Aufklärung
Der säkulare Antisemitismus war die Ursache der Nazi-Schlächtereien
Europäische Aufklärung und aggressive Nationalismen waren Basis und Triebkräfte für die bürgerliche Rassenlehre einschließlich des Antisemitismus’, die im nationalsozialistischen Völkermord kulminierte. Von Leo G. Schüchter.
(kreuz.net) Der US-amerikanische Polemiker Daniel Goldhagen bemängelt in seinem Welt-Artikel vom 3. Juni 2006, daß Papst Benedikt XVI. in Birkenau nicht „über den tausendjährigen Antisemitismus des Christentums gesprochen hätte, der in Europa Jahrhunderte lang allgegenwärtig war und im Nazismus und im Holocaust kulminierte“.

Bei allen Unterschieden zwischen dem „Antisemitismus der Nationalsozialisten und dem christlichen Saatbeet“ behauptet Goldhagen:

„Der Antisemitismus bleibt die unvermeidliche kausale, historische und moralische Verbindung zwischen der Kirche, den Nazis und Auschwitz.“

Das ideologische Schema, nach dem der tausendjährige oder gar zweitausendjährige „Antisemitismus“ des Christentums in direkter und kausaler Verbindung in den Nationalsozialismus und den Massenmord an Juden geführt habe, ist ein verbreitetes Klischee von jüdischen, aber auch linksliberalen und antiklerikalen Autoren und Politikern.

Dieses Vorurteil gegen Christen und Kirche ist nicht nur historisch unhaltbar, sondern auch wissenschaftlich unredlich und unseriös.

Zum einen unterscheidet der Autor nicht zwischen dem neuzeitlichen rasse- oder volksbestimmten Antisemitismus einerseits und dem glaubens- oder konfessionsbezogenen Antijudaismus der Geschichte.

Zum andern wird eine Kontinuität des historischen Antijudaismus unterstellt, die historisch nicht haltbar ist.

Zwischen den Phasen vermehrter antijüdischer Texte in der Spätantike etwa oder dem Spätmittelalter gab es mehrere Epochen entspannter und irenischer Beziehungen zwischen Juden und Christen.

Schließlich ist es historisch und wissenschaftlich unredlich, bestimmte Vorschriften für Juden innerhalb einer Zunftgesellschaft, wie etwa die Kleidungsvorschriften des Lateran-Konzils für Juden, mit den Schikanen des nationalsozialistischen Regimes in Analogie oder gar Gleichheit zu setzen. Dieser Versuchung widersteht auch Raoul Hilberg nicht.

Im zweiten Jahrhundert nach Christus hat sich die frühe Kirche im dramatischen Überlebenskampf mit der Gnosis ausdrücklich auf die Seite des Schöpfergottes geschlagen und damit das Alte Testament bzw. die jüdische Bibel endgültig als konstitutive Dimension der Offenbarung anerkannt.

Wenn es trotzdem ab dieser Zeit vereinzelt antijüdische Schriften gab, von bekannten und weniger bekannten Theologen, welche die Juden verallgemeinernd als Christus-Mörder beschimpften und andere Häßlichkeiten auftrugen, so war das nicht der Kern oder Hauptstrom einer noch nicht vereinheitlichten Theologie.

Im Spiegel der hochmittelalterlichen Kreuzes-Theologie des Arnulf von Löwen und auch Franz von Assisi etwa, nach der es die Christen sind, die mit ihren Sünden Jesus Christus ans Kreuz gebracht haben und immer noch bringen, ist die alte Lehre von den Christus-Mördern einfach schlechte Theologie am Kirchenrand. Das kann man auch im ‘Katechismus der Katholischen Kirche’ bei Punkt 598 nachlesen.

„Was du, Herr, hast erduldet, ist alles meine Last. Ich, ich hab es verschuldet, was du ertragen hast…“, heißt es nach mittelalterlicher Vorlage bei Paul Gerhard 1656.

Mit der Blütezeit der Kreuzestheologie und Passionsfrömmigkeit der katholischen Kirche im 17./18. Jahrhundert verschwand die Gottesmörderlehre vollständig aus der aktuellen katholischen Theologie.

In gleicher Zeit, der Epoche der Aufklärung, ist die Inkubation des bürgerlichen Antisemitismus anzusetzen.

Der Begründer des modernen säkularen Antisemitismus war Voltaire.

