10:50:55 | Sonntag, 18. Juni 2006
Nach einem jahrzehntelangen Streit um die Neuübersetzung der liturgischen Bücher in englischer Sprache, haben die US-Bischöfe der vorgeschlagenen Übersetzung mit überraschender Mehrheit zugestimmt.
(Los Angeles) Die US-Bischofskonferenz hat am Donnerstag über die neue Übersetzung der liturgischen
Bücher für die englische Sprache abgestimmt.
Die Texte wurden von einem internationalen Komitee erarbeitet.
Nach einer kurzen aber heftigen Diskussion über einige Formulierungen, wurde die Übersetzung mit 173
zu 29 Stimmen angenommen.
Bevor die neuen liturgischen Bücher verwendet werden dürfen, müssen sie
noch vom Vatikan approbiert werden. Dieser Prozeß könnte einige weitere Jahre dauern.
Daß das Ergebnis
so deutlich ausfiel, dürfte mehr an den liturgischen Präferenzen des neuen Papstes als an jenen der
US-Bischöfe liegen. In der Vergangenheit ist eine genauere Übersetzung aus dem Lateinischen vom Großteil
der US-Prälaten noch blockiert worden.
Das Bemühen um eine Neuübersetzung des englischen Meßbuches
aus dem Lateinischen quält die Kirche der englischsprachigen Welt bereits seit Mitte der 90er Jahre.
Die angenommene Neuübersetzung bemüht sich um eine größere Treue zum lateinischen Originaltext. Sie
kommt damit einer Forderung des vatikanischen Dokuments ‘Liturgicam Authenticam’ vom Mai 2001 nach.
Der
Vorsitzende des Liturgieausschusses der US-Bischofskonferenz, Bischof Donald Trautman von Erie, erklärte
laut einem Bericht der Nachrichtenagentur ‘Associated Press’, daß es noch einige Anpassungen geben werde.
Die akzeptierten Änderungen seien insgesamt nicht weltbewegend – verglichen mit den Änderungen, welche
die Liturgie vor vierzig Jahren erfahren habe – so Bischof Trautman mit bezug auf die Liturgiereform nach
dem Zweiten Vatikanischen Konzil.
Der Bischof gilt als liberal. Er ist auch ein Verfechter der geschlechtsneutralen
Sprache, die er in der Vergangenheit auch gegen Widerstände aus dem Vatikan verteidigte. Bisher hat er
die vorgeschlagene Neuübersetzung der liturgischen Bücher
kritisiert.
Die Neuübersetzungen betreffen
neben dem Schuldbekenntnis, dem Gloria, dem großen Glaubensbekenntnis, sowie dem Sanctus auch das Bekenntnis
vor der Kommunion – um die wichtigsten Meßgebete zu nennen.
Auf den mehrmals in der Messe wiederkehrenden
liturgischen Gruß „Der Herr sei mit euch“, wird von den Gläubigen in der neuen Übersetzung nicht mehr
„Und mit dir“ geantwortet. Statt dessen heißt es nun: „Und mit deinem Geiste“.
Auch das Gebet vor dem
Kommunionempfang wurde dem lateinischen Original getreuer übersetzt: Statt der bisherigen Worte „Herr
ich bin nicht würdig, dich zu empfangen“, beten die Gläubigen englischer Sprache in der erneuerten Textversion:
„Herr ich bin nicht würdig, daß du eingehst unter mein Dach.“
Der Vorschlag, die Passage des großen
Glaubensbekenntnisses „Eins im Sein mit dem Vater“ durch die Worte „eines Wesens [lateinisch: consubstantialis]
mit dem Vater“ zu ersetzen, wurde von den Bischöfen abgelehnt.
Anläßlich der Abstimmung über die
liturgische Neuübersetzung äußerte sich auch Bischof Arthur Roche von Leeds im Norden von England.
Er ist der Verantwortliche der ‘Internationalen Kommission für Englisch in der Liturgie’, welche die
neuen Texte ausgearbeitet hat.
Bischof Roche erklärte vor den US-Bischöfen, daß es in den 70er Jahren
das Verlangen gegeben habe, die Liturgie den Gläubigen möglichst „verständlich“ zu machen.
Aus diesem
Grund habe man die Übersetzungsarbeiten überstürzt.
Die Überarbeitung der liturgischen Texte sei
sowohl aus praktischen als auch aus ideologischen Gründen aufgeschoben worden.
Es sei damals die Sorge
vieler gewesen, die Liturgie näher zu den Menschen zu bringen. Dieses Ziel habe manchmal ein anderes
verschleiert: die ererbte liturgische Tradition zu bewahren und weiterzugeben und „unsere Leute näher
zur Liturgie zu bringen“.
Bischof Roche verglich die lange Zeit der Übersetzungsarbeiten mit einem Beispiel
aus dem Alltag:
„Wenn man eine Tasse Kaffee zu schnell durch einen Raum trägt, wird viel von ihrem Inhalt
verschüttet. Diesmal haben wir versucht, den Kaffee in der Tasse zu behalten.“
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semiotico 20:19:59 | Sonntag, 18. Juni 2006
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Gotthard 18:32:30 | Sonntag, 18. Juni 2006
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semiotico 16:58:28 | Sonntag, 18. Juni 2006
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Benedikt 16:41:59 | Sonntag, 18. Juni 2006
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semiotico 16:32:12 | Sonntag, 18. Juni 2006
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semiotico 16:00:32 | Sonntag, 18. Juni 2006
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Benedikt 15:09:48 | Sonntag, 18. Juni 2006
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semiotico 14:27:31 | Sonntag, 18. Juni 2006
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semiotico 13:10:15 | Sonntag, 18. Juni 2006
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Ralf B. † 13:01:22 | Sonntag, 18. Juni 2006
#7
semiotico 12:56:36 | Sonntag, 18. Juni 2006
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Sulpicius 12:53:33 | Sonntag, 18. Juni 2006
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semiotico 12:31:49 | Sonntag, 18. Juni 2006
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semiotico 12:00:51 | Sonntag, 18. Juni 2006
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Aragorn 11:31:05 | Sonntag, 18. Juni 2006