Pastorale Höhepunkte
Im Dom zu Mailand hat die Zukunft begonnen
Video-Installationen, elektronische Musik, abstrakte Kunst, Fastenlesungen aus Oscar Wilde und Pier Paolo Pasolini, Kanzelreden von Ungläubigen. Das sind die pastoralen Highlights der Erzdiözese der Heiligen Ambrosius und Karl Borromäus.
(kreuz.net, Mailand) Neue Wege für die Neuevangelisierung – das ist offenbar das Motto im Mailänder Dom, berichtete am 13. Juni der Vatikanist des italienischen Wochenmagazins ‘Espresso’.

Bis Juli 2002 wurde die Erzdiözese Mailand von Carlo Maria Kardinal Martini geleitet. Jetzt ist Dionigi Kardinal Tettamanzi Erzbischof der größten Diözese Italiens.

Seit September 2005 gibt es in der Krypta der Kathedrale – neben den Reliquien des Heiligen Karl Borromäus – eine Video-Installation des englischen Künstlers Mark Wallinger.

Sie steht unter dem Titel „Via Dolorosa“.

Die Besucher betreten eine verdunkelte
Im Mailänder Dom
kann man 18 Minuten lang Passionsszenen aus dem Film ‘Jesus von Nazareth’ von Franco Zeffirelli sehen. Allerdings nicht ganz: Denn der Bildschirm ist praktisch vollständig mit einem schwarzen Rechteck abgedeckt. Dem Besucher sind nur winzige Randpartien sichtbar. Ton gibt es keinen.
Boxe mit schwarzen Wänden und drei Bänken. Während 18 Minuten kann man dort Passionsszenen aus dem Film ‘Jesus von Nazareth’ des italienischen Regisseurs Franco Zeffirelli sehen.

Allerdings nicht ganz: Denn der Bildschirm ist praktisch vollständig mit einem schwarzen Rechteck abgedeckt. Dem Besucher sind nur winzige Randpartien sichtbar. Ton gibt es keinen.

Die Video-Installation ist permanent eingerichtet.

Bei der Einweihung erklärte der Erzpriester der Kathedrale, Mons. Luigi Manganini, daß „die Evangelisierung des dritten Jahrtausends zeitgenössische Kunstformen benötigt“.

Darum habe das elektronische Bild die Kathedrale mit gleichem Recht und „mit der gleichen Kraft“ betreten wie die gesamte Geschichte der großen Malerei und Bildhauerei.

Die rechte Hand des Erzpriester, Hw. Luigi Garbini, versuchte, noch tiefer ins Wesen des Werkes einzudringen.

Er ging von der Voraussetzung aus, daß „die Fähigkeit der Kirche Italiens, zeitgenössische Phänomene zu interpretieren“, stagniert, und verkündete, daß „die Blockierung von 90 Prozent des Bildes den Betrachter in eine Wolke der Unwissenheit einführt, in der er endlich vor der freien Entscheidung steht: zu glauben oder nicht zu glauben.“

Wallingers Video in der Krypta des Heiligen Karl Borromäus ist im Dom von Mailand kein Einzelfall.

An seiner Seite steht eine Reihe von Aufführungen, die unter dem Titel „Pause“ dargeboten werden.

Die jüngste „Pause“ fand am 7. Juni in der Pfingstwoche statt.

Unter der künstlerischen Leitung von Hw. Garbini und unter dem Motto „Zahlen“ hörten die Anwesenden zuerst Texte des jüdischen Mathematikers und Philosophen Baruch Spinoza († 1677).

Anschließend sah man ein Video des japanischen Künstlers Tatsuo Miyajima mit dem Titel „Counter Voice“ – Gegenstimmen. Es beruht auf der „Metapher, wonach jeder Mensch seinen eigen Rhythmus besitzt, und der Rhythmus die Kraft ist, die das Universum vereint.“

Das doppelte Bild, das der Inhalt der gesamten Abendvorstellung war und dem Video Miyajimas entnommen wurde, zeigte eine junge Frau, die ihr Gesicht zuerst in flüssige Gelatine steckt und es anschließend hervorzeigt.

Schließlich kam die Hauptattraktion: die Uraufführung eines Werkes des zeitgenössischen Musikers Karlheinz Stockhausen, das eigens für den Anlaß komponiert wurde.