Nach Voltaire sind die Juden vagabundierende Betrüger mit dem schmutzigsten Geiz, abstoßendem Aberglauben und unüberwindlichem Haß gegen alle Völker, welche sie tolerierten und reich machten.

Voltaire konstruiert einen jüdischen Volkscharakter aus folgenden Verhaltensweisen: Unwissenheit, barbarische Sprache, Haß auf andere Völker, Grausamkeit, Kannibalismus und sexuelle Perversionen.

Die jüdische Nation sei „mit dem gleichen Blick, mit dem wir die Neger sehen, zu betrachten, nämlich als eine minderwertige Menschenart“.

Kant war der Begründer des modernen Rassebegriffs. Die Charaktereigenschaften der Nationen lägen in deren Blutmischung begründet. Die vollkommenste Rasse sei die der Weißen, die asiatischen Völker ständen in der Mitte und „ganz unten die Neger“.

Hegel übernahm für seine Rassenlehre die damals zeitgenössischen Kriterien von Schädelform, Nasenkrümmung, Backenknochen und „Gesichtswinkel“.

Mit diesen Schriften der Aufklärer lag das ideologische Waffenarsenal bereit, mit dem der aggressive Nationalismus zum Ende des 19. Jahrhunderts den modernen Antisemitismus herausbilden konnte, besonders in Deutschland, Frankreich und den USA.

Dieser säkulare Antisemitismus erreichte im Nationalsozialismus seinen hybriden Kulminationspunkt aus einem betont antichristlichen, antikirchlichen und antigöttlichen Antrieb.

Auf diesem geistesgeschichtlichen Hintergrund betonte Papst Benedikt XVI. bei seiner Nachbetrachtung zur Polenreise am 1. Juni:

„Vor dem Grauen von Auschwitz gibt es keine andere Antwort als das Kreuz Christ: die Liebe, die bis in den Abgrund des Bösen herabgestiegen ist, um den Menschen an der Wurzel zu retten, wo seine Freiheit sich gegen Gott auflehnen kann.

Die heutige Menschheit vergesse Auschwitz nicht und die anderen ‘Fabriken des Todes’, in denen die nationalsozialistische Diktatur versucht hat, Gott auszurotten, um sich an seine Stelle zu setzen.

Sie gebe nicht der Versuchung zum Rassenhaß nach, der am Anfang der schlimmsten Formen des Antisemitismus steht.“
      
