Orgasmus als Gebet?
Die kinderlose Altenheim-Gesellschaft des Westens scheint sich nur noch für ein Thema zu interessieren: Sex. Der Verleumderroman von Dan Brown liefert dazu die historisch-ideologische Weihe. Von Hubert Hecker.
(kreuz.net) In seinem Verleumderroman behauptet Dan Brown: „In den drei Jahrhunderten der Hexenjagd hatte
die Kirche die erschütternde Zahl von fünf Millionen Frauen auf den Scheiterhaufen gebracht und grausam
verbrannt.“ (S. 173)In der Verfilmung ist diese Zahl – historisch richtig – auf 50.000 reduziert, die während der Großen Hexenjagd umgebracht wurden.
Diese Quote von 1 % an Wahrheitsgehalt gilt auch für die anderen historischen Aussagen von Brown, etwa zu den Kreuzzügen, Kaiser Konstantin oder zu der Kanonisierung der biblischen Schriften.
Hätten sich die ideologischen Verantwortlichen für den Film die Mühe gemacht, hätten sie auch in Erfahrung bringen können, daß es nicht die Kirche, sondern die mitteleuropäischen Staaten waren, welche die Hexen – teilweise gegen den Willen der Kirche – auf den Scheiterhaufen brachten.
Sie hätten sogar feststellen können, daß in manchen Landstrichen mehr Männer als Frauen der Hexerei angeklagt und hingerichtet wurden.
In den katholischen Kernländern Italien, Spanien und Irland spielte die Hexenverfolgung gar keine oder nur eine sehr marginale Rolle.
Aber das wollen der Hetzautor Dan Brown und seine Filmemacher nicht wissen.
Denn der gesamte Handlungsstrang des Verleumdungswerkes beruht auf dem kirchenfeindlichen Vorurteil eines angeblichen 2000jährigen Antifeminismus der Kirche.
Die Schnitzeljagd in Buch und Film sowie die mittelalterliche Suche nach dem Gral symbolisierten nichts anderes als die menschliche Sehnsucht nach der „verloren gegangenen göttlichen Urmutter“ (S. 328).
Diese von ihm erfundene „Religion des Ewig-Weiblichen“ konstruiert Brown auch als Kern der Lehre Jesu Christi.
Durch Maria Magdalena, die Ehegattin des Brown-Jesus, und ihre Nachkommen sei die Brown-Religion des Weiblichen trotz kirchlicher Unterdrückung in Symbolen und Geheimgesellschaften fortgepflanzt worden.
Dan Brown stellt der christlichen Lehre, nach der Jesus Christus als wahrer Mensch und wahrer Gott die Menschen durch sein Leben, Leiden und Sterben von Sünde und Tod erlöst und dieses Erlösungswerk der Kirche anvertraut hat, eine billige, neuheidnische Selbsterlösungsreligion gegenüber.
In ihr kann der Mensch nur durch esoterische Riten und Wissenserweiterung „Heil werden“ und „Gnosis“ – Erkenntnis – erlangen. Das kommt freilich nur für eine Elite in Frage – damals wie heute (S. 421).
Der Jesus der Evangelien hat seine Kirche dagegen für alle bestimmt, insbesondere für die Armen und Nichtwissenden. Einfache Sklaven waren die ersten Christen im Römischen Reich.
Die Teilnahme an der christlichen Erlösung erreicht man nicht durch Wissensanhäufung oder magische Ritenvollzüge, sondern durch Glaube und Liebe in personalem Vollzug.
Im ersten Teil seiner Romanverleumdung stellt Brown die gnostische Religion des göttlich Weiblichen nur als eine historische Variante vor. Im zweiten Teil beschreibt er dagegen eine Sakro-Sex-Sitzung der Gegenwart.
Brown versichert uns, daß solche Erotik-Messen nach der Art heidnischer Tempelprostitution in esoterischen Schicki-Micki-Kreisen auch heute dutzendfach anzutreffen seien (S. 423).
