Die richtige liturgische Ordnung wiederherstellen
Ein neulich erschienenes Büchlein widmet sich dem katholischen Sakralbau und der Zelebrationsrichtung. Das Werk begann als virtuelle Wiedereroberung von Kirchenräumen – an der Technischen Universität Wien.
(kreuz.net, Wien) Das Buch trägt den Titel „Die Profane Sakralarchitektur in Wien ab 1960“. Es wurde
von Frau Dr. Heidemarie Seblatnig herausgegeben und erschien Mitte Juni.Frau Seblating ist Drehbuchautorin und Regisseurin. Sie doziert auch an der architekturwissenschaftlichen Abteilung der Technischen Universität in Wien.
Im Sommersemester 2005 fand am Institut für Architekturwissenschaften der Technischen Universität die Lehrveranstaltung „Dynamische Simulation und Visualisierung“ statt.
Dabei machten sich die kirchlich meist fernstehenden Studenten daran, Wiener Kirchen, die nach dem Konzil gebaut wurden, den Hochaltar und den Sakralraum – wenigstens am Computer – wieder zurückzugeben.
Als Krönung dieser ungewöhnlichen Liturgiereform veröffentlichte Frau Seblatnig das Büchlein „Profane Sakralarchitektur“ mit Beiträgen verschiedener Autoren.
Das Werk ist voll zweisprachig. Die Artikel sind jeweils auf Deutsch und Englisch abgedruckt.
Die Autorin stellt das Werk unter das Motto: „Vierzig Jahre nach dem letzten Konzil ist es an der Zeit, die richtige liturgische Ordnung wiederherzustellen.“

Der Schweizer Priester, Don Reto Nay, schreibt über den Einfluß der Zelebrationsrichtung auf die Meßerfahrung des Priesters.
Der bekannte US-Journalist und Buchautor Michael S. Rose erläutert die drei Naturgesetze der katholischen Kirchenarchitektur: Vertikalität, Permanenz und Ikonographie.
Der Wiener Musikpädagoge Eugen Banauch beschäftigt sich mit dem Phänomen der Beseeltheit sakraler Bauten und konkretisiert diesen Begriff am Beispiel der Musik.
Der Wiener Theologiestudent Michael M. Wimmer, der gegenwärtig im Libanon studiert, befragt die Architekturstile der Vergangenheit auf ihren spirituellen Gehalt.
Die mehr computertechnische Seite der dynamischen Visualisierung von Architekturmodellen erörtert Peter Ferschin.
Zum Abschluß befaßt sich die Herausgeberin selber mit dem Wiener Kirchenarchitekten Ottokar Uhl (76), den sie einen Totengräber der katholischen Sakralarchitektur und Produkt des liberal-katholischen Milieus bezeichnet.
Das Werk verbindet die dargelegten Thesen auf einzigartige Weise mit einer visuellen Umsetzung des Gesagten.
Im bebilderten Mittelteil des Büchleins werden einige Vorher/Nachher-Illustrationen von Wiener Kirchen abgedruckt. Das Vorher-Bild zeigt den gegenwärtigen Raum der Kirche; das Nachher-Bild den darin am Computer wiederhergestellten Ort des Mysteriums mit Hochaltar.
„Die Profane Sakralarchitektur in Wien ab 1960“ wurde vergangene Woche in der Wiener Dombuchhandlung vorgestellt.
Interessanterweise wurde der Termin auch auf der Homepage der Erzdiözese Wien beworben. Sogar die Religionsunterseite des ‘Österreichischen Rundfunks’ stellte das Werk in der Rubrik der Buch-Tips vor.
Gedruckt wurde der Sammelband – man staunt erneut – mit Mitteln des österreichischen Bundesministeriums und der Kulturabteilung der Stadt Wien.
Heidemarie Seblatnig (Hg./Editor)
Profane Sakralarchitektur in Wien ab 1960
Profane Sacred Architecture in Vienna since 1960
WUV 2006, 96 Seiten, diverse färbige Abbildungen, broschiert
ISBN 3-85114-977-7
EUR 21,90 [A] / EUR 21,30 [D] / sFr 38,50
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Freitag, 13. Oktober 2006 18:21
Pünktchen: Dank an die Autoren und die Herausgeberin!
Samstag, 1. Juli 2006 19:25
legeslegmegszentségtelenithetetlenségeskedéseitekért †: gleiches mit gleichem
Sehr gute Idee, gleiches mit gleichem zu vergleichen!
