Das Vergöttlichungsprinzip + Rekordtief + Die Kirchenglocken stören den Muezzin + Ein weiblicher Primas + Auch eine Litanei
Das Vergöttlichungsprinzip
„Die Eucharistie besitzt eine kosmische Bedeutung. Die Verwandlung von Brot
und Wein in den Leib und das Blut Christi stellt nämlich das ‘Vergöttlichungsprinzip’ der Schöpfung
dar. Aus diesem Grund zeichnet sich das Fronleichnamsfest insbesondere durch jene Tradition aus, das Allerheiligste
Sakrament in Prozession umher zu tragen – eine bedeutungsreiche Geste. Wenn wir die Eucharistie durch
die Straßen und Plätze tragen, wollen wir damit das vom Himmel herabgekommene Brot in die Alltäglichkeit
unseres Lebens eintauchen. Wir wünschen uns, daß Jesus dort gegenwärtig sein möge, wo wir unterwegs
sind. Unsere Welt und unser Dasein sollen zu seinem Tempel werden.“
Papst Benedikt XVI. vor dem mittäglichen
Angelusgebet am letzten Sonntag.
Rekordtief
Österreich. Die Zahl der Priesterweihen in Österreich
erreicht heuer mit 25 Neupriestern ein Rekordtief. Im Jahr 2005 empfingen noch 32 Männer die Heiligen
Weihen. Heuer werden gerade noch 14 neue Diözesan- und elf neue Ordenspriester geweiht. In den 70er Jahren
wurden im Durchschnitt jährlich 74 Männer zu Priestern geweiht, in den 80er und 90er Jahren um die 50.
Seit 1981 ist die Zahl der Priester von 5.415 auf 3.970 im Jahr 2004 gesunken. Die gegenwärtigen Zahlen
wären ohne die ausländischen Priesteramtskandidaten, die in Östereich geweiht werden, noch tiefer.
Die Kirchenglocken stören den Muezzin
Schweiz. Eine katholische Pfarrei in der größten Schweizer
Diözese Basel erhielt kürzlich Post von der nahgelegenen Gemeinde der Muselmanen: Das Glockengeläute
störe den Ruf des Muezzins. Das berichtete das monatlich erscheinende Faltblatt der ‘Initiativkreisnachrichten’
im Juni. Um die gutnachbarlichen Beziehungen zu wahren, wollte die Pfarrei auf eine Bekanntmachung des
Schreibens verzichten.
Ein weiblicher Primas
USA. Die US-Anglikaner – die sich selber Episkopalkirche
nennen – haben erstmals eine Frau an ihre Spitze gewählt. Die Landesbischöfin der Diözese Nevada, Katharine
Jefferts Schori (52), wurde auf der Generalversammlung der US-Anglikaner im US-Bundesstaat Ohio nach fünf
Wahlrunden gewählt. Sie beginnt im November eine neunjährige Amtszeit als Leiterin der rund 2,4 Millionen
US-Anglikaner. Die Frau Bischöfin ist verheiratet und hat eine Tochter, die als Offizier bei der US-Luftwaffe
dient.
Auch eine Litanei
USA. Die US-amerikanische Benediktinerschwester Mary Lou Kownacki hat für
das neue Jahrtausend eine besondere Allerheiligenlitanei verfaßt. Schwester Mary Lou ist die Generalsekretärin
der sogenannten Allianz des internationalen Mönchtums. Es handelt sich dabei um eine Verbindungsorganisation
zwischen 200 Benediktiner- und Zisterzienserklöstern in der Dritten Welt und den USA. Die Allerheiligenlitanei
gedenkt unter anderen des Jesuitenpaters Teilhard de Chardin, der „großen Seele“ Mahatma Gandhi, des
Freiheitsrechtlers und Frauenhelden Martin Luther King sowie des Malers Vincent Van Gogh und des Komponisten
Wolfgang Amadeus Mozart.