In der Romanzeit von 1994 etwa wird Sophie Neveu – eine Heldin des Romans – Zeuge eines „heiligen Sex-Spieles“ in der Kellergrotte des Chateaus ihres Großvaters (S. 420-425):
Frauen und Männern in durchsichtigen Gewändern singen und tanzen um einen Altar.
Die Frauen singen: „Ich war bei dir zu Anbeginn, als alles den Anfang nahm, was heilig ist“. Die Männer antworteten: „Sie ist meine Behausung in Ewigkeit“.
Auf einem niedrigen Altar in der Mitte des Kreises liegt Sophies Großvater Jacques Saunière auf dem Rücken, vollkommen nackt bis auf die schwarze Maske.
„Eine Frau mit weißer Maske sitzt rittlings auf Saunière und läßt im Rhythmus des Gesangs die Hüften kreisen. Ihr Körper war füllig und unansehnlich.“
Die Hauptfigur des Romans Robert Langdon – beziehungsweise Brown selber – klärt uns über den spirituell-sakralen Charakter der Sexualität auf:
„Historisch gesehen ist der Geschlechtsverkehr ein Akt, in dem das Männliche und Weibliche das Göttliche schauen… Die körperliche Vereinigung war das einzige Mittel, durch das der Mann geistig heil werden und Gnosis erlangen konnte – Wissen vom Göttlichen.“
„Orgasmus als Gebet?“, fragt Sophie skeptisch. Langdon gibt ihr „im Prinzip recht“: der Sexualakt als „sakrosankte Zeremonie“, als Einfallstor der Transzendenz – für den Mann.
Die Frau ist dabei allerdings nur ein Mittel, austauschbar – von persönlicher Liebe und Wertschätzung der Person des anderen keine Spur.
Das ist das Ergebnis von gnostischer Lehre und das Gegenteil vom christlichen Liebesgebot.
Browns Religion des „Ewig-Weiblichen“ liefert den historisch-ideologischen Unterbau für die neuheidnische Religion der ungehemmten Sexualität der Moderne:
Sex-Ikonen und Sex-Priesterinnen allüberall in den Medien sowie verbreitet Erotik-Messen und Tempel der Prostitution.
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Mittwoch, 27. September 2006 15:46
landorganist: Also liebe kreuznattern hier im Forum
nehmt Euch diesen Satz aus o. g. Artikel mal zu Herzen:
„Die Teilnahme an der christlichen Erlösung erreicht man nicht durch Wissensanhäufung oder magische Ritenvollzüge, sondern durch Glaube und Liebe in personalem Vollzug.“
Nicht nur auf verrutschte Manipel oder Falten in den Altardecken gucken. Damit erbt ihr keinen Platz im Himmelreich.
„Die Teilnahme an der christlichen Erlösung erreicht man nicht durch Wissensanhäufung oder magische Ritenvollzüge, sondern durch Glaube und Liebe in personalem Vollzug.“
Nicht nur auf verrutschte Manipel oder Falten in den Altardecken gucken. Damit erbt ihr keinen Platz im Himmelreich.
Sonntag, 18. Juni 2006 11:51
semiotico: um Reinhard Mey zu zitieren…
Ich glaub’ nicht, daß er in seiner Weisheit, seinem ew’gen Rat
Sowas Abartiges ausgeheckt hat wie den Zölibat,
Denn sonst hätt’ er sich zum Arterhalt was andres ausgedacht
Und uns nicht so fabelhafte Vorrichtungen angebracht.
Welch ein Frevel, daran rumzupfuschen, zu beschneiden,
Zu verstümmeln! Statt sich dran zu erfreu’n, dran zu leiden!
Und wenn Pillermann und Muschi nicht in den Masterplan passen,
Glaubt ihr nicht, er hätt’ sie schlicht und einfach weggelassen?
Glaubst du Mensch, armsel’ger Stümper, du überheblicher Wicht,
Daß du daran rumschnippeln darfst? Ich glaube nicht!
