Der Sekretär der Gottesdienstkongregation hat die nachkonziliare Liturgiereform scharf kritisiert. Sie sei übereilt, unüberlegt und in einem emotionalen Überschwang durchgeführt worden.
(kreuz.net, Vatikan) Vor dem Nachrichtendienst ‘I Media’ sprach der Sekretär und zweite Mann der Gottesdienstkongregation,
Erzbischof Malcolm Ranjith kürzlich über die „negativen Auswirkungen“ der Liturgiereform.
Die Konzilsväter
hätten gehofft, durch die Erneuerung der Liturgie das Verständnis für eine lebendige Gottesbegegnung
neu zu beleben – erklärte der Prälat.
„Aber unglücklicherweise wurden manche Änderungen nach dem
Konzil schnell, unüberlegt und in einem Ausbruch von Enthusiasmus – sowie in einer Haltung der Ablehnung
von Übertreibungen der Vergangenheit – vorgenommen.“
Das Ergebnis sei von den ursprünglichen Absichten
des Konzils völlig verschieden.
Als Beispiele der Wirren der Nachkonzilszeit nannte Erzbischof Ranjith:
· die Preisgabe des Heiligen und des Mystischen, · die Verwischung des Unterschiedes zwischen dem allgemeinen
Priestertum aller Gläubigen und dem geweihten Amt · die Vorstellung der Eucharistie als gemeinsames
Mahl statt als Darbringung des Opfers Christi.
Diese Mißstände hätten für die Kirche weit über die
Liturgie hinaus negative Folgen gehabt.
Angesichts der Verweltlichung der Gesellschaft müsse die Kirche
dringend einen tieferen Sinn für das Heilige und für das geistliche Leben pflegen.
Glücklicherweise
würde Katholiken dies heute vermehrt begreifen.
Es sei die Aufgabe der Gottesdienstkongregation, den
Bischöfen und Bischofskonferenzen zu helfen, die gegenwärtige Liturgie durch die neuerliche Integration
der Stärken der Vergangenheit zu läutern.
Erzbischof Ranjith sprach im Interview auch über die alte
Lateinische Messe.
Nach seinen Angaben ist die Bitte um eine Zelebrationserlaubnis für die überlieferte
Liturgie häufiger geworden.
„Der Papst weiß das alles. Er kennt die Fragen und ist sich der Situation
genau bewußt. Er denkt nach und wir warten auf seine Anweisungen.“
Der Erzbischof fügte hinzu, daß
die Alte Messe nie abgeschafft und deren Feier nie verboten worden sei.
Jedoch habe die klassische Liturgie
durch den von Erzbischof Marcel Lefebvre und seinen traditionalistischen Anhängern verursachten Bruch
mit der Kirche eine bestimmte Identität erhalten, die nicht korrekt sei.
Abschließend erklärte Erzbischof
Ranjith, daß es noch ungewiß sei, ob Benedikt XVI. die Feier der Alten Messe oder eine Reform der Liturgiereform
fördern werde.
Fest stehe jedenfalls, daß es eine schönere und transzendentere Liturgie brauche.
Der Erzbischof hält es für unklug, schnelle Entscheidungen zu erzwingen. Hast könne neue Fehler heraufbeschwören.
„Vor allem müssen wir für den Heiligen Vater und die Kirche beten und hören, was der Herr von uns
will.“
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45 Lesermeinungen
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Freinsberg: Liturgiereform herzlichen Dank für Ihren informativen Hinweis. Ich wünsche dem von Ihnen
erwähnten deutschen Messantiphonale regen Zuspruch!
Propriumsgesänge Die Propriumsgesänge im alten Sinn existieren nicht mehr. Denn die Allgemeine Einführung
in das Römische Messbuch nennt für die Gesänge zu Einzug, Gabenbereitung und Kommunion zwar Graduale
Romanum und Graduale simplex als Möglichkeit, gibt aber sonst allgemeine Regeln zur Auswahl (die Gesänge
sollen dem Tag bzw. der liturgischen Zeit und der Funktion entsprechen). Der Psalm im Wortgottesdienst
liegt fest, weil er eine Lesung ist (er kann freilich durch einen Commune-Psalm ersetzt werden). Eröffnungs-
und Kommunionverse des Messbuchs sind Sprechtexte für den Fall, dass nicht gesungen wird. Es gibt allerdings
ein Buch, das die Propriumsgesänge deutsch mit choralartigen Melodien enthält: Das „Deutsche Messantiphonale“
von Heinrich Rohr (Freiburg: Herder 1997).
