Kardinal Trujillo
Ein Fall für den Gesinnungsrichter?
In einem Interview äußerte ein Kurienkardinal die Befürchtung, daß die Kirche für ihren Einsatz für Lebens- und Familienrechte bald schon gerichtlich verfolgt werden könnte.
(kreuz.net, Vatikan) Stammzellenforscher, die mit Kleinstkindern hantieren, sind exkommuniziert.

Das betonte Alfonso Kardinal Lopez Trujillo, der Präsident des Päpstlichen Rates für die Familie, in einem Interview mit der italienischen Wochenzeitung ‘Famiglia Cristiana’.

Die vorsätzliche Zerstörung von menschlichen Embryonen zu Forschungszwecken komme einer Kinderabtreibung gleich – so der Kardinal.

Genauso, wie alle an einer Kinderabtreibung Beteiligten mit dem Kirchenbann belegt seien, sei dies bei der Stammzellenforschung an Kleinstkindern der Fall.

Bei einer Kinderabtreibung treffe die Exkommunikation den Abtreiber, seine Gehilfen und die Kindsmutter. Wenn der Kindsvater der Schlachtung zustimme, sei auch er exkommuniziert.

Bei der Forschung an Kleinstkinderzellen treffe die Exkommunikation die Eltern, die beteiligten Ärzte und die Forscher, „die den Embryo eliminieren“.

Politiker, welche die Kinderabtreibung befürworten, sollten nicht zur Heiligen Kommunion gehen, so der Kurienkardinal.

In dem Interview gestand Kardinal Trujillo, daß er über derzeitige politische Trends tief besorgt sei.

Es gebe Forderungen, daß die Kirche für ihren Einsatz für das Lebensrecht ungeborener Menschen, für die Ehe zwischen Mann und Frau und für ihre Verteidigung der Familie mit Strafen belegt werden solle.

In der westlichen Welt hätten Handlungen, die einst als „Verbrechen erkannt wurden“, heute den Status von Rechten.

Gleichzeitig gelte es als eine Art Straftat, wenn man über die Verteidigung des menschlichen Lebens oder Familierechte nur spreche.

Der kolumbische Kurienkardinal beschrieb in dem Interview auch, daß das Leben in den Augen der Gegenwartskultur nicht mehr heilig und unantastbar sei: „Es ist zu etwas Manipulierbaren in der Hand des Menschen geworden.“

Die Kirche sei in Gefahr, vor Internationale Gerichte gezerrt zu werden – wenn sich der derzeitige politische Trend fortsetze.

Dennoch sei die Kirche weiterhin entschlossen, das menschliche Leben zu verteidigen.

Die italienische Tageszeitung ‘La Repubblica’ kommentierte, daß das heute veröffentlichte Interview so kurz vor der Papstreise zum Weltfamilientreffen in Spanien „ein Angriff mit gezücktem Schwert“ sei.

Papst Benedikt XVI. und Kardinal Trujillo werden Anfang Juli zum Weltfamilienkongreß ins Ostspanische Valencia reisen.
      
13 Lesermeinungen
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#13   methusalix †   01:36:59 | Freitag, 30. Juni 2006
@Knecht
Knecht Ruprecht: Das die Kriche
praktisch immer im Krieg mit Regierungen ist, da diese oft gegen das Christentum gerichtet Politik betreiben ist seit 2000 Jahren nichts neues.
Richtig Knecht!
Wenn Sie heute laizistische, also religiös neutrale Regierungen, was die Regierung in Berlin NICHT ist (die in München gleich gar nicht, obwohl Hundhammer tot ist), als gegen die römisch-katholische Kirche eingestellt sehen, nur weil die Kirchenbeamten nicht mehr ganz besonders privilegiert sind, sollten Sie sich auf bittere Zeiten vorbereiten. Die weltliche Macht der Hierarchen ist hin.
Andererseits kann man dies auch als die grosse Chance begreifen. Die Kleriker können jetzt in einem Sturm der Mission verloren gegangenes Terrain durch Überzeugungskraft und vor allem vorbildliches Verhalten den Menschen gegenüber so zurückgewinnen, dass die Bindung der Menschen an ihren Glauben fester denn je sein wird. Solange sich Pfaffen jedoch um die richtige Zeit zur Kniebeuge, die richtige Stellung des Altars oder falsche Kirchenmusik zanken, ist diese Chance vertan, wie so oft.
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#12   Onan †   00:15:03 | Freitag, 30. Juni 2006
@Beobachterin
So etwas kennt man sonst nur in Diktaturen.
Weil also nicht nur die 2er Beziehung gelehrt wird, sondern auch die anderen Beziehungskonstellationen, die auch bereits eifrig gelebt werden, glauben Sie in einer Diktatur zu leben?
Eine Diktatur wäre es, wenn nur die Zweierbeziehung, aber nicht die ganze Fülle der möglichen Lebensformen gelehrt werden würde!
Auch wenn es Ihnen schwer fällt dass zu glauben, nicht alle haben das zweifelhafte Glück von einer Idee (in Ihrem Fall der Katholizismus) so besessen zu sein, dass jede Alternative einem diktatorisch vorkommt :-D
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#11   Uwe Schmidt   00:12:10 | Freitag, 30. Juni 2006
Trujillo
Trujillo übertreibt mal wieder ein bisschen. Im Moment kann der Kirche noch keiner was, wir sind noch ziemlich stark. Wenn wir uns allerdings in einen antiislamischen Religionskrieg hineinziehen lassen und uns dadurch für immer und ewig als moralische Instanz diskreditieren, dann wird es für die Mächtigen dieser Welt ein Leichtes, die Kirche schlicht zu verbieten.
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#10   Gotthard   22:09:56 | Donnerstag, 29. Juni 2006
Gesetz ist notwendig
als daß sie gegen Antidiskriminierungsgesetz usw. lauthals die Stimme erheben.
Hoffentlich kommt das Anti-Diskriminierungsgesetz bald … dann können Rolli-Fahrer nicht mehr aus Restaurants geworfen werden …
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#9   Beobachterin   22:08:17 | Donnerstag, 29. Juni 2006
gefährliches Fahrwasser
Ich halte es sehr gut für möglich, daß die Befürchtung des Kurienkardinals wahr werden kann.
Wie ich soeben auf der Homepage der Christlichen Mitte las, verbietet es die „Handreichung für die Sexualerziehung an Berliner Schulen“ den Lehrern, „die Schüler am Leitbild Familie zu orientieren, weil die traditionelle ‘Zwei-Eltern-Familie’ nur eine Lebensform neben vielen anderen“ sei.
Unterrichtsziel sei „die altersgemäße Vermittlung gleichgeschlechtlicher Lebensweisen in ihrer Vielfalt.“
Kein Wunder, daß man in Berlin keinen katholischen Religionsunterricht mehr zulassen will – dort würde nämlich etwas anderes verkündet werden.
Es ist noch keine offene Christenverfolgung – aber eine subtile Art von Unterdrückung. So etwas kennt man sonst nur in Diktaturen.
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#8   Babylon †   20:21:44 | Donnerstag, 29. Juni 2006
Da speit ja einer schon richtig Geifer!!
Boahh, was bin ich froh, daß Fanatiker wie Du nur noch in Wunschträumen ihre Allmachtsphantasien und Allverbrennungs- und Abschlachtungsphantasien von allem, was nicht fanatisch-katholisch ist, ausleben können! :-(
Du mußt ja ganz schön frustriert sein. Kommt wahrscheinlich von der unterdrückten Sexualität. Kann man was gegen tun. >:)
P.S.: „geballte Macht der Gläubigen! :-D wo sind die denn alle?
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#7   kreuzi   20:07:13 | Donnerstag, 29. Juni 2006
Das die Kriche
praktisch immer im Krieg mit Regierungen ist, da diese oft gegen das Christentum gerichtet Politik betreiben ist seit 2000 Jahren nichts neues. Darum gilt es starke Persönlichkeiten, die den Politikern das Fürchten lehren und die gebalten Massen der Gläubigen gegen sie organisieren, zum Bischof zu ernennen. Noch scheint die Kriegskasse der Regierungen nicht voll zu sein und der Angriff auf die Katholiken lässt auf sich warten. Aber der Krieg gegen die Katholiken wird kommen und Gott wird sein Schwert die Gegner spüren lassen.
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#6   Institoris   16:48:52 | Donnerstag, 29. Juni 2006
Nun geht es um ein neues Asyl- und Ausländergesetz
… das den Missbrauch bekämpfen soll. Das heisst, durch eine Lüge einen Aufenthalt zu erschleichen wird bekämpft und auch bestraft. Meiner Meinung nach absolut richtig! Aber nun stehen alle Kirchen- und Caritsvertreter gegen uns, die wir nie bei obgenannten Aktivitäten gesehen haben! Die engagieren sich nur, wenn es öffentlichen Beifall gibt!
Ach, beruhigen Sie sich erstmal. Zwar täte die Römische Kirche wirklich gut daran wenn Sie ihr Engagement gegen Schwulenehe etwas offensiver gestalten würde (wie z.B.die Ostkirche das tut) doch anderseits ist es aber sehr löblich wenn sie sich um Ausländer (in Not) und deren Rechte einsetzt. Ich kann Ihren Unmut darüber keineswegs nachvollziehen. Die Kirche hat stets ihre Stimme für die Schwachen, besonders für die aus der Fremde, zu erheben.
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#5   Babylon †   16:31:42 | Donnerstag, 29. Juni 2006
Hier aalt man sich ja wieder in Exkommunikationen
und Kirchenflüchen!! Uiuiuiui, wenn da die wohl meist nicht-katholischen Forscher nicht mal richtig Schiß in der Büx haben…
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#4   thaumaturgos   16:28:02 | Donnerstag, 29. Juni 2006
hört doch auf
die homosexuellen partnerschaften und abtreibung glerichzusetzen
keiner will eine ehe für schwule … sie selber am wenigsten
und nur den episkopat vernadern, weil die nit so wollen wie ihr … auch fein und SEHR christlich
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#3   Benedikt78   15:59:46 | Donnerstag, 29. Juni 2006
Dem stimme ich zu!
In der Schweiz haben wir eine Gruppe, die sich gegen die Homo-Ehe, gegen die Tötung von ungeborenen Kindern und gegen die embryonale Stammzellenforschung eingesetzt hat. Leider war von der Kirche nie jemand auf unserer Seite, wenn wir Flugblätter verteilt, Standaktionen organisiert und Podiumsdiskussionen geführt haben. Nun geht es um ein neues Asyl- und Ausländergesetz, das den Missbrauch bekämpfen soll. Das heisst, durch eine Lüge einen Aufenthalt zu erschleichen wird bekämpft und auch bestraft. Meiner Meinung nach absolut richtig! Aber nun stehen alle Kirchen- und Caritsvertreter gegen uns, die wir nie bei obgenannten Aktivitäten gesehen haben! Die engagieren sich nur, wenn es öffentlichen Beifall gibt! Irgendwie kommt man sich einfach verar… vor!
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#2   catharina   14:55:57 | Donnerstag, 29. Juni 2006
Wäre es doch so!
Dennoch sei die Kirche weiterhin entschlossen, das menschliche Leben zu verteidigen.
Wären ihre Vertreter das doch wirklich. Doch die Bischöfe des deutschen Sprachraums – von Ausnahmen einmal abgesehen – stimmen doch lieber in das Klagelied vom angeblichen Versagen ihrer Vorgänger in der Nazizeit ein, als daß sie gegen Abtreibung, gegen Homo-„Ehe“, gegen Antidiskriminierungsgesetz usw. lauthals die Stimme erheben.
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#1   Pünktchen   14:36:09 | Donnerstag, 29. Juni 2006
2. Tim. 4,2 ff.:
.
„Ich beschwöre dich bei Gott und bei Christus Jesus, dem kommenden Richter der Lebenden und der Toten, bei seinem Erscheinen und bei seinem Reich:
Verkünde das Wort, tritt dafür ein, ob man es hören will oder nicht; weise zurecht, tadle, ermahne, in unermüdlicher und geduldiger Belehrung.
Denn es wird eine Zeit kommen, in der man die gesunde Lehre nicht erträgt, sondern sich nach eigenen Wünschen immer neue Lehrer sucht, die den Ohren schmeicheln;
und man wird der Wahrheit nicht mehr Gehör schenken, sondern sich Fabeleien zuwenden.
Du aber sei in allem nüchtern, ertrage das Leiden, verkünde das Evangelium, erfülle treu deinen Dienst.“
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