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Freitag, 30. Juni 2006 14:33
Kompromißloser Bischof
Das Bistum Regensburg antwortet dem Offenen Brief einer deutschen Rechtsaußen-Partei. Es gebe keinen Dialog mit Leuten, die Parolen wie „Ich bin geboren zum Haß“ und „Ich gehe über Leichen“ propagieren.
Demonstration der 'Nationaldemokratischen Partei Deutschlands' in Hamburg 2004
Demonstration der ‘Nationaldemokratischen Partei Deutschlands’ in Hamburg 2004
(kreuz.net, Regensburg) Das Bistum Regensburg weist alle Versuche der rechtsextremen ‘Nationaldemokratischen Partei Deutschlands’ (NPD) zurück, den Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller durch kirchenkritische Äußerungen zu belästigen.

Das erklärte das Bistum in einer Pressemeldung vom Freitag.

Konkret verweist die Pressestelle auf einen Offenen Brief, in dem die Parteiführung dem Bischof mangelnde Demokratiefähigkeit und Dialogbereitschaft vorwirft.

Seit einigen Tagen werde der Regensburger Bischof durch zahlreiche Schreiben und Eingaben bedrängt, mit Vertretern der ‘NPD’ in Dialog zu treten – erklärte der Pressesprecher des Bistums.

Demonstration der NPD im hessischen Gladenbach 2004
Demonstration der NPD im hessischen Gladenbach 2004
„Solange sich die Verantwortlichen dieser Partei nicht eindeutig von den Haß-Parolen ihrer Anhänger distanzieren, fehlt einem Dialog über ethische Grundlagen demokratischer Politik jede Basis.“

Diese Partei habe es versäumt, den Holocaust und andere Verbrechen der Nationalsozialisten unmißverständlich zu verurteilen.

Wer Parolen wie ‘Ich bin geboren zum Haß’ und ‘Ich gehe über Leichen’ propagiere, habe sich vom demokratischen Grundkonsens verabschiedet.

Darüber hinaus seien ‘Offene Briefe’, Briefkampagnen oder auch Mahnwachen keine Form sachlicher Diskussionskultur.

Die Regensburger Bevölkerung habe am vergangenen Sonntag bei einem Schweigemarsch gegen Rechtsextremismus eindeutig gezeigt, daß in der Stadt für Umtriebe von Nationalsozialisten, Neonazis und deren Sympathisanten kein Platz sei.

Mehrfach habe der Bischof deutlich gemacht, daß Humanität, Mitmenschlichkeit und Freiheit als Werte in jeder demokratischen Gesellschaft nicht in Frage stehen können.

Dabei gehe es nicht um das Verbot politischer Meinungen auch extremer Art, sondern um die „klare Absage des demokratischen Deutschland“ an jede Form des Zynismus, der Menschenverachtung und der Verharmlosung des schlimmsten Verbrechens.

Die Kirche werde weiterhin die Menschenwürde als die unumstößliche Basis jedes gesellschaftlichen Zusammenlebens verteidigen und einfordern.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 33 Lesermeinungen:
Dienstag, 4. Juli 2006 19:48
Anonymus: Liebe katholische Brüder !
Es ist zu anstrengend sich darüber zu streiten ob in
Einem „kath. Staat“ die NPD verboten wäre oder nicht.
Inzwischen beruft die NPD sich in einen zweiten offenen
Brief an Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller, auf den
Heiligen Vater Papst Benedikt XVI.
Diesen Brief kann man lesen unter:
http://www.npd-bayern.de/
Dienstag, 4. Juli 2006 18:23
Athanasius: Der Katholik.
Der Katholik Engelbert Dollfuß wurde ermordert von den Okkultisten der NSDAP. Also. Da gibt’s nichts zu vergleichen, es sei denn, man hört wie Ihr linke Trottel nur Radio Moskau 1917-1990.
Dienstag, 4. Juli 2006 09:41
In einem kath. Staat wäre die NPD verboten.
Und wären faschistische Parteien auch verboten? Oder hätten Sie’s gern wie in Österreich zur Zeit des Ständestaates, wo Dollfuß faschistisch diktierte?
Montag, 3. Juli 2006 16:39
MK28: Klare Abgrenzung ist richtig
Die klare Abgrenzung gegen Extremisten auch von rechts (NPD, Rothkranz) ist nicht nur richtig, sondern für den Katholizismus lebenswichtig. Nur weil auch wir derzeit in der Defensive sind, sollten wir nicht glauben, mit anderen Nicht-Mainstreamern gemeinsame Sache machen zu müssen. Der Feind meines Feindes ist mein Freund ist nicht unsere Sache, sondern der Dienst an der Wahrheit.

Nichts schadet unserem Anliegen so sehr wie eine falsch verstandene Solidarität mit den letztlich antikatholischen Extremisten. Denn wir liefern hier – berechtigte – Gegenargumente und delegitimieren uns selbst. Unser Anliegen ist der Glaube und die Wahrheit, nicht die (angeblichen) Rechte antikatholischer Hetzer. Anders formuliert: In einem kath. Staat wäre die NPD verboten. Das hindert uns daran, für sie auch nur Sympathie zu entwickeln.
Montag, 3. Juli 2006 10:50
Athanasius: @Gotthard
I kann nit a moal Vlaams Blok wählen. Was Sie sich da vormachen, ist also absoluter Unsinn.
Sonntag, 2. Juli 2006 23:51
Dassel: Bravo von Galen et al
Leider habe ich nicht die Zeit, mich hier exzessiv zu beteiligen’, kann aber nur von Galen und den anderen, die in diesem Sinne geschrieben haben beipflichten.
Was heißt hier, die NPD „belästigt“ den Bischof? Wenn man im letzten Artikel nachliest, hat sie nur – sehr höflich, im übrigen- auf seine Kritik geantwortet. Das wird doch noch erlaubt sein! Auch Seine Exzellenz sollte bei der Wahrheit bleiben!
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