kreuzmeldungen
Noch schneller + Konsens der Kolonialmächte: Sklaven sind Untermenschen + Weil nicht ist, was nicht sein darf + Verheirateter Priester + Rechtsextremes Gebrüll in der Kirche
Noch schnellerVatikan. Beim gestrigen Festgottesdienst zum römischen Patronatsfest Peter und Paul dankte der Papst dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. von Konstantinopel: Die orthodoxe Delegation, die an den Feierlichkeiten teilnahm, sei ein Zeichen der Brüderlichkeit und des Wunsches, auf dem Weg zur vollen Einheit noch schneller voranzuschreiten. Der Heilige Vater wird im November zum Andreasfest nach Istanbul reisen. Während des Festgottesdienstes überreichte der Papst 27 im vergangenen Jahr ernannten Erzbischöfen das Pallium.
Konsens der Kolonialmächte: Sklaven sind Untermenschen
Schweiz. Die Generalsekretärin der angeblichen Menschenrechtsorganisation ‘Amnesty International’, Irene Khan, meinte vor der Schweizerischen Wochenzeitung ‘Weltwoche’, daß das „Recht auf Abtreibung“ ein wichtiges Thema sei: „Gemäß Menschenrechtsgesetzgebung gibt es kein Recht auf Leben für einen Fötus.“ Das sei auch die Position des Europarats sowie der Gesetzgebung in der Schweiz und in anderen Ländern. Es gebe einen internationalen Konsens in dieser Frage. „Mit solchen Aktionen ruiniert ‘Amnesty International’ ihre Glaubwürdigkeit“ – erklärte dazu ein Kritiker.
Weil nicht ist, was nicht sein darf
USA. Das US-Verteidigungsministerium gab am Mittwoch in Washington bekannt, daß die Homosexualität dort künftig nicht mehr als Geisteskrankheit eingestuft werden soll. Eine entsprechende Direktive aus dem Jahr 1996 werde geändert. Noch im Jahr 2003 bekräftigte das Verteidigungsministerium, daß die Sodomie als Persönlichkeitsstörung und geistiges Defizit zu betrachten ist.
Verheirateter Priester
Deutschland. Der Erzbischof von München und Freising, Friedrich Kardinal Wetter, wird am Samstag mit Sondererlaubnis des Papstes einen verheirateten Konvertiten (46) zum Priester weihen. Der Familienvater ist ein ehemaliger evangelischer Pfarrer. Mit ihm werden fünf weitere Diakone die Priesterweihe empfangen.
Rechtsextremes Gebrüll in der Kirche
Deutschland. Gestern störten zwei Jugendliche eine Firmmesse mit dem Würzburger Weihbischof Helmut Bauer (73) durch rechtsextreme Parolen. Laut einem Bericht der ‘Fuldaer Zeitung’ vom gestrigen Donnerstag öffneten die beiden 17jährigen das Hauptportal der Stadtpfarrkirche im nordbayrischen Mellrichstadt und brüllten in die Kirche. Die beiden Randalierer wurden zehn Minuten nach der Tat von der Polizei festgenommen.
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Montag, 17. Juli 2006 10:31
stat crux: Sehr richtig, Benedikt
Manchmal zweifle ich zwar, ob es Sinn hat, sich überhaupt mit dem Integralismus zu befassen, aber Ihre
Ergänzungen legen wieder den Schluss nahe, dass da ein (wenn auch nicht quantitativ) wichtiges Thema
auf den Katholizismus zukommt. Denn dieses „Wir sind die Reinkultur!“-Plädoyer könnte Zulauf aus der
okkult-hermetischen Ecke bekommen. Und der Kampf dagegen wird viel härter als gegen die theologische
Linke.
Satans Meisterstück?? Ein mit seinen eigenen ästhetischen Mitteln sterilisierter Katholizismus!
Satans Meisterstück?? Ein mit seinen eigenen ästhetischen Mitteln sterilisierter Katholizismus!
Freitag, 14. Juli 2006 21:29
Benedikt: @ Dr. Otterbeck
Wer solche „Verbote“ verhängt, simuliert einen Integralismus, den es in der wirkllichen Kirche nie gab.
Das ist doch das Geschäftsprinzip in weiten Teilen der traditionalistischen Szene. Dort wird ein Kirchenbild konstruiert, das niemals existiert hat. Schauen Sie sich doch mal zB solche Seiten an wie traditioinaction, wo sich in einem fort über liturgische Missbräuche aufgeregt wird. Grundsätzlich nichts dagegen, aber:
a) gibt es nicht auch andere Themen?
b) den Machern sind offenbar neuzeitliche Visitationsprotokolle unbekannt, deren Inhalte die schlimmsten NOM-Missbräuche zu einer Petitesse herabstufen. Erst unlängst las ich eine Dissertation über die Visitation der bayerischen Teile des Erzbistums Salzburg und des Bistums Chiemsee im Jahr 1557.
Was konnte man dort lesen?
– Rückgang der Priesterzahlen, Ausfall vieler Messen
– von 111 visitierten Priestern lebten 86 (!) im Konkubinat, 58 hatten Kinder (einer hatte sogar 21)
– an verschiedenen Orten fanden die Visitatoren vergammelte Hostien, unsaubere Tabernakel etc vor.
– in vielen Orten war das Firmsakrament jahrzehntelang nicht mehr gespendet worden (in einem Ort seit 40 Jahren nicht mehr)
– der Satz „Die Krise der Kirche ist die Krise der Bischöfe“ hätte damals schon gelten können.
Ähnliches oder Schlimmeres ist auch in anderen Visitationsprotokollen zu finden. Dieses „Früher war es besser“ – „das Konzil ist schuld“ – Gerede ist somit absoluter Humbug. Pures Wunschdenken.
Das ist doch das Geschäftsprinzip in weiten Teilen der traditionalistischen Szene. Dort wird ein Kirchenbild konstruiert, das niemals existiert hat. Schauen Sie sich doch mal zB solche Seiten an wie traditioinaction, wo sich in einem fort über liturgische Missbräuche aufgeregt wird. Grundsätzlich nichts dagegen, aber:
a) gibt es nicht auch andere Themen?
b) den Machern sind offenbar neuzeitliche Visitationsprotokolle unbekannt, deren Inhalte die schlimmsten NOM-Missbräuche zu einer Petitesse herabstufen. Erst unlängst las ich eine Dissertation über die Visitation der bayerischen Teile des Erzbistums Salzburg und des Bistums Chiemsee im Jahr 1557.
Was konnte man dort lesen?
– Rückgang der Priesterzahlen, Ausfall vieler Messen
– von 111 visitierten Priestern lebten 86 (!) im Konkubinat, 58 hatten Kinder (einer hatte sogar 21)
– an verschiedenen Orten fanden die Visitatoren vergammelte Hostien, unsaubere Tabernakel etc vor.
– in vielen Orten war das Firmsakrament jahrzehntelang nicht mehr gespendet worden (in einem Ort seit 40 Jahren nicht mehr)
– der Satz „Die Krise der Kirche ist die Krise der Bischöfe“ hätte damals schon gelten können.
Ähnliches oder Schlimmeres ist auch in anderen Visitationsprotokollen zu finden. Dieses „Früher war es besser“ – „das Konzil ist schuld“ – Gerede ist somit absoluter Humbug. Pures Wunschdenken.
Freitag, 14. Juli 2006 21:06
Gotthard: Wagenburg
Die Wagenburgmentalität in jenem Forum ist echt lustig… „geschlossene Abteilung“ steht überall drüber
…
„geschlossene Abteilung“ kann allerdings nicht mit „katholisch“ übersetzt werden … DAS werden die Wärter dort allerdings nie verstehen…
„geschlossene Abteilung“ kann allerdings nicht mit „katholisch“ übersetzt werden … DAS werden die Wärter dort allerdings nie verstehen…
Freitag, 14. Juli 2006 20:57
stat crux: Marcel!
Habe erst jetzt Ihr „Moderatorenprotokoll“ des kreuz.forum gesehen. Das virtuelle Sant’uffiz tagt! Wer
nicht wusste, warum man Ottaviani das Mikrophon ausknipsen musste, der kann es bei den selbsernannten
Epigonen der Inquisition nachvollziehen. Zum Glück hat die wirkliche Kirche auch zu intransigenten (nicht:
integralistischen) Zeiten immer nur Zuständige in rechtsförmigen Verfahren entscheiden lassen.
Weder Chenu noch Congar noch Lubac, kein Balthasar, kein Rahner kein Ratzinger sind je von Rom „verboten“ worden.
Wer solche „Verbote“ verhängt, simuliert einen Integralismus, den es in der wirkllichen Kirche nie gab.
Weder Chenu noch Congar noch Lubac, kein Balthasar, kein Rahner kein Ratzinger sind je von Rom „verboten“ worden.
Wer solche „Verbote“ verhängt, simuliert einen Integralismus, den es in der wirkllichen Kirche nie gab.
Sonntag, 2. Juli 2006 13:42
Benedikt: @ rudolfsohn
Dennoch habe ich, der ich als Homosexuellenfeind, ja -hasser, bekannt bin,
Hass ist schon mal nicht christlich.
@ Bussmann
Solche Priester gibt es hierzulande schon länger, nichts Neues also. Salus animarum suprema lex.
Hass ist schon mal nicht christlich.
@ Bussmann
Solche Priester gibt es hierzulande schon länger, nichts Neues also. Salus animarum suprema lex.
Samstag, 1. Juli 2006 16:05
Jörg Guttenberger, Köln: Zölibat
Unter Zölibat versteht man ausschließlich das Verbot für Kleriker, nach der Diakonenweihe zu heiraten,
nicht deren Ehelosigkeit von vornherein. Bei uns können bekantlich verheiratete Kandidaten die Diakonenweihe
empfangen, dürfen aber nach Ableben ihrer Ehefrau nicht erneut heiraten. In den östlichen Traditionen
gilt dasselbe auch für den Priester, nicht jedoch für die Bischofsweihe, die ausschließlich an Mönche
gespendet wird, d. h. Bischöfe leben nicht zölibatär, sondern sind als Mönche zur Ehelosigkeit verpflichtet.
Das ist de facto dasselbe, der Unterschied besteht lediglich de jure. Das klerikale Heiratsverbot bzw.
deren Ehelosigkeit ist aber keine Glaubensfrage, sondern der Kirchenzucht. So konnte in München von der
Verpflichtung zur Ehelosigkeit dispensiert werden. Es bleibt bei einem erneuten Eheverbot nach Ableben
der derzeitigen Ehefrau.
Nur bei ausreichend oberflächlicher Betrachtungsweise wird der heutige Priestermangel mit dem Zölibat begründet. Zunächt ergibt sich dei Frage der Korrelation zwischen sinkender Geburtenrate und rückläufiger Priesterweihen. Daß Nachwuchs durchaus möglich ist, zeigen z. B. umfangreiche Neuzugänge in der Abtei Königsmünster / Meschede und aus den Pfarren St. Nikolaus (Berg.-Gladbach-Bensberg) und Maria i. d. Kupfergasse in Köln. Die neuere Entwicklung ist mir allerdings nicht bis in Einzelne bekannt, zumal es Wechsel in der Klosterleitung bzw. bei den Pfarrern gegeben hat.
Nur bei ausreichend oberflächlicher Betrachtungsweise wird der heutige Priestermangel mit dem Zölibat begründet. Zunächt ergibt sich dei Frage der Korrelation zwischen sinkender Geburtenrate und rückläufiger Priesterweihen. Daß Nachwuchs durchaus möglich ist, zeigen z. B. umfangreiche Neuzugänge in der Abtei Königsmünster / Meschede und aus den Pfarren St. Nikolaus (Berg.-Gladbach-Bensberg) und Maria i. d. Kupfergasse in Köln. Die neuere Entwicklung ist mir allerdings nicht bis in Einzelne bekannt, zumal es Wechsel in der Klosterleitung bzw. bei den Pfarrern gegeben hat.
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