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33 Lesermeinungen
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Muezzin Nun erst wird tüchtig über Israel und die Juden ggewettert. es ist wie überall, wer die Juden
nicht will, muss die rradikalen Moslems ertrage. Sagt ja, und nochmals ja zum Minarett Verbot dann geben
sie Ruhe. wenigstens eine Zeitlang. wir müssen Zeichen setzten.
#33 incolumis 01:39:57 | Mittwoch, 20. Februar 2008
Unverschämt Jetzt wollen die Mohammedaner schon in Europa den Christen vorschriften machen. Es kommt
noch so weit, fehlt nur noch ein mohammedanischer Staat mitten in Europa.
Ja, Babylon, letztlich ist es mir egal, wer hier wieviele Namen verwendet; was das Freidenken betrifft,
so kommt es doch gerade darauf ein, es nicht von „limits“ anderer Art abhängig zu machen. Sonst denkt
man eben doch in einer „Schule“ und meint nur, es frei zu tun. Critique de la critique!
@ Babylon Man entdeckt immer wieder Zusammenhänge, die man als dogmatisch festgelegter Mensch nicht wahrnehmen
darf Manches entdeckt man auch nur, weil man es entdecken will.
@ Das Kreuz steht dum volvitur orbis Willst Du etwa nahelegen, ich sei nicht ich? Ich versichere Dir,
daß ich ich bin und hier keinen zweiten Name habe. Ich meine das durchaus ernst: Religionsgeschichte
ist unglaublich interessant. Man entdeckt immer wieder Zusammenhänge, die man als dogmatisch festgelegter
Mensch nicht wahrnehmen darf(!). Historisches und geistesgeschichtliches Interesse kann den Horizont erweitern!
Komm mal raus aus deinem engen Dogma-Schneckenhaus und denke doch mal frei! Als Appetitmacher empfehle
ich dazu den Wikipediaartikel:„Mithraismus und Christentum“. Da siehst Du viele viele Parallelen.
Babylon, Sie wollen mich ‘reinlegen: Wie schön öfter ggü. DDL, deus…, etc. gesagt: Wer die Prämisse
aufstellt, dass es Ostern nicht gegeben haben darf, muss sich eben einen „Mythos“ basteln von dem, was
so alles „Geschichte“ war. Die Überlebensfrage der Menschheit ist aber nunmal leider nicht ganz zu trennen
von der Überlebens-Frage jedes einzelnen Sterblichen, ob in Babylon oder Rom oder anderswo. Ciao!
@ Stat Crux: Bevor wir hier in die höchsten Höhen des Blödsinns abschweifen, möchte ich mal darauf
hinweisen, daß das christliche Abendmahl in genauer Nachahmung heidnischer Mysterienkulte entstanden
ist. Die Vereinigung mit einer Gottheit durch Essen einer Opferspeise ist schon viiiel älter als die
christliche Eucharistie. Im Mithraskult z.B. (weit verbreitet im Römerreich, v.a. im östlichen Mittelmeerraum)
werden auch Kelch und Patene benutzt und Wein wird mit Wasser vermischt inklusive Verbeugung vor dem heiligen
Kelch. Beim anschließenden mystischen Mahl vereinigte man sich mit der Gottheit Mithras. Dasselbe läßt
bei vielen anderen damaligen Kulten nachweisen. Auch schon mit heiligen Zeichen gestempeltes Opferbrot
etc. Da die Christen schon bald überwiegend Heidenchristen waren, kannten diese aus ihrer vorchristlichen
Zeit natürlich diese Kulte und übertrugen diese Vorstellungen ins Christentum. Aufklärung statt Verdummung!