Freinsberg: Liturgiereform Herzlichen Dank für Ihren Hinweis! Die von Ihnen beschriebene Neuerung hinsichtlich
Gemeindegesang und Chor ist in Ordnung. Daß alle hierfür vorgesehenen Teile der Liturgie gesungen werden
können, gilt nach meiner Erfahrung wirklich nur theoretisch. Denn für eine deutsche missa cantata fehtl
m. W. jede Vertonung des deutschen Propriums. Ist das m. W. verantwortliche liturgische Institut in Trier
untätig geblieben? Gegf. Warum? Es ergibt sich allerdings die Frage, ob wegen der deutschen Messen zur
Lutherzeit nicht von dort Übennahmen möglich sind, wo wir doch eine Reihe von evangelischen Kirchenliedern
in unser GL übernommen haben.
@ Jörg Guttenberger Das neue Missale von 1970 / 2002 kennt die Grenzen zwischen Missa lecta und Missa
cantata nicht mehr. Theoretisch könnten alle dafür vorgesehenen Texte gesungen werden. Die wichtigste
Neuerung ist, dass nun die Gemeinde als der erste Träger des Gesangs gilt und der Chor als eine spezialisierte
Delegation der Gemeinde.
Liturgiereform Die Teilnahme an einer byzantinischen Liturgie – in der Abtei Niederalteich sowie in Mannhein-Neuostheim,
St. Pius in deutscher Sprache bei einem mit Rom in voller kirchlicher Gemeinschaft stehenden Priester –
läßt bewußt werden, was Liturgie eigentlich ist, nämlich eine Feier, Feier unserer Erlösung. Die
Mehrheit unserer Priester macht sicher das Beste daraus, manche leider nur ein akademisches Seminar: „Thema
der Messe“! Die schönste Liturgie ist wohl die Armenische. Ein ganz entscheidender Fehler der Reformer
war, als Grundlage nicht vom Pontifikalamt, sondern von der vorkonziliaren presbyteralen Gemeinschaftsmesse
auszugehen. So wirken die besonderen Teile aufgesetzt. In manchen Hochämtern wird das „Vater unser“ von
der Gemeinde nicht gesungen, sondern rezitiert, das „Agnus Dei“ ebenfalls, um dann während Austeilung
der hl. Kommunion vom Chor wiederholt zu werden. Mit anderen Worten: ein Hochamt ist selten. Es gibt meist
eine Mischung von Hochamt und rezitierter Liturgie, nicht Fleisch und nicht Fisch. Wichtig ist, was hoffentlich
nach der letzten Liturgiereform bleibt, daß Priester, Diakon, Chor und Gemeinde die ihnen zukommenden
Teile selbst authentisch singen und diese Teile nicht erst dann „Rechtskraft“ wehalten, wenn sie vom Priester
rezitiert worden sind. Diese Aufteilung ist m. W. in allen östlichen Kirchen üblich, wobei allerdings
der Gemeinde reservierten Gesängen häufig von Schola/Chor übernommen werden.
@ Athanasius Pius X. verwendet im Motu proprio „Tra le sollecitudini“ (1903) das Wort „partecipazione
attiva“. Also…? Auch im Pontifikalamt spricht der Bischof die Gesangsteile zusätzlich. Siehe Caeremoniale
Episcoporum 1752, cap. VIII, n. 35, 36, 39 etc.
