Raus aus ‘Donum vitae’
Wieder auf Druck der Glaubenskongregation
Die deutsche Bischofskonferenz untersagt kirchlichen Mitarbeitern eine Tätigkeit bei der von der Kirche abgelehnten Schwangerenberatung ‘Donum vitae’.
(kreuz.net) Für die deutschen Bischöfe ist eine Mitarbeit beim Verein ‘Donum vitae’ mit einer kirchlichen Tätigkeit unvereinbar.

Das erklärte die Bischofskonferenz laut einem Bericht, der gemeinsam von der ‘Frankfurter Allgemeine Zeitung’ und dem ‘Kölner Stadt-Anzeiger’ recheriert wurde.

‘Donum vitae’ wurde im September 1999 gegen den Willen der deutschen Bischöfe gegründet. Die Vereinigung berät schwangere Mütter und stellt ihnen auf Wunsch auch Beratungsbestätigungen aus. Diese können in Deutschland für eine legale Kinderabtreibung verwendet werden.

Die jüngste Distanzierung der Bischofskonferenz wird in den kommenden Tagen in den Amtsblättern der Bistümer veröffentlicht.

Damit erhält der Beschluß Rechtskraft.

Welche die Strafmaßnahmen im Falle eines Zuwiderhandelns sind, wurde nicht bekannt.

Die Bischofskonferenz erklärte ferner, daß es sich bei ‘Donum vitae’ um eine Vereinigung außerhalb der Katholischen Kirche handle.

Deshalb seien keine institutionellen und personellen Kooperationen mit dem deutschen Caritasverband und dem ‘Sozialdienst katholischer Frauen’ möglich.

Wer in kirchlichen Räten und Mitwirkungsgremien sowie in kirchlichen Verbänden und Organisationen Verantwortung übernimmt, solle „zum Zwecke der größeren Klarheit des kirchlichen Zeugnisses auf eine leitende Mitarbeit in Donum vitae verzichten“.

So könnten die Unterschiede zwischen ‘Donum vitae’ und der Position der Kirche besser zur Geltung gebracht werden.

Nach Ansicht der Bischöfe dient die Klarstellung der „Einheit der Kirche“. Gläubige und Bischöfe seien gemeinsam an die „Maßgaben des Papstes“ gebunden.

Nach Informationen der ‘Frankfurter Allgemeinen’ folgt der Beschluß der deutschen Bischofskonferenz einer entsprechenden Bitte der Glaubenskongregation.

Im November 2000 hatte der damalige Nuntius in Deutschland, Erzbischof Giovanni Lajolo, im Auftrag der Glaubenskongregation festgestellt, daß sich ‘Donum Vitae’ „in einem offenen Widerspruch zu den Anweisungen des Heiligen Vaters“ befindet.

Die Tätigkeit des Vereins verdunkle „das Zeugnis der katholischen Kirche, für das alle Glieder – Geistliche, Ordensleute und Laien – Verantwortung tragen“.
      
16 Lesermeinungen
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#16   möchtegern-kathole   19:12:08 | Mittwoch, 28. Juni 2006
Neue Kongregation
etwas ironisch sollte man dem Papa-Raz die Gründung einer „Kongregation für germanische Angelegenheiten“ empfehlen und den deutschen Bischöfen das klösterliche Leben
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#15   Jörg Guttenberger, Köln   18:21:12 | Dienstag, 27. Juni 2006
Abtreibung
Es geht hier um Gesinnungs- und Verantwortungsethik.
Es ist völlig klar, daß die Kirchen keine diskret „Beratungsscheine“ genannten Tötungslizenzen ausstellen dürfen. Ich selber stehe daher ohne Vorbehalt auf der Seite Roms, das solches völlig zu recht verbietet.
Andererseits wird mir entgegengehalten (von mir nicht nachprüfbar), in Ländern mit so gut wie absolutem Abtreibungsverbot (d. h. einzige Ausnahme bei unverantwortlicher Gefährung des Lebens der Mutter) sei die Anzahl der illegalen Abtreibungen höher, als bei uns die Anzahl der „legalen“.
Hieraus ergeben sich folgende Fragen:
1. Stimmt diese Behauptung?
2. Wenn diese Behauptung stimmt, zeigt das nur, daß ein Verbot alleine nichts nutzt. Hier ist noch eine Menge Bewußtseinsbildung zu leisten, und in erster Linie ist ein überzeugtes und überzeugender geschlossener Auftritt der Kirchen gefragt. Unterschiedliche Meinung innerhalb der Kirchen wirken nicht überzeugend
Die Ausstellung von Beratungsscheinen bewirkt jedenfalls den Eindruck, die Kirchen billigen die Tötung der Ungeborenen und wirkt daher verhehrend auf Bewußtseins-und Gewissensbildung.
Es geschieht schon heute sehr viel von Kirche und Privat für Schwangerschaftskonflikte. Aber offenbar geschieht noch nicht genug.
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#14   legeslegmegszentségtelenithetetlenségeskedéseitekért †   11:04:34 | Dienstag, 27. Juni 2006
Erklärung
Wer dafür eine Erklärung braucht, dem kann man nicht mehr helfen.
Danke für diesen ehrlichen Satz.
Würde es sich um einen Sachverhalt handeln, der einfach zu erklären ist, dann könnten sie sicherlich die intellektuellen Kapazitäten aufbringen, diese Erklärung zu liefern.
So haben Sie zumindest außer Streit gestellt, dass dies nicht der Fall ist und die Erklärung nicht erbracht werden kann. Nun wäre noch zu erklären:
Kann sie a) nicht erbracht werden, weil es sie nicht gibt?
Oder kann sie b) nicht erbracht werden, weil sie so künstlich konstruiert, an den Haaren herbeigezogen und wirr ist, dass es Ihnen zu aufwändig wäre, sie zu erbringen?
Oder kann sie c) – was ich nicht vermute – aus dem Grund nicht erbracht werden, da Ihr Reservoir an intellektuellen Kapazitäten erschöpft ist?
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#13   Benedikt   10:48:04 | Dienstag, 27. Juni 2006
@ aschera
Deshalb gehe ich davon aus, dass diese keine ergebnisoffene Beratung anbieten, sondern eine, die klar darauf ausgerichtet ist, den Umsatz der Abtreibungskliniken zu steigern.
Ich persönlich finde das bedenklich, sehr bedenklich!
Bedenklich? Das wäre schlicht und einfach rechtswidrig (§ 219 StGB). Im übrigen gibt es natürlich weiterhin kirchliche Beratungsstellen – sie stellen nur keine Scheine mehr aus.
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#12   Rodolfo Panetta   09:16:06 | Dienstag, 27. Juni 2006
Erfreuliche Klarstellung!
Diese erfreuliche Klarstellung ist überfällig. Bei uns im Kreis Freudenstadt liest sich das Namensverzeichnis von „Donum Vitae“ wie das „Who is who?“ des örtlichen Funktionärskatholizismus. Die Frau des Landrats, eine Schwester von Erwin Teufel, ist Vorsitzende. Man hat den Eindruck, als bedeute „katholisch sein“ für viele in erster Linie Widerstand gegen Rom zu leisten.
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#11   methusalix †   00:25:59 | Dienstag, 27. Juni 2006
Es erinnert doch sehr an einen gewissen Pontius Pilatus,
was die Kirchenbeamten da treiben. Sie sagen: „Wir wollen nicht mit schuld sein an Schwangerschaftsabbrüchen!“
Sie sind genau an den Schwangerschaftsabbrüchen mit schuld, die sich durch eine einfühlsame kirchliche Beratung hätten verhindern lassen. Aber kann es, angesichts der Rabulistik, die auch von höchsten Kirchenbeamten betrieben wird (Meisner von Köln, z. B.), so etwas überhaupt geben?
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#10   Inderwld   19:42:30 | Montag, 26. Juni 2006
Beratung
Die katholische Kirche war nie gegen die beratung, ganz im Gegenteil. Sie ist aber gegen die Ausstellung des Tötungsscheines. Dieser Unterschied ist zu beachten. Donum vitae rechtfertigt sich mit der Lüge, dass die Amtskirche gegen Beratung sei.
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#9   apex   19:25:18 | Montag, 26. Juni 2006
@ legeslegmegszentségtelenithetetlenségeskedéseitekért
Rom dafür verantwortlich zu machen, dass – wie aschera schreibt – „… der Schwangerenberatungsmarkt von Beratungsstellen abgedeckt wird, deren Unabhängigkeit mir nicht wirklich verlässlich nachgewiesen erscheint.“,
ist nichts anderes als Blödsinn.
Blödsinn ist Blödsinn.
Wer dafür eine Erklärung braucht, dem kann man nicht mehr helfen.
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#8   legeslegmegszentségtelenithetetlenségeskedéseitekért †   19:04:37 | Montag, 26. Juni 2006
Einführung in die hohe Schule der Argumentationskunst:
apex: „Blödsinn.“
Vortrefflich argumentiert, wirklich! Da haben Sie es den anderen aber wieder gezeigt!
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#7   apex   18:58:19 | Montag, 26. Juni 2006
@ aschera
Vorweg:
Ich war nie bei einer Schwangerenberatung von Donum Vitae und ich werde auch nie hingehen.
Was geht mich das an?
Trotzdem:
Wenn ich jemanden raten würde, sich beraten zu lassen, dann würde ich wollen, dass jemand aus kirchlichem Kontext, am Besten mit guter theologischer Bildung das tut. Was Sie mit gottesleugnerischer Beratung meinen, verstehe ich nicht.
Das war mir klar. Ein Schwangerschaftsabbruch ist eine Tötung und somit die Missachtung der Gebote Gottes. Wer also so eine Tötung toleriert und Scheine ausstellt – und das tat die deutsche Kirche auch – der handelt gotteslleugnerisch.
Beratung sollte doch neutral auf alle zugehen können.
Aber nicht die der Kirche. Die Kirche hat die Pflicht in ihrer Beratung auf die Gebote Gottes hinzuweisen. Wenn sie das nicht tut, dann ist sie keine Kirche.
Rom verantwortet seit einiger Zeit, dass der Schwangerenberatungsmarkt von Beratungsstellen abgedeckt wird, deren Unabhängigkeit mir nicht wirklich verlässlich nachgewiesen erscheint.
Blödsinn.
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#6   aschera   18:38:20 | Montag, 26. Juni 2006
@apex
Vorweg:
Ich war nie bei einer Schwangerenberatung von Donum Vitae und ich werde auch nie hingehen.
Trotzdem:
Wenn ich jemanden raten würde, sich beraten zu lassen, dann würde ich wollen, dass jemand aus kirchlichem Kontext, am Besten mit guter theologischer Bildung das tut.
Was Sie mit gottesleugnerischer Beratung meinen, verstehe ich nicht. Beratung sollte doch neutral auf alle zugehen können. Ich meine, es ist mir auch egal, ob die Bankangestellten, bei denen ich auf mein Sparbuch einzahle, gläubig sind oder nicht, sondern sie sollen mich ordentlich beraten.
Ich höre zum ersten Mal, dass die Beratung dort inkompetent sein solle. Das kann ich zwar nicht aus eigener Erfahrung beurteilen, aber bisher habe ich keine Indizien dafür gesehen.
Was hat Rom damit zu tun?
Rom verantwortet seit einiger Zeit, dass der Schwangerenberatungsmarkt von Beratungsstellen abgedeckt wird, deren Unabhängigkeit mir nicht wirklich verlässlich nachgewiesen erscheint. Deshalb gehe ich davon aus, dass diese keine ergebnisoffene Beratung anbieten, sondern eine, die klar darauf ausgerichtet ist, den Umsatz der Abtreibungskliniken zu steigern.
Ich persönlich finde das bedenklich, sehr bedenklich!
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#5   Toby   18:32:49 | Montag, 26. Juni 2006
Interpretationsspielraum
Wer in kirchlichen Räten und Mitwirkungsgremien sowie in kirchlichen Verbänden und Organisationen Verantwortung übernimmt, solle „zum Zwecke der größeren Klarheit des kirchlichen Zeugnisses auf eine leitende Mitarbeit in Donum vitae verzichten“.
Was heißt das eigentlich konkret? Was ist mit „leitender Mitarbeit“ gemeint? Heißt das im Umkehrschluss, dass eine einfache katholische Beraterin, die bei „Donum vitae“ beschäfigt ist, aber dort keine leitende Funktion einnimmt, auch weiterhin im Pfarrgemeinderat oder bei der kfd tätig sein kann?
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#4   apex   18:18:03 | Montag, 26. Juni 2006
@ aschera
Kann denn Beratung schlecht sein?
Ja, wenn sie inkompetent und gottesleugnerisch durchgeführt wird.
Will Rom wirklich, dass die gesetzlich vorgeschriebene Schwangerschaftsberatung nur mehr von den Abtreibungskliniken angeboten wird…
Warum sollte Rom das wollen?
wo das Wunschergebnis aus der Sicht der Beratenden schon von vornherein feststeht – nämlich dass die Kassen klingeln sollen?
Und was hat Rom damit zu tun?
Soll Rom der weltlichen, gesetzlich vorgeschriebenen Schwangerschaftsberatung vorschreiben, was/wie sie beraten soll? – dann würdest du wahrscheinlich als erste, Rom die Einmischung in weltliche Angelegenheiten unterstellen und auch dann gegen die Kirche jaulen, so wie du das bereits versuchst.
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#3   aschera   17:50:44 | Montag, 26. Juni 2006
Beratung
Kann denn Beratung schlecht sein? Will Rom wirklich, dass die gesetzlich vorgeschriebene Schwangerschaftsberatung nur mehr von den Abtreibungskliniken angeboten wird, wo das Wunschergebnis aus der Sicht der Beratenden schon von vornherein feststeht – nämlich dass die Kassen klingeln sollen?
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#2   Toby   17:04:36 | Montag, 26. Juni 2006
Deutsche Bischofskonferenz
Offenbar ist die Deutsche Bischofskonferenz derzeit ohne Druck aus Rom weder fähig noch willens, aus eigenen Stücken klare katholische Richtlinien zu formulieren. Sie hätten dazu schließlich sechs Jahre Zeit gehabt. Da sieht man einmal mehr, wie langmütig die „bösen Römer“ sind.
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#1   nachtlaterne71   16:46:23 | Montag, 26. Juni 2006
Wieder auf Druck?
Finde die Entscheidung der DBK richtig und konsequent. Aber warum wird ihr durch die Überschrift „Wieder auf Druck der Glaubenskonkregation“ Eigenkompetenz abgesprochen? Vielleicht entsprechen die Entscheidungen der DBK auch ihren Ansichten… ;-)
flatratepower
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