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Donnerstag, 22. Juni 2006 09:44
Standrechtlich statt kniefällig
In einer bayerischen Gemeinde ist der Pfarrer zur Erkenntnis gekommen, daß Knien während der Messe nicht mehr modern ist.
Pfarrer Reuter bei einer Meßfeier im August 2005
Pfarrer Reuter bei einer Meßfeier im August 2005
(kreuz.net, Aschaffenburg) Ein 84jähriger Pensionist aus der Pfarrei Haibach beschwerte sich kürzlich vor der Tageszeitung ‘Main-Echo’ über jüngste liturgische Maßnahmen in seiner Pfarrei.

Die Tageszeitung erscheint in Aschaffenburg. Der Ort Haibach befindet sich vierzig Kilometer südöstlich von Frankfurt am Main und gehört kirchlich zum bayerischen Bistum Würzburg.

Hw. Andreas Reuter
Hw. Andreas Reuter
Grund der Klage des Rentners: Der Haibacher Pfarrer, Hw. Andreas Reuter, hat zur diesjährigen Fastenzeit das Knien während der Wandlung abgeschafft.

Die pfarrherrliche Begründung: Das Knien gehöre „zur alten Liturgie vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil“.

Der „neuen liturigschen Auffassung“ entspreche dagegen das Stehen der Gläubigen – meint Pfarrer Reuter.

Anstatt „kniend und passiv“ zu verfolgen, was der Priester tue, solle die Gemeinde „stehend und aktiv“ an der Wandlung teilnehmen. Schließlich habe jeder Christ durch die Taufe Anteil am Priesteramt Jesu – so das theologische Argument des Pfarrers.

In seiner Predigt und in Druckerzeugnissen hatte Pfarrer Reuter verkündigt, daß das Stehen ebenso wie das Knien die Ehrfurcht bezeuge: „Manche haben da aber eine emotionale Sperre. Die sind Knien von Kindheit an gewohnt.“

Der Priester will seine knienden Pfarreimitglieder überzeugen, aber nicht zwingen: „Diese Zeiten sind ja Gott sei Dank vorbei.“

Die Vorsitzende des Liturgieausschusses im Pfarrgemeinderat von Haibach meint, daß nur ein Zehntel der Pfarrei gegen das Stehen sei. Einige Gläubige blieben der Messe fern, weil sie nicht stehen, aber auch nicht kniend auffallen wollten.

Der Liturgiereferent der Diözese Würzburg, Dr. Stephan Steger, erachtet das Stehen während der Wandlung als angemessene Haltung: „Schließlich beten wir ja: »Wir stehen vor Dir«“- zitiert er einen Teil des Hochgebetes, der sich auf den Priester bezieht.

Allerdings habe das Stehen in Deutschland so wenig Tradition, daß es den wenigsten Gemeinden zu vermitteln sei. Deshalb habe nur eine Handvoll Pfarreien das Knien abgeschafft.

Unter ihnen befinden sich auch die bekannten Nachbarpfarreien von Hainbach, St. Michael in Schweinfurt und Maria Geburt in Aschaffenburg-Schweinheim.

Pfarrer Markus Krauth von der Pfarrkirche Maria Geburt ist stolz darauf, daß in der von ihm zelebrierten Messe niemand mehr kniet – „aus Überzeugung“ und nicht nur weil es keine Kniebänke mehr gebe:

„Mittlerweile gehen die Unzufriedenen in andere Gemeinden. Dafür kommen Leute aus anderen Stadtteilen zu uns.“
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 47 Lesermeinungen:
Freitag, 23. Juni 2006 15:18
Hyazinth: stat crux
Ich denke das mit der zelebration gen Osten ist kein Problem, da viele Volksaltäre nicht fest verankert sind und die, die es sind genügt es zu profanieren und eine kleine Sprengung vorzunehmen. Aber wenn gar kein anderer Hauptaltar vorhanden ist, genügt auch umdrehen, stimmt. Der Friedensgruß gehört ganz abgeschafft, da er Unruhe reinbringt und die Andacht stört, außerdem ist der sowas von aufgesetzt freundlich und zweideutig. Die Fürbitten müssen entschlackt werden und deutlich verringert, damit die Leute nicht abschalten, über eine Verlegung läßt sich gerne diskutieren (oder eine Abschaffung).
Sie sehen ich bin voll von liturgischem Tatendrang, vielleicht beruft mich ja der Papst in die Kommission für die Erstellung eines neuen Meßbuches
Freitag, 23. Juni 2006 15:01
Also die Abneigung gegen den Evangelisten Johannes verstehe ich schon, schließlich war die johannäische Gemeinde deutlich antisemitisch.
Was ich allerdings nicht verstehe, da muss ich ihnen recht geben, baden ist viel schöner!
Freitag, 23. Juni 2006 14:59
stat crux: Es gibt Wichtigeres
als Stehen oder Knien. Müssen in jeder Messe überhaupt Fürbitten gehalten werden? Kann man die nicht vor die Messe legen, als Vorbereitungsgottesdienst, wenigstens wahlweise? Wäre nicht der Friedensgruß vor der Gabenbereitung vorzugswürdig? Und neue Akzeptanz für Latein im „Novus Ordo“ (zumindest in Europa?)… Übrigens hindern die Volksaltäre selbst nicht an einer Zelebration nach Osten; das könnte man ja zumindest in Werktagsmessen mal ausprobieren, ob die überlieferte Richtung nicht doch „möglich“ bleibt. Denn „um den Altar versammelt“ sind die Gläubigen keineswegs, wenn der Priester durch den Altar von Ihnen getrennt „erhöht“ auftritt.
Freitag, 23. Juni 2006 14:49
Hyazinth: Aphrodite
Ich sehe zwar,daß Sie keine Argumente mehr besitzen, aber wenn Sie schon VESUCHEN, elegant zu antworten, aber eigentlich nur den Platz wegnehmen und füllen wollen, lesen Sie dann bitte trotzdem wenigstens die ganze Anmerkung durch und schauen auf das, was vor dem Bibelzitat steht. Auch verstehe ich ihre Abneigung gegen den Evangelisten Johannes nicht, aber Sie brauchen sich ja Ihr hübsches Köpfchen über solche Dinge nicht zerbrechen, bei diesem Wetter gibt es doch viel schönere Sachen als Kreuz.net zu lesen und sich von bösen Schreiberlingen blöd anreden zu lassen, gehen Sie doch Baden, denn Denken macht falten! ?:)
Freitag, 23. Juni 2006 14:40
aphrodite †: und schon wieder…
werfen Sie steinbruchmäßig mit Bibelzitaten um sich. Ich habe den Eindruck, das soll Ihre nicht vorhandene Argumentationsfähigkeit ersetzen. Schockschwerenot!
Freitag, 23. Juni 2006 14:36
Hyazinth: Aphrodite
Erklären Sie mir bitte mal den Begriff pseudoliturgisch, wenn sie überhaupt wissen, was das bedeutet. Natürlich ist mit diesem Satz auch die tätige Nächstenliebe gemeint, aber zu allererst geht es immer in der Heilsgeschichte um die Erlösung ( darum HEILS-Geschichte), die wir wegen dem Sündenfall nicht hatten, da der Mensch sich Gott gleichstellen wollte, ein Anmaßung größter Güte. Jesus hat durch den Kreuzestod (der in der Messe vergegenwärtigt wird) dies wieder eingerenkt und auf diesem Hintergrund muß man das lesen.
Niemals tritt also der ganz Christus so zutage, wie in den Heiligen Gestalten. Als Bekräftigung dieser Erlösungstat und als Zeichen unserer Vollkommenen Zustimmung und Hingabe wird also vor dem Herrn gekniet, das stehen wäre hier fast pure Blasphemie! Der Mensch will also Gott zeigen, daß er dieses von Gott gewollte Verhältnis bejaht und wieder eingerenkt weiß.Ich könnte mich auch kürzer fassen: ,,Dann werfen sich die 24 Ältesten vor dem, der auf dem Thron sitzt, nieder und beten ihn an, der in alle Ewigkeit lebt.“ (Offenbarung 4,10)
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