Dann kann man endlich herausfinden, ob 15 Privatmessen an Seitenaltären mit drei oder vier älteren Damen, die von einer Elevation zur anderen huschen, besser oder schlechter ist, als eine Wochentagsmesse mit einem dementen Pfarrer, einer Ministrantin und zwei Altbäuerinnen irgendwo im katholischen Alpenland. Wenn man da nicht zum Ergebnis kommt, dass man beides NICHT will, dann ist es wirklich dramatisch!
Wenn man eine gut und bewusst gestaltete Liturgiefeier nach dem aktuellen Ritus mit einer (soweit möglich) bewusst vollzogenen Liturgie nach dem alten Ritus vergleicht, wird man wohl schon zu einem differenzierterem Ergebnis kommen – allerdings hängt es hier von verschiedenen Perspektiven ab, welches das ist.
Auffällig erscheint mir nur eins zu sein: Bei Leuten, die bewusst die neue Messe bevorzugen, höre ich zwar manchmal Kritik, wenn etwas in der Feier nicht gut zum Ausdruck kommt, etwas verkürzt wird oder gar zu wilde Sachen gemacht werden (siehe find,fight,follow in Wien). Über die Anhänger der alten Messe regt man sich dort kaum auf.
Umgekehrt höre (und LESE!) ich immer wieder, dass sich Leute von der anderen Seite über die Orthopraxie anderer Christen aufregen!
Das ist für mich ein klares Indiz dafür, wer hier im Recht ist und wer im Unrecht, und auch dafür, dass die im Unrecht auch wissen, dass sie im Unrecht sind: Wieso sonst müsste man sich permanent über eine andere Praxis aufregen?
Dann kann man endlich herausfinden, ob 15 Privatmessen an Seitenaltären mit drei oder vier älteren Damen, die von einer Elevation zur anderen huschen, besser oder schlechter ist, als eine Wochentagsmesse mit einem dementen Pfarrer, einer Ministrantin und zwei Altbäuerinnen irgendwo im katholischen Alpenland. Wenn man da nicht zum Ergebnis kommt, dass man beides NICHT will, dann ist es wirklich dramatisch!
Wenn man eine gut und bewusst gestaltete Liturgiefeier nach dem aktuellen Ritus mit einer (soweit möglich) bewusst vollzogenen Liturgie nach dem alten Ritus vergleicht, wird man wohl schon zu einem differenzierterem Ergebnis kommen – allerdings hängt es hier von verschiedenen Perspektiven ab, welches das ist.
Auffällig erscheint mir nur eins zu sein: Bei Leuten, die bewusst die neue Messe bevorzugen, höre ich zwar manchmal Kritik, wenn etwas in der Feier nicht gut zum Ausdruck kommt, etwas verkürzt wird oder gar zu wilde Sachen gemacht werden (siehe find,fight,follow in Wien). Über die Anhänger der alten Messe regt man sich dort kaum auf.
Umgekehrt höre (und LESE!) ich immer wieder, dass sich Leute von der anderen Seite über die Orthopraxie anderer Christen aufregen!
Das ist für mich ein klares Indiz dafür, wer hier im Recht ist und wer im Unrecht, und auch dafür, dass die im Unrecht auch wissen, dass sie im Unrecht sind: Wieso sonst müsste man sich permanent über eine andere Praxis aufregen?
Freitag, 30. Juni 2006 09:47
Pünktchen: okay, aschera,
man soll nicht Äpfel mit Birnen vergleichen! Ich bin in der Lage aufgr. meiner eigenen Erfahrungen und
Beobachtungen und aufgr. zahlreicher Gespräche, den Satz des Papstes, für verifiziert zu halten, nämlich:
„Unter den Gläubigen hat sich das Gefühl für die Problematik einer Lösung verstärkt, in der die Öffnung der Liturgie nach vorn und nach oben kaum in Erscheinung tritt.“ (gemeint hinsichtl. Volksaltar u. Zelebration „versus populum“)
Vergleichen kann man nur Gleiches: also den gemeindlichen Sonntagsgottesdienst, aber auch die Feldmesse jew. in einer der beiden Ordines. Einen solchen Vergleich hätte die „alte Messe“ hinsichtl. der „anabatischen und katabatischen“ Funktion, wie sie schreiben, gerade nicht zu scheuen!