31 Lesermeinungen
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#32   Soziales   22:51:21 | Mittwoch, 28. Juni 2006
Der Weg ist das Ziel?!
Der indische Jurist Mahatma Gandhi hat so seine Umwege hinter sich gehabt, als er zur Erkenntnis kam: „Es gibt keinen Weg zum Frieden, Frieden ist der Weg“.
Ich schlussfolgere, gerade auch im Blick auf den jüdischen Rabbi Jesus, des Zimmermanns Sohn, den man später auf hellenistische Weise abheben ließ’und ihn den Menschen entriss: Es war der Weg des Antisemitismus, der den Antisemitismus erzeugte. Es war der Weg der Rassenideologen und ihrer Möglichmacher, dass es diese gab. Es war der Weg der Gewalttäter in Familie und Militär, in den mit sekundären Tugenden verkommenen Bürokratien und in den auf Waffenproduktion ausgerichteten Konzernen – es war eben nicht der Weg des Jesus, des Moshe, des Abraham, ein gottgefälliges Leben zu führen.
Die Kirchen haben dabei aus meiner Sicht einen hohen Anteil in der Geschichte der Verfolgung und Tötung von Menschen gehabt, als sie dem Aberglauben an Hexen und Ungläubige, an Bessere und „Schlechtere“, anhingen.
Die Verfolgung der Frauen mit Wissen, die Verfolgung derer, die anders leben wollten als die Herrschenden – das war eine der Ursachen für die Internalisierung des Mörderischen, das zum Völkermord führte.
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#31   Artois †   17:41:43 | Mittwoch, 28. Juni 2006
@„ein Fan“
Hallo Fan, Sie meinen sicherlich „widerwärtig“, – oder täusche ich mich in Ihnen?
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#30   Stimme aus Wien   23:23:31 | Montag, 26. Juni 2006
blueberry
Natürlich gibt es keine Schriften und Lehren der alt-germanischen Religion – anhand der gnostischen und esoterischen Bewegungen, die damals im Umlauf waren wurden sie umgedeutet (Blawatsky, List, Lenz usv.) – und als „echt germanisch“ dargestellt.List hatte sogar „Visionen“ (er war vorübergehend Blind zu dieser Zeit), wie die Runen zu deuten sind
Hitler selbst und seine Mitläufer glaubten allerdings, so wie Sie sagten, dadurch die alten Götter wieder zum leben erwecken zu können.
Es gab sehr wohl einen Massenrausch und eine Massenpsychose, die aber nicht auf die allgemeine Glaubenseinstellung der Massen schließen läßt – so etwas ähnliches gab es auch in allen sozialistischen Staaten – sondern um eine geschickte Inszinierung mit einer gewünschten Wirkung.
Mit der Meinung, der Holocaust sollte das vielleicht das rauschhafte Erlebnis der Überlegenheit und Macht der alten Götter symbolisieren könnten Sie recht haben – war aber nur der Meinung der Elite, sprich: Hitler und Umgebung. Für die „Ausführende“ nur eine lässtige Pflicht.
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#29   blueberry   22:56:07 | Montag, 26. Juni 2006
@ Stimme aus Wien
Das Heidentum war aber keine Schriftreligion wie das Christentum, der Islam oder der Buddhismus bei denen man einfach einige Schriften wälzen muss um zu sehen welche Auffassungen sie vertreten.
Das Heidentum war eine Religion die sich in Ritualen und erzählten und gelebten Vorstellungen ausgedrückt hat. Das gesamte Leben der alten Heiden war ihre Religion. Dadurch dass diese zum Christentum bekehrt wurden, wurden diese alten Bräuche usw. ausgelöscht und damit letztendlich auch die Religion.
Man kann diese Religion nicht mehr in dem Sinn rekonstruieren dass man von Schriften auf Lehren schließen könnte und sagen könnte: wenn du daran glaubst bist du Heide. Solche Dinge gab es nicht.
Will man das Heidentum wieder zum Leben erwecken dann muss man wieder einen Weg finden zu den Ritualen und Gemeinschaftserlebnissen der alten Heiden. Nach Auffassung der Nazis würden in diesem Fall quasi die alten untergegangenen Götter wieder zu Leben erweckt. Und genau so muss man den gesamten Nationalsozialismus auch interpretieren. Als einen Massenrausch und eine Massenpsychose, deren theoretisches Ziel eben darin bestand wieder einen Zugang zu finden zu den Ritualen der alten Heiden um auf diese Weise ein authentisches Heidentum wieder zum Leen zu erwecken. So läßt sich auch der Holocaust einordnen. Er sollte das vielleicht das rauschhafte Erlebnis der Überlegenheit und Macht der alten Götter symbolisieren.