Beifall eines Atheisten…? Die Gemeinde ist nicht geweihter Zelebrant, aber hat durch die Taufe „Recht
und Amt“ (ius et officium) zur tätigen Teilnahme an der Liturgie (Liturgiekonstitution Art. 14). Es ist
die Sprache der participatio actuosa, nícht actíva! „Auf den Akt bezogene Teilnahme.“ Nicht von Teilnahme
in geweihten Funktionen. Im Hochamt gemäß dem Missale 1570 gibt es die doppelte Rezitation sehr wohl
Insofern ist Ihre Beschreibung verschiedener Aktivitäten im alten Ritus nicht ganz stimmig. Lesen. Ich
schrieb PONTIFIKALES Hochamt. „Auch die Ministranten, Lektoren, Kommentatoren und die Mitglieder der Kirchenchöre
vollziehen einen wahrhaft liturgischen Dienst.“ Na klar. Deshalb gibt es ja das Hochamt am Sonntag. Über
die östlichen Liturgien maße ich mir kein Urteil an. Sollten Sie auch besser nicht tun. Sie bekommen
hier Beifall eines Atheisten für Ihre völlig ungerechtfertigte Vorurteile gegen den alten Römischen
Ritus. Zu Kardinälen. Ottaviani und Bacci, anyone? Oddi? Wyczynski?
@Freinsberg Tatsächlich benutzen Anglikaner (zumindest hochkirchliche) manchmal das römische Messbuch.
Doch ist der NO z.B. durch die erhebende anglikanische Kirchenmusik (im Unterschied zu unseren Depri-60er
und Hippi-70er Kirchenliedern), die meist nach Osten gerichtete Zelebration sowie den oft knieenden Kommunionempfang
besser vor Banalisierung und Leerlauf geschützt als bei „uns“. Der Brite an sich hat halt viel mehr Stilempfinden
als der aktuelle deutsche Katholik Vorsicht also, wen Sie als Zeugen anrufen, das könnte sich schnell
gegen Sie wenden. Übrigens: die kath. Liturgie“reform“ der 70er für im Ansatz verfehlt, von falschen
ttheologischen Voraussetzungen ausgehend und im Ergebnis für gescheitert zu halten, heisst nicht unbedingt,
eine Rückkehr zur vorkonziliaren Messe zu fordern. Aber eine Reform der „Reform“ ist dringend nötig
und das kann nur heissen: mindestens moderate Revision in Richtung auf die altkirchliche, die ostkirchliche
und die lateinische Überlieferung.
Interessanter Vergleich „Die Liturgiereform wurde zwar mit einer gewissen Eile, aber ohne falschen Druck
nach vorne gebracht.“ – Karl Kardinal Lehmann „Unglücklicherweise wurden manche Änderungen nach dem
Konzil schnell, unüberlegt und in einem Ausbruch von Enthusiasmus – sowie in einer Haltung der Ablehnung
von Übertreibungen der Vergangenheit – vorgenommen.“ – Erzbischof Malcolm Ranjith
Antwort an Freinsberg zu Bugnini Hallo Freinsberg! Hier der Beleg: Mir liegt ein Zitat des H.H. Annibale
Bugnini in englischer sprache vor, das der renomierte Kämpfer für die wahre Liturgie, Michael Davies
in einem Aufsatz aus dem Osservatore Romano vom 19.03.1965 zitiert: Bugnini: „We must strip from our Catholic
prayers and from the Catholic liturgy everything which can be the shadow of a stumbling block for our
seperated brethren that is for the Protestants.“ Wie gesagt, dieses Zitat kann im OR nachgelesen werden.
Ich denke, es genügt, um die Gesinnung der damaligen LiturgieDEformer klar zum Ausdruck zu bringen. Es
gibt auf der anderen Seite Äußerungen von Protestanten, die sich positiv über den NOM auslassen. Ein
protestantisches Lob über den katholischen Messritus – da stimmt doch was nicht! Luther hat die katholizität
der alten Messe noch klar erkannt und diese aus seiner protestantischen Perspektive verworfen. Wenn sich
heute Protestanten positiv über den NOM äußern, ist das sehr verdächtig. Lob von der falschen Seite!
Euer ja sei ein ja und euer nein ein nein! Wer die Einführung zum neuen Meßbuch liestwird feststellen,
daß hier sowohl Kontinuität als auch liturgiewissenschaftlicher Fortschritt und Modernisierung vorliegen. www.liturgie.de/aem.html Weniger ist manchmal mehr. Schlichtheit und Einfachheit machen die Struktur und
den eigentlichen Inhalt deutlicher. Gut hegelianisch (These, Antithese, Synthese) und schlecht thomistisch
gedacht. Aufgabe des Widerspruchsprinzips. Die Richtigkeit vorausgesetzt, müßte dies bedeuten, dass
Christus nicht gesagt hat: „euer ja sei ein ja und euer nein ein nein“, sondern: „euer ja sei ein nein
und euer nein ein ja.“ Mit dieser Grundlage kann man allerdings alles behaupten. Ausgangspunkt in der
Hl. Kirche für den Siegeszug dieser Irrlehre wider Vernunft und Glauben war V2.
