17:14:48 | Dienstag, 27. Juni 2006
Der katholische Klerus im Gaza-Streifen soll dazu beitragen, den verschleppten israelischen Soldaten wieder nach Hause zu bringen.
(kreuz.net, Tel Aviv) Der Heilige Stuhl will sich darum bemühen, den im Gaza-Streifen verschleppten israelischen
Soldaten Gilad Schalit wieder zurückzubringen.
Das berichtete die Tageszeitung ‘The Jerusalem Post’
heute Dienstag.
Für den Soldaten, der auch französischer Staatsbürger ist, hat sich bereits Frankreich
eingesetzt.
Nach einem Treffen mit dem israelischen Präsidenten Mosche Katsav erklärte der Päpstliche
Nuntius im Heiligen Land, Mons. Antonio Franco, am Montag, daß der Vatikan sein bestes geben werde, um
den Schalit nach Hause zurückzubringen.
Der Nuntius im Heiligen Land hatte sich ins Haus des Staatspräsidenten
begeben, um ihm sein Beglaubigungsschreiben als vatikanischer Botschafter für Israel zu überreichen.
In der anschließenden privaten Konversation brachte Staatspräsident Katsav auch das Schicksal des verschleppten
Soldaten vor und bat den Heiligen Stuhl um Hilfe.
Der Nuntius versprach eine Mitarbeit, noch bevor er
mit dem Vatikan Rücksprache getroffen hatte. Er sagte dem Staatspräsidenten, daß er Kontakt mit dem
katholischen Klerus im Gaza-Streifen aufnehmen werde.
Der israelische Staatspräsident diskutierte mit
Mons. Franco auch die Möglichkeit eines Besuches von Papst Benedikt XVI. im Heiligen Land.
Der Nuntius
antwortete, daß ein solcher Besuch zwar geplant, aber noch keine Datum festgelegt sei.
Der israelische
Staatspräsident hatte den Papst bei einem Besuch im vergangenen November nach Israel eingeladen.
Eine
zweite Einladung des damaligen interimistischen Premierministers Ehud Olmert erhielt der Papst im vergangenen
April bei einem Treffen mit dem israelischen Politiker Schimon Peres.
Kürzlich soll der Päpstliche
Nuntius mit dem Tourismusminister Isaak Herzog die Möglichkeit diskutiert haben, eine Bischofssynode
unter Beteiligung des Papstes im Heiligen Land abzuhalten.
Vor Radio Vatikan drückte Mons. Franco am
Montag seinen Wunsch aus, daß der verschleppte israelische Soldat freigelassen werde, „ansonsten könnte
es zu Repressionen kommen, und jedermann kann voraussehen, was geschehen könnte“.
Nach Angaben der italienischen
Nachrichtenagentur ‘AGI’ sprach Nuntius Franco mit Präsident Katsav auch über die Beziehungen zwischen
Israel und dem Heiligen Stuhl.
Die Beziehungen seien „gut“, müßten aber verbessert werden.
Der Nuntius
erwähnte die vielen bilateralen Treffen, die in den letzten Monaten von den Vertretern der israelischen
Regierung
boykottiert wurden: „Wir erwarten die nächsten Treffen.“
Nach Angaben von Mons. Franco ist
die Hoffnung im Heiligen Land „schwach und zerbrechlich“.
Die christliche Minderheit im Land zahle den
höchsten Preis:
„Sie sind oft gezwungen, im Ausland Asyl zu suchen. Unsere Christen leiden. Sie bezahlen
für die Folgen dieser Situation, aber sie sind ein Faktor der Moderation, weil Katholiken immer die Suche
nach dem Frieden und die Vermittlung bevorzugen.“
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Parzifal 13:08:27 | Mittwoch, 28. Juni 2006