Schon vor einem Jahr schrieb Stockhausen für den Dom von Mailand ein Stück.

Es handelte sich um ein Werk für Orgel, Sopran und Tenor
Der Komponist
eines Stückes, das für eine Veranstaltung des Mailänder Domes uraufgeführt wurde, beauftragte zwei sehr junge niederländische Harfinistinnen mit der Aufgabe, „den Pfingsthymnus ‘Veni Creator Spiritus’ zu singen, während sie reißen, liebkosen, schlagen, zupfen, reiben, durchstechen, jubeln“.
unter dem Titel „Klang – Erste Stunde: Himmelfahrt“. Am Himmelfahrtstag 2005 wurde es im Mailänder Dom aufgeführt.

Dieses Mal war der Titel „Klang – Zweite Stunde: Freude“.

Der Komponist beauftragte zwei sehr junge niederländische Harfinistinnen mit der Aufgabe, „den Pfingsthymnus ‘Veni Creator Spiritus’ zu singen, während sie reißen, liebkosen, schlagen, zupfen, reiben, durchstechen, jubeln“.

Stockhausen wurde mit einem Streichquartett bekannt, daß durch das Rotorgeräusch von vier Helikoptern begleitet war. Er komponierte auch ein Werk, daß von 19 Orchestermusikern aufgeführt wird, die angewiesen werden, ihre Augen zu schließen und ein telepathisches Verhältnis zueinander zu suchen, während der Dirigent im Zentrum bewegungslos zuhört.

Die Vortragenden, die in den Dom von Mailand eingeladen werden, entsprechen ebenfalls diesem Stil.

Am 16. Mai war der Theologe und Mystiker Raimon Panikkar (87) an der Reihe. Panikkar ist Priester, ehemaliges Mitglied des Opus Dei und Lieblingsschüler des Heiligen Josemaría Escrivá de Balaguer. Später wurde er ein Vertreter von Dialogtheorien, die Christentum und asiatische Religionen zu verbinden suchen.

Panikkars Beitrag wurde vorausgehend im italienischen Wochenmagazin ‘L’Espresso’ unter dem Titel „Das Evangelium nach Gandhi“ abgedruckt.

Der bekannte Bibliker Gianfranco Ravasi war beauftragt, Panikkars Thesen aus dem Blickpunkt der kanonischen Evangelien etwas auszugleichen.

Am 10. März eröffnete Enzo Bianchi, der Prior der ökumenischen Gemeinschaft von Bose, die Reihe der diesjährigen Fastenpredigten.

Er schlug vor, daß Christen nach dem Vorbild der Trappisten, die 1996 in Algerien umgebracht wurden, überall das stille Märtyrertum suchen sollten. Bianchi sprach nicht im Dom, sondern in der nahegelegenen Kirche San Carlo.

Im Dom selber fand im Rahmen der gleichen Reihe eine Lesung aus den Schriften der ermordeten algerischen Mönche und ein Konzert des italienischen Sängers Angelo Branduardi statt. Es war dem Heiligen Franz von Assisi gewidmet.

Die von Enzo Bianchi verbreiteten Thesen führten zu einem Protest der Mailänder Lebensbewegung, die von Paolo Sorbi angeführt wird.

Am 11. Mai 2005 sprach Professor Massimo Cacciari in der Kathedrale. Er eröffnete einen Zyklus, der dem Buch Hiob gewidmet war.

Cacciari ist Bürgermeister von Venezien und
Zur Eröffnung eines Zyklus über Hiob
sprach der atheistische Philosoph Massimo Cacciari im Mailänder Dom in begeisterten Tönen über das Leben ohne Glauben und Gewißheit.
ein atheistischer Philosoph. Bereits in früheren Jahren hat er an Aktivitäten im Dom teilgenommen, die vom damaligen Erzbischof Martini gefördert wurden und unter dem Titel „Ungläubige auf der Kanzel“ standen.

Cacciari sprach in begeisterten Tönen über das Leben ohne Glauben und Gewißheit.

Wieder bekam Mons. Ravasi den Auftrag, die Ausführungen des Atheisten etwas auszugleichen.

Doch die vielleicht eindrücklichste Veranstaltung in der Reihe „Pause“ fand in der Fastenzeit 2004 statt.

An drei Abenden sollte über die „Letzten Worte Christi am Kreuz“ meditiert werden.