@ Sixtus Dann besuche ich lieber den Gottesdienst in einer anglikanischen Kathedrale. Da merkt man nämlich,
wie schön, achtsanm, ehrfurchtsvoll die erneuerte römische Messliturgie gefeiert werden könnte. (Hat
einen kleinen Mangel: Die Anglikaner tun nur so, als ob…)
@Freinsberg Es geht um die abgeschafften Gründonnerstagsbriefe, nicht die Chrisammesse ist abgeschafft.
Mit Ihrer Logik müssten Sie auch die Grabeskirche sprengen, überladen wie die ist Mich stört, dass
gewachsene und durch jahrhundertelangen Gebrauch „eingeübte“ Riten von irgendwelchen theologischen Schreibtischüberzeugungen
aus gesäubert und durchgekämmt werden. Mein Rat: vergessen Sie Ihre Privattheologie mal eine Sekunde,
dann merken Sie (ging mir auch so), wie klerikal und wie von der Grundidee einer ideologischen Kommunikation
von Überzeugungen her der NO konzipiert ist. Auf der Strecke blieb die Anbetung, die Stille, die rituelle
Vieldeutigkeit usw. Dann lesen Sie Lorenzer („Das Konzil der Buchhalter“) und Mosebach („Häresie der
Formlosigkeit“), gerade keine Theologen, Theologen sind hier oft systemblind und ideologisch. Und dann
besuchen Sie einen orthodoxen Gottesdienst, dann sind Sie kuriert
Chrisammesse Die Chrisammesse ist nicht abgeschafft; aber mit ihr kann (muss nicht) die Erneuerung des
Zölibatsversprechens verbunden werden. Als Gedächtnis der Einsetzung des Priestertums gilt die Gründonnerstag-Abendmesse.
Vgl. das Rundschreiben der Gottesdienstkongregation über die Feier von Ostern und ihre Vorbereitung (16.
1. 1988), n. 44 und 45.
@Babylon „Überladen“ heisst doch, dass gewisse Themen und Texte wiederholt werden, oder? Und nun ist
Wiederholung ein ganz wichtiges Element für die Spiritualität, das merkt man schon beim Gebetsleben,
nicht erst beim Rosenkranz oder dem Herzensgebet, die ja von Wiederholungen leben. Und ich muss sagen,
dass ich gerade bei heutigen kath. Messen sehr viel Leerlauf, Langeweile und Stumpfsinn erlebe. Der NO
ist also kein Garant gegen Leerlauf, im Gegenteil! Dass junge Russen sich der kath. Liturgie zuwenden,
liegt, glaube ich nicht an der „deutschen“ Begeisterung für klare Struktur, sondern an der sozialen Tätigkeit
der Katholiken im Unterschied zu den Orthodoxen, an der schlechten Katechese der Orthodoxen und daran,
dass der Gottesdienst kürzer ist. Ich hoffe, die Orthis machen nicht dieselben Fehler wie wir. Gründonnerstag:
sieht man z.B. an der klaren Akzentuierung der Chrisammesse als Feier des Priestertums, was so nicht traditionell
ist. Die (von Benedikt gottlob wieder abgeschafften) Gründonnerstagsbriefe des Papstes an die Priester
(!) sind nur eine weitere Folge.
@ Sixtus: Doch, die Alte Messe wirkt manchmal wirklich etwas überladen und doppelt gemoppelt. Das die
Göttliche Liturgie noch undurchsichtiger ist, ist klar. Davon profitiert ja auch die kath. Kirche in
Rußland: Viele junge Russen ziehen die klare Struktur der kath. (neuen) Messe dem ballastbeladenen orthodoxen
Gottesdienst vor. Kannst Du das mit der Therapiesitzung noch etwas ausführen?
