„Von den Amtsbrüdern nicht selten in Stich gelassen“
Heute begeht der gesundheitlich schwer angeschlagene emeritierte Bischof von St. Pölten, Mons. Kurt Krenn, seinen 70. Geburtstag. Zum Ehrentag wurde eine Festschrift mit namhaften Autoren veröffentlicht. Auszüge einiger Beiträge.
„Ritter der Wahrheit“ Von Prälat Johannes B. Torello – Priester des Opus Dei und Neurologe
„Als Mann
Gottes verblüffte er die »Weisen und Klugen«, deren rechte Hand immer genau kalkuliert, was die linke
tut.
Da er aber die Gnade eines ungewöhnlich wirksamen »Schnabels« hatte, war er ein beliebter Gast
bei den verschiedensten Diskussionen, die Medien aller Art veranstalteten.
Dort war er immer ein ruhiges,
liebenswürdiges, unerschütterliches Bollwerk der Treue zur katholischen Kirche; niemals kokettierte
er mit den vom antirömischen Affekt infizierten Oberlaien.
Er wurde von den Geschwistern, die sich anmaßen
»die Kirche zu sein« systematisch hart attackiert und von den Amtsbrüdern nicht selten in Stich gelassen.
Alles wie genau vorprogrammiert.“
„Bischof Kurt Krenn und Rom“ Von Prälat Camille Perl – Sekretär
der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei
„Das römische Studium unseres Theologen [Kurt Krenn] dauerte
zehn lange Jahre, von 1955 bis 1965. Aber schon nach sieben Jahren ist das erste und wichtigste Ziel erreicht:
die Priesterweihe.
Sieben Stufen führten damals noch hinauf an den Altar; es war wirklich »der Berg
mit den sieben Stufen«, den der amerikanische Schriftsteller und Trappist Thomas Merton († 1968) in einem
Buch beschrieben hatte, das damals viel gelesen wurde.
Der Tonsur folgten vier Niedere Weihen, dann die
Weihe zum Subdiakon, verbunden mit der Übernahme des Zölibates, – schweigend, aber eindrucksvoll ausgedrückt
nur mit einem Schritt nach vorne auf den weihenden Bischof zu, – dann die Weihe zum Diakon, und endlich
die Priesterweihe.“
„Erinnerungen an einen Philosophen“ Von Propst Walter Plettenbauer und Hw. Leon Sireisky
aus der Diözese Linz – frühere Studenten von Bischof Krenn
„In den frühen siebziger Jahren (Kurt Krenn
kam 1970 als Professor nach Linz, zunächst für Logik und Erkenntnislehre, dann auch für Metaphysik,
Theologik und Kosmologie) war sowohl im Priesterseminar als auch an der Hochschule Kritik an der eigenen
Kirche angesagt, ja leider fast ein Muß, wollte man als Priesteramtskandidat überleben.
Prof. Krenn
hat deutlich gegengesteuert. Damit war er in jenen Jahren auch ein mutiger Priesterbildner.
Als er für
den damaligen 3. Jahrgang des Linzer Priesterseminars 1972 die Exerzitien in Stift Schlägl hielt, sagte
er den Seminaristen nicht, es bestünde die Gelegenheit zur Beichte, vielmehr hieß es kategorisch: »Es
ist die Beichte«.
Und bei der Feier der Eucharistie begann er das Hochgebet seelenruhig mit den Worten:
»Te igitur, clementissime pater… «
Niemand außer Kurt Krenn hätte damals den Mut besessen, einfach
den Römischen Kanon in lateinischer Sprache zu verwenden.“
„Ein neuer Weihbischof für Wien“ Von Hw.
Ildefons Manfred Fux – Schwesternseelsorger und Dozent für spirituelle Theologie an der Hochschule St.
Pölten
„Es gab diesen Menschenteppich [bei der Bischofsweihe von Mons. Krenn]. Vor jedem Seitenportal
des Domes warteten etwa 40 Menschen, vor allem Jugendliche, um sich vor Krenn bei seinem Kommen auf den
Boden zu werfen.
Manche von ihnen wird Krenn in Chur wiedersehen. (Am 22. Mai 1988 kam es bei der Bischofsweihe
von Wolfgang Haas auf dem Domplatz zu ähnlichen Aktionen. Bischof Krenn: Dich kenn’ ich ja…!)
Selbstverständlich
war ein TV-Kamerateam sofort zur Stelle, um die Szene zu filmen. Sie wird dann immer wieder gezeigt werden.
Vereinzelt gab es selbstgebastelte Plakate bzw. Transparente:
»Rom tut, als wären wir Heiden«; »Jesus:
Mensch steh auf. – Rom: Knie nieder, du Sünder«; »Ein christlicher Gemüsegarten ist mir lieber als
eine Krenn-Plantage«; »Fürchtet euch nicht. Die Kirche brennt«.“
„Zu den Bemühungen von Weihbischof
Kurt Krenn um eine Korrektur der Mariatroster Erklärung von 1968“ Von Wolfgang Waldstein – emeritierter
Professor der Salzburger Rechtswissenschaftlichen Fakultät
„Bekannt ist mir aber die Tatsache, daß
der vom damaligen Weihbischof Krenn in der Bischofskonferenz im März 1988 vorgelegte Entwurf [einer Erklärung
gegen die früher veröffentlichte ‘Mariatroster Erklärung’ zur künstlichen Empfängnisverhütung] keine
Chance auf Annahme hatte.
Es kostete Weihbischof Krenn vielmehr große Mühe, überhaupt eine Erklärung
zu erreichen, die irgendwie der Aufforderung des Papstes entspricht.
Sie kam schließlich zustande als
‘Erklärung der Österreichischen Bischofskonferenz – Enzyklika Humanae vitae und Apostolisches Schreiben
Familiaris consortio’. […]“
„In der Folgezeit hat man jedoch wenig über diese Erklärung gehört.
Sie ist faktisch totgeschwiegen worden.
Was von dieser Erklärung an Wirkung ausgegangen ist, hat Kardinal
König in einem groß aufgezogenen Fernsehinterview im August 1994 feierlich klargestellt.
Auf die Frage
des Interviewers, ob nun die Mariatroster Erklärung noch gelte oder nicht, antwortete Kardinal König
dezidiert: »Selbstverständlich gilt sie«.“
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19 Lesermeinungen
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„Alles wie genau vorprogrammiert“ Wenn man obige Ausführungen liest, muss man sich wohl fragen, ob Hw.
Torello nicht der bessere Nachfolger für Bischof Krenn gewesen wäre als sein Opus-Dei-Mitbruder…
Nun beide Urteile rechtskraeftig bestaetigt Nun sind beide oesterreichischen Urteile erster Instanz rechtskraeftig
bestaetigt worden, auch dieses www.kreuz.net/bookentry.212.html.
@ Kurt Krenn Das Bistum hat mit Bischof Krenn einen guten Hirten verloren. Aber, was soll’s – man hat
es so gewollt. Der Neubeginn ist fehlgeschlagen, Neo-Bischof Klaus beklagt, dass er nichts durchsetzen
kann/darf. Die alte Garde um Fasching, Schritti & Co. sind noch aktiv. Das Priesterseminar leert sich
zusehends. Kaum ein Jahr im Amt hat der neue Regens Leichtfried zahlreiche Seminaristen verloren – von
Neueintritte keine Frage. Priesterweihen sind eine Seltenheit geworden. Da versucht man halt den Diakonen
eine „Primiz“ zu veranstalten, dass das Volk nicht mehr weiss worum es geht. Der Klausi bekommt nun eine
Kost, die sein Emeritus jahrelang kosten musste. Ad multos annos Bischof Klaus…
Scheinheilig Sie verwechseln einzelne Personen mit katholischer Lehre! Bloß weil zum Beispiel ein Priester
pädophil ist, heißt das noch lange nicht, daß die ganze katholische Morallehre falsch ist. Das ist
eine typische allgemeine Floskel
#13 Scheinheilig 12:26:42 | Mittwoch, 28. Juni 2006
@Laurentius2: Oder er beweisst, dass er… 3. Um das höchst ummoralische und nicht wirklich christliche
Treiben gewisser Päpste im Mittelalter weiss (Doppelmoral lässt Grüssen)
#12 Laurentius2 12:23:32 | Mittwoch, 28. Juni 2006
@Asbeel u.a. Liberale Wer wie Asbeel gegen die ewige seit den Aposteln ununterbrochen überlieferte christliche
Moral so polemisiert, beweist nur: 1. daß er offenbar immer noch in der Pubertät steckt. 2. nicht katholisch
bzw. zumindest exkommuniziert ist.
Seien Sie vorsichtig, Asbeel! Diese durch und durch bösen Worten werden Ihnen in der Stunde Ihres Todes
bitter aufstoßen! Und danach wünsche ich Ihnen einen gnädigen Richter!
Sprache! @Asbeel: Eigentlich wäre ich grundsätzlich geneigt, Ihnen zuzustimmen. Doch mich stört ihre
Sprache. Wie auch in anderen Diskussionen sind wir – denke ich – gehalten, auch dem St. Pöltner Altbischof
mit Respekt zu begegnen. Wenn Sie das ganze aus der Distanz so formulieren könnten, dass Sie nicht eine
Person beleidigen, sondern berechtigte Kritik an der Haltung und Tätigkeit eines Bischofs vorbringen,
wäre ich sehr dankbar dafür! Ich bin überzeugt, Sie können das!
blöde Frage Ich mein, ich gratuliere dem Bischof nicht zum Geburtstag, weil ich ihn persönlich nicht
wirklich kenne, aber eine Frage an die vielen Gratulanten hätte ich schon: Wieso stellen Sie die Gratulationen
hier herein? Der Herr Bischof hätte doch eine HP, da ist die Wahrscheinlichkeit doch viel höher, dass
sie ankommen! Oder nicht?
Herzlichen Glückwunsch! Lieber Herr Bischof Krenn! Zu Ihrem 70. Geburtstag und für die Zukunft Gottes
reichen Segen! Vielen Dank für Ihr Vorbild an Mut und Klarheit in der Verkündigung! Sie sind unserem
Herrn Jesus Christus nachgefolgt, weil Sie als Knecht nicht über dem Meister stehen wollten. Auch wenn
es Ihnen zur Zeit nicht gut geht, Sie werden Ihren Lohn von dem bekommen, für den Sie Ihr Leben hingegeben
haben! Gut, daß es solche Diener wie Sie in der Kirche gibt! Nochmals vielen Dank für alles!
Glückwunsch Ich wünsch ihm auch alles Gute und zum Geschenk eine einsame Klosterzelle in einem Schweigeorden,
ohne Fax, Telefon und Internet, mit Besuchsverbot und Klostersuppe, damit er endlich wirklich nichts mehr
sagen kann. Vor mir aus kann er da hundert und eins werden …
@Herzlichen Glückwunsch … auch vom guten Horst, der Ihnen viele aufrichtige Feinde wünscht, die mehr
wert sind als die vielen falschen Freunde. „Magnificat anima me dominum!“
ich persönlich … … würde doch darum Bitten, diesen Mann in Ruhe alt werden zu lassen. Wenn zwar
spät, so hat er doch in den letzten aktiven Tagen gelernt: Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde
mehr.
Herzlichen Glückwunsch und Gottes Segen! Ein lesenswerter Beitrag in der Festschrift stammt von P. Ildefons
Fux OSB, der die Proteste rund um die Bestellung Dr.Krenns zum Weihbischof von Wien im Frühjahr 1987
beleuchtet.