Doch statt die Texte der vier Evangelien zu hören, fanden sich die Anwesenden in der Kathedrale bekannten Intellektuellen und Schauspielern gegenüber, die aus Werken von Oscar Wilde, Marguerite Yourcenar, Pier Paolo Pasolini und Jack Kerouac vortrugen.

Dazu gab es Musik und Videos. Unter den Sängern trat auch Alice auf – die Siegerin von 1981 im Musikfestival von San Remo. Unter den Videokünstlern befanden sich Bill Viola und Michiel van Bakel.

Die Videos wurden auf einem Großbildschirm gezeigt
Während des Höhepunktes
der weltweit übertragenen Beerdigung des Modeschöpfers Gianni Versace wurde im Zentrum des Mailänder Doms ein Klavier aufgestellt. Der britische Sänger Elton John spielte auf dem Instrument und sang dazu „Candle in the Wind“ – Kerze im Wind.
, der auf der Rückseite der Kathedrale über dem Eingang angebracht war. Unter dem Bildschirm war eine Bühne für Musiker und Sänger aufgebaut.

Um dem Publikum zu erlauben, den Multimedia-Anlaß zu bestaunen, waren alle Kirchenbänke in der Kathedrale mit dem Rücken zum Hochaltar Richtung Ausgang gedreht worden.

Das war aber kein Problem, weil der Altar sowieso nicht mehr sichtbar war, sondern von einem Gerüst verdeckt wurde, das für die Scheinwerfer, Lautsprecher und Instrumente für die Kontrolle des Sounds diente.

Am letzten der drei Abende wurde auch dem Mailänder Erzbischof ein Auftritt zugewiesen.

Der Dom zu Mailand erlebte bereits unter seinem Vorgänger, Kardinal Carlo Maria Martini, die ersten Lichtstrahlen dieser neuen Ausrichtung.

Im Sommer 1997, während des Höhepunktes der weltweit übertragenen Beerdigung des Modeschöpfers Gianni Versace wurde im Zentrum des Mailänder Doms ein Klavier aufgestellt.

Auf dem Instrument spielte der britische Sänger Elton John und sang dazu „Candle in the Wind“ – Kerze im Wind.
      