Sowas Abartiges ausgeheckt hat wie den Zölibat,
Denn sonst hätt’ er sich zum Arterhalt was andres ausgedacht
Und uns nicht so fabelhafte Vorrichtungen angebracht.
Welch ein Frevel, daran rumzupfuschen, zu beschneiden,
Zu verstümmeln! Statt sich dran zu erfreu’n, dran zu leiden!
Und wenn Pillermann und Muschi nicht in den Masterplan passen,
Glaubt ihr nicht, er hätt’ sie schlicht und einfach weggelassen?
Glaubst du Mensch, armsel’ger Stümper, du überheblicher Wicht,
Daß du daran rumschnippeln darfst? Ich glaube nicht!
Sonntag, 18. Juni 2006 11:45
daughter_of_isis †: Orgasmus als Gebet?
Vor Monaten schrieb ich hier folgenden Beitrag, der natürlich sofort gelöscht wurde:
„Der Körper ist ein heiliger Tempel und die Sexualität ist ein Gottesdienst! Daher sollte man viel GV haben, um seinen Schöpfer zu preisen…“
Und prompt wurde ich wieder gelöscht. Der Artikel „Orgasmus als Gebet“ bestätigt aber meine These!
Von Dr. Otterbeck:
Lassen wir doch zu diesem Thema mal einen Papst zu Wort kommen: Es „…ist in dieser unserer Zeit entstanden als lebendiger Ausdruck der immerwährenden Jugend der Kirche. Wir schätzen den feurigen Eifer für die Seelen, der es anspornt auf den steilen und schwierigen Pfaden eines Apostolates der Präsenz und des Zeugnisses in allen Bereichen des heutigen Lebens“ (Paul VI. 1964 über Opus Dei).
@Dr. Otterbeck:
Also ausgerechnet den Papst zu dem Thema zu befragen, macht nicht wirklich viel Sinn. Dass der „heilige“ Stuhl von Opus Dei unterwandert wird ist nun seit Jahrzehnten bekannt. Ebenso könnte man beim nächsten Chemieunfall beim Chemiegiganten BASF deren Pressesprecher dazu befragen, ob die ausgetretenen Gase gefährlich für die Bevölkerung sind. Sorry, aber da glaube ich dann doch eher, an die Stellungnahmen von unabhängigen Experten!
„Der Körper ist ein heiliger Tempel und die Sexualität ist ein Gottesdienst! Daher sollte man viel GV haben, um seinen Schöpfer zu preisen…“
Und prompt wurde ich wieder gelöscht. Der Artikel „Orgasmus als Gebet“ bestätigt aber meine These!
Von Dr. Otterbeck:
Lassen wir doch zu diesem Thema mal einen Papst zu Wort kommen: Es „…ist in dieser unserer Zeit entstanden als lebendiger Ausdruck der immerwährenden Jugend der Kirche. Wir schätzen den feurigen Eifer für die Seelen, der es anspornt auf den steilen und schwierigen Pfaden eines Apostolates der Präsenz und des Zeugnisses in allen Bereichen des heutigen Lebens“ (Paul VI. 1964 über Opus Dei).
@Dr. Otterbeck:
Also ausgerechnet den Papst zu dem Thema zu befragen, macht nicht wirklich viel Sinn. Dass der „heilige“ Stuhl von Opus Dei unterwandert wird ist nun seit Jahrzehnten bekannt. Ebenso könnte man beim nächsten Chemieunfall beim Chemiegiganten BASF deren Pressesprecher dazu befragen, ob die ausgetretenen Gase gefährlich für die Bevölkerung sind. Sorry, aber da glaube ich dann doch eher, an die Stellungnahmen von unabhängigen Experten!
