Bischöfe und Bischöfinnen äußern sich zur Abtreibung. Die Kinderabtreibung ist schlecht, zu vermeiden,
ein Übel, gar ein Greuel, aber… Optimale Bedingungen. Ein Kurzkommentar.
(kreuz.net) Die evangelische Superintendentin für Tirol/Salzburg, Luise Müller, nahm am Freitag in der
Ö1-Sendung „Religion aktuell“ Stellung zum Salzburger Abtreibungsstreit und der Aussendung von der österreichischen
Lebensschutzorganisation „Jugend für das Leben“.
Dabei sagte sie, Abtreibungen seien zwar generell zu
vermeiden. Es werde aber immer Situationen geben, in denen Kinderabtreibungen unumgänglich seien. Warum
diese nur privat und nicht in öffentlichen Krankenhäusern stattfinden sollen, sehe sie nicht ein.
Es
gelte für solche Fälle optimale Bedingungen zu schaffen.
Frau Müller war Teilnehmer am „Forum Neues
Leben“ der Erzdiözese und auf persönliche Einladung Erzbischof Kothgassers dort anwesend.
Das „Forum
Neues Leben“ ist eine Initiative des Erzbischofs, um alle gesellschaftlichen Kräfte zu bündeln, damit
in einer breit angelegten Diskussion das allgemeine Bewußtsein für den Wert des Lebens geschärft wird.
Ein geschärftes Bewußtsein für das Leben kann man aus den Worten von Frau Müller nicht entnehmen.
Damit dürfte ein ökumenischer Konsens zugunsten des Lebens in Salzburg wohl gescheitert sein.
Von einer
Replik des Erzbischofs auf die Worte der Frau Superintendentin ist bisher nichts bekannt geworden.
Am
14. Dezember hatte die österreichische Lebensschutzorganisation „Jugend für das Leben“ einen Comic an
70.000 Salzburger Haushalte geschickt, auf dem die Regierungspräsidentin die Heilige Familie in die Abtreibungsanstalt
schickt. Diese Vorgangsweise bezeichnete Erzbischof Kothgasser als nicht „unsere christliche Art, mit
manchen schwerwiegenden Fragen umzugehen“.
Vielleicht wäre es nach dem Interview der Superintendentin
notwendig, daß Erzbischof Kothgasser mit Frau Müller reden würde, um auch ihr zu erklären, „was christliche
Art“ ist?
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7 Lesermeinungen
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#7 Ulrich Müller 11:49:52 | Sonntag, 26. Dezember 2004
Öffentlich – warum nicht ? Ja, man sollte Abtreibungen öffentlich vornehmen. Am besten einen Gynäkologenstuhl
vor den Eingängen der Krankenhäusern und Kirchen aufbauen und die Öffentlichkeit zusehen lassen. Das
ganze „Ereignis“ dann live im Fernsehen. Und damit keine Langeweile beim Volk aufkommt, assistiert dem
Abtreiber wechselnd das bejahnde Volk in Gestalt ihrer befürwortenden Volks- und Kirchenverteter, denn
wer dieser Tat geistigerweise zustimmt, – muss ihr auch bereit sein die Tat selbst zu vollbringen und
Hand anzulegen, zumindest sollter er in der Lage sein den kleinen Körper „fachgerecht“ zu entsorgen =
die Mülltonne öffnen können, was ja nicht zuviel verlangt sein sollte. Und für die befürwortenden
Kirchenverteter geht es danach in die Kirche und alle singen: „ Ihr Kinderlein kommet ! „ „ Wehe euch
ihr Götzendiener und Otterngezücht, das Blut der unschuldigen Kinder wird über euch kommen ! „ P.S.
Liebe Redaktion: Bei so einem Thema kann man nicht sachlich bleiben, da ein Menschenkind keine Sache ist.
Dolfus … hast auch nen goldigen Humor … gelle … ist zwar en bissle scharz, aber es passt so richtig
in die Diskussion der modernen „christlichen“ Leut’ von Heut’
Streiten wir uns doch nicht „Beseelt vom Frieden“ unter allen Parteien, möge der Ökumenische Rat der
Schwesterkirchen einen Vergleich anbieten: „Abtreibung auf die feine christliche Art“, „mit allem Drum
und Dran“ … mit Gebeten, mit PfarrerInnen aller Schwesterkirchen, die ein Segensgebet über die Schwangere
sprechen, mit psychologischer Betreuung, während der Abtreibung eine Musik eigener Wahl … so wünschen
wir uns doch diese Welt, diese „wackere neue Welt“, wie die „Brave New World“ in der deutschen Übersetzung
genannt wurde, nicht wahr? Und die Antiabtreibungsfundamentalisten möge man bittschön psychiatrieren,
denn die sind doch alle gestört, eine Schwangere in solch einer Notsituation „wüst zu beschimpfen“,
anstatt Hilfe anzubieten, wie die christliche Nächstenliebe es doch fordern würde. Einige sind halt
in der Evolution schon weiter, andere nicht. Aber Neanderthaler & Co sind ja schließlich aus gestorben.
Der Fortschritt siegt!
Nichts als Feiglinge Ich sagte schon mal, richtige Apostelnachfolger, denn die sind auch abgehauen, als
es dem Herrn und Meister an den Kragen ging. Sacramental ist klarerweise nur der gültig geweihte Bischof
Apostelnachfolger, aber die Lutheranerin paßt zumindest geistig in das Schema. Es wird außerdem auch
mal Zeit, diesen ganzen Ökumenekram abzuschalten. Der hilft nicht der Wahrheit weiter, sondern schränkt
die einzige Kirche Christi, die Römisch-Katholische Kirche, in ihrem Handeln ein, und läßt sich durch
letztlich gottfeindliche Sekten – das sind sämtliche Protestanten auch wenn die’s natürlich anders sehen,
und sie bona fide sein mögen – fesseln. „Nie mehr wieder“ … das ganze Geschwafel hört man, seitdem
die Nazis fortgejagt wurden, und nicht mehr die Gefahr bestand, ins KL eingeliefert zu werden. Aber heute?
Jede Generation kapituliert aufs Neue vorm Zeitgeist, nur einige wenige Erwählte halten dem Ewigen Wort,
Jesus Christus, die Treue. „Viele sind gerufen, aber nur wenige sind auserwählt!“
#2 bonifatius 18:05:57 | Sonntag, 19. Dezember 2004
Kindsmord im Mutterleib Das fünfte Gebot: „Du sollst nicht morden“ (Ex 20,13) Völker, die ohne wenn
und aber ihre Kinder nicht mehr vor dem Tode schützen, verwirken ihre Lebensberechtigung. Vertreter (Sprecher)
der Kirche, die ohne wenn und aber die Tötung menschlichen Lebens nicht verurteilen, sind „totes Salz“.
Sie taugen dann zu nichts mehr! bonifatius
#1 Catholicus 16:43:09 | Sonntag, 19. Dezember 2004
Berechtigte Sorgen der Lebensschützer Das sind Fragen, denen sich der Herr Erzbischof jedenfalls stellen
muss. Der Konsens aller gesellschaftlichen Kräfte ist hier offenbar nicht zu erreichen. In diesem Fall
ist dann wohl das unüberhörbare Zeugnis der Kirche gefragt, das auch die Form des Protestes und der
prophetischen Anklage annehmen kann – immer letztlich zum Heil der Menschen, die auf diese Weise von ihrem
verkehrten Weg abgebracht und zur Umkehr eingeladen werden sollen. Herr Erzbischof, wir warten auf Ihre
klaren Worte!