Natürlich gibt es auch andere und ebenso richtige Zugänge zu Hitler und den Nazis.
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#28   Stimme aus Wien   22:20:42 | Montag, 26. Juni 2006
blueberry
Aus dem bloßen Wunsch nach dem Beweis der Überlegenheit der alt-germanischen Religion über den Monotheismus der Juden könnte man nie die Radikalität des Antisemitismus des Nazi-Regimes erklären.
Es handelte sich vielmehr um die religiöse Überzeugung der Verantwortlichen, dass die Juden in der Welt (gleichgültig ob sie Christen sind oder nicht) das Prinzip des Bösen verkörpern und deswegen müssen sie eliminiert werden. Einige von ihnen betrachteten sich deswegen sogar als Menschenfreunde – „sie leisten einen Dienst für die Menschheit“ :-!
Es gibt leider einige auf dieser Seite, die der selben Meinung sind.
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#27   deusexmachina   21:54:20 | Montag, 26. Juni 2006
@aphrodite
„Hoffe, das ist scherzhaft gemeint. Falls nicht, gehe ich gleich in meine göttliche Privattischlerei und suche für Sie schon mal ein passendes Kreuz und lange Nägel aus.“
*kicher* Es spricht eine beredte Sprache über die hiesigen Meinunsgäußerungen, wenn man bei der, die hier Ihre Zweifel erregten, ernstlich ins Grübeln kommt, ob sie nun ernst gemeint sei oder nicht.
In der Tat kann man das manchmal nur anhand des Nicknamens feststellen. In diesem Falle ist das „Gunsenum“ und deutet zweifelsfrei auf deftige Ironie hin. Vermutlich hatten Sie sich von der optischen Nähe zu „Guntram“ oder so täuschen lassen – bei dem wäre das wohl bitterster Ernst gewesen. Er hat denn ja auch nach „Maledica und Konsorten“ gerufen, die für derlei Sprüchlein bekannt sind (wobei: wäre das nicht eher „Malachias“? Bei all den pseudobiblischen Namen guck’ ich manchmal selbst nicht durch, da lob’ ich mir doch griechische Götterbezeichnungen mit einwandfrei freundlichen Assoziationen, speziell im Kontext von Schaumbädern *g*).
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#26   blueberry   21:47:13 | Montag, 26. Juni 2006
Antisemitismus
Eine Theorie zum Antisemitismus aus „rassischen Gründen“, besagt dass es sich beim Nationalsozialismus um eine heidnische Bewegung gehandelt hat, deren Ziel die Wiederherstellung des Heidentums war.
Der Hass den die Nazis für die Juden empfunden haben enstammt demzufolge aus dem Gegensatz zwischen dem Polytheismus der Heiden und dem Monotheismus des Judentums. Durch die Ausrottung der Juden als Volk sollte die Überlegenheit der Vielgötterei über den Ein Gott Glauben endgültig „bewiesen“ werden.
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#25   Stimme aus Wien   16:50:19 | Montag, 26. Juni 2006
silesius
Kann mir jemand sagen, wo ist der Untesrchied zwischen säkularen Antisemitismus und kirchlichen Antisemitismus (s. Radio Maryja in Polen).
Meine Meinung nach sind beide verwerflich.
Auch meiner Meinung nach.
Es gibt jedoch zwischen den beiden Unterschiede: der kirchliche Antisemitismus, anders gesagt christlicher Antijudaismus, basierte auf der angeblichen „Verstocktheit“ der Juden, die den Heiland nicht erkannt und nicht angenommen haben. Diese Überzeugung war die geistige Grundlage der Judenpogrome im Mittelalter.
Der säkulare Antisemitismus hatte seine Grundlage in der Rassenlehre, die wiederum im gnostizistischen Dualismus ihre Wurzel hatte (Lenz, Schönerer, usv.): Jahwe, der Schöpfer der Juden, ist der „Böse“ Gott, Schöpfer der materiellen Welt – also sind die Juden böse. Gott Christi war der Gott des Lichtes. (Kurzfassung)
Beim christlichen Antijudaismus wurden die Juden vor der Wahl gestellt: Taufe oder Tod. Beim Antisemitismus gab für sie keine Alternative: auch Juden mit Taufschein (ob echt oder nur von der Kirche Ausgestellt) konnten der Verfolgung nicht entgehen. Die einzige Lösung für sid war der Tod.
Dass die beide Judenverfolgungen verwerflich sind, steht außer Frage. Die beiden haben aber von Grund aus einen anderen Ausgangspunkt und, vom Standpunkt einer seriösen Wissenschaft ist es falsch, die beide gleichzustellen oder sie gegeneinander auszutauschen.