Samstag, 17. Juni 2006 22:29
aphrodite †: @Belisar
Wenn diese Vorlesung öffentlich war, dann hat sicherlich niemand etwas dagegen, wenn sie uns sagen, wann, wo und von wem sie gehalten wurde. Würde der sachlichen Zuordnung ihrer von dort referrierten Positionen unheimlich zuträglich sein …
Samstag, 17. Juni 2006 15:05
semiotico: Belisar
Es ist schon sehr schwach seine angeblichen Warheheiten auf Aussagen von irgendwelchen Professoren zu stützen. Wer die Arbeiten Gallileis (und um seine Zeit geht es, nicht um die heutige) kennt, der weiß, dass er das heliozentrische Weltbild sehr wohl plausibel begründen und beweisen konnte. Was Sie mit dem bloßen Auge sehen ist nicht, was Wissenschaftler mit dem bloßen Auge (=mit Wissen, Instrumenten, Methoden etc.) sehen können. Reden Sie bitte über Dinge, über die sie auch wirklich ein fundiertes Wissen haben. Sich jetzt hinzustellen und zu sagen: Der Professor wars, der hat uns das erzählt! ist äußerst unprofessionell.
Samstag, 17. Juni 2006 12:47
Belisar: @ methusalix
Dieses habe ich mir nicht aus den Finger gesogen:
Vorlesung: Grenzfragen zwischen Theologie und Naturwissenschaft.
Ein Physikprofessor hat uns an der Universität Vorträge gehalten zum Thema Astronomie, Zeitrechnung der Völker, er hat sich dieses gesagt, er ist doch schliesslich der Experte nicht ich.
Nein mit blosem Auge sehe ich nur, dass die Sonne aufgeht und wieder untergeht, um das ganze richtig zu beweisen reicht nicht das einfache Auge, falls sie es noch nicht wissen, die Astronomie hat sehr viel mit Mathematik zu tun, so wurde der Umfang der Erde ausgerechnet etc. die Methoden waren sogar im Alten Griechenland richtig nur konnte man mit blossem Auge die Einheiten also Entfernung Erde-Mond etc. nicht richtig messen, aber von der Grundidee die Formel die hat gestimmt.
Also so wie der Professor es dargelegt hat, konnte Galilei keinen mathematischen Beweis liefern der stichhaltig war, diese Paralaxen konnte man nicht einfach mit Korn und Kimmel messen, diese minimale Abstand konnte erst in späterer Zeit nachgewiesen werden.
Heute meinen viele Menschen durch Romane über Galilei mehr über die Gestalt zuerfahren. Quellen wie Schiller, Goethe, Brecht und wie Kerle alle heißen sind doch wirklich keine fundierten Quellen.
Also Lügen will ich Ihnen nun wirklich nicht auftischen.
Vorlesung: Grenzfragen zwischen Theologie und Naturwissenschaft.
Ein Physikprofessor hat uns an der Universität Vorträge gehalten zum Thema Astronomie, Zeitrechnung der Völker, er hat sich dieses gesagt, er ist doch schliesslich der Experte nicht ich.
Nein mit blosem Auge sehe ich nur, dass die Sonne aufgeht und wieder untergeht, um das ganze richtig zu beweisen reicht nicht das einfache Auge, falls sie es noch nicht wissen, die Astronomie hat sehr viel mit Mathematik zu tun, so wurde der Umfang der Erde ausgerechnet etc. die Methoden waren sogar im Alten Griechenland richtig nur konnte man mit blossem Auge die Einheiten also Entfernung Erde-Mond etc. nicht richtig messen, aber von der Grundidee die Formel die hat gestimmt.
Also so wie der Professor es dargelegt hat, konnte Galilei keinen mathematischen Beweis liefern der stichhaltig war, diese Paralaxen konnte man nicht einfach mit Korn und Kimmel messen, diese minimale Abstand konnte erst in späterer Zeit nachgewiesen werden.
Heute meinen viele Menschen durch Romane über Galilei mehr über die Gestalt zuerfahren. Quellen wie Schiller, Goethe, Brecht und wie Kerle alle heißen sind doch wirklich keine fundierten Quellen.
Also Lügen will ich Ihnen nun wirklich nicht auftischen.
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