!!!) mediales Interesse zu schüren?!? Jaja, ich versteh schon, schön brav spenden, aber weiter schon nichts. Man könnte ja auf blöde Ideen kommen – oder wie war das in Lateinamerika?
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#12   Ralf B. †   17:25:11 | Mittwoch, 14. Juni 2006
@stat crux
:-D :-D :-D :-D
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#11   stat crux   17:24:01 | Mittwoch, 14. Juni 2006
Ralf B.
Ja, ;-) das Elend fing mit Petrus an; seit dem Apostelkonzil zu Jerusalem ist die Kirche rettungslos „nachkonziliar“.
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#10   Ralf B. †   17:17:06 | Mittwoch, 14. Juni 2006
Bin ja gespannt,…
…ob sich Hw. Jolie hier noch zu Wort meldet: Der Bischof, dem er Gehorsam gelobt hat und dem er als Ordinarius unterstellt ist, wird von einem Leser ohne jedes Vorliegen von Beweisen der Durchführung von Geschlechtsverkehr mit Tieren bezichtigt.
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#8   Artois †   15:48:15 | Mittwoch, 14. Juni 2006
Maier.x.x.
Wieso ist denn der MAier verhinderter „laienkardinal“? Hat er sisch selbst ins Gespräch gebracht oder jemand anderes, oder wie war das?
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#7   Ralf B. †   15:36:31 | Mittwoch, 14. Juni 2006
@Sulpicius
Und wer war der, der Paul VI. geweiht hat? Und wer war der, der den geweiht hat, der Paul VI. geweiht hat? Und wer war der, der den geweiht hat, der den geweiht hat, der Paul VI. geweiht hat? Und…
Antwort:
Kardinal Tisserant, Kardinal Pacelli (Pius XII.), Kardinal della Chiesa (Benedikt XV.), … Simon (Petrus I.).
Schuld ist also definitiv Petrus. Diese ganze nachkonziliare Schwachköpfe-Kirche fängt mit Petrus an!
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#6   Sulpicius   15:10:43 | Mittwoch, 14. Juni 2006
Hat Paul VI…
… noch mehr som Schwachköpfe geweiht?
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#5   Konrad   14:04:56 | Mittwoch, 14. Juni 2006
Danke an Dr. O.!
Aber das neue Herder Taschenbuch des verhinderten Laienkardinals und Jubilars Hans Maier besteht aus lauter uralten langweiligen Aufsätzen und ist nicht der Rede wert.
Milingo sollte umgehend von allen Ämtern suspendiert werden wenn er weiterhin so albern in die Öffentlichkeit geht.
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#4   ottaviani   12:22:47 | Mittwoch, 14. Juni 2006
warum
sollte man hier konzilsdgeistnostalgikern raum geben ?
ich bin mit kreuznet solange zufrieden solange es ihren erwartungen nicht entspricht verehrter verblendeter herr docktor o^/
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#3   Dr. Otterbeck   11:30:02 | Mittwoch, 14. Juni 2006
Fürsterzbischof Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans Maier (CSU)
Anstatt sich länger mit Erzbischöfen aufzuhalten, die Paul VI. von der Fahne gegangen sind, hätte ich von der Redaktion eigentlich eine Rezension des neuesten, bei Herder erschienen Buchs von H. Maier zur Demokratie in der Kirche erwartet. Das sind nämlich die Leute, denen wir die hirnrissige Gleichsetzung von Konzil und 1789 verdanken: „Das Laientum verkörpert die bürgerliche Gesellschaft in der Kirche“ etc. etc. etc.
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#2   Domenico Tuttisanti   11:10:13 | Mittwoch, 14. Juni 2006
Verpaßte Chance
Warum hat man den Erzbischof nicht zur Fußball-WM eingeladen? Er könnte doch mietweise o^/ Pontifikalämter für den Sieg www.kreuz.net/article.3365.html beliebiger Mannschaften zelebrieren!
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#1   Ralf B. †   10:57:58 | Mittwoch, 14. Juni 2006
Der Typ…
…hat einen ziemlichen Knall. Ist wohl so ziemlich das einzige Mal, dass sowohl die Katholiken als auch die Lefebvrianer hier im Forum einer Meinung sind.
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