12 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#12   Sefirot   11:59:45 | Freitag, 3. Dezember 2010
Der Rudi blökt und schimpft mal wieder
so richtig nach Krautjunker-Art,
als hätte er die Weisheit mit
Schaumlöffeln verschlungen… ;-)
Redaktion benachrichtigen
#11   Rudolfus   11:56:37 | Freitag, 3. Dezember 2010
Der Bibliker Ravasi ist ein modernistisch-dogmenleugnender Pseudokatholik im wahrsten Sinne des
Wortes, vgl. hierzu Mitteilungsblatt PB St. Pius X., Dezember 2010, S. 3 über die neuen von Papst Benedikt XVI. ernannten Kardinäle. Der Bibliker Erzbischof Ravasi ist einer von ihnen, also nicht nur vom Chefkatholiken Benedikt für würdig erachtet, als „katholischer Theologe“ aufzutreten, sondern auch die Ämter eines „Erzbischofs“ und „Kardinals“ zu führen, und damit auch im Konklave den nächsten Papst und Nachfolger Benedikts XVI. zu wählen bzw. selbst als „Papst“ infragezukommen.
Wie Johannes Paul II. ist auch Benedikt XVI. Papst der Häretiker und Papst des Novus-Ordo-Greuels an hl. Stätte.
Benedikt XVI. kümmert es nicht, daß die amtierenden Kirchenvorsteher den katholischen Glauben leugnen und den Greuel an hl. Stätte zelebrieren, nachdem er diesen auch selbst zelebriert.
Wie können wir uns als glaubenstreue Katholiken einem solchen Papst juristisch unterstellen, dem es sogar egal ist, ob sein Papstnachfolger vielleicht gar nicht den katholischen Glauben bekennt?
Soll uns Papst Benedikt XVI. diese Pseudokatholiken etwa auch in die Priesterbruderschaft St. Pius X. schicken oder einen solchen gleich zum PB-Vorgesetzten ernennen?
Die PB St. Pius X. muß im katholischen Glauben bleiben, und diese Verpflichtung ist höher als der juristische Gehorsam zum Petrusnachfolger, den der katholische Glaube völlig egal ist.
Beten wir um die Bekehrung des Petrusnachfolgers zu seinen Amtspflichten als katholisches Kirchenoberhaupt!
Redaktion benachrichtigen
#10   Babylon †   19:06:47 | Dienstag, 20. Juni 2006
die Kath. Kirche aber auch!
Was wäre die kath. Philosophie und Theologie ohne Platon und Aristoteles?! :-)
Find ich auch nichts Unanständiges dran. Die alten Griechen haben so gut wie alles schon mal vorgedacht.
Redaktion benachrichtigen
#9   Hyazinth   18:56:02 | Dienstag, 20. Juni 2006
Beileid
Danke für Ihre Antwort, der ich aus verständlichen Gründen auf keinen Fall beipflichten kann. Aber vielleicht werden sie ja wirklich noch weise und pflegen Ihr sapere aude, um doch noch zur wahreheit zu gelangen. Kant hat übrigens auch bloß von den alten Griechen abgeschrieben.
Redaktion benachrichtigen
#8   Babylon †   18:22:55 | Dienstag, 20. Juni 2006
@ Hyazinth: Keine Sorge, da trittst Du mir
keineswegs zu nahe. Der Fragestellung kann ich so natürlich nicht zustimmen. Für mich ist das kein Absinken, sondern eben das Abstreifen einer falschen Vorstellung. :-)
Die kath. Religion hat viele schöne, ansprechende Seiten; mit dem historischen Jesus von Nazareth hat das alles aber nichts zu tun.
Wer nicht absolut resistent ist gegen Vernunft und historisch-kritische Prüfung z.B. der Bibel, der Entstehung der Evangelien, der Entwicklung der Dogmatik etc. wird sich eingestehen müssen, daß schon in der 2. u. 3. Christengeneration eine Verformung des Jesusbilds einsetzte, so daß wir heute kaum noch Gesichertes über ihn wissen können (außer daß er sich z.B. in seiner Naherwartung fundamental geirrt hat). :-O
Immanuel Kant: Sapere aude! Wage es, Dich Deines Verstandes ohne Anleitung eines anderen zu bedienen.
Nietzsche: Man kann die Evangelien nicht sorgfältig genug lesen! – Recht hat er, Widersprüche über Widersprüche. Kritisch lesen, offen sein! Und nicht schon vorher wissen, was am Ende rauskommen muß!
Atheismus ist schön, macht frei (im besten Sinne des Wortes) und eigenverantwortlich. O:O
Können sich religiöse Menschen wahrscheinlich kaum vorstellen, weil sie immer jemanden über sich haben wollen und sich sonst verlassen vorkommen.
Redaktion benachrichtigen
#7   Hyazinth   17:59:35 | Dienstag, 20. Juni 2006
Babylon
Will Ihnen nicht zu nahe treten, aber mich würde interessieren, wieso gleich so tief in ihrem Glauben abgesunken sind. ich kann mir keinen rapideren vorstellen. :-O
Redaktion benachrichtigen
#6   Babylon †   12:07:24 | Dienstag, 20. Juni 2006
Atheist (m) bin ich jetzt,
schon paar Jahre, war aber mal kath. Priesteramtskandidat und kenne mich ganz gut aus, auch bei Pius X.