@Feinsberg + Babylon Ich werde bei der hier oft zu hörenden Begeisterung für klare Strukturen immer
skeptischer. Der römische Ritus auch in seiner klassischen Fortm ist im vergleich mit den östlichen
Riten schon „klar“ genug strukturiert. Es geht im Gottesdienst doch darum, dem Heiligen zu begegnen. Strukturen
und Aufbau dürfen kein Selbstzweck sein. Hinzu kommt, dass Liturgien und Riten nun mal „leider“ gewachsene
Größen sind und eben nicht am Schreibtisch konzipiert werden, auch wenn viele liturgische Ausschüsse
das meinen. Und nochmal: die Reform der 70er Jahre hat eben die Struktur vereinfacht, um den Priester
stärker ins Scheinwerferlicht zu rücken, nicht die Anbetung Gottes. Das zeigt übrigens schon die Umwandlung
des Gründonnerstag (v.a. der Chrisammese) in eine Therapiesitzung für verunsicherte Kleriker – von Paul
VI. (selbst verunsicherter Kleriker) ganz klar gewollt.
@ Aragorn >>der schöpfer des NOM (ordo novus missae) erklärte, dass er bei der messreform alles wegnehmen
wolle, was auch nur irgendwie das verhältnis zu den protestanten besten würde<< Beleg?
Hannibale Bugnini der schöpfer des NOM (ordo novus missae) erklärte, dass er bei der messreform alles
wegnehmen wolle, was auch nur irgendwie das verhältnis zu den protestanten besten würde. nachgewiesenermaßen
haben bei der liturgiereform protestanten mitgearbeitet. was kann da gutes bei herauskommen? das ergebnis
ist heute, dass viele katholiken einen unterschied mehr zwischen katholisch und protestantisch erkennen
und dass sich dinge wie die unseelige handkommunion in die messe eingeschlichen haben.
Wer die Einführung zum neuen Meßbuch liest wird feststellen, daß hier sowohl Kontinuität als auch
liturgiewissenschaftlicher Fortschritt und Modernisierung vorliegen. www.liturgie.de/aem.html Weniger
ist manchmal mehr. Schlichtheit und Einfachheit machen die Struktur und den eigentlichen Inhalt deutlicher.
o^/
@ Athansius Die Gemeinde ist nicht geweihter Zelebrant, aber hat durch die Taufe „Recht und Amt“ (ius
et officium) zur tätigen Teilnahme an der Liturgie (Liturgiekonstitution Art. 14). Im Hochamt gemäß
dem Missale 1570 gibt es die doppelte Rezitation sehr wohl, 1960 wurde sie nur für die Lesungen (sofern
sie Subdiakon und Diakon vortragen) aufgehoben. Die zweigleisige Praxis stammt aus der Privatmesse, wurde
seit dem 13. Jh. für jede Form der Messe obligat – und führte zur Idee: Allein, was der Priester tut,
gilt. Insofern ist Ihre Beschreibung verschiedener Aktivitäten im alten Ritus nicht ganz stimmig. Die
genannten Aktivitäten gab es, aber sie zählten nicht. Warum wohl musste die Liturgiekonstitution in
Art. 29 erklären: „Auch die Ministranten, Lektoren, Kommentatoren und die Mitglieder der Kirchenchöre
vollziehen einen wahrhaft liturgischen Dienst.“ Über die östlichen Liturgien maße ich mir kein Urteil
an.
@Freinsberg Was Sie da behaupten führt letztendlich zu etwas, was bereits in „Auctorem Fidei“ (1796)
verurteilt wurde. Wovor 1947 Pius XII. warnte. Als würde die GEmeinde selber „Geweihter Zelebrant“ sein
müssen anstatt des geweihten Presbyters. Der „alte Ordo“, die Messe des hl. Pius V., ist nicht klerikal,
sondern setzt die ganze Gemeinde in Bewegung und Aktivität, und dann sowohl bei stiller Messe als beim
Hochamt. Der eine singt, der andere betet, wieder ein anderer spielt die Orgel, ein anderer ministriert,
der andere inzensiert. Eine organische Einheit. Kein kommunistischer Massendrang aber wie in der Pastoralen
Praxis des Novus Ordo Missae (Paul VI., 1970). Das Pontifikalamt hat die doppelte Rezitation der Gesänge
nicht, und dennoch würden sie diese Form, die die volle Form des alten Ordo darstellt, auch als „klerikal“
verurteilen. Natürlich samt den anderen apostolischen Liturgien, etwa des Ostens, die natürlich – da
hinter Iconostasis zelebriert – auch „klerikalistisch“ sind. Ihre Worte sind jedenfalls nicht die Worte
eines Katholiken.