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#24   aphrodite †   10:01:36 | Montag, 26. Juni 2006
Ich pack’s nicht…
Schuld tragen Homosexuelle und Protestanten und Kommunisten . Das ist ja wohl mal klar!
Hoffe, das ist scherzhaft gemeint. Falls nicht, gehe ich gleich in meine göttliche Privattischlerei und suche für Sie schon mal ein passendes Kreuz und lange Nägel aus. :(3
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#23   blueberry   09:23:08 | Montag, 26. Juni 2006
Aufklärung
Zwischen Aufklärung und aggressiven Nationalismen gibt es zwar Zusammenhänge, allerdings eher in der Form Aktion – Reaktion.
Der Zusammenhang zwischen Auklärung und Nationalstaat liegt ganz einfach darin dass die Aufklärung Dinge die bis dahin Zusammenhang stifteten durch ihre ätzende Kritik in ihrer Wirkungsweise massiv geschwächt hat. Diese Dinge waren bspw. Religion oder Monarch. Man benötigte nun neue Kräfte die Zusammenhang stiften sollten, da ja eine Gesellschaft ohne gemeinsamen Sinnzusammenhalt auseinander fallen muss. Das war der Nationalstaat. Die Bewegungen hin zu liberalen geeinten Nationalstaaten und damit der Verfall und Zerfall überkommener Reiche wie Preußen oder die Habsburger Monarchie begann damit.
Innerhalb der neu zu schaffenden Nationalstaaten begann aber wiederum ein Verteilungs- und Machtkampf zwischen konservativ-reaktionären Kräften und liberalen oder linken Kräften. In der französischen Republik nach 1789 dominierten traditionell die Liberalen, die bspw. auch für gleiche Bürgerrechte bzw. Emanzipation von Juden oder Arbeitern stehen und standen.
Im Deutschland nach 1871 dominierten klar die Konservativen die sich dem Zeitgeist zwar nicht ganz wiedersetzen konnten, dem neu geeinten Preußen-Deutschland aber klar preußisch-konservative Züge einprägten. In der Weimarer Republik brach der Machtkampf zwischen Konservativen und Liberalen wieder mehr oder weniger offen aus.
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#22   silesius   08:00:03 | Montag, 26. Juni 2006
kirchlichen Antisemitismus
Kann mir jemand sagen, wo ist der Untesrchied zwischen säkularen Antisemitismus und kirchlichen Antisemitismus (s. Radio Maryja in Polen).
Meine Meinung nach sind beide verwerflich.
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#21   Gunsenum   01:12:35 | Montag, 26. Juni 2006
Völlig falsch
Völlig falsche schlußfolgerungen! Schuld tragen Homosexuelle und Protestanten und Kommunisten . Das ist ja wohl mal klar! Wundert mich, dass das noch keiner hier beigetragen hat! ALso bitte! Wo bleibt die Agitation!!!
Maledica udn KOnsorten… wo seid ihr?!
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#20   Wolfgang K.   00:42:14 | Montag, 26. Juni 2006
Agitation gegen andere Kirchen
Als nach 1945 die ganzen Flüchtlingsströme aus den Ostgebieten in das katholische Niederbayern und Schwaben strömten, das bedingt durch die Gegenreformation, eigentlich rein katholisch geprägt war, brachte das in Teilen der katholischen Bevölkerung erhebliche Unruhe. Die Protestanten waren nicht unbedingt gern gesehen, da kann man sich vorstellen was der sogenannte Volksglaube gegen die jüdischen Mitbürger hatte. Die katholische Kirche hat es vortrefflich geschafft immer gegen andere Religionen und Konfessionen zu agitieren. So verbot zum Beispiel der katholische Stadtparrer 1957 als in Deggendorf die evangelische Kirche gebaut wurde, seinen Gläubigen an diesen Ort der Ketzerei vorbeizugehen. Oder es gab 1938 in Österreich keine einzige katholische Messe, wo nicht zumindest unterschwellig gegen die Juden agitiert wurde.
So ganz unschuldig war die Kirche am Antisemitismus nicht…
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#18   Pater Lingen   23:20:57 | Sonntag, 25. Juni 2006
Schlechte Theologie
Warum ist die katholische Lehre abzulehnen? kreuz.net: „Das kann man auch im ‘Katechismus der Katholischen Kirche’ bei Punkt 598 nachlesen.“
Ah – ja! So einfach!