Zum einen wundere ich mich auch, daß gar kein „Missionseifer“ mehr da ist bei den Tradis hier. Erstens ist das doch Euer Auftrag von ganz oben und zweitens diskutiert doch auch Ratze in regelmäßigen Abständen mit irgendwelchen atheistischen/ agnostischen Philosophen (Habermas z.B.).
Da geht Ratze auch nicht davon aus, daß er Habermas bekehrt, aber er freut sich wahrscheinlich auf ein interessantes, intellektuell forderndes Gespräch.
Sich auch mal herausfordern lassen (gilt für beide Seiten).
Ist doch auch schön.
Bei mir ist aber wahrscheinlich Hopfen und Malz verloren. O:O
Redaktion benachrichtigen
#5   28.IX-28.X   09:10:11 | Dienstag, 20. Juni 2006
semi,
…bin gespannt, wie Sie den Atheisten von Gott überzeugen o^/
Redaktion benachrichtigen
#4   semiotico   08:55:43 | Dienstag, 20. Juni 2006
uiuiui, lieber Codierungsfanatiker,
das widerspricht aber gehörig dem christlichen Auftrag, in die Welt zu gehen, und es allen Völkern zu verkünden… Sie können doch nicht einfach wegschicken, was ihnen nicht passt!?! Scheinbar haben Sie keine Argumente, um diesen interessierten Atheisten (-in?) zu überzeugen. Leute wie Sie waren es, die Andersgläubige einfach am Spieß gebraten haben. !Vete, conquistador!
Redaktion benachrichtigen
#3   28.IX-28.X   08:47:47 | Dienstag, 20. Juni 2006
Babylon,
Als Atheist gehen Sie lieber ins Theater und lassen Sie, wie Pierre gesagt hat, die Kirche im Dorf!
Redaktion benachrichtigen
#2   Babylon †   18:55:19 | Montag, 19. Juni 2006
Interessant,
sowohl intellektuell als auch künstlerisch! Ich als Atheist würde mir das mit großem Interesse ansehen, weil es einfach reizvoll ist, sich auf diese Weise mit dem Thema Religion zu beschäftigen.
Und zum Kirchenraum: Laaaange Zeit in der Kirchengeschichte wurden Kirchen nicht nur für den Kult genutzt, sondern auch zum Aufführen von Weihnachts- und Osterspielen u.v.a. mehr. Warum keine Videoinstallationen? Was sollte Jesus dagegen haben?
Allgemein: Jesus war antikultisch eingestellt, wie aus vielen Stellen des Evangeliums eindeutig hervorgeht. Formalismus und routinierter Kult waren ihm zuwider, statt dessen wollte er die Konzentration auf das Wesentliche (bei allem Vorbehalt den Evangelien gegenüber kann man das wohl über Jesus sagen, gerade weil dies der späteren und heutigen Praxis der Kirche vollkommen widerspricht).
Sich einfach auf vorbehaltlose Liebe zu konzentrieren, scheint vielen Christen ziemlich suspekt und unzureichend zu sein.
Was würde Jesus dazu sagen? Wenn Jesus heute wiederkäme: Was würde er wohl zur Kirche sagen? Mit ihrer Hierarchie, ihrem kirchlichen Gesetzbuch, ihrer festgelegten Liturgie mit ihrem Betpensum, mit allem Formalismus, Klerikalismus, Besitztümern etc.?
Na ja, er kommt ja nicht mehr zurück, statt dessen hält die Kirche Jesus an der kurzen Leine in ihrem Keller (das ist jetzt gerade nicht! gegen Jesus gerichtet), damit er sie nicht stört.
Redaktion benachrichtigen
#1   Pierre   11:10:38 | Montag, 19. Juni 2006
Die Kirche imm Dorf lassen
Bei allen Bemühungen, neue Medien in den kirchlichen Raum einzubeziehen und diese auch Künsten und Kultur zu öffnen, sollte man die Kirche im Dorf lassen.
Bei sakralen Gebäuden handelt es sich grundsätzlich um Gotteshäuser, die der Ruhe und Besinnung und dem Gespräch mit Gott dienen, und keine Veranstaltungsräume im landläufigen Sinne sind.
Jesus hat seinerzeit die Kaufleute aus dem Tempel verjagt, weil diese das Gotteshaus zum Handel missbrauchten.
Was würde Jesus wohl heute in dem genannten Fall tun?
Redaktion benachrichtigen
Weiterlesen:
„Lange Nacht der Kirchen“Als Programmpunkt beten zwei Seher von Medjugorje in Wien den Rosenkranz ModernismusHabt ihr nicht eine Erbtante? ModernismusWie man einen Fundamentalisten entdeckt Modernismus„Mit drängender Sorge“ ModernismusHans Küng und Kardinal Lehmann stimmen im wesentlichen überein ModernismusLiebhaberpreis für Nostalgiker ModernismusSchnee von gestern ModernismusVorwärts zur sogenannten Urkirche ModernismusHilfe, Heiliger Vater! ModernismusEin exzellentes Heilmittel gegen den theologischen Tripper ModernismusDer Pfarrer mit den leuchtenden Schuhen ModernismusEin echter Kuß ist wie was? ModernismusWolf im Schafspelz? ModernismusJungfrau, Kriegerin, wilde Frau ModernismusEine Erfolgsgeschichte?
RSS Feed  •  News Ticker  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net