Rückkehr zur tridentinischen Messe, @ Bendikt Kann eine vom Papst approbierte Messordnung nicht vom heiligen
Geist inspiriert sein? Ja, da nachweislich der NOM so gestaltet wurde, daß er zur Irrlehre des Protestantismus
weniger im Widerspruch steht. Man spricht bestimmte Wahrheiten mit Rücksicht auf die Protestanten nicht
mehr aus. In gewisser Weise stellt somit der NOM eine Kryptohäresie dar, was dem Glauben und damit dem
Heil der Seelen nicht zuträglich ist. Der dramatische Einbruch bei den Meßbesucherzahlen belegt dies
eindrucksvoll.
@ Benedikt Es beleidigt nur derjenige, der keine Argumente mehr hat Wollte unser Pabst die Kirche reformieren,
würde er es so tun, wie ich schrieb! Zum anderen: Soweit ich das richtig verstanden habe, sind alle Nonnen
Bräute Jesu? (Richtig oder Falsch?) Und dann wird dem Otto-Normal-Katholiken Vielweiberei untersagt?
Ich meine, die Kirche ist richtig reformbedürftig – heute mehr, denn gestern. Und noch etwas: Glauben
ist etwas für diejenigen, die geistig stark sind. Vermuten und nicht-Wissen ist für all diejenigen etwas,
die nicht Wissen, was Glauben ist
gründliche vorbereitung tut not der alte ordo ist doch kein gemeindeloser priestergottesdienst. ich gehe
so oft wie möglich zur alten messe und fühle mich nie „außen vor“ gelassen. die gemeinde singt das
kyrie, das gloria, das credo, das sanctus und ein deutsches schlusslied. außerdem tritt sie doch mit
dem priester in einen dialog. außerdem stehen sich priester und gemeinde nicht vis á vis wie im theater,
sondern wenden sich gemeinsam dem HERRN zu, der unser gegenüber ist. die lesungen sind auf latein, werden
jedoch parallel in deutsch vorgelesen. allerdings, das muss ich zugeben, ist die alte liturgie heute eine
insider-liturgie. man könnte sie sicherlich nicht von heute auf morgen überall einführen ohne die leute
gründlich darauf vorzubereiten. vor allem müssen die leute verstehen, was in der liturgie geschieht
und welches wunder sich dort ereignet: et incarnatus estder größte mangel der neuen liturgie ist, dass
die gläubigen nicht zur anbetung und zur deutlichen ehrfurcht erzogen werden. o^/
Gemeinde ist für den Wert des Messopfers irrelevant Es geht zunächst um das theologische Konzept. Und
das ist im alten Ordo eindeutig gemeindelos Für das Heil und den Segen, der aus dem Heiligen Messopfer
resultiert, ist die Gemeinde tatsächlich auch irrelevant. Der Priester ist wichtig, der an Christi statt
das Opfer darbringt. Die gemachte Aussage mag daher vielleicht stimmen, mindert den Wert des tridentinischen
Ritus allerdings in keinster Weise. Gruß spes
@ Sixtus Es geht zunächst um das theologische Konzept. Und das ist im alten Ordo eindeutig gemeindelos.
So spricht der Priester alle Texte und Gesänge, auch solche, die andere vortragen, zusätzlich selbst
(1960: bei den Lesungen darf er nun zuhören), macht sich damit von Gemeinde, Lektoren, Chor unabhängig;
die Gemeindekommunion ist nur als Eventualfall vorgesehen, und wenn, wird sie nach dem Ritus für die
Kommunion außerhalb der Messe (!) gespendet etc. Der Ritus servandus beschreibt die Privatmesse! Sicher
kann man den NOM auf klerikale Weise ausführen . Aber das sollte man nicht dem Ritus als solchem anlasten.
14.7.1570 Die korrekte Identität ergibt sich aus Quo Primum des hl. Papst Pius V. Hier auf deutsch nachlesbar
www.kreuzforum.net/showthread.php?tid=311. Erzbischof Lefebvre verhielt sich korrekt, als er diesem Papst
gehorchte. Der überlieferte Ritus bedeutet Unterwerfung, Gehorsam, Liebe zu Gott und zum Nächsten. Der
Novus Ordo Ritus stellt den Menschen (mit seinen angeblichen Rechten) in den Mittelpunkt. Der überlieferte
Ritus steht für Selbstverleugnung, Hingabe und Dienen. Der neue Ritus steht für Selbstverwirklichung.
