Brauchen die neuen Machthaber in Bolivien einen Kulturkampf?
Die linksextreme Regierung Boliviens will sich auch mit der Kirche anlegen, obwohl diese im Kampf gegen die Armut an vorderster Front steht.

Das berichtete der US-Nachrichtendienst ‘Catholic News Agency’.
Mit dieser Reform soll unter anderem der katholische Religionsunterricht in den Schulen durch eine Geschichtsstunde ersetzt werden.
Der Erziehungsminister, Felix Patzi, teilte mit, daß die Erziehung unter Präsident Evo Morales „mit Nachdruck weltlich und nicht länger katholisch“ sein wolle.
„Der Religionsunterricht wird jetzt freiwillig und nicht mehr obligatorisch sein. Es wird ein Fach über Religionsgeschichte geben: einheimisch, arabisch oder katholisch.“
Die vorgeschlagene Erziehungsreform fordere eine „weltliche Erziehung, die den Glauben und die Spiritualität der einheimischen Nationen und der bolivianischen Nationen als Basis individueller und gemeinschaftlicher Rechte“ respektiere.
Der bolivianische ‘Nationalkongreß für Erziehung’ wird die Vorschläge Mitte Juli beraten.
Mons. Tito Solari, Erzbischof von Cochabamba im zentralen Bolivien, forderte die Regierung auf, den von ihr verkündeten Respekt für die Glaubensrichtungen und den katholischen Glauben der Bevölkerungsmehrheit ernstzunehmen.
„Die Eltern sind die ersten und wichtigsten Erzieher ihrer Kinder“ – sagte der Erzbischof: „Darum besitzen sie das Recht, für ihre Kinder jene Erziehung zu wählen, die sie wünschen.“
Mons. Solari erklärte, daß die Familien die kirchlich geführten Schulen sehr schätzten.
Diese Schulen würden der Gesellschaft dienen, insbesondere den Armen.
Erst kürzlich wurde in Bolivien ein abgefallener Jesuit zum neuen Polizeichef des Landes ernannt.
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Montag, 16. Juni 2008 13:39
Meskinus: Frage
Was sagt denn die bolivianische Romkirche, die laut dem Artikel im Kampf gegen die Armut in vorderster Front steht, zu den Abspaltungstendenzen der reicheren Provinzen Boliviens?
Mittwoch, 21. Juni 2006 16:38
teleologe: Belehrung
die Belehrung der Gläubigen in der Predigt.
Also wenn das, was die da schwafeln, eine Belehrung sein soll, dann NEIN DANKE. Ein paar Fragen: Wie kann mir ein Priester, der (hoffentlich) unverheiratet ist, Belehrungen über das korrekte Eheleben geben? Wie kann mir ein Priester, der keine Kinder hat, Belehrugen über die richtige Erziehung geben? Wie kann mir ein Priester, der sich selbst in seinen Pfarrhof zurückzieht, Belehrungen über das korrekte Gemeinschaftsleben geben? Wie kann mir ein Priester, der nicht einmal eine korrekte Liturgie (von Pomp und Prunk mal abgesehen) zelebrieren kann, erklären, was Sinn und Zweck der Sakramente ist? Kurzum: Wie kann mich ein Mensch, der in einer ganz anderen Lebenssituation steht als ich, über mein Leben belehren?
Schau, und da setzt schon eine mal nicht biblische Kritik am Zölibat an: Ist es denn authentisch, wenn dir ein Priester was über Ehe, Zusammenleben, Sexualität, Kinder, Erziehung etc. erzählt?
So viel nur zum off-topic „Belehrung bei der Predigt“
Also wenn das, was die da schwafeln, eine Belehrung sein soll, dann NEIN DANKE. Ein paar Fragen: Wie kann mir ein Priester, der (hoffentlich) unverheiratet ist, Belehrungen über das korrekte Eheleben geben? Wie kann mir ein Priester, der keine Kinder hat, Belehrugen über die richtige Erziehung geben? Wie kann mir ein Priester, der sich selbst in seinen Pfarrhof zurückzieht, Belehrungen über das korrekte Gemeinschaftsleben geben? Wie kann mir ein Priester, der nicht einmal eine korrekte Liturgie (von Pomp und Prunk mal abgesehen) zelebrieren kann, erklären, was Sinn und Zweck der Sakramente ist? Kurzum: Wie kann mich ein Mensch, der in einer ganz anderen Lebenssituation steht als ich, über mein Leben belehren?
