Staatssekretär Bertone
Jetzt ist es offiziell
Der Name des neuen Kardinalstaatssekretärs war schon seit langem in aller Munde. Heute gab der Vatikan seine Ernennung offiziell bekannt.
(kreuz.net, Vatikan) Papst Benedikt XVI. hat heute den Genueser Erzbischof Tarcisio Kardinal Bertone (71) zum neuen Kardinalstaatssekretär ernannt.

Gleichzeitig nahm der Heilige Vater den Rücktritt des bisherigen Amtsinhabers Angelo Kardinal Sodano an. Kardinal Sodano wird im kommenden November 79 Jahre alt.

Benedikt XVI. bestätigte heute auch den Rücktritt des bisherigen Präsidenten der Verwaltung des Vatikanstaates, Edmund Casimir Kardinal Szoka (78). Der aus den USA stammende Kardinal Szoka wird – wie erwartet – vom bisherigen „Außenminister“ des Heiligen Stuhles, Erzbischof Giovanni Lajolo, abgelöst.

Die Amtsübergabe erfolgt in beiden Fällen am 15. September.

Kardinal Bertone, der schon seit längerem für das Amt des Kardinalstaatssekretärs im Gespräch war, gilt als Verfechter des Lebensrechts ungeborener Menschen, besitzt aber keine Erfahrung im diplomatischen Dienst.

Für Schlagzeilen sorgte er, als er den kirchenfeindlichen Haßroman von Dan Brown kritisierte und zum Boykott dagegen aufrief.

Tarcisio Bertone wurde am 1. Dezember 1934 in Romano Canavese in der nordwestitalienischen Provinz Turin geboren. Er schloß sich nach seiner Schulzeit den Salesianern Don Boscos an und studierte in Turin und Rom Philosophie und Theologie.

Er wurde 1960 zum Priester geweiht.

Kardinal Bertone promovierte im Fach Theologie mit einer Arbeit über Toleranz und religiöse Freiheit und im kanonischen Recht mit einer Arbeit über Papst Benedikt XIV.

Der neue Staatssekretär unterrichtete sieben Jahre lang Moraltheologie an der Hochschule der Salesianer in Rom. Dort lehrte er auch Kirchenrecht.

An der Erarbeitung des neuen Kirchenrechts von 1983 und dessen Übersetzung vom Lateinischen ins Italienische war er maßgeblich beteiligt.

1991 wurde der Salesianer von Papst Johannes Paul II. zum Erzbischof von Vercelli ernannt. Vercelli liegt im Nordwesten Italiens.

Im Juni 1995 wurde er in den Vatikan berufen und arbeitete dort bis 2002 als Stellvertreter von Joseph Kardinal Ratzinger in der Glaubenskongregation.

Eine wichtige Rolle soll er 2001 bei der Wiederaufnahme des kurzfristig zu den Mormonen abgefallenen Kurienerzbischofs Emanuel Milingo gespielt haben.

Im Jahr 2002 wurde er zum Erzbischof von Genua ernannt und 2003 ins Kardinalkollegium aufgenommen.

Der Vatikanist der US-Wochenzeitung National Catholic Reporter, John Allen, beschreibt Kardinal Bertone als einen typischen Salesianer: lächelnd und jugendlich.

Bei einer Disko mit katholischen Jugendlichen habe er sich auf der Tanzfläche gezeigt.

Bei einem Match seiner Lieblingsmannschaft ‘Juventus Turin’ tat sich der leidenschaftliche Fußballfan sogar als Fernsehmoderator hervor.
      