Daran krankt die „Konzilskirche“. Solange die Novus-Ordo-Modernisten nicht begreifen, daß eine Reform
einer unmöglichen Reform wieder etwas unmögliches hervorzaubern wird, solange wird die Implosion der
„Konzilskirche“ weiter exponentiell voranschreiten – pardon, d.h. kirchlich korrekt „die Früchte des
Neuen Frühlings“… ;) Übrigens: Hier die Predigt des FSSPX-Generaloberen vom 23.6.2006 in Winona www.kreuzforum.net/showthread.php?tid=173&pid=73…
… We have no idea of any compromise. There is nothing to negotiate. You cannot negotiate the Faith.
If we go to Rome we go not to negotiate – it is to simply ask these authorities to come back – that is
all. And for this of course, we need the prayers and the sacrifices. God can do what he wants whenever
He wants. Ask and you shall receive. Pray. You’ll get it. „Ich widerstand ihm [dem Petrus] ins Angesicht,
weil er im Unrecht war.“ (Gal. 2,11)
@Freinsberg Ich glaube, dass Sie nicht recht haben. Die neue Messe ist viel klerikaler als die alte. Nun
ist die Gemneinde gezwungen, dem Priester die ganze Zeit ins Gesicht zu schauen, der hinter dem Mikrophon
steht wie ein Showmaster und Anweisungen, Stichworte und Erklärungen gibt. Noch deutlicher beim Hochgebet,
hier steht der Priester nun offensichtlich an der Stelle Christi. Es ist einer der vielen Mythen der Liturgie“reform“,
dass sie unklerikal sei. Das Gegenteil ist der Fall. In der alten Liturgie steht der Priester in derselben
Richtung stellvertretend für uns vor Gott (wie bei den Orthoidoxen, den Angikanern, vielen Lutheranern
etc.), nun steht er uns gegenüber und dreht Gott (ex oriente lux!) den Rücken zu. Was ist klerikaler
als das?
Alte und neue Messliturgie Man kann nicht eindringlich genug auf das theologisch fragwürdige Konzept
von Liturgie hinweisen, das dem alten Messordo zugrunde liegt: die gemeindelose Priestermesse. Der „Ritus
servandus“ beschreibt sie. Wer meint, dass diese Form die beste ist, möge für den alten Ordo missae
eintreten. Ich sicher nicht.
@ Graf Es ist meine feste Überzeugung, daß der Hl. Geist die kath. Kirche zu dem Ritus führen wird,
mit dem Gott angebetet und verehrt werden möchte. Dies kann nur der alte Ritus sein, Ja wissen Sie, das
können weder Sie noch ich wissen. Wir sollten also demütig bleiben, und den Herrn nicht für etwas in
Beschlag nehmen, was vielleicht nur unsere kleine persönliche Meinung ist. Also nicht vom Hl. Geist.
Kann eine vom Papst approbierte Messordnung nicht vom heiligen Geist inspiriert sein?
Rückkehr zur tridentinischen Messe, @ Bendikt Es ist meine feste Überzeugung, daß der Hl. Geist die
kath. Kirche zu dem Ritus führen wird, mit dem Gott angebetet und verehrt werden möchte. Dies kann nur
der alte Ritus sein, da ja der neue wesentlich von der Irrlehre des Protestantismus gespeist wurde und
wird. Also nicht vom Hl. Geist. Der Hl. Geist lehrt, was die einzig wahre Religion, die katholische lehrt
und wird auch das Beten mit diesem wieder in Einstimmung bringen. Sollte dies momentan nicht durchsetzbar
sein, wird Gott eine Zeit herbeiführen, in der die tridentinische Messe wieder eingeführt werden kann
und wird.