„Mit der Blütezeit der Kreuzestheologie und Passionsfrömmigkeit der katholischen Kirche im 17./18. Jahrhundert verschwand die Gottesmörderlehre vollständig aus der aktuellen katholischen Theologie.“
Man suche nach „Juden Gottesmörder nostra aetate“. „Die Juden als Gottesmörder. Doch was heute skandalös klingt, war vor nicht mal 50 Jahren noch Gewohnheit.“ (f-r.de). Oder meint kreuz.net, „Nostra Aetate“ wäre „im 17./18. Jahrhundert“ veröffentlicht worden?
Was will kreuz.net eigentlich?! Die bösen „Sedisvakantisten“ werden nur in engen Grenzen hier geduldet, ihre Beiträge werden gerne zensiert, ganz gelöscht, oder die Autoren komplett gesperrt. Aber den Lefebvre-Epigonen, die doch ausdrücklich von – ihrem anerkannten! – Rom exkommuniziert sind, die gegen V2 und gegen den Ratzinger-„Katechismus“ schreiben, die dürfen sich hier austoben.
Ist das redlich? Wenn der KKK wirklich so schlimm ist, wie das im Lefebvre-Lager immer wieder betont wird, wie kann er dann als Wunderwaffe gegen eine Lehre (Gottesmord) angeführt werden, die doch so klar in der Kirche bezeugt ist?!
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#17   blueberry   23:05:52 | Sonntag, 25. Juni 2006
Ecrasez l’infame!
Nach Voltaire sind die Juden vagabundierende Betrüger mit dem schmutzigsten Geiz, abstoßendem Aberglauben und unüberwindlichem Haß gegen alle Völker, welche sie tolerierten und reich machten.
Soll ich mal zitieren was der gute Voltaire so alles über die Kirche zu sagen wußte? :-D
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#16   timpressum †   22:39:10 | Sonntag, 25. Juni 2006
Augustinus
In seiner Kampfschrift „Gegen die Juden“ griff Augustinus die Juden sowohl in ihrer Lebensführung als auch theologisch an. Für Augustinus waren Juden bösartig, wild und grausam, er vergleicht sie mit Wölfen, schimpft sie „Sünder“, „Mörder“, „zu Essig ausgearteter Wein der Propheten“, „eine triefäugige Schar“, „aufgerührter Schmutz“. Sie seien des „ungeheueren Vergehens der Gottlosigkeit“ schuldig. Das Alte Testament sprach er ihnen ab: „Sie lesen sie als Blinde und singen sie als Taube“, verneinte nicht nur ihre „Auserwählung“, sondern sogar das Recht, sich noch „Juden“ zu nennen. Als erster Theologe legt er auch den Juden seiner Zeit Jesu Tod zur Last, was wieder ihre ewige Knechtschaft bedinge, ihre perpetua servitus. 1205 wird dieser Gedanke von Papst Innozenz III. aufgenommen und geht 1234 in die Dekretensammlung Gregors IX. ein.
Aber Augustinus ist ja völlig unbedeutend…
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#15   Soziales   22:15:26 | Sonntag, 25. Juni 2006
Religiöser Antisemitismus!
Es gibt ihn auch, den religionsspezifischen Antisemitismus. Den findet man nicht nur im Koran, sondern den findet man auch in den Verlautbarungen der Kirche. Dabei handelt es sich stets um Fehlübersetzungen der Originaltexte, Fehlinterpretationen durch die Übersetzer – selbst Martin Luther gibt zu, dass es besser gewesen wäre, aus dem Hebräischen die Bibel zu übersetzen. Der Umweg über Griechisch und Lateinisch ins Deutsche kann nur Folgen haben.
Und ferner: Was so manch einer auf den Kanzeln spricht, sprach, in den Texten am Altar war es bis vor einer WEile auch noch so: „…der verraten wurde“… In aufgeklärten Kirchen heißt es heute „der sich dem Leiden unterwarf“.
Und wenn man sagt: „Die Juden riefen: kreuzigt ihn“, dann kann es sich nur um die paar Leute handeln, die überall in der Welt krakeelen – das kann auch in heutigen Demonstrationen passieren, dass Leute den Glauben und die Religion missbrauchen zu politischen Zwecken, vor allem wenn es um Rechtfertigung von Tötung geht – wie in Kriegen, bei Terrorangriffen, Bombardierungen oder im Zusammenhang mit der Verunglimpfung von Menschen, die einwandern.
Also noch einmal: Ich widerspreche, wenn der Eindruck verbreitet werden soll, unsere christlichen Vorfahren hätten nicht ein großes Stück Verantwortung dafür, dass der „säkulare Antisemitismus“ überhaupt Nahrung fand. Das gilt bis heute.
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#14   blueberry   22:10:11 | Sonntag, 25. Juni 2006
Artikel