Schau, und da setzt schon eine mal nicht biblische Kritik am Zölibat an: Ist es denn authentisch, wenn dir ein Priester was über Ehe, Zusammenleben, Sexualität, Kinder, Erziehung etc. erzählt?
So viel nur zum off-topic „Belehrung bei der Predigt“
Mittwoch, 21. Juni 2006 14:55
Babylon †: @ Isidor v. Sevilla:
Ja, ich kann das ja auch nachvollziehen.
Ich wollte ja v.a. das Wesentliche herausarbeiten. Manchmal hab ich den Eindruck, daß die Leute hier nur noch um Formalia kreisen und meinen, daß sei das, worum es Jesus ging.
Ich bleibe allerdings bei meiner Meinung, daß Jesus anti-, zumindest unkultisch eingestellt war. Formaler Kult war für ihn quasi beseutungslos (in Tradition der Propheten des AT mit ihrer ätzenden Kultkritik).
Ethik z.B. (wenn’s nicht gerade um Sexualität od. Abtreibung geht) findet hier komischerweise überhaupt nicht statt. Aber genau darum ging es Jesus doch.
Wenn sich ein Katholik sozialkritisch äußert, wird er gleich als Befreiungstheologe diffamiert. Dieselben Leute würden auch Jesus so diffamieren. Oder sieht man nicht mehr in die Evangelien rein? – Lieber darum streiten, ob der Priester vor oder hinter dem Altar steht…
Ich wollte ja v.a. das Wesentliche herausarbeiten. Manchmal hab ich den Eindruck, daß die Leute hier nur noch um Formalia kreisen und meinen, daß sei das, worum es Jesus ging.
Ich bleibe allerdings bei meiner Meinung, daß Jesus anti-, zumindest unkultisch eingestellt war. Formaler Kult war für ihn quasi beseutungslos (in Tradition der Propheten des AT mit ihrer ätzenden Kultkritik).
Ethik z.B. (wenn’s nicht gerade um Sexualität od. Abtreibung geht) findet hier komischerweise überhaupt nicht statt. Aber genau darum ging es Jesus doch.
Wenn sich ein Katholik sozialkritisch äußert, wird er gleich als Befreiungstheologe diffamiert. Dieselben Leute würden auch Jesus so diffamieren. Oder sieht man nicht mehr in die Evangelien rein? – Lieber darum streiten, ob der Priester vor oder hinter dem Altar steht…
Mittwoch, 21. Juni 2006 14:28
Isidorus Hispalensis: Sorry, falscher Ansatz!
Natürlich geht es auch um Inhalte!!! Es geht in der Liturgie auch um die Verkündigung der Botschaft
Christi und der Lehre der Kirche, auch um die Belehrung der Gläubigen in der Predigt. Keine Frage!! Sie
sehen allerdings Gegensätze, wo keine bestehen. Was ist aber dagegen einzuwenden, wenn der Diakon, begleitet
von zwei Akolythen, das Evangelium singt. Das Wahre, Gute und Schöne gehören doch wohl zusammen. Die
Liturgie hat nach katholischer wie auch orthodoxer Sichtweise nicht nur einen bloß belehrenden, sondern
auch einen eminent latreutischen Charakter, d.h. einen die Anbetung und Verherrlichung Gottes betreffenden
Aspekt.
Man kann Form und Inhalt doch nicht einfach voneinander trennen. Wenn es um das Heilige geht, ist eine besondere Sorgfalt vonnöten, übrigens nicht nur in der Gewandung. Es geht genauso z. B. um die Art der Gebetssprache. Schauen Sie sich einmal an, mit welcher Sorgfalt die Orationen der alten römischen Sakramentare formuliert sind.
Es geht in all diesen Dingen doch nicht um bloße Äußerlichkeiten, sondern all diese „äußerlich“ erscheinenden Dinge verweisen auf die andere, transzendente, göttliche Wirklichkeit. Sie erheben die Seele des Menschen hinauf zu Gott, sie öffnen das Herz hin auf eine transzendente Wirklichkeit.