Bei Fragen der Sakralarchitektur und des Ritus (z.B. Zelebrationsrichtung) kommt es tatsächlich darauf an, daß das jew. Verständnis auch „in Erscheinung tritt“, nicht darauf, daß einige nach gründlichem liturgiewiss. Studium dieses Verständnis der Liturgie „verinnerlicht“ hätten und es an diese soz. herantragen!
„Unter den Gläubigen hat sich das Gefühl für die Problematik einer Lösung verstärkt, in der die Öffnung der Liturgie nach vorn und nach oben kaum in Erscheinung tritt.“ (gemeint hinsichtl. Volksaltar u. Zelebration „versus populum“)
Vergleichen kann man nur Gleiches: also den gemeindlichen Sonntagsgottesdienst, aber auch die Feldmesse jew. in einer der beiden Ordines. Einen solchen Vergleich hätte die „alte Messe“ hinsichtl. der „anabatischen und katabatischen“ Funktion, wie sie schreiben, gerade nicht zu scheuen!
Bei Fragen der Sakralarchitektur und des Ritus (z.B. Zelebrationsrichtung) kommt es tatsächlich darauf an, daß das jew. Verständnis auch „in Erscheinung tritt“, nicht darauf, daß einige nach gründlichem liturgiewiss. Studium dieses Verständnis der Liturgie „verinnerlicht“ hätten und es an diese soz. herantragen!
Freitag, 30. Juni 2006 01:42
aschera: schön, …
… dass Sie mich zitieren, Pünktchen.
Nur ein kurzer Kommentar meinerseits, ich gehe davon aus, dass die Annahme falsch ist, die abgebildeten Priester hätten das grundlos aus lauter Jux und Tollerei getan. (Solange das nicht bewiesen ist, steht es mir UND IHNEN AUCH NICHT! zu, das zu unterstellen!)
Eine gelebte Praxis mit all ihren möglichen Defiziten kann und DARF man nicht einem abstrakten Idealbild gegenüberstellen. Da wird es immer verlieren, das ist doch logisch.
Ich erinnere an mein Bild vom schlottrigen Mercedes und der neuesten Lada-Prototyp-Studie – das ist ein Untergriff und keine Argumentation!
Wenn ich das Ideal der Liturgiereform des Konzils mit einer runtergeratschten tridentinischen 18-Minuten-Privatmesse vergleichen würde, dann würden Sie mich auch sofort in der Luft zerreissen!
Nur ein kurzer Kommentar meinerseits, ich gehe davon aus, dass die Annahme falsch ist, die abgebildeten Priester hätten das grundlos aus lauter Jux und Tollerei getan. (Solange das nicht bewiesen ist, steht es mir UND IHNEN AUCH NICHT! zu, das zu unterstellen!)
Eine gelebte Praxis mit all ihren möglichen Defiziten kann und DARF man nicht einem abstrakten Idealbild gegenüberstellen. Da wird es immer verlieren, das ist doch logisch.
Ich erinnere an mein Bild vom schlottrigen Mercedes und der neuesten Lada-Prototyp-Studie – das ist ein Untergriff und keine Argumentation!
Wenn ich das Ideal der Liturgiereform des Konzils mit einer runtergeratschten tridentinischen 18-Minuten-Privatmesse vergleichen würde, dann würden Sie mich auch sofort in der Luft zerreissen!
Donnerstag, 29. Juni 2006 21:49
Frasim: Auweia…
…wann wird diesem ganzen Firlefanz endlich Einhalt geboten? Hat das noch irgendwas mit dem römisch-katholischen
Messopferverständnis zu tun? Ich glaube nicht…
@Pünktchen
Jeder weiß, daß die Beobachtungdes Papstes zutreffend ist und viele derjenigen, die beide Meßordines in der Praxis erlebt haben, werden der Aussage zustimmen und zusätzlich ihrer eigenen Beobachtung trauen!
Meine vollste Zustimmung!
@Pünktchen
Jeder weiß, daß die Beobachtungdes Papstes zutreffend ist und viele derjenigen, die beide Meßordines in der Praxis erlebt haben, werden der Aussage zustimmen und zusätzlich ihrer eigenen Beobachtung trauen!
Meine vollste Zustimmung!
Donnerstag, 29. Juni 2006 15:45
Pünktchen: Ich persönlich finde
dieses Foto am besten. Den Teilnehmern an diesem Holy Picknick kann nichts passieren, wenn nur „kein defizitäres Liturgieverständnis vorherrscht, dass anabatische und katabatische Dimension der Feier nicht ausreichend verinnerlicht hat!“ (aschera) – Na dann, let’s go!
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