Jetzt gibt es neben Hass und Hetzartikel zum Thema Homosexualität, Vatikanum 2, Abtreibung und Juden bzw. Holocuast noch ein weiteres Thema:
Hetzartikel gegen die bürgerliche Gesellschaft.
Warum wurden Kant und Voltaire erwähnt?
Weil Kant bewiesen hat dass man Gott nicht beweisen kann und weil Voltaire begründeterweise die Kirche nicht leiden konnte und daraus keinen Hehl gemacht hat.
Jetzt sollen diese Lichtgestalten verantwortlich sein für das Versagen dieser Zwerge aus der Unterwelt symbolisiert durch die Piusbruderschaft.
Lächerlich!
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#13   Pater Michael   22:08:11 | Sonntag, 25. Juni 2006
Kirchlicher Antisemitismus
„Mit der Blütezeit der Kreuzestheologie und <Passionsfrömmigkeit der katholischen Kirche im 17./18. <Jahrhundert verschwand die Gottesmörderlehre <vollständig aus der aktuellen katholischen Theologie“,
heißt es im kreuz.net-Artikel unter „Säkulärer Antisemitismus als Ursache der Nazischlächtereien“.
Ich zitiere aus Fichte, Philosophie der Maurerei, Anmerkung 104, den Dominikanerpater Ludwig Greinemann, der demnach 1778 in Aachen predigte: „Die Juden, die den Heiland kreuzigten, waren Freimaurer, Pilatus und Herodes die Vorsteher einer Loge. Judas hatte sich, bevor er Jesus verriet, in einer Loge zum Maurer machen lassen.“ Kommentar überflüssig.
Pater Michael
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#12   Soziales   22:01:59 | Sonntag, 25. Juni 2006
Nazis und Neonazis fallen nicht vom Himmel…
…aber sehr wohl sind viele Hunderte von Jahren falsche Aussagen über die Schuld am Tode Jesu gemach worden. Die Kirche hat so getan, als sei Jesus ein Christ gewesen, er hat aber als Jude gelebt. Die Nazis haben das den Christen vorgeworfen. Statt nun dazu zu stehen, hat man die alte „Jesus aber sagte-„Botschaft verstärkt und ihn in eine Alternative zum jüdischen Glauben gebracht.
Wenn ich dann weiß, dass die evangelischen „Deutschen Christen“ Pfarrer aus der Liste strichen, die eine jüdische Ehefrau hatten, oder die sozialdemokratische Auffassungen vertraten oder wenn ich weiß, dass systematisch selbst nach Ende der Nazi-Völkermord-Diktatur die alten Nazi-Kader nach Südamerika und sonstwo hin geschleust wurden, Persilscheine bekamen, versteckt und gedeckt wurden… und wenn ich hier im Thread lese, dass die Tatsache der Verfolgung von Schwulen und Lesben erst 1970 erfunden wurde… , dann reißt das dem Fass den Boden aus.
Ist das hier ein katholisches Netz oder eine neofaschistische Sammlungsbewegung, die sich hier unterhält. Pardon, aber ich kann nicht alles lesen. Der Artikel jedenfalls ist äußerst tendenziös in dem Sinne der Reinwaschung kirchenamtlicher Mitverantwortung auch dafür, dass die mutigen Menschen aus der KAB z.B., die Widerstandskräfte um Sophie und Hans Scholl, die mutigen Leute des Kreisauer Kreises und andere, die von den nazis und den Möglichmachern umgebracht wurden, allein gelassen blieben.Die Amtskirche hat sie nicht wirklich unterstützt/geschützt.
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#11   _EinFan_   21:29:34 | Sonntag, 25. Juni 2006
@ Babylon
Du hast schon recht, allerdings würde ich Ihn nicht als Christ bezeichnen. Aus Respekt vor anderen Christen.
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#10   Babylon †   21:17:14 | Sonntag, 25. Juni 2006
@ Fan: Ja, er ist sehr unappetitlich.
Ein Christ, der wahrscheinlich immer mit haßerfüllter Fratze und Stimme schreit: „Halleluja, halleluja“ (man möge es sich entsprechend haßerfüllt und „liebevoll“ geschrien denken)… :-(
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#9   _EinFan_   21:07:47 | Sonntag, 25. Juni 2006
@ Artois
Ich glaube, DU gehörst mit zu den wiederlichsten Menschen, die auf Erden wandeln!
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#8   Konrad   21:04:15 | Sonntag, 25. Juni 2006
Danke dem Verfasser und BITTE
weitere Literatur zu dem von Voltaire, Kant und Hegel Gesagten zur Vertiefung!
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#7   methusalix †   20:02:49 | Sonntag, 25. Juni 2006
Ein Wort: Geschichtsklitterung