@ von Galen Ein solcher Schritt wäre verkehrt. Viele aus jener Generation, die heute um die 70 ist, bexchreiben
ihre Erfahrungen mit der alten Messe als negativ und die einführung der NOM als Befreiung. Daß seither
vieles sträflich falsch läuft, hat der Erzbischof Rajinth hinreichend beschrieben. Eine Ins-Recht-Setzung
der alten Messe würde m.E. reichen. Außerdem gehören jene Bischöfe auf den Pott gesetzt, die seit
Jahren die alte Messe zu kriminalisieren versuchen. @ Asphyx: Daß Gott Sie nicht mit blühendem Intellekt
ausstattete, dafür können Sie nichts. Daß Sie Ihre offensichtliche Unterbelichtung aber hier grölend
zum besten geben, ist unverzeihlich. Wenn Sie nicht augenblicklich Ihre Dummbeuteleien, die einem die
Schuhe ausziehen, einstellen, werde ich für Ihre Sperrung sorgen.
@ Asphyx Und ich hoffe, daß der heilige Vater endlich dieses dieses hirnrissige Zölibat abschafft, Wollen
Sie Priester werden? Nonnen schwanger werden dürfen, Sie könnten sich um ein Regierungsamt bewerben,
die stehen auch auf dem Standpunkt: „Sinn egal, Hauptsache Reform“. Welchen Sinn soll Ihre Forderung machen?
Eine Nonne hat sich ja gerade gegen eine Familie entschieden und ist ins Kloster gegangen. Niemand hindert
Sie daran, mit Ihrer Familie und anderen Familien in eine Haus zu ziehen, dort eine Kapelle einzurichten
und das Stundengebet zu halten. Es besteht keine Notwendigkeit, dies auch in einem Kloster zu tun. Sie
müssen ja nicht alles an einem Ort anbieten Männer und Frauen absolut gleichberechtigt sind Die paar
Unterschiede… und Fundamentalisten, egal welcher Colour von ihm Exkommuniziert werden. Wie war das noch?
Die Pastoral-Brüderlichen beginnen zu anathemisieren.
@ Asphyx der irre >>Und ich hoffe, daß der heilige Vater endlich dieses dieses hirnrissige Zölibat abschafft,
Nonnen schwanger werden dürfen, Männer und Frauen absolut gleichberechtigt sind und Fundamentalisten,
egal welcher Colour von ihm Exkommuniziert werden. Amen!<< Mag ja sein das du dein einlauf noch nicht
bekommen hast, aber dass der entzug dich als verklappste marionette stilisiert(?), au backe.
Liturgiereform Schön, was der Sekretär da sagt, aber leider nichts Neues. Das ist alles mittlerweile
bekannt, nur wo bleibt die Konsequenz (Reform der Reform)? Jedoch habe die klassische Liturgie durch den
von Erzbischof Marcel Lefebvre und seinen traditionalistischen Anhängern verursachten Bruch mit der Kirche
eine bestimmte Identität erhalten, die nicht korrekt sei. Das ist richtig, allerdings sind die Bischöfe
mit ihrer Weigerung, den Anhängern des alten Ritus den Platz einzuräumen, der ihnen von Ecclesia Dei
zugestanden wird, an diesem Zustand nicht ganz unschuldig. Damit hat man es geschafft, jeden, der sich
für die alte Messe interessiert gleich des reaktionären Sektierertums zu verdächtigen. @ Graf Wenn
es nach mir ginge, würde der NOM wieder abgerschafft ME ganz und gar undurchsetzbar. Man darf nicht vergessen,
dass man als Messbesucher von Messen im alten Ritus zu einer wirklich kleinen Minderheit gehört. Ich
persönlich wäre auch nicht dafür. Allein eine Verordnung, die der alten Messe den Ruch des Verfemten
nehmen würde, würde bereits reichen. Dann nämlich können ALLE etwas unbefangener an diese Frage herangehen.
@ Graf von Galen Und ich hoffe, daß der heilige Vater endlich dieses dieses hirnrissige Zölibat abschafft,
Nonnen schwanger werden dürfen, Männer und Frauen absolut gleichberechtigt sind und Fundamentalisten,
egal welcher Colour von ihm Exkommuniziert werden. Amen!
Rückkehr zur tridentinischen Messe Wenn es nach mir ginge, würde der NOM wieder abgerschafft und die
tridentinische Messe in ihr altes Recht wieder eingesetzt. Ich hoffe und bete, daß der Hl. Vater die
Kirche zur Tradition zurückführt.