Kompliment, DDL, Sie kommen zum Punkt; das ist genau die kritische Grenzlinie zwischen „Natur“ und „Übernatur“,
um die es (unausgesprochen) hier die ganze Zeit geht. Der Naturbegriff ist durch die Rede von „Naturgesetzen“
ins Wanken geraten und damit auch das Reden von „Übernatur“. Eine abergläubische Auffassung von Transsubstanziation
ordnet diese der natürlichen Sphäre zu, eine eigentlich religiöse Auffassung geht darüberhinaus. Die
Eucharistie ist unerfindlich. Keine Religion (jetzt als anthropologisches Phänomen verstanden) hätte
diese „Idee“ zu erfinden gewagt. Als Aktualisierung der Taufe stiftet die Kommunion alltäglich in Christus
jene Einheit der Menschen mit Gott, die in Adam bereits der humanite zugedacht war und sich am Ende der
Zeiten offenbaren wird, individuell in der persönlichen Überschreitung des Todes, für alle schließlich
in der Neuen Schöpfung, die in Geburtswehen liegt. Ausgespannt zwischen dem „schon“ und „noch nicht“
des Gottesreiches in der Welt, ist Gott in der veränderlichen Welt in dieser Veränderlichkeit gegenwärtig,
im Sakrament aber inmitten des Augenblicks, so wie er selbst („ewig“) ist, Hingabe, Lebensspender. Es
bleibt auch für mich schwierig, lesen Sie besser Experten dazu!
@stat crux – Helfen Sie mir da ‘mal aus, bitte Sie werden verstehen, dass dem Ungläubigen die Transsubstantiation
(ich mag die alte Rechtschreibung) schon wie Hexenwerk bzw. Aberglaube anmutet? Aber davon abgesehen,
wo ist der Sinn einer solchen Wandlung, wenn doch Gott, gemäß der RKK-Lehre, ohnehin in allem ist? Ist
er dann nicht genauso in der ungeweihten Hostie wie auch schon im Mehl, im gewandelten Wein ebenso wie
in der Sitzbank vor dem Altar? Warum einen Allgegenwärtigen gegenwärtig „werden“ lassen? Gibt es mehr
als „da“ sein? Doppelt? Oder wie ist das gemeint? Auch irgendeine Lesart wie „aufmerksam machen“ wäre
in Anbetracht einer allwissenden Entität herzlich sinnlos. Wozu also das alles? Will man nur mit Prunk,
Pracht und Liturgie etwas feiern, was eigentlich ganz unprätentiös die ganze Zeit der Fall, nur den
meisten nicht bewusst ist? Also, ich versteh’ das nicht…
T. Rex Da wir uns nun schon gegenseitig neue nicknames verpassen, Carlo: Vom Katholizismus der Saurierzeit
habe ich tatsächlich keinen Schimmer. Sie vergassen zu erwähnen, dass auch Johannes Paul I. gemäß
nachkonzilarer Fassung „evangelisch“ beerdigt wurde. Sein kurzes Pontifikat hat mindestens das Gewicht
anderer Pii.
#21 Agiafortuni 10:18:43 | Mittwoch, 21. Juni 2006
Die Platte hat einen Kratzer Karl Murx: haben Sie nicht gemerkt, dass die Platte unseres Neurosenkavaliers
einen Kratzer hat, denn ständig wiederholt er das gleiche und glaubt – für einen Neurotiker typisch-
katholisches Gedankengut zu vertreten. Dabei hat er vermutlich von Katholizismus keinen blassen Schimmer.
Auf alle Fälle täte er gut daran den dritten Teil der Summa eingehend zu studieren. Ausserdem möge
er doch endlich erklären, weshalb die beiden grossen Frevler Montini und Woytila auf ihren Särgen lediglich
ein offenes Evangelium und nicht den gekreuzigten Christus anbringen liessen.