Wieviel Mühe wird auf einen Staatsbesuch verwendet, wie lange vorher wird das Protokoll durchgegangen, das Zerimoniell geübt. Um wieviel mehr muß man dann an Sorgfalt walten lassen, wenn es es um die himmlische Majestät geht.
Man kann Form und Inhalt doch nicht einfach voneinander trennen. Wenn es um das Heilige geht, ist eine besondere Sorgfalt vonnöten, übrigens nicht nur in der Gewandung. Es geht genauso z. B. um die Art der Gebetssprache. Schauen Sie sich einmal an, mit welcher Sorgfalt die Orationen der alten römischen Sakramentare formuliert sind.
Es geht in all diesen Dingen doch nicht um bloße Äußerlichkeiten, sondern all diese „äußerlich“ erscheinenden Dinge verweisen auf die andere, transzendente, göttliche Wirklichkeit. Sie erheben die Seele des Menschen hinauf zu Gott, sie öffnen das Herz hin auf eine transzendente Wirklichkeit.
Wieviel Mühe wird auf einen Staatsbesuch verwendet, wie lange vorher wird das Protokoll durchgegangen, das Zerimoniell geübt. Um wieviel mehr muß man dann an Sorgfalt walten lassen, wenn es es um die himmlische Majestät geht.
Mittwoch, 21. Juni 2006 13:39
Babylon †: Für wen ist die Liturgie eigentlich?
Ist sie dazu da, um sich einen ästhetisch-kulturellen Genuß zu gönnen, inklusive eines wohligen Sakral-Mystik-Gefühls?
Oder geht’s da auch um Inhalte?
Für die Liturgiker hier muß die Lesung des Evangeliums ja todlangweilig sein (außer es wird gesungen und es stehen zwei Leuchterträger daneben und der Diakon/Priester hat schöne Gewänder an…).
Oder geht’s da auch um Inhalte?
Für die Liturgiker hier muß die Lesung des Evangeliums ja todlangweilig sein (außer es wird gesungen und es stehen zwei Leuchterträger daneben und der Diakon/Priester hat schöne Gewänder an…).
Mittwoch, 21. Juni 2006 11:45
Isidorus Hispalensis: Lieber Teleologe
Ich meinte Gotthard, Ihr Posting habe ich erst gelesen, nachdem ich meines bereits abgeschickt hatte.
Ich sehe jedoch, dass Sie mit der großen Liturgie der römischen Kirche, ihren Gesängen und „äußeren“
Formen auch nicht wirklich etwas anfangen können.
Es sind zwei unterschiedliche Verständnisse von Liturgie, die wir beide da vertreten. Ich denke, Sie vertreten eher ein reformiert-protestantisches, während ich ein „hochkirchliches“ Verständnis bevorzuge, um auf diesen Terminus zurückzugreifen. Es sind zwei unterschiedliche Konzeptionen, die sich im Grunde kontradiktorisch gegenüberstehen.
Wobei ich durchaus Respekt vor Ihrer Richtung habe, auch wenn diese keineswegs die meine ist, sofern die reformierten oder protestantischen Gottesdienste ihrer Tradition gemäß gefeiert werden und nicht zu billigen Eventen degeneriert sind, ein Problem allerdings, das bekanntlich entgegen der Liturgiekonstitution des 2. Vatikanums auch in die römische Liturgie eingedrungen ist und Gräuel an Heiliger Stätte hervorgerufen hat.
Es sind zwei unterschiedliche Verständnisse von Liturgie, die wir beide da vertreten. Ich denke, Sie vertreten eher ein reformiert-protestantisches, während ich ein „hochkirchliches“ Verständnis bevorzuge, um auf diesen Terminus zurückzugreifen. Es sind zwei unterschiedliche Konzeptionen, die sich im Grunde kontradiktorisch gegenüberstehen.
Wobei ich durchaus Respekt vor Ihrer Richtung habe, auch wenn diese keineswegs die meine ist, sofern die reformierten oder protestantischen Gottesdienste ihrer Tradition gemäß gefeiert werden und nicht zu billigen Eventen degeneriert sind, ein Problem allerdings, das bekanntlich entgegen der Liturgiekonstitution des 2. Vatikanums auch in die römische Liturgie eingedrungen ist und Gräuel an Heiliger Stätte hervorgerufen hat.
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