wie weiland in der DDR oder in der Sowjetunion oder im Nazireich.
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#6   Artois †   19:39:42 | Sonntag, 25. Juni 2006
Schwule im KZ
Dr NS-Staat war eine Schwuchtel-Diktatur. Wenn dort Schwuchteln umkamen, dann lediglich wegen Sex-Partner Neid. Den Rosa Winkel haben sich die Homos etwa 1970 ausgedacht, davor hat man niemals davon irgend etwas gehört …
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#5   DDL   18:08:37 | Sonntag, 25. Juni 2006
@Asphyx – Warum…
…soll die Frage dumm sein?
Wikipedia sagt dazu:
„Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden ca. 10.000 Schwule in Konzentrationslager verschleppt, wo sie den rosa Winkel tragen mussten (Schwule während des Nationalsozialismus). Nur etwa 40 Prozent von ihnen überlebten. Obwohl es kein Gesetz gegen die lesbische Liebe gab, verhaftete die Gestapo auch eine unbekannte Zahl von Frauen wegen ihrer Homosexualität und kennzeichnete sie in den Konzentrationslagern als „Asoziale“ mit dem schwarzen Winkel.“
Das wären dann ca. 6.000. Diese 6.000 sind allerdings NUR jene, die
a) in KZs zu Tode kamen und
b) ausschließlich wegen ihrer Homosexualität verfolgt wurden
Nicht enthalten sind dementsprechend externe Morde (z.B. Röhm als einer der bekanntesten Fälle) sowie z.B. homosexuelle Juden („Jude“ war „schlimmer“ als schwul => gelber Stern statt rosa Dreieck).
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#4   Hódmezövásárhelykutasipuszta   18:00:27 | Sonntag, 25. Juni 2006
Geschwindigkeitsübertretung!!!
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Der Verfasser dieses Artikels hat die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit beim Verfassen von Artikeln auf kreuz.net überschritten. Er bezieht sich in seinem Artikel vom 25. Juni 2006 auf eine Publikation, die erst am 3. Juni des selben Jahres erschienen ist.
Diese Geschwindigkeitsübertretung ist mit einem Bußgeld zu ahnden.
Lobend sei hier der Verfasser des voranstehenden Artikels erwähnt, der sich vorbildlich in einem Artikel vom 25. Juni 2006 auf ein Ereignis vom 25. Juni 2005 bezieht.
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#3   legeslegmegszentségtelenithetetlenségeskedéseitekért †   17:56:36 | Sonntag, 25. Juni 2006
heiteres Berufe-Raten
Der US-amerikanische Polemiker
Was genau ist die Aufgabe eines Polemikers?
Wie wird man Polemiker? Braucht man dafür ein Studium?
Wo findet man als Polemiker eine Anstellung?
Wo werden offene Stellen als Polemiker ausgeschrieben?
Darf ich auch nach einem Theologiestudium als Polemiker arbeiten oder bin ich dann überqualifiziert?
Gibt es sehr viele arbeitslose Polemiker?
Kann man Polemiker auch als Lehrberuf ergreifen?
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#2   virOblationis   17:54:34 | Sonntag, 25. Juni 2006
Lob des Artikels
Daß der Weg von der Aufklärung zum Antisemitismus des 20. Jh’s über den Sozialdarwinismus führte, hätte meiner Meinung nach noch herausgestellt werden können. – Sonst aber: ein sehr interessanter Artikel, bes. hinsichtl. der Aufklärung. Schade, daß keine Quellen in bezug auf Kant etc. angegeben sind.
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#1   Asphyx †   17:48:39 | Sonntag, 25. Juni 2006
Dumme Frage …
weiß einer von euch, wieviele Homosexuelle und Lesben in den Vernichtungslagern eigentlich starben? Ich meine jetzt unabhängig von den bei der katholischen Kirche in Ungnade gefallenen katholischen Priestern? Und abermals unabhängig von den in den Vernichtungslagern umgekommenen Juden?
Hat da einer genaue Zahlen?
Interessiert mich nur so nebenbei. Aber der Pabst hat Recht: Unrecht, daß einem Volke von einem anderem Volke angetan wird, sollte man niemals vergessen.Im besonderen sollte man nicht vergessen, das im AT steht, wie die Juden 7 andere Völker ausradierten, nur weil sie deren Land wollten.Hier soll der wahre Schuldige an einem Genozid dann auch bitte vor seiner eigenen Tür kehren.
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Es wurde eine Lesermeinung von der Redaktion entfernt
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