12 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#12   Artois †   16:29:19 | Samstag, 24. Juni 2006
@Gotthard
Im Gegensatz zu Ihnen lasse ich mich nicht vom Teufel im Kreise herum führen …
Redaktion benachrichtigen
#11   Gotthard   00:51:43 | Freitag, 23. Juni 2006
@Artois
Der Tanz ist ein Kreis und in der mitte steht der Teufel. Hl. Augustinus
Du kannst gerne stock steif stehen bleiben …
Redaktion benachrichtigen
#10   Babylon †   18:54:23 | Donnerstag, 22. Juni 2006
Augustinus hat ja auch gesagt:
„Was hat man denn gegen den Krieg? Etwa daß Menschen, die doch einmal sterben müssen, dabei umkommen?“ :-(
Wenn das keine Jesusnachfolge ist!
Ach ja: Ob Jesus bei der Hochzeit in Kana (paar 100 Liter Wasser in Wein verwandelt, damit weitergesoffen werden kann) nicht auch an irgendwelchen jüdischen Tänzen mt Musik teilgenommen hat? >:) O:O
Redaktion benachrichtigen
#9   Artois †   18:44:12 | Donnerstag, 22. Juni 2006
Diskotheken
Der Tanz ist ein Kreis und in der mitte steht der Teufel. Hl. Augustinus
Redaktion benachrichtigen
#8   Evelin   18:28:32 | Donnerstag, 22. Juni 2006
Wünsche ihm alles Gute
Keine schlechte Wahl von P. Benedikt XVI.
Wünsche dem neuen Staatssekretär alles Gute und Gottes Segen!
Es wird sich zeigen, wie er sein Amt ausfüllen wird.
Redaktion benachrichtigen
#7   Gotthard   17:38:28 | Donnerstag, 22. Juni 2006
Klasse Mann
„Als Joseph Ratzinger im April 2005 zum Papst gewählt wurde, rief der fußballbegeisterte Tarcisio Kardinal Bertone aus: „Die Kirche hat ihren Beckenbauer gefunden!“ Benedikt XVI. sei „wie ein zurückgezogener Regisseur, der aber lange Pässe in die Tiefe schlagen kann“, charakterisierte der Erzbischof von Genua den neuen Papst.“ so auf N24
Ein volksnaher Mann, der sich zu seiner Fußballleidenschaft bekennt, vor dem Rundfunk und Fernsehen keine Angst hat und auch Diskos nicht als Stätte Satans, sondern als Ort der Begegnung und Lebensfreude ansieht.
Möge er segensreich wirken!
Redaktion benachrichtigen
#6   ottaviani   16:53:56 | Donnerstag, 22. Juni 2006
eine gute zusammenarbeit
ist jetzt sicher gegeben den die beiden derhl vater und der designierte kardinal staatsekretär haben ja sehr gut in der glaubenskingregation zusammengearbeitet
Redaktion benachrichtigen
#5   Babylon †   16:17:53 | Donnerstag, 22. Juni 2006
@MK28: Ja genau, Diskos sind teuflisch
und böse! >:)
Jegliche Musik und Tanz und Spaß sind satanisch!!! >:) O:O
Redaktion benachrichtigen
#4   semiotico   15:26:55 | Donnerstag, 22. Juni 2006
Insiderbericht?
Also ich wusste das schon vor Wochen aus der La Republica, und nachdem kein Dementi kam, sondern Sodano seinen Nachfolger in spe damals sogar in hohen Tönen lobte, war die Sache schon vor Wochen geritzt. So viel zum „Insiderbericht“, der nie einer war… ;-)
Redaktion benachrichtigen
#3   Ansgar   13:58:21 | Donnerstag, 22. Juni 2006
kreuz.net weiß mehr
Doller Insiderbericht. Besonders unbekannt war mir, daß Kardinal Bertone den Erzbischof Milingo bei den Mormonen loseisen mußte. Bislang wußte ich nur von seiner Heirat in der Moon-Sekte. Vielleicht wollte Milingo ja nach alter Kral-Sitte noch weitere Weiber ehelichen; deshalb die Mormonen… Gut, daß der neue Staatsekretär das verhinderte.
Redaktion benachrichtigen
#2   Benedikt   13:11:24 | Donnerstag, 22. Juni 2006
Au wei ;-D
Für ein Fußballmatch mit seiner Lieblingsmannschaft ‘Juventus Turin’
Oh je, dass müssen harte Zeiten für den Kardinal www.handelsblatt.com/…zess-in-italien.html sein :-$.
Redaktion benachrichtigen
#1   MK28   12:55:16 | Donnerstag, 22. Juni 2006
Orthodoxie und Orthopraxis
Bei einer Disko mit katholischen Jugendlichen habe er sich auf der Tanzfläche gezeigt. Für ein Fußballmatch mit seiner Lieblingsmannschaft ‘Juventus Turin’ habe er sich sogar als Fernsehmoderator hervorgetan.
Da wollen wir lieber nicht von der Praxis auf die Lehre schließen.
Redaktion benachrichtigen
Weiterlesen:
ErnennungenDer neue Staatssekretär ErnennungenDer nächste Schritt in der Kurienreform ErnennungenDas Warten auf den neuen Erzbischof von Neapel ErnennungenWer wird neuer Erzbischof von Neapel? ErnennungenMitglied des Engelwerks zum Bischof ernannt ErnennungenHillenbrand und die Wölfe ErnennungenDer unumkehrbare Weg der Kirche in die Zukunft ErnennungenIm Hintergrund läuft der Endspurt ErnennungenSie freut sich auch ErnennungenDie CSU ärgert sich ErnennungenIn die ägyptische Wüste geschickt? ErnennungenEin neuer Weihbischof für Wien ErnennungenDer Papst betreibt Personalpolitik Ernennungen„Ein weiteres winziges Licht“ ErnennungenDer neue Nuntius in Österreich ist ein Libanese
RSS Feed  •  News Ticker  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net