Mysterium fidei, die Enzyklika Paul VI. vom 3.9.1965 hat alles für die Gegenwart zu sagen Notwendige
zum Thema „Transsubstanziation“ zusammengefasst und das Dekret von Trient ausdrücklich bestätigt, das
G.M.M. bereits kurz zusammenfasste. Mein Gedankengang, weshalb ich „Murx“ des Irrtums bezichtige („Trance“-Substanziation
ist freilich ein unglückliches Wortspiel: gemeint ist, dass sich der Betrachter Murx ein physisches Geschehen
einbildet, das gerade nicht von der Kirche gelehrt wird): Wer behauptet, dass eine Liturgiereform imstande
ist, dem Messopfer seine „Substanz“ (Christus) rauben zu können („Sie haben ihn entthront!“) denkt von
Christus kleingeistig, vermutlich naturalistisch unter Verwendung überlieferter Begriffe. Während die
Kirche immer auch hermetisch-religiöse, magische und rituelle Vorstellungen verworfen hat, um Christus
allein die Ehre zu geben, nähert sich die SSPX einem Priesterverständnis an, das das Handeln Christi
in die Hände des Priesters verlegt, anstatt das Handeln des Priesters in der real präsenten Person Christi
selber (Priester, Altar und Opfergabe!) zu erkennen. Die Transsubstanziationslehre ist nicht Selbstzweck,
sondern christozentrisch; nicht „priesterzentriert“, sondern dem Mysterium Fidei zugeordnet.
Rekordtief: „Nuja“, könnte man wie turk fragen, wieviele werden denn in den Tradi-Seminaren geweiht.
Z.B. in Pius-Zaitzkofen (ganzer deutschsprachiger Raum und Osteuropa) im 2005: 2. Dieses Jahr: 1?
Er will wissen, was die Substanz ist Es geht um eine Begriffsbstimmung von Substanz und Akzidenz im Rahmen
der aristotelischen Philosophie. Bitte, ich lasse zuerst einmal Otterbeck den Vortritt.
Babylon. Die Substanz des Brotes wird verwandelt in den wahren Leib Christi. Die Akzidentien bleiben in
diesem Fall ohne substanziellen Träger. Es ist ein Wunder durch das direkte Eingreifen Gottes.
Da weiß Otterbeck bestimmt bescheid Dr.Otterbeck sollte doch in der Lage sein, hier einmal im Rahmen
seiner Hermeneutik einen zeitgemäßen Substanzbegriff vorzulegen, der den magischen Naturalismus der
Tradis bloßstellt.
Was ist eigentlich diese ominöse „Substanz“? Die Akzidentien (Geruch, Farbe, Ausdehnung, Gewicht, Geschmack,
chemische Struktur etc.) bleiben ja gleich. Bei der Wandlung würden ja „nur“(!!!!) die Akzidentien unverwandelt
bleiben, die Substanz würde aber verwandelt, und auf die komme es ja an. Was bleibt denn noch ohne die
aufgeführten Akzidentien (die ja nur!! „Gestalt und Schein“ seien) vom Brot übrig?
Katechismus der Diözese Basel 1947 Artikel 208. Was ist von Brot und Wein zurückgeblieben? „Von Brot
und Wein – bleibt nur allein – Gestalt und Schein.“ (Aus der Messe der Fronleichnamsprozession).
Die Kirche hat sich nun einmal auf gewisse Begriffe festgelegt Ich kann mir kaum vorstellen, daß der
Journalist Ratzinger so falsch verstanden hat. Das mit der Unzulänglichkeit menschlicher Ausdrucksweise
ist ein übliches Scheinargument. In Wahrheit versucht man statt der eigentlichen Proportionalitätsanalogie
mit einer metaphorischen Analogie zu arbeiten. Diese erlaubt es alle, überlieferten Begriffe sinnentleert
anzuwenden. Wenn z.B. vom „Arm des Herrn“ die Rede ist, so wendet man hier richtig die metaphorische Analogie
an, aber bei den scholastischen Begriffen des Seins, der Substanz, der Person usw. kommt die eigentliche
Analogie der Proportion zum Tragen. Transsubstantiation wird bei Ratzinger zur Metapher, völlig modernistisch.
Murx bezieht sich nicht auf Ratzinger, sondern auf Journalisten Lieber Murx, mit Ihren Beweisen für unglaubliche
Unterstellungen steht es nicht gut: ihr Link verweist auf einen Beitrag eines Journalisten, der nicht
einmal Kardinal Ratzinger direkt zitiert. Anscheinend ging es im Gespräch darum, daß jede menschliche
Terminologie, die sich auf Gott und seine Großtaten bezieht, immer unzulänglich ist und im Lauf der
Geschichte vertieft werden kann. Das ist gutkatholische Lehre und hat sich im Lauf der Kirchengeschichte
vielfach verifiziert: man vgl. nur die Terminologie der christologischen Konzilien oder die lehramtlichen
Texte zur Eucharistielehre und vergleiche sie mit Zeugnissen aus den ersten Jahrhunderten. Unzulänglich
heißt aber nicht, daß eine Aussage falsch ist. Es bedeutet einfach, daß der Unterschied zwischen Gott
und Geschöpf immer bestehen bleibt, auch und besonders in den menschlichen Worten über Gott und die
Offenbarung. Daher wird die Erkenntnis der Offenbarung bis zur Wiederkunft Christi stetig wachsen, aber
so, daß das bereits Erkannte im späteren aufgehoben und bewahrt bleibt, selbst wenn neue Termini gefunden
werden (nur zur Erinnerung: auch die Begriffe „hypostasis“, „ousia“, „homoousios“ sind „neu“ im Vergleich
zur Christologie der Paulusbriefe, gleichwohl ist deren Lehre in den Texten von Nicäa aufgehoben und
bewahrt, und zwar so, daß die „neuen“ termini auch ein rechtes Verständnis der „alten“ garantieren).
Muß sagen: Hab eben den Artikel in der FAZ gelesen. Absolut faszinierend, wie Ratze damit umgeht. Der
Autor des Artikels hat recht: Wie bombensicher muß sich Ratze seines Glaubens sein. Ratze ist eben kein
eifernder Dogmatiker, der meint, alles besser zu wissen als sein Gott selbst es weiß , sondern er ist
sich als intelligenter, glaubenssicherer Mensch im Klaren darüber, daß die aristotelische Terminologie
nicht vom Himmel gefallen ist und nur eine Annäherung an das Geglaubte (Realpräsenz) sein kann. Respekt!
Transsubstantiation laut Ratzinger nur eine Meinung Ratzinger www.faz.net/…common~Scontent.html äußerte
sich dazu in diesem Artikel der FAZ. Die Transsubstantiation ist für Ratzinger nur eine Meinung und eine
vorläufige Terminologie. Er persönlich glaube an die Gegenwart Christi, auf welche Weise sie auch immer
ausgedrückt werden mag. Das, was Ratzinger da bietet, ist leider kein Glaube, sondern reines Meinen.
Glockenturm, Minarett @ 28.IX-28.X. (nicht gerade eingängig, der Name) Was heißt „unser Europa“? Was
für eine Europakonzeption vertrittst Du? Es gibt kein komplett christliches Europa auf der einen Seite
und eine geschlossene muslimische Welt auf der anderen. (Das „Muselman(n)e“ abwertend gemeint ist, hab
ich zur Kenntnis genommen). Ich hab – den Göttern sei es geklagt – einen kath. Glockenturm vor meinem
Balkon. Für mich als Atheisten ist das auch nicht gerade ein Geschenk. Ich hätte lieber einen dichten
germanischen Hain mit rauschenden Laubbäumen da stehen, aber ich muß damit leben. Willst Du einen 10(?)
Kreuzzug? So richtig mit Schwert? Und durchs Blut der Ungläubigen waten, so wie damals in Jerusalem 1099?
Nach so viel Mord und Totschlag durch das Christentum in der ganzen Geschichte immer noch nicht genug
davon?
@Karim Meines Wissens habe ich genau zwischen physikalisch und physisch unterschieden. Ich darf doch mal
darum bitten, daß man den Begriff „Physis“ ebenfalls in der von mit gemeinten philosophischen Weise versteht.
Physis heißt Natur. Selbstredend ändert sich die Physis in der Wandlung, weil das ja die Substanz ist,
ohne daß sich dabei die Akzidentien ändern.
Naturalismus der neue Fetisch des Neurosenkavaliers Wo die Begriffe fehlen, stellt ein Wort zu rechten
Zeit sich ein. Die Richtigkeit dieser These lässt sich am wilden Herumschlagen mit Begriffen unseres
Neurosenkavaliers Dr. Otterbeck nachweisen.
Der Integralismus ist ein Naturalismus, Karim, deshalb lehrt „Karl Murx“ eine Trance-Substantiation, magischer
Provenienz, keine Transsubstantiation. Er weiß es nur nicht. „Substantia“ ist eben nicht Physis, sondern
Wesen. Nach Lefebvre raubt der NOM der Messe die „Substanz“ (Interview 1978); wenn das möglich ist, dann
meint „sein“ Sühneopfer eben nicht das reale Opfer Christi, sondern ein mythisches, das „real“ genannt
wird. Hier liegt der Kern der lefebvreschen Häresie.
Murx: wo haben Sie Dogmatik und Philosophie studiert? Man kann nur erstaunt sein, wie Sie argumentieren.
Sie geben den Anschein, über alles bestens bescheid zu wissen. Aber das stimmt bei weitem nicht. Erstens
lehrt Kardinal Ratzinger in seiner Schrift „Gott ist uns nah“ ganz klar, daß in der Eucharistie die Substanz
von Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi verwandelt wird: „Die Substanz wird verwandelt, das
heißt, der eigentliche Grund des Seins. Um ihn geht es und nicht um das Vordergründige, zu dem all das
Meßbare und Greifbare gehört“, S. 86; „Es kann daher auch nicht so sein, daß der Leib Christi zu dem
Brot noch hinzutritt, als ob Brot und Leib Christi zwei gleichartige Dinge wären, die auf gleicher Weise
als zwei ‘Substanzen’ nebeneinander stehen können“, S. 87. Karl Murx, Sie sind auf dem Holzweg, wenn
Sie von einer Auslöschung der Physis des Brotes und Weines sprechen. Denn so ist eine „Verwandlung“ ja
unmöglich!!
Vergöttlichungsprinzip Es wäre einmal statthaft, daß Ratzinger erklärt, welches Konzept der Gegenwart
Christi im „Brot“ er eigentlich vertritt. Physisch darf der Vorgang ja laut seinen eigenen Aussagen nicht
sein. Hätte er „physikalisch“ gesagt, man könnte ihm zustimmen, aber „physisch“ ist ein philoophischer
Begriff, denn die Transsubstantiation ist etwas physisches, weil sie die Physis des Brotes und des Weines
auslöscht. Ratzinger hat die Angewohnheit von der Eucharistie in Termini der Hesychiasten zu sprechen:
das Pleroma der göttlichen Energien, real unterschieden von der Wesenheit Gottes, verklärt das Brot.
Die Anwesenheit und die Fülle der göttlichen Energien bewirkt eine Transfiguration, keine Transsubstantiation.
Deswegen ist die genaue Festlegung eines Momentes der Wandlung laut ihm auch sinnlos, weswegen es keine
Wandlungsworte braucht. Ein Hochgebet, welches die Intentionalität einer Transfiguration ausdrückt,
reicht vollkommen aus. Diesen gnostischen, anti-ontologischen Ansatz benutzt er auch im Falle der hypostatischen
Union. Das Pleroma der göttlichen Energien verklärt die menschliche Existenz Jesu und vergöttlicht
sie. Die neue Bischofsweihe folgt auch diesem Schema. Wer ihre Gültigkeit behauptet, soll das gefälligst
auf der Basis der Theorie der göttlichen Energien tun, so, wie es es von Gregorios Palamas gelehrt wird.