[ « 286 287 288 289 290 » ]
Freitag, 23. Juni 2006 09:55
Der Kardinal ist informiert
Kürzlich erklärte das Erzbistum Köln seine Verwicklung in die städtische Straßenprostitution. Das Erzbistum will den Dirnen ein „streßfreies Arbeiten“ ermöglichen, damit sie über eine – hoffentlich noch streßfreiere – Alternative nachdenken.
Die "Mitwirkung" an der Hurerei hält das Erzbistum Köln für geboten
Die „Mitwirkung“ an der Hurerei hält das Erzbistum Köln für geboten
(kreuz.net, Köln) Ende Mai erkundigte sich eine österreichische Theologiestudentin mit einem privaten Brief beim Erzbistum Köln, was es mit der Tätigkeit des ‘Sozialdienstes katholischer Frauen’ – kurz: SkF – am Kölner Straßenstrich auf sich habe.

Am 16. Juni beantwortete das Generalvikariat Köln die Anfrage im Auftrag des Erzbischofs von Köln, Joachim Kardinal Meisner.

Der Brief ist vom Leiter der Hauptabteilung Seelsorge, Hw. Robert Kleine, verfaßt.

Hw. Kleine erklärt, daß Kardinal Meisner über die Mitwirkung des ‘Sozialdienstes katholischer Frauen’ am Projekt „Straßenstrich in Köln“ informiert sei.

Eine ‘Kommission für ethische Fragen im Diözesancaritasverband Köln’ habe sich sehr intensiv mit der Frage nach einer Beteiligung des ‘Sozialdienstes katholischer Frauen’ an dem Projekt Straßenstrich befaßt.

Zur Frage der ethischen Vertretbarkeit einer Betreuung des Straßenstrichs durch Mitarbeiterinnen des ‘Sozialdienstes katholischer Frauen Köln’ sei ein Votum erarbeitet worden.

Darin komme die Kommission zu dem Ergebnis, daß eine Betreuung der Frauen auf dem Straßenstrich aus christlicher Sicht nicht nur ethisch vertretbar, sondern auch geboten sei.

Damit solle keinesfalls Sünde legitimiert werden. Die Kirche sei in keiner Weise an der Prostitution beteiligt. Sollte durch Presseberichte dieser Eindruck entstanden sein, so sei er falsch.

Pfarrer Kleine nennt auch die Motive für die „Mitwirkung“ des Erzbistums:

Die, wie es im Brief heißt, „Begleitung des Straßenstrichs“
· sei eine geeignete Möglichkeit, um Prostituierte vor Gewaltübergriffen von Freiern zu schützen,
· diene dazu, eine Grundsicherung wider die Verelendung sicherzustellen,
· das Vertrauen in die Ordnungsbehörden zu fördern,
· streßfreies Arbeiten zu ermöglichen, das Raum lasse, um sich mit alternativen Lebensmustern zu beschäftigen und dies in Angriff zu nehmen.

Das Projekt stehe im Hilfeverbund mit der Initiative ‘Mäc-Up-Café’, das eine weitere Resozialisierung fördere.

Das Mädchencafe ‘Mäc-Up’ ist eine vor vier Jahren eröffnete Einrichtung des ‘Sozialdienstes katholischer Frauen’ in Köln. Es umfaßt Räumlichkeiten und einen Bus, in dem Huren einen Gesprächspartner finden, einen Kaffee trinken und Beratung erhalten können.

Die Polizei hat zugestimmt, in der Nähe der Einrichtungen und im Bus keine Kontrollen durchzuführen.

Pfarrer Kleine erklärt abschließend, daß „eindeutig klar ist, daß Prostitution Sünde“ sei.

Das Ziel des ‘Sozialdienstes katholischer Frauen’ sei nicht, Strukturen dieser Sünde zu verfestigen, sondern Frauen eine Möglichkeit zu öffnen, Vertrauen zur katholischen Beratungen zu erwerben und Wege zum Ausstieg zu finden.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 37 Lesermeinungen:
Montag, 26. Juni 2006 10:38
So als hielte er sich für den lieben Gott höchstpersönlich.
Diese Krankheit scheint unter den Fundis hier in der Tat zu grassieren. Na ja, wenn man den eigenen Piepmatz im Kopf mit dem Hl. Geist verwechselt…
Sonntag, 25. Juni 2006 15:17
Unser gute Pünktchen im Forum hier, ist zum Beispiel absolut davon überzeugt, dass er immer recht hat. So weit so schlecht, das machen andere auch, z. B. der jeweilige Papst. Er will diesen Absolutheitsanspruch jedoch mit einer Rabulistik, Herabsetzung von Menschen und hanebüchenen Vergleichen belegen und durchsetzen, die meilenweit von jeder römisch-katholischen oder gar christlichen Verhaltensregel (andere sagen Moral dazu) entfernt ist. So als hielte er sich für den lieben Gott höchstpersönlich.
Samstag, 24. Juni 2006 14:35
Tilman: @methusalix: @soziales 24. Juni 2006 11:02
>>Das dumme daran ist nur: Sie sind nicht Jesus!

Wenn man etwas Gescheites macht, weil es Jesius gemacht hat und man sich halbwegs mit sich im Reinen ist, daß man auch weiß, warum, dann muß man sich ja noch lange nicht für Jesus halten.

Bei Wundern etc. wäre das sich eine ganz andere Baustelle, aber die Kirche in Köln handelt hier ja eher nach der Devise, daß Christen die Hoffnung, daß sich Dinge zum Guten entwickeln, nicht aufgeben sollen und man dabei auch dem Guten nachhelfen darf.

Sollten hier wohlmöglich einige Vorurteile gegen den Erzbischof Meisner angekratzt worden sein?

>>Oder halten Sie sich dafür, wie so viele
>>andere in diesem Forum?

Das ist schon hart. Man sollte dann bitte Ross und Reiter nennen, welche „andere im Forum“ das sind.
!:)
Samstag, 24. Juni 2006 14:22
Babylon †: @ methusalix: Warum denn nicht?
Viele hier sind sich ihrer Religion so sicher, als wenn „Gott, der Herr der himmschlischen Heerscharen“ ihnen jeden Tag drei Stunden Porträt sitzen und sie in seine geheimsten Pläne einweihen würde!
Samstag, 24. Juni 2006 11:02
methusalix †: @soziales
So würde ich ganz gerne hier einige Tische umwerfen.

Das dumme daran ist nur: Sie sind nicht Jesus! Oder halten Sie sich dafür, wie so viele andere in diesem Forum?
Samstag, 24. Juni 2006 09:10
virOblationis: Sozial-Jesus
„So würde ich ganz gerne hier einige Tische umwerfen.“

Aber, aber – mäßigen Sie sich bitte!
Frohbotschaft statt Drohbotschaft!
Alle Lesermeinungen anzeigen 31 weitere Lesermeinungen
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen sowie Leser aus der Debatte auszuschließen.
Copyright © 2008 kreuz.net