Erzbischof Milingo plant seinen nächsten Auftritt
Der Kurienerzbischof scheint wieder Appetit auf die Scheinwerfer der Öffentlichkeit zu verspüren. 2001 verehelichte er sich kurzzeitig mit einer Anhängerin der Moonsekte.

Doch der vielversprechende Anfang brachte nicht die erwarteten Früchte. Im August 1983 wurde Erzbischof Milingo als Mitarbeiter des Migrantenrates nach Rom strafversetzt.
Es soll in seiner Erzdiözese Probleme sexueller und finanzieller Natur gegeben haben. Auch die Tätigkeit des Erzbischofs als Exorzist sorgte für geteilte Gemüter.
In Rom versuchte man den aus den Gleisen geratenen Prälaten mit einem bedeutungslosen kurialen Bürojob kaltzustellen. Das gelang aber nur teilweise.
Schnell machte sich Erzbischof Milingo auch in Europa einen Namen als Exorzist. Fast ständig warteten Leute vor seiner Privatwohnung direkt neben dem Vatikan, um von ihm die Geister ausgetrieben zu bekommen.
Vor allem in frommen, konservativen Kreisen hatte der Erzbischof beträchtlichen Zulauf. Er organisierte auch große sogenannte Befreiungsmessen. Bei diesen ging es – wegen angeblicher dämonischer Ausbrüche bei Meßteilnehmern – manchmal ziemlich wild zu und her.
Dem Vatikan wurde dieses Treiben schließlich zu bunt. Das Staatssekretariat verbot dem Kurienerzbischof seine spektakulären Messen. Italienische Anhänger des Erzbischofs organisierten darauf in der Gegend um den Vatikan eine Plakataktion zugunsten des zurückgepfiffenen Prälaten.
Doch der große Paukenschlag kam im Mai 2001.
Mons. Milingo zündete eine Bombe, als er sich 71jährig plötzlich in Anzug und Krawatte zeigte und den Medien verkündigte, bei der Moon-Sekte gelandet zu sein und dort bei einer Massenhochzeit in New York eine 43jährige Koreanerin geheiratet zu haben.
Der Albtraum dauerte nur wenige Monate.
Bereits im August des gleichen Jahres wurde der Erzbischof und Exorzist des Ehelebens müde und kehrte reumütig in den Schloß der Kirche zurück.
Papst Johannes Paul II. verzieh dem Ausgeflippten seine späte Pubertät.
Danach verbrachte Mons. Milingo ein Jahr des Gebetes, der Buße und der Meditation in einem Zentrum der katholischen Fokolar-Bewegung in Argentinien.
Seit 2004 hat sich Mons. Milingo nicht mehr in den Medien zu Wort gemeldet.
Doch jetzt scheint der Prälat des Öffentlichkeitsentzuges müde geworden zu sein. Er möchte offenbar wieder ins Show-Business zurückkehren.
So berichtete die italienische Presse, daß er gedenkt, an der 19. Ausgabe des ‘Porretta Soul Festivals’ teilzunehmen.
Es handelt sich um eine Konzertveranstaltung in der Nähe von Bologna, die der Soul Musik gewidmet ist. Sie wird vom 20. bis 23. Juli in Porretta Terme, in der Nähe der mittelitalienischen Stadt Bologna veranstaltet.
Erzbischof Milingo will dort angeblich auch auftreten und singen.
Unter dem Titel „Emmanuel Milingo Experience“ will er seine jüngste Wohltätigkeits-CD vorzustellen. Der Erlös soll dem Bau eines Kinderspitals in Sambia zukommen.
Der Erzbischof hat bereits früher eine CD aufgenommen.
Es ist anzunehmen, daß der Vatikan über die neusten Aktivitäten des unberechenbaren Erzbischofs nicht besonders erfreut ist.
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Donnerstag, 15. Juni 2006 13:59
semiotico: der arme
Abgesehen von seinem etwas eigenartig-lustigen Lebenswandel – was spricht dagegen, dass er eine Wohltätigkeits-CD aufnimmt (immer noch besser als jede Meditations-CD der Piusbruderschaft) und dann zu einem Festival fährt, um für ein Wohltätigkeitsprojekt (!!!) mediales Interesse zu schüren?!? Jaja, ich versteh schon, schön brav spenden, aber weiter schon nichts. Man könnte ja auf blöde Ideen kommen – oder wie war das in Lateinamerika?
Mittwoch, 14. Juni 2006 17:25
Ralf B. †: @stat crux
Mittwoch, 14. Juni 2006 17:24
stat crux: Ralf B.
Ja,
das Elend fing mit Petrus an; seit dem Apostelkonzil zu Jerusalem ist die Kirche rettungslos „nachkonziliar“.
Mittwoch, 14. Juni 2006 17:17
Ralf B. †: Bin ja gespannt,…
…ob sich Hw. Jolie hier noch zu Wort meldet: Der Bischof, dem er Gehorsam gelobt hat und dem er als Ordinarius unterstellt ist, wird von einem Leser ohne jedes Vorliegen von Beweisen der Durchführung von Geschlechtsverkehr mit Tieren bezichtigt.
Mittwoch, 14. Juni 2006 16:32
Hyazinth: Von der Redaktion entfernt
Mittwoch, 14. Juni 2006 15:48
Artois †: Maier.x.x.
Wieso ist denn der MAier verhinderter „laienkardinal“? Hat er sisch selbst ins Gespräch gebracht oder jemand anderes, oder wie war das?
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