Erleuchtungen zum Anlaß der Fußballweltmeisterschaft
In Hamburg hat das gegenwärtige Fußballfieber auch die dortige katholische Erzdiözese erfaßt. Doch dann meldete sich die Hamburger Kulturbehörde. Von Johanna Wieder.

So installierte der Künstler Michael Batz in den letzten Wochen in Hamburg an Bürohäusern, Hotels und anderen Gebäuden über hundert „Blue Goals“ als sogenanntes Kunstprojekt zur Weltmeisterschaft.
Es ist verständlich, daß unser fußballbegeisteter Erzbischof Werner Thissen, seinen Dom auch gerne mit so einem „Blue Goal“ dekoriert hätte.
Allerdings erfuhr man am 21. Mai in der vom Erzbischof herausgegebenen ‘Neuen Kirchenzeitung’ 2006, daß das Denkmalschutzamt dem Ansinnen des Erzbistums einen Strich durch die Rechnung gemacht hat.
Die Behörde verbot dem Erzbistum, das „Blue Goal“ – eine nicht besonders beeindruckende Installation aus blauen
Leuchtröhren – in luftiger Höhe zwischen
den Domtürmen anzubringen.
Begründung des Pressesprechers der Hamburger Kulturbehörde:
„Die Pietät läßt es nicht zu, daß Gebetsstätten als Werbeflächen für die Fußball-Weltmeisterschaft dienen.“
So mußte das „Blue Goal“ damit vorlieb nehmen, eine moderne Metallskulptur des Heiligen Ansgar auf dem Domvorplatz einzufassen.
Die Erzdiözese hat sich mit dieser Lösung abgefunden. Entsprechend zeigte die ‘Neue Kirchenzeitung’ den Dompropst Nestor Kuckhoff, der bei der Illumination des Kunstwerkes in einem schnittigen blauen Zweireiher mit Krawatte davor lächelt.
Bemerkenswert ist, daß dem leitenden Redakteur der ‘Neuen Kirchenzeitung, dipl. theol. Andreas Hüser, in seinem Kommentar in der Kirchenzeitung die hier vorliegende verkehrte Welt nicht entgangen ist:
Die städtische Behörde sorgt sich um die Heiligkeit der Kirche, während sich die Kirche um die Vermarktung der Fußball-Weltmeisterschaft in Hamburg kümmert.
Weitere Impulse zur Weltmeisterschaft erhalten die Gläubigen im Erzbistum Hamburg durch das Büchlein „90 Minuten. Anstöße eines Fans“.
Es wurde vom Erzbischof zur Weltmeisterschaft verfaßt und ist für 4,90 Euro im Buchhandel erhältlich.
Im Büchlein sieht der geneigte Leser den Erzbischof beim Tischfußball und
erfährt aus dem Munde von Franz Beckenbauer wie es der Fußball-Kaiser so mit dem Empfang der Heiligen Kommunion hält.
Beckenbauer ist sicherlich kompetent in solchen Fragen, hat er doch vor einigen Tagen seine Konkubine, mit der er schon zwei Kinder hat, in dritter Ehe geheiratet.
Es ist für die neue „Familie“ auch liturgisch sehr passend, daß die Brautleute den 23. Juni 2006 – das Hochfest vom Heiligsten Herzen Jesu – als Hochzeitstag gewählt haben.
Originaltext:
„Ich bin kein Kirchgänger. Das letzte Mal war’s bei der Europameisterschaft vergangenes Jahr in Lissabon. Ich bin mit der Heide spazieren gegangen und habe dabei eine Kirche besucht.
Da war gerade eine Messe und der Pfarrer verteilte die Oblaten. Hab ich mir gedacht, stellst dich an als guter Christ. Und der gibt mir die Hand und ich gehe wieder, so zehn Meter.
Da saust der Pfarrer mir hinterher, klopft mir auf die Schulter und macht das Zeichen: Essen!“
Schließlich erzählt der Erzbischof aus der eigenen Biographie wie er im Jahr 1966 als neugeweihter Priester ein wichtiges Fußballspiel dem pünktlichen Dienstantritt als Priester vorzog.
Zum Glück war sein vorgesetzter Pfarrer auch ein Fußballfan.
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Mittwoch, 12. Juli 2006 12:11
SALOMON: Verallgemeinerung
Natürlich ist es nicht richtig die Kirche als Werbefläche zu missbrauchen. Dennoch bin ich der Meinung, dass man nichts gegen die Weltmeisterschaft sagen kann und darf, da diese eine in sich absolut gute Sache ist. Man soll also nicht zwischen den Zeilen verallgemeinernd aussagen die Weltmeisterschaft wäre schlecht.
Montag, 3. Juli 2006 21:47
Sulpicius: Genau
gegenüber dem neuen Pfarrer auch nicht sein…
Genau. Vor allem nicht, wenn er vom „Geist des Konzils“ angehaucht ist.
Genau. Vor allem nicht, wenn er vom „Geist des Konzils“ angehaucht ist.
Montag, 3. Juli 2006 21:42
Gotthard: Endspiel 1966
Das kann ich doch absolut verstehen, dass der junge Kaplan Thissen wegen des Endspiels der WM 1966 zu
spät in die erste Kaplansstelle kam … soooooo wichtig kann Pünktlichkeit gegenüber dem neuen Pfarrer
auch nicht sein…
ich selbst habe das Endspiel in Stockholm vor dem Schaufenster eines Fernsehgeschäftes zusammen mit einer katholischen Jugendgruppe verfolgt …
ich selbst habe das Endspiel in Stockholm vor dem Schaufenster eines Fernsehgeschäftes zusammen mit einer katholischen Jugendgruppe verfolgt …
Montag, 3. Juli 2006 20:54
_Ungläubig-: @ Babylon
Ja die Kirche ist immernoch Werbefläche. Letztens noch für H&M Bikinis.
Zum Text:
das „Blue Goal“ – eine nicht besonders beeindruckende Installation aus blauen
Na dann ist der Verfasser aber noch nicht Nachts durch die Stadt gefahren. Schaut schon sehr schön alles aus.
Zum Text:
das „Blue Goal“ – eine nicht besonders beeindruckende Installation aus blauen
Na dann ist der Verfasser aber noch nicht Nachts durch die Stadt gefahren. Schaut schon sehr schön alles aus.
Montag, 3. Juli 2006 15:35
Babylon †: @ Sünder: Ich halte es mehr mit Kohelet,
meinem Lieblingsbuch der Bibel. Einfach deshalb, weil dort keine göttliche Offenbarung behauptet wird,
sondern der Autor ganz aus sich heraus als Philosoph spricht.
Kohelets skeptisch-relativierenden, fast schon nihilistischen Denkansatz würde ich Dir mal empfehlen. Es ist einfach unglaublich „modern“. !:)
Und da steht letztendlich, daß das Diesseits zwar irgendwie sinnlos („Windhauch“), aber trotzdem eine gute Sache ist, danach kommt die dunkle Unterwelt.
„Da pries ich die Freude; denn es gibt für den Menschen kein Glück unter der Sonne, es sei denn, er ißt und trinkt und freut sich.“ (Koh 7,15)
Das klingt doch schon viel weltfreundlicher…
Kohelets skeptisch-relativierenden, fast schon nihilistischen Denkansatz würde ich Dir mal empfehlen. Es ist einfach unglaublich „modern“. !:)
Und da steht letztendlich, daß das Diesseits zwar irgendwie sinnlos („Windhauch“), aber trotzdem eine gute Sache ist, danach kommt die dunkle Unterwelt.
„Da pries ich die Freude; denn es gibt für den Menschen kein Glück unter der Sonne, es sei denn, er ißt und trinkt und freut sich.“ (Koh 7,15)
Das klingt doch schon viel weltfreundlicher…
Montag, 3. Juli 2006 15:27
Peccator: @ Babylon und den Erzbischof
„Ihr ehebrechisch Gesinnten, wißt ihr nicht, daß die Liebe zur Welt Feindin Gottes ist?
Wer also ein Freund der Welt sein will, macht sich zum Feind Gottes“ (Jak. 4.4).
Möchten Sie, Herr/Frau Babylon éin Feind Gottes sein? Die Freiheit dazu hat Gott Ihnen gegeben. Die Folgen Ihrer Handlungen müssen Sie dann aber auch IHM gegenüber verantworten. Ebenso wie Ihr Freund, der Erzbischof.
Wer also ein Freund der Welt sein will, macht sich zum Feind Gottes“ (Jak. 4.4).
Möchten Sie, Herr/Frau Babylon éin Feind Gottes sein? Die Freiheit dazu hat Gott Ihnen gegeben. Die Folgen Ihrer Handlungen müssen Sie dann aber auch IHM gegenüber verantworten. Ebenso wie Ihr Freund, der Erzbischof.
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