Protestanten
Jetzt geht es dem Pfarrer an den Lohn
Die deutschen Protestanten setzen schon lange in die Tat um, was fortschrittliche Kreise der Kirche seit Jahren als „Reformmaßnahmen“ empfehlen. Das Resultat ist eine Katastrophe.
(kreuz.net, Westfalen) Nach einer langjährigen Zersetzung und Aufweichung des Glaubens, geht der Evangelischen Kirche von Westfalen jetzt auch das Geld aus.

Das berichtete die ‘Westdeutsche Allgemeine Zeitung’ Ende Juni.

Die Finanzprobleme sind sogar noch viel größer, als bisher angenommen.

In einem Brief an die Gemeindeleitungen, Pfarrer und Angestellte der Kirche kündigt Präses Alfred Buß (58) rigide Sparvorschlage an.

Der Präses bekleidet bei den westfälischen Protestanten das leitende Amt.

Die vorgesehenen Maßnahmen werden – sollten sie von der Westfälischen Herbstsynode angenommen werden – vor allem die Pfarrer treffen.

So will man die höchste Besoldungsgruppe der Pfarrer – A14 – abschaffen. In dieser Gruppe kommt ein Pfarrer nach zwölf Dienstjahren auf 4.526 Euro.

Gegenwärtig erhält ein 35jähriger verheirateter Pfarrer mit zwei Kindern 3662 Euro Monatslohn brutto.

Zulagen soll es künftig nur noch für besondere Funktionen etwa für den Superintendenten geben.

Das Urlaubs- und Weihnachtsgeld wurde bereits gekürzt und seit 2005 endgültig abgeschafft.

Gekürzt werden auch die Pfarrstellen.

Präses Buß erwartet einen Massenabbau. In den nächsten fünfzehn Jahren bis 2020 sollen die bisherigen 2.100 Pfarrstellen halbiert werden. Älteren Pfarrern will man den vorzeitigen Ruhestand schmackhaft machen.

Von den Rentnern, die bisher nur selten Kirchensteuer zahlen, will die Landeskirche 0.5% ihres Einkommens erhalten.

Präses Buß ist sich sicher, daß die Kirchensteuer bald nur noch eine Grundfinanzierung abdeckt. Künftig müßten andere Geldquellen gefunden werden, schreibt er.

Gemeinden im herkömmlichen Sinn werde es auch künftig noch geben.

Aber in den Visionen des Präses tauchen auch neue Gemeindeformen auf: „In kirchlichen Bistros gibt es die Poststelle, Brötchen, Zeitungen, Tickets und auch eine einladende Gastronomie.“

So soll zugleich auch die Gemeindearbeit finanziert werden.
      
5 Lesermeinungen
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#5   Caelestius   10:12:07 | Dienstag, 4. Juli 2006
Wurde auch langsam Zeit
„Der religiöse Markt reinigt sich selbst.“
Hoffentlich bald, schnell, kurz und schmerzvoll!
Was in der sog. „evangelischen“ Kirchen alles „abgeht“, das ist nicht mehr schön – oder ehrlich gesagt: häretisch :-$ (sage das so ungern…)
Wird Zeit, dass die Pfarrerinnen und Pfarrer gar kein Geld mehr bekommen: Mal sehn, ob auch nur irgendeine Kirchenmaus ihnen Geld geben wird für die „events“ und „happenings“ und das religiöse Gerede am Sonntagvormittag! Dann werden sie blöd aus der Wäsche gucken, weil sie nämlich verlernt haben, das zu sagen, worauf es ankommt – typisch protestantisch eben: Immer dem Zeitgeist hinterhergehechelt :-!, von nix ne Ahnung außer die Leute Woche für Woche um Gott zu betrügen!
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#4   Rodolfo Panetta   23:11:52 | Samstag, 1. Juli 2006
Besoldung von Pfarrern ist ein Ärgernis!
Geistliche Ämter müssen an die evangelischen Räte gebunden sein. Die überhöhte Besoldung, das Anspruchsdenken und die Gewerkschafter-Mentalität bei kirchlichen Angestellten machen jede kirchliche Gemeinschaft kaputt!
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#3   Hyazinth   16:39:16 | Samstag, 1. Juli 2006
Richtig
Die Protestanten haben 1-2 Pfarrer pro pfarrei, aber noch weniger Schäfchen als bei uns (4% Kirchgang).
Dafür werden sie in den nächsten 100 Jahren so klein sein, daß sie nur noch als Splittergruppe gelten. Wer nämlich radikal aufklärerisches „Christentum“ predigt, hat keine Grundlage und ist somit unglaubwürdig. Der religiöse Markt säubert sich selber. o^/
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#2   Babylon †   15:20:00 | Samstag, 1. Juli 2006
Die Protestanten sind in einer komfortablen Position!
Die haben nämlich noch 1-2 Pfarrer pro Pfarrei, und jetzt müssen die Sehr-ordentlich-Verdiener (mehr als viele der Schäfchen verdienen) eben mal paar Euronen abzwacken. Na und?
Die kath. Kirche hat bald kaum noch jemanden, den sie besolden kann… :-]
@ Atha: Menschen mit autoritärer Persönlichkeitsstruktur, die sich nach festen Richtlinien und einem sicheren Glaubensgebäude sehnen, gibt’s eben nicht nur bei den dt. Tradis… :-P
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#1   Athanasius   11:29:43 | Samstag, 1. Juli 2006
Beispiel Anglikaner
Noch ein besseres Beispiel ist die Anglikanische Kirche Englands. Dort hat man auch völlig alles akzeptiert, von aktiver Homosexualität bis zur Leugnung der Existenz Jesu Christi (D. et D. N.). Das Ergebnis? Blieben die Engländer ihrer „Kirche“ trotz der allgemeinen Akzeptanz nicht-natürlicher Verhütungsmittel durch die Church of England, dieser Gemeinschaft treu? Nein.
Eher ergab eine Untersuchung eines sehr liberalen, ökumenischen Untersuchungsinstituts, dass die Bevölkerung Englands die Geistlichkeit gerade wegen ihrer Liberalität und ihrer Verweltlichung als unauthentisch und unglaubwürdig ansieht. Man wolle deutlichere christliche Lehre vom Predigtstuhl aus, dann würde man der Kirche wieder eine Chance geben und sie besuchen. Man sagte sogar, dass man Hölle, Richtlinien und Mystik hören wollte, keine Anpassung.
Trotz der massiven Grossbesitze der anglikanischen Kirche in England, muss diese viele Kirchen verkaufen. Klöster hat man seit 1534 schon nicht mehr (Vernichtung aller papsttreuen Klöster durch Ehebrecher